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Gesundheit

Sex trotz Krankheit? Keine Angst vor der Liebe!

Diabetes, Herzinsuffizienz und Co.: Es gibt viele Krankheiten, die das Sexualleben beeinträchtigen – und nicht nur ältere Menschen betreffen.


Ein Besuch beim Arzt kann darüber aufklären, was es beispielsweise bei Herzerkrankungen oder Bluthochdruck zu beachten gilt, damit der Sex keine Sorgen, sondern Spaß macht (Bild: Nickjake876 / wikipedia)
  • 17. Dezember 2019, 18:29h, noch kein Kommentar

Männer, die an einer chronischen Erkrankung wie einer Herzinsuffizienz oder Autoimmunerkrankung leiden, sind häufig sehr verunsichert, was ihr Liebesleben betrifft. Dabei ist Sex auch bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen möglich. Es ist jedoch wichtig, ein paar Dinge zu beachten.

Sex bei Herzerkrankungen: Auf den Körper hören

Aus Angst vor einem Herzinfarkt oder anderen Komplikationen verzichten viele Männer auf Sex bei Herzerkrankungen. Dabei ist die Sorge meist unbegründet, denn die tatsächliche Anstrengung ist nicht so stark, wie häufig angenommen. Wer mühelos dazu in der Lage ist, zwei Etagen Treppen zu steigen oder Fahrrad zu fahren, kann in der Regel auch ruhigen Gewissens Sex bei Herzinsuffizienz haben. Dennoch sollten es Männer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwas ruhiger angehen lassen und beispielsweise auf sehr anstrengende Positionen im Bett verzichten.

Darüber hinaus spielt noch eine weitere Komponente eine Rolle: Männer mit Herzerkrankungen oder ständigem Bluthochdruck leiden häufiger an einer erektilen Dysfunktion. Sie haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen. Das liegt unter anderem auch an den Nebenwirkungen der Medikamente (wie Beta-Blocker). Keinesfalls sollten Arzneimittel einfach abgesetzt werden. Es kann jedoch sinnvoll sein, mit dem Arzt darüber zu sprechen. Unter Umständen kann er bei Sex-Problemen andere Bluthochdruck-Medikamente verschreiben.

Sex genießen auch mit HIV-Infektion

Zu den wohl gefürchtetsten Krankheiten, die durch Sex übertragen werden, gehört die Immunschwächekrankheit AIDS. Nach einer Infektion mit dem HI-Virus ("Human Immunodeficiency Virus ") verbleibt dieser lebenslang im Körper und zerstört – wenn er nicht behandelt wird – mit der Zeit immer mehr das Immunsystem. Dadurch können sehr schwere, lebensbedrohliche Krankheiten auftreten.

Dank einer rechtzeitig und konsequent durchgeführten Therapie, die die Vermehrung der Viren im Körper unterdrückt, haben Infizierte heute eine ähnlich lange Lebenserwartung wie gesunde Menschen.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Ist Sex trotz HIV-Infektion möglich?

Die Antwort lautet: Ja! Verhütungsmittel wie Kondome können vor einer Ansteckung schützen. Durch die Einnahme von Medikamenten lässt sich die Vermehrung der HI-Viren zudem soweit unterdrücken, dass diese nicht mehr im Blut nachgewiesen werden können. Sie sind dann auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma kaum mehr enthalten und können nicht mehr beim Sex übertragen werden. Zudem haben HIV-negative Männer die Möglichkeit, einer Ansteckung mittels Medikamente (Prä-Expositions-Prophylaxe, kurz: PrEP) vorzubeugen. Weitere Auskünfte erhalten Betroffene bei ihrem Arzt oder entsprechenden Beratungsstellen.

Prostataerkrankungen können die Lust auf Sex hemmen

Egal ob eine Prostataentzündung oder -vergrößerung: Auch Prostataerkrankungen können sich negativ auf das Sexualleben auswirken. Neben ständigem Harndrang sind auch Schmerzen beim Samenerguss möglich, welche das Verlangen nach Sex trüben. Diese sexuelle Unlust kann Männer wiederum stark psychisch belasten und zu Erektionsproblemen führen.

Neben Prostataerkrankungen selbst, ist es oftmals auch die Behandlung dieser, die die Sexualprobleme verursacht. Dies gilt es auch bei der Einnahme von Medikamenten oder der Durchführung von Operationen zu berücksichtigen. Vor- und Nachteile sollten ausführlich mit dem Arzt besprochen werden.

Wichtig: Ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen!

Viele Männer leiden an Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) ohne den Grund zu kennen. Die Ursachen sind sehr vielfältig: Neben Übergewicht, Nervenstörungen, Gefäßverstopfungen und -verengungen (zum Beispiel durch Bluthochdruck oder Diabetes) kommen auch psychologische Auslöser wie Stress infrage.

Viele Männer trauen sich nicht mit ihrem Partner über diese Probleme zu reden oder sich professionelle Hilfe zu suchen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, um sexuelle Probleme zu verbessern. Aber auch wer an chronischen Krankheiten leidet, muss sich nicht schämen, das Thema Sex beim Arzt anzusprechen. Der Mediziner kann darüber aufklären, was es beispielsweise bei Herzerkrankungen oder Bluthochdruck zu beachten gilt, damit der Sex keine Sorgen, sondern Spaß macht! (ak)