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Polen

Morddrohung gegen schwulen Bürgermeister: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Bei seinem CSD-Besuch in Kattowitz erhielt der offen schwule Kölner Bürgermeister Andreas Wolter eine Todesdrohung. Gegen den Verfasser des Schreibens gehen die Behörden nun vor.


Bürgermeister Andreas Wolter (im roten Hemd) bei seinem Kattowitz-Besuch im Herbst (Bild: Facebook / Andreas Wolter)

Die Staatsanwaltschaft im polnischen Kattowitz hat gegen den Absender einer Morddrohung gegen den Kölner Bürgermeister Andreas Wolter Anklage erhoben. Das hat der polnische Anwalt des offen schwulen Grünenpolitikers am Donnerstag mitgeteilt.

Wolter hatte im September beim CSD in der schlesischen Großstadt teilgenommen. Die Morddrohung hatte er auf sozialen Netzwerken öffentlich gemacht (queer.de berichtete). Demnach habe ihm ein Homo-Hasser per E-Mail geschrieben, dass er für seine Teilnahme "mit deinem Leben bezahlen" werde.

Die Staatsanwaltschaft in Kattowitz habe laut Wolters Anwalt den Absender der E-Mail zu einem Verhör im Januar 2020 einbestellt. Die ermittelte Person lebt in Deutschland und hat polnische Wurzeln.

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Ermittlungen "bester Schutz vor zunehemenden Anfeindungen"

"Ich bin über den Fortgang der Ermittlungen und der Zusammenarbeit der polnischen und deutschen Staatsanwaltschaft sehr erfreut", erklärte Wolter. "Sehr dankbar bin ich auch Bürgermeister Marcin Krupa für seine ungeteilte Unterstützung und seine klare Aussage gegen Gewalt und Bedrohung." Schnelle und gründliche Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft seien "der beste Schutz vor zunehmenden Anfeindungen und Hetze gegenüber Mandatsträgern".

Die erst im Oktober wiedergewählte rechtspopulistische Regierung in Warschau wird für eine Zunahme der Homosexuellenfeindlichkeit in der polnischen Gesellschaft verantwortlich gemacht. Die PiS-Partei von Jaroslaw Kaczynski hat immer wieder Stimmung gegen Homosexuelle gemacht und sogar verkündet, dass man am liebsten CSDs wieder verbieten würde (queer.de berichtete). Zuletzt erklärten sich Dutzende Regionen, Landkreise und Gemeinden zu "LGBTI-freien Zonen", was vom Europäischen Parlament scharf kritisiert wurde (queer.de berichtete). (dk)



#1 Homonklin_NZAnonym
  • 13.12.2019, 05:41h
  • Das ist wirklich gruselig, wenn man schon nur deshalb Drohbotschaften kriegt, weil man in der Partnerstadt am CSD teilnimmt. Wie viele gefährlich Verrückte sind da bloß unterwegs?
    Was Homophobie in osteuropäischen Ländern angeht, haben die da wohl massive Probleme. In Polen ist das mit der hoch gelebten Religiotie plus PiS Stimmungsbearbeitung aber auch kaum verwunderlich.

    Bezüglich des rechtskonservativen Trend derer Politik bleibt doch schwer zu fassen, dass sie sich ausgerechnet von derart Ideal/Ideologien beeinflussen lassen, aus dem/welchen ihnen geschichtlich so viel Leid angetan wurde. Das muss man erst mal begreifen.

    Anständig von polnischer Seite, so mitzuhelfen, dass sich der Drohschreiber zu verantworten hat.
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