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Brasilien

1,3 Millionen unterschreiben Petition gegen schwulen Netflix-Jesus

Eine brasilianische Weihnachtskomödie erzürnt konservative Christen, da Jesus darin als schwuler Mann darstellt wird.


Jesus (Gregório Duvivier, li.) und Orlando (Fábio Porchat) erleben Abenteuer, die so nicht in der Bibel zu finden sind… (Bild: Netflix Brasil)

Jesus und sein neuer Freund Orlando besuchen Maria und Josefs Haus, in dem eine Gruppe von Freunden eine Überraschungsparty für den gerade 30 Jahre alt gewordenen Gottessohn schmeißt. Das ist die Handlung einer seit Anfang Dezember weltweit auf Netflix erhältlichen 46-minütigen slapstikartigen Weihnachtskomödie, die von der in Brasilien beliebten Comedytruppe Porta dos Fundos (zu Deutsch: Hintertür) produziert wurde.

Der portugieschsprachige Film mit dem internationalen Titel "The First Temptation of Christ" ("A Primeira Tentação de Cristo") hat zu einer großen Protestwelle in Brasilien geführt, weil Jesus darin als schwuler Mann dargestellt wird. Der Titel ist eine Parodie auf den Martin-Scorsese-Film "Die letzte Versuchung Christi" aus dem Jahr 1988, die damals ebenfalls zu wütenden Protesten von konservativen Christen geführt hatte (obwohl die "Versuchung" damals eine Frau war).

Bis Freitagnachmittag haben mehr als 1,33 Millionen Menschen eine Petition auf change.org unterzeichnet, in der Netflix aufgefordert wird, die Komödie aus der Plattform zu entfernen. Als Grund wird angegeben, dass die Komödie bewusst Christen beleidige.



Auch der Sohn des rechtsextremen und LGBTI-feindlichen Präsidenten Jair Bolsonaro forderte ein Verbot: "Wir sind für freie Meinungsäußerung, aber ist es wert, den Glauben von 86 Prozent der Bevölkerung anzugreifen?", fragte Eduardo Bolsonaro auf Twitter.

Im deutschen Netflix kann die Komödie im portugiesischen Original mit deutschen Untertiteln gestreamt werden (Link). Um den Film zu anzuschauen, ist ein Netflix-(Probe-)Abonnement notwendig.

Direktlink | Der Trailer auf Portugiesisch

Der brasilianischen Regierung sind LGBTI-Inhalte im Fernsehen ein Dorn im Auge. Präsident Bolsonaro hatte im August die staatliche Förderung für Fernsehprojekte ausgesetzt, damit keine homo- oder transsexuellen Inhalte mehr gefördert werden (queer.de berichtete). Ein Bundesgericht erklärte diese Anordnung jedoch wenige Wochen später für verfassungswidrig. Die Regierung dürfe die Gelder nicht einfach streichen, da dies öffentlichen Schaden verursachen könne, erklärte Richterin Laura Bastos Carvalho. Es sei Aufgabe der Justiz, Redefreiheit und Gleichbehandlung notfalls vor Eingriffen der Exekutive zu schützen (queer.de berichtete). (dk)



#1 WindheimerAnonym
#2 Ralph
  • 13.12.2019, 16:36h
  • Na ja. Ich hab mir mal Mel Gibsons "The Passion of the Christ" angeschaut, von dem Karol Wojtyla seinerzeit so begeistert war (sein O-Ton: "Es ist, wie es war."). Ein widerlich sadistischer Film, dessen einziger Sinn darin besteht, abscheuliche Folter auf die Leinwand zu bringen. Damit freilich bedient er die Perversion vieler Christen, die es lieben, sich das Abbild eines an ein Kreuz genagelten Menschen an die Wand zu hängen. Das finden sie toll, die Fanatiker. Das sehen sie gern. Mein Tipp: Die 1,3 Mio. brauchen sich den Netflix-Film ja nicht anzuschauen. Ganz einfach. Sie können sich statt dessen Gibsons Machwerk reinziehen.
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#3 Lukas9117Anonym
#4 KerzmanProfil
  • 13.12.2019, 18:50hPrinceton
  • Antwort auf #3 von Lukas9117
  • Oder asexuell, wie es wohl die meisten Christen sehen (wollen): fleckenlose Empfängnis, und hatte >mit dem ganzen Schweinkram< zeitlebens nix am Hut, ein komplett Reiner halt, wie so gut wie alle nichtgriechischen Völker damals ihre Götter sahen. Treppenwitzig: Leonardo da Vinci suchte sich als Modelle für Das Abendmahl dreizehn Strichknaben (?) aus, und nach getaner Arbeit sollen alle 14 gemütlich drauflosgefickt haben.
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#5 Homonklin_NZAnonym
  • 14.12.2019, 00:32h
  • Typisch Christianer eben, gegen LGBTIQ* können die hetzen und niedertreten, was das Zeug hält. Aber wehe, einer macht Scherze über ihr Mythenreich, dann sind die eingeschnappt und drohen stellvertretend mit sämtlichen Plagen. Und mit Zucht und Abstrafung haben sie's auch im wahren Leben gern.

    Der reale Jesus, wenn es den so überhaupt gab, war doch kein Kind von Traurigkeit. Soll bis hin nach Frankreich Nachkommen hinterlassen haben, wenn man einem gewissen urban Legend vertraut.
    Oder einem Fetzen Papyrus, der aus der Zeit vor dem Konzil zu Nicäa stammen kann, auf dem Jesus anscheinend "seine Frau" erwähnt.
    Bei dem genannten Konzil wurde unter Kaiser Konstantin dem Großen festgelegt, welche Auszüge der Glaubenssätze zukünftig Gültigkeit haben sollten.
    Da gibt es wohl auch noch so ein Evangelium eines Phillipus, da stehen ganz witzige Sachen drin, etwa über Maria Magdalena als Jesus' Gefährtin. Je nachdem, wie man das Koptische auslegen will. Dem Vatikan hat das nicht sehr gefallen. Die lesen sich lieber religiöse Gefolgschaft hervor. Irgendwie verständlich, denn die Gleichwertigkeit der Frau soll doch nicht etwa jemals anerkannt werden.

    Und falls er dann doch Bi war, oder Masochist oder bloß auf Fantasyliteratur seiner Zeit abfuhr.
    Für schäumende Wutchristen ist doch jede Andeutung genügend.
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#6 DramaQueen24Profil
  • 14.12.2019, 04:56hBerlin
  • Ich habe es schon immer gewusst: Jesus ist schwul! Und Johannes, sein "Lieblingsjünger", sein Lover. Kein Wunder also, dass Fundichristen, nicht nur in Brasilien, diese gute Nachricht falsch aufnehmen, sind sie durch die Fake Bibel seiner anderen Jünger doch mit einem anderen Bild aufgewachsen.
    He. Leute in Brasilien und anderswo:
    Jesus ist schwul, und im Himmel kommen nur die Leute, die nichts gegen Schwule, Lesben und andere queere Menschen haben. Also kommt IHR ganz bestimmt nicht rein!
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#7 KMBonnProfil
  • 14.12.2019, 09:14hBonn
  • Natürlich war Jesus stockschwul. Der begnadete Eventmanager hing dauernd mit 12 Jungs rum, lebte bei Mutti, machte Party, hatte eine beste Freundin und einen Jünger, den er sehr liebte. Und dann wurde er von einem eifersüchtigen rothaarigen Kerl verpfiffen, um später bei einer mißglückten SM-Session am Kreuz zu sterben.
    Und selbst am Kreuz machte er Werbung für die nächste Party: "Ich verspreche euch, noch heute werdet ihr bei meinem Vater im Paradies sein!"
    Das Paradies ist in gewissen ein angesagter Szeneklub.
    DAS nenne ich ein Beispel, wie jemand voll in seinem Beruf aufgeht!
    Wenn man in Köln und Umgebung lebt, kennt man solche Drama-Stories zuhauf. :-)
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#8 SusejAnonym
  • 14.12.2019, 11:02h
  • Und ich kann mir vorstellen dass er ( ganz unabhängig seiner sexuellen Orientierung) psychisch krank war.
    Ich war wegen Depressionen in einer Behandlung und traf auf ein Mädchen mit Schizophrenie, die in ihren Schüben dachte sie wäre ein Messias und müsste die Welt erlösen. Durch ihre Medikamente war sie ansonsten eine ganz normale, sehr nette junge Frau.
    Die Krankheitsbilder und erst recht Behandlungsmöglichkeiten waren zu Jesus Zeit mehr als begrenzt, würde mich nicht wundern wenn er sich krankheitsbedingt dauerhaft eingebildet hat er müsste predigen, Leute seelig sprechen usw.
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#9 Vater
  • 14.12.2019, 12:56h
  • Antwort auf #8 von Susej
  • Da hast du wohl recht .
    Mein bester Freund kommt heute übrigens aus dem Krankenhaus. Der saß ziemlich lange wegen Schizophrenie dort fest und wurde sogar für mehrere Wochen (!! !) Fixiert, weil er jeden Angriff, der ihm zu nahe kam. Der ist überhaupt erst eingeliefert worden, weil er jemanden in der Uni von hinten Angriff, von dem er meinte, er wolle ihn telepathisch angreifen .
    Vielleicht war der tolle Heiland wirklich geisteskrank .
    Wer weiß das schon?!

    Zu dieser Netflix Serie (ich habe da mal rein geguckt) kann ich nur eins sagen: Kübler und mehr als seichter Schund, der wirklich nur noch der Volksverdummung dienen kann. Ob da nun irgendwelche Jesus people schwul oder lesbisch oder weiß der Teufel was sind ist mir eigentlich total schnuppe. Dennoch ist das Müll, den ich liebe gegen etwas anspruchsvollere eingetauscht wissen möchte.
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#10 Carsten ACAnonym
  • 15.12.2019, 17:46h
  • Wenn denen etwas nicht gefällt, sollen sie es einfach nicht ansehen. So einfach ist das.

    Aber was bilden die sich ein, auch anderen diktieren zu müssen, was sie sehen dürfen und was nicht?!
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