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  • 28. September 2005 71 2 Min.

Berlin Die Songzeile "Ihr Tunten werdet vergast" des Berliner Rappers Bushido wird nach Rücksprache mit dem Künstler nicht veröffentlicht. Das erfuhr queer.de in einem Telefongespräch mit einem Mitarbeiter von Urban Records/Universal. Zuvor hatte die Plattenfirma folgendes Statement von Bushido verbreitet: "Die aktuell in den Medien viel zitierte Textzeile 'Ihr Tunten werdet vergast' befindet sich weder auf meinem Album 'Staatsfeind Nr.1' noch auf irgendeiner anderen CD." Dass die "Welt am Sonntag" die entsprechene Zeile aus "einem neuen Stück" zitierte, erklärte der Universal-Mitarbeiter gegenüber queer.de damit, dass sie in der Originalversion des Stückes enthalten gewesen sei. Die Zeile habe sich gegen konkurrierende Rapper gerichtet, so wie Beschimpfungen aller Art im Berliner Rap üblich seien. Die Firma gab an, noch eine Pressemitteilung herauszugeben, die die "Missverständnisse aufklären" sollte - verschickte aber doch nur das Bushido-Statement erneut. In der Mitteilung sagte der Rapper weiter: "Hiermit weise ich - Bushido - die immer wiederkehrenden Vorwürfe und Vorverurteilungen der Schwulenfeindlichkeit, dem Aufruf zu Gewalttaten, der Frauenfeindlichkeit und der absurden Behauptung ich wäre rechtsradikal strikt zurück." Unklar ist, ob der Rapper die Zeile live gesungen hat und ob sie auf beispielsweise an Journalisten verschickte Demos enthalten war - auch das könnte für die Staatswanwaltschaft genügend Grund zur Einleitung von Ermittlungen sein.
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) gab indessen am Mittwoch bekannt, dass sie Bushidos Album "Vom Bordstein bis zur Skyline" aus dem Sommer 2003 auf den Index gesetzt hat. Die Indizierung werde an diesem Freitag im "Bundesanzeiger" veröffentlicht und damit rechtskräftig. Seit 2004 setzte die Bundesprüfstelle damit bisher zehn Titel aus dem Berliner "Gangsta-Rap"-Umfeld auf den Index. Die CDs oder Musikvideos dürfen damit nur noch unter der Ladentheke an mindestens 18-Jährige verkauft, sie dürfen nicht beworben und versendet werden. Allerdings sind die Werke seit einiger Zeit auf dem Markt und in Tauschbörsen erhältlich und längst in den Händen von Kindern und Jugendlichen. (nb)

zuletzt akt. um 16.25h (Universal-PM)

-w-

#1 Stefan K.Anonym
  • 28.09.2005, 16:03h
  • Ich denke aber, dass der Prozess noch weiter laufen wird. Dem Braten traue ich nicht so recht. Jetzt auf einmal will er es nie gesagt haben. Merkwürdig. Als er gemerkt hatte, dass sein Image einen Riss bekommen hat, will er so etwas nie gesagt haben. Klingt schon etwas suspekt.
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#2 KlausAnonym
  • 28.09.2005, 16:16h
  • Bin auch dafür, dass da weiterermittelt wird.

    Den Imageknacks in seiner Zielgruppe hat er aber wohl eher durch den Stopp der Zeile: Rapper zieht nach schwulem Protest den Schwanz ein. Hihi, der dürfte jetzt "gedisst" werden...
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#3 LinkercacheAnonym
  • 28.09.2005, 16:17h
  • Wird nicht veröffentlicht?? Und jetzt meint der wohl , das er damit aus dem schneider iss?? Die Strafverfolgung darf deshalb nicht eingestellt werden, der muss zur Verantwortung gezogen werden!!
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