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Verbrecherorganisation

Experte: Mafia beginnt, Schwule zu akzeptieren

Wurde ein Mafia-Mitglied als schwul geoutet, war das häufig ein Todesurteil. Jetzt gibt es aber Anzeichen, dass die Gangsterorganisation ein wenig toleranter wird.


In der Mafia-Serie "The Sopranos" wurde gezeigt, wie Vito Spatafore Sr. (dargestellt von Joseph R. Gannascoli) sich mit Männern vergnügte – und anschließend umgebracht wurde. Seine Mörder machten deutlich, warum sie Spatafore getötet haben: Sie steckten der Leiche einen Billiard-Spielstock in den Hintern (Bild: HBO)

Die italienische Mafia hat offenbar ihre Regeln für Homosexualität liberalisiert. Das glaubt zumindest Staatsanwalt Nicola Gratteri, der drei Jahrzehnte lang gegen die Verbrecherorganisation ermittelte und als einer der größten Experten gilt.

In der britischen Tageszeitung "The Times" (kostenpflichtig) sagte der stets unter Polizeischutz stehende Jurist, dass männliche Homosexualität bislang in der Mafia als inakzeptabel angesehen wurde, weil man das "Image von harten, männlichen Typen" pflege. "Aber die Mafia entwickelt sich wie die Gesamtgesellschaft weiter. Schwule können jetzt als Fußsoldaten akzeptiert werden, solange sie ihre Homosexualität nicht öffentlich herumposaunen." Allerdings gebe es hier unterschiedliche Ansichten unter den Generationen – während die jüngeren Mafiosi kaum noch Probleme mit Homosexualität hätten, hielten die älteren an ihrer Homophobie fest.

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Jüngere Mafiosi lieben Drag

Gratteri erklärte, er habe Gespräche von Mitgliedern der kalabrischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta mitgehört, wonach sich die jüngeren Mafiosi gerne in Travestie-Clubs vergnügen. Der Sohn eines prominenten Mitglieds soll sogar als Dragqueen auftreten. Zudem hätten die Behörden "leidenschaftliche" Briefe zwischen einem Mafia-Boss und einem anderen Mann abgefangen. Die 'Ndrangheta kontrolliert 80 Prozent des Kokainhandels in Europa.

In der Vergangenheit wurde in der Mafia Homosexualität mit Weichheit gleichgesetzt. Schwule oder bisexuelle Mafiosi lebten sehr gefährlich: 1992 wurde etwa im amerikanischen New Jersey der Chef der DeCavalcante-Familie von seinen eigenen Anhängern ermordet, weil er im Verdacht stand, bisexuell zu sein. Der Todesschütze Anthony Capo erklärte damals bei seinem Gerichtsverfahren: "Niemand würde uns respektieren, wenn wir einen schwulen Boss hätten." (cw)



#1 qwertzuiopüAnonym
#2 Alexander_FAnonym
  • 12.12.2019, 17:17h
  • Einerseits eine sehr kuriose Meldung, andererseits auch gar keine so schlechte Nachricht. Wenn sich nämlich selbst solche Bastionen des Männerbündlertums wie die Mafia dem Fortschritt nicht verwehren können, ist er wohl wirklich unaufhaltsam.
    Dennoch hinkt die Mafia damit hinter der Gesamtgesellschaft arg zurück, ja sogar hinter der rechtsextremen Szene. Die war vielleicht vor zehn Jahren auf diesem Stand, mittlerweile ist dort offene Homosexualität durchaus keine Seltenheit mehr, sofern man nur "normal" ist, sprich heterolike und herrschenden Geschlechtsstereotypen entsprechend.
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#3 Leon 4Anonym
  • 12.12.2019, 20:20h
  • Antwort auf #2 von Alexander_F
  • Nein, die paar Alibi-Homos der afd sind sowas von kein fucking Beleg für eine Liberalisierung der rechten Szene, die deppen sind nix als Instrumente, beschissener Anstrich...

    Tz.... Aber so richtig empörtes Tz mit Zunge strecken und spucke.....
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#4 daVinci6667
  • 12.12.2019, 22:06h
  • "Schwule können jetzt als Fußsoldaten akzeptiert werden, solange sie ihre Homosexualität nicht öffentlich herumposaunen."

    An wen kann man nun eine Onlinepetition richten damit auch Mafia-Bosse öffentlich schwul sein können?
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#5 GaykaiserProfil
  • 13.12.2019, 05:12hMülheim an der Ruhr
  • Ziemlich nützlich für Mafia, zumal der Gay ein perfekt getarnter Killer werden könnte. Wer weißt ist so einer von Euren soulmate, hahaha....
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 13.12.2019, 06:13h
  • Antwort auf #3 von Leon 4
  • Na dass die AfD.Hupen teils Fake und teils ideologisch versumpft sind, weiß man ja. Die rechtsextreme Szene ist allerdings viel länger unterwegs, als es die Afd gibt. Da gibt es sogar so eine Art Überlappung in die Fetisch-Szene, Was noch gruseliger sein kann, wenn man Jemand besucht, der angeblich auf Fliegerklamotten abfährt, und in ein Zimmer geführt wird, wo es wie in Schicklgruber-Sprössling's Hauptquartier aussieht. Reichsfahnen an der Wand und Führerportrait inklusive...

    Mal schnell nach dem Taxi draußen schauen und nix wie weg war die Lösung!
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#7 MafikanAnonym
  • 13.12.2019, 08:58h
  • na ..diese neuen Umgangsregelungen der Mafia aehnel aber schon sehr dem Verhalten des Vatikans,

    gedultet ...aber bitte verstecken...

    ob das mal nicht ein gemeinsamer Entschluss ist,gab ja da schon oefters "Zusammenarbeit" und aehnliche Verhaltensmuster in der Vergangenheit.
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#8 TheDadProfil
  • 13.12.2019, 12:17hHannover
  • "" "Aber die Mafia entwickelt sich wie die Gesamtgesellschaft weiter. Schwule können jetzt als Fußsoldaten akzeptiert werden, solange sie ihre Homosexualität nicht öffentlich herumposaunen." ""..

    Wie in der RKK auch..
    Man merkt doch immer wieder wie eng dort die Verflechtungen beider Organisationen sind..

    Fehlen jetzt nur noch die Kommentare, die eine solche Veränderung hier als "epochalen Wandel" begrüßen..
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#9 TheDadProfil
  • 13.12.2019, 12:20hHannover
  • Antwort auf #3 von Leon 4
  • ""Nein, die paar Alibi-Homos der afd sind sowas von kein fucking Beleg für eine Liberalisierung der rechten Szene, die deppen sind nix als Instrumente, beschissener Anstrich...""..

    Das war auch nicht die Aussage..
    Denn zwischen "rechter Szene" und "Gesamtgesellschaft" besteht derzeit noch ein signifikanter Unterschied !
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#10 Alexander_FAnonym
  • 13.12.2019, 15:17h
  • Antwort auf #3 von Leon 4
  • Die AfD habe ich auch gar nicht gemeint, denn die ist mit der extremen Rechten insgesamt nicht identisch (zumal sie auch viele "Überläufer" aus Kreisen beherbergt, die ursprünglich eher dem rechten Flügel der CDU zuzuzählen waren), außerdem gab es sie vor zehn Jahren noch gar nicht.
    Ein gutes Bild von dem, was ich meine, gibt Rosa von Praunheims Doku "Männer, Helden, schwule Nazis". Dort bekommt man eben tatsächlich dieses Bild, was auch in der Mafia üblich ist: man wird toleriert, solange man einen guten Stand hat und stereotyp männlich auftritt.
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