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Epidemiologisches Bulletin

Robert-Koch-Institut: PrEP-Nutzung bremst Syphilis

Erstmals seit 2010 hat sich der Anstieg der Syphilis-Erkrankungen in Deutschland nicht weiter fortgesetzt – in Berlin gingen die Zahlen sogar zurück. Als Grund vermutet das RKI vermehrte Tests und Behandlungen im Rahmen der PrEP.


Syphilis-Präventionsplakat aus Kanada

  • 13. Dezember 2019, 07:03h 8 2 Min.

In Deutschland stecken sich weiterhin mehr als 7.000 Menschen pro Jahr mit Syphilis an. Das geht aus den jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) für das Jahr 2018 vor. Mit 7.332 Erkrankungsfällen lag die Zahl auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr (7.140), heißt es im neuen Epidemiologischen Bulletin des Instituts. Zum ersten Mal seit 2010 habe sich der Anstieg damit nicht weiter fortgesetzt.

Syphilis ist eine bakteriell verursachte Erkrankung, die nur beim Menschen vorkommt. Sie ist beim Sex, durch Blut und während der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind übertragbar. Syphilis lässt sich mit Antibiotika heilen. Unbehandelt kann es jedoch langfristig zu Schädigungen des Gehirns und der Blutgefäße kommen. Am häufigsten stecken sich in Deutschland homo- und bisexuelle Männer an.

Die meisten Syphilis-Infektionen gibt es in Berlin

Die meisten Infektionen pro 100.000 Einwohner in einem Bundesland gab es mit 32,5 Fällen weiterhin in Berlin, die wenigsten in Thüringen (4,3). Der Bundesschnitt lag bei 8,8 registrierten Betroffenen pro 100.000 Einwohner. Syphilis ist meldepflichtig.

Auffällig war jedoch, dass die Infektionszahlen in Berlin trotz des Spitzenwerts zurückgingen – um rund 13 Prozent im Vergleich zu 2017. Ein vermuteter Grund sind vermehrte Tests und Behandlungen von Syphilis im Rahmen der Prä-Expositionsprophylaxe gegen HIV (PrEP), heißt es im RKI-Bulletin. Bei PrEP nehmen HIV-negative Menschen ein Medikament ein, um sich vor HIV zu schützen.

PrEP senkt somit zwar das Risiko einer HIV-Infektion bei ungeschütztem Sex, beugt aber nicht einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten vor. Leitlinien zur Verschreibung von PrEP sehen jedoch regelmäßige Tests auf Syphilis vor. Dadurch steige die Zahl der erkannten Syphilis-Fälle zunächst meist an, heißt es in der Analyse. Später könne sie aber sinken, da die Verbreitung der Erreger in der Bevölkerung durch mehr Behandlungen zurückgehe. (cw/dpa)

-w-

#1 OrbitaAnonym
  • 13.12.2019, 15:10h
  • Ich finde es schade, daß die Informationen so dargestellt werden.
    Die PrEP bremst nicht die Syphilis, sondern die die intensivere "Überwachung" in Form häufigerm Arztkontakt. Heißt also: auch ohne PrEP bei gleichem Arztbesuch wäre auch weniger Syphilis....

    Die PrEP wirkt gegen HIV - aber nicht gegen treponema pallidum. Wäre sie auch hier wirksam, könnte man die Überschrift so stehen lassen.

    So ist die Headline nichts anderes als aufreißerisch - Schade
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#2 Marcel_Dams
  • 13.12.2019, 16:47hKöln
  • Antwort auf #1 von Orbita
  • Es ist allerdings auch Fakt, dass PrEP Nutzer*innen deutlich schneller und häufiger im medizinischen System auftauchen, als der Durchschnitt.

    Du hast also Recht, dass die PrEP natürlich nicht die Syphilis bremst, allerdings wäre die Testbereitschaft und Awareness der PrEP-Nutzer*innen wahrscheinlich nicht so ausgeprägt, wenn es nicht verpflichtend wäre und in der Beratung vor und während der PrEP Nutzung eine so große Rolle spielt.

    Die Überschrift muss aus meiner Sicht also auch sprachlich angepasst werden, die Grundaussage ist aber ähnlich. Ohne PrEP, weniger Testung. Was ein großes Problem ist und wozu Botschaften wie "Kondome schützen" leider zu beitragen, weil sie eine Sicherheit in Bezug auf STIs suggerieren, die es faktisch nicht gibt.
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#3 PoronkusiAnonym
  • 13.12.2019, 16:57h
  • Antwort auf #1 von Orbita
  • Das häufige Testung und frühe Behandlung die Ausbreitung jeglicher STDs bremst ist schon lange keine Neuigkeit mehr. Das Prep dazu einen positiven Beitrag leistet wird von vielen teils hysterisch bestritten. Von daher trifft die Überschrift den Nagel auf den Kopf.
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