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"Diskriminierung" von Christen

Rumänien: Bußgeld für queere Aktivisten

Homophobe Christen fühlten sich durch eine queere Theateraufführung provoziert – und erreichten, dass die Veranstalter mit einem Bußgeld belegt worden sind.


Das Stück "Eu sunt. Si?" wurde seit 2018 aufgeführt

Eine Theatervorstellung, in der spärlich als Nonnen verkleidete Darsteller Speck und Zwiebeln auf einem Christusbild zerschneiden, ist in Rumänien mit Bußgeld in Höhe von 2.000 Lei (etwa 420 Euro) geahndet worden. Der Nationale Rat zur Bekämpfung von Diskriminierung (CNCD) in Bukarest verhängte die Strafe an den Verein Pride România, der sich für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten einsetzt und die Aufführung veranstaltet hatte, wie rumänische Medien am Freitag berichteten.

Der CNCD gab an, dass die Strafe aufgrund einer Anzeige von Bürgern erfolgte, die die Aufführung gar nicht gesehen hatten. Sie hätten sich aber "aufgrund von Berichten (über das Stück) und von Werbeplakaten dazu diskriminiert gefühlt", schrieb die Behörde. "Wir müssen doch eine rationale Diskussion über die Grenzen der schöpferischen Freiheit führen."

Es gebe hierzu vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anerkannte ähnliche Fälle, wie etwa in Italien die Benutzung eines Kruzifix in ähnlichem Kontext, schrieb der CNCD weiter. Im Übrigen habe das Gremium stets auch homophobe Botschaften bestraft.

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Aktivisten wollen Bußgeldbescheid nicht akzeptieren

Pride România will den Bußgeldbescheid vor Gericht anfechten. Man habe durch die kritisierte Szene in dem Stück "Eu sunt. Si?" ("Ich bin. Na und?") von Traian Boldea niemanden diskriminiert, niemanden an der Ausübung seiner Religion gehindert und keine Religion der anderen vorgezogen, schrieb der Verein. Homophobe Christen würden lediglich die Aufführung als Vorwand nutzen, um Lügen über queere Menschen zu verbreiten.

PRIDE România, asocia?ia LGBTQ clujean?, printre altele ?i organizator al festivalului Cluj Pride, a primit o amend? de…

Gepostet von PRIDE România am Donnerstag, 12. Dezember 2019
Facebook / PRIDE România

Rumänien gilt neben Bulgarien und Lettland als homophobster Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Der Europarat beklagte erst im Juni, dass die Regierung des rund 20 Millionen Einwohner zählenden Landes zu wenig gegen Homo- und Transsexuellenhass tue (queer.de berichtete). (dpa/dk)

Vimeo / Mystage Ticketing | Ausschnitte aus dem Stück



#1 Ralph
  • 13.12.2019, 16:44h
  • Mal ganz nüchtern betrachtet: Mit solchen Aktionen erreicht man keine Steigerung der Toleranz unsereinem gegenüber.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 15.12.2019, 17:44h
  • Es ist bereits seit langem die Taktik religiöser Fanatiker, sich zu Opfern zu stilisieren um so Andersdenkende mundtot zu machen.

    Die klassische Täter-Opfer-Umkehr.
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