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- 28. September 2005 1 Min.
München Der Gerichtsstreit um eine eventuelle homosexuelle Affäre Ludwig II. ist am Mittwoch mit einem Vergleich beigelegt worden. Vor dem Landgericht München I einigten sich ein Urenkel eines Oberstallmeisters des bayerischen Märchenkönigs und der Verleger eines Buches, in dem Ludwig II. eine homophile Verbindung mit jenem Bediensteten, Maximilian Graf von Holnstein, unterstellt wurde. Der Vergleich sieht vor, dass entsprechende Äußerungen in zukünftigen Auflagen entfallen. Bereits gedruckte Ausgaben des Buches sollen einen Beizettel des Urenkel erhalten, der auf die von ihm empfundene Ehrenrührigkeit der Textstelle hinweisen soll. In dem Buch "Geschichte in Liedern - Eine Zeitreise durch die Oberpfalz" hatte der Schwandorfer Heimatchronist und Autor Alfred Wolfsteiner über den Oberst-Stallmeister geschrieben: "Der Preußenfresser Johann Baptist Sigl nennt ihn gar Lolus - Anspielung auf Lola Montez und eine homophile Verbindung Ludwigs II. zu Holnstein." Sein Urenkel hatte der "Münchner Abendzeitung" dazu gesagt: "Man weiß ja um gewisse Züge von Ludwig II.", aber es gehe auf keinen Fall an, dass sein Vorfahre "da mit reingezogen wird". Obwohl das Gericht nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" im Prozess klar zu erkennen gab, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, einigten sich die Parteien auf den Vergleich. (nb)
Links zum Thema:
» s.a.: König Ludwigs Sexleben vor Gericht (16.9.05)














