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Anti-Langeweile plus Wow-Effekt

4 coole Skills, die deine Langeweile vertreiben und andere ins Staunen versetzen

Auch in der Zeit der digitalen Wunderwerke kann es sich noch vielfach lohnen, kleine Kunststückchen im richtigen Moment liefern zu können.


Mit einem Zippo kann man nicht bloß sich und anderen Feuer geben – ähnlich wie drei andere Dinge aus diesem Text haben sie auch hohen Unterhaltungswert. (Bild: xxx_Zephyr_xxx / pixabay)
  • 19. Dezember 2019, 12:25h, noch kein Kommentar

Was macht der typische Mensch von heute, wenn er auch nur den leisesten Anfall von Langeweile verspürt? Korrekt, er zieht sein Smartphone schneller als Lucky Luke den Colt. Schon das ist eine reichlich unkreative Handlung. Richtig übel wird es jedoch, wenn das in Gesellschaft passiert. Hand hoch, wer noch nicht irgendwo war, wo alle nur aufs Handy gestarrt haben.

Nun wären wir nicht die queer.de-Redaktion, wenn wir nicht auch für derartiges einige unkonventionelle Lösungen aus dem Hut zaubern könnten. Und keine Sorge, das ist das einzige Mal, dass in diesem Artikel das Wörtchen Zaubern erwähnt wird. Bei den folgenden Skill-Vorschlägen mussten lahme Kartentricks explizit draußen bleiben. Dennoch wird man mit ihnen seine eigene Langeweile und die etwaiger Mit-Anwesender ebenso gut vertreiben können wie mit Instagram, Facebook und Co.

1. Der Zippo-Zampano

2020. Kein Mensch raucht mehr. Wirklich keiner? Doch, tatsächlich steckt sich trotz Preiserhöhungen und Schockbilder-Kampagnen auf den Packungen immer noch ein knappes Viertel der deutschen Bevölkerung regelmäßig eine an.

Doch man muss nicht unbedingt zu den Followern von Nicotiana tabacum, so der botanische Name der Tabakpflanze, gehören, um schon mal etwas von Zippos gehört zu haben. Das sind diese metallenen Benzinfeuerzeuge mit dem Schnappdeckel, die beim Öffnen und Schließen ein so charakteristisches Geräusch machen (für Filmfans: Der Charakter Pyro aus X-Men 2 nutzt so eines).

Und Zippos sind nicht nur gut, um zwischen Kuschelromantik-Kerze und Lucky ohne Dinge in Brand zu setzen. Tatsächlich hat sich rund um das Feuerzeug eine Szene entwickelt, die mit viel Fingerfertigkeit das Öffnen, Anzünden und Schließen beherrscht – auf normale Weise kann es ja jeder:



Natürlich muss man für das, was da gezeigt wird, ziemlich lange geübt haben – und in den Händen auch eine gewisse Grundmotorik besitzen. Der große Vorteil jedoch ist, dass die, die es bereits können, der Netzgemeinde dankenswerterweise ihre Anleitungen zur Verfügung gestellt haben. Ein Tipp allerdings: Das übt man entweder mit einem leeren Zippo, also ohne Benzin, oder in Räumen mit feuerfestem Untergrund – gerade zu Anfang landet das brennende Feuerzeug unheimlich oft auf dem Boden.

2. Der Cloud Chaser

Wir bleiben thematisch in der gleichen Ecke: E-Zigaretten haben sich in den vergangenen Jahren rund um den Globus zu einer echten Alternative für viele Raucher herangemausert. Und da es bei den Geräten so herrlich viele Einstellmöglichkeiten gibt, handelt es sich dabei immer öfter auch um Technikverliebte – denn mit Wattzahl, Widerstand und Co. zu experimentieren, kann ein Hobby für sich sein.

Doch auch wenn die Geräte Digitaltechnik pur sind, erinnert das, was einige daraus machen, an die besten Zeiten der alten Dampflok. Cloud Chasing is the Name, mit seiner E-Zigarette möglichst voluminöse, beeindruckende Dampfwolken auszustoßen is the Game. Und im Internet trifft man sich zum friedlichen Wettbewerb im Wolken-Ausstoßen:

Allerdings ist die Wolkengröße nur ein Erfolgskriterium. Das andere ist es, dem ausgestoßenen Dampf Formen zu verleihen. Der gute alte Rauchring ist dabei nur Basis-Fertigkeit. Geübte haben da noch ganz andere Sachen im Repertoire. Was das allerdings knifflig macht: Wie man Zunge und Lippen dafür halten muss, lässt sich kaum erklären, nicht mal im Video. Da heißt es selbst probieren und üben, üben, üben. Übrigens sind hier E-Zigaretten auch deshalb prädestiniert, weil nikotinfrei nutzbar und außerdem günstiger für dauerhaften Übungsbetrieb.

3. Der Kuli-Künstler

Was kann man mit Kulis tun außer schreiben? Wer jetzt mit Schrecken an ein zurückliegendes Bewerbungsgespräch denkt, irrt nicht – diese Frage wird gern von Personalern als Stressfrage gestellt. Wir meinen sie aber ernst. Nun, man könnte sie als improvisierte Drumsticks nutzen. Zerlegt würden manche vielleicht auch als Trinkhalm herhalten. Und in den USA (wo sonst) gibt es sogar Kampfsportlehrer, die einem zeigen, wie man sich im Notfall nur mit einem solchen Schreibgerät seiner Haut erwehrt.

Was wir aber meinen ist etwas, das die meisten schon mal unbewusst und rudimentär beim Telefonieren gemacht haben dürfen: Den Stift auf einem Finger balancieren, ihn drehen usw. Meist natürlich mangels Konzentration mit weniger beeindruckenden Ergebnissen. Doch was, wenn man abermals über gute Fingermotorik verfügt und sich voll und ganz auf die Sache konzentriert? Dann kommt sowas hier heraus:



Was dem aufmerksamen Beobachter natürlich ins Auge sticht, ist, dass die dort zu sehenden Hände nicht den vor der letzten Wahl empfangenen X-beliebig-Kuli für die Tricks verwenden. Verständlich, dessen Form ist ja auch reichlich asymmetrisch. So trickst es sich gar nicht gut.
Das heißt, entweder nutzt man zum Trainieren einen symmetrischeren Stift – etwa einen Tintenkiller oder einen doppelseitigen Filzstift – oder man kauft sich im Web für einige Euros Spinning-taugliche Stifte. Dann aber Achtung: Die "richtigen" Spinning Pens haben gar keine Schreibfunktion mehr, sondern in den Spitzen verstellbare Kugelgewichte.
Anschließend begibt man sich zum Zentralorgan der deutschen Penspinning-Szene, um die dortigen Tutorials abzuarbeiten.

4. Der Balisong-Boss

Wer unter den Lesern (weit) vor der Jahrtausendwende das Licht der Welt erblickt hat, hat vermutlich in der Schulzeit jemanden gekannt, der ein Butterfly-Messer besaß, ein sogenanntes Balisong. Die Messer, bei der der Griff aus zwei parallelen Hälften besteht, die sich im geschlossenen Zustand um die Klinge schließen, waren früher das Checker-Instrument schlechthin.

Das liegt daran, dass sich durch die Natur des Aufbaus damit ziemlich unglaubliche Tricks durchführen lassen, die mit dem Aufschneiden von Kartons und Zerteilen des Frühstücksbrötchens gar nichts zu tun haben:

Doch so imposant die Sache auch wirkt, hier in Deutschland gibt es ein winzig kleines Problem, das dafür sorgt, dass diese Messer schon lange nicht mehr in den Läden gesichtet wurden – sie sind nämlich explizit vom deutschen Waffengesetz verboten.

Warum wir diesen Skill dennoch erwähnen? Weil es eine legale, viel friedlichere und zudem auch viel sicherere Möglichkeit gibt, ebenso beeindruckend die Griffe fliegen zu lassen. Denn die echten Messer mit Spitze und scharfer Klinge sind zwar verboten. Dafür aber kann man völlig legal sogenannte Trainings-Balisongs besitzen, die es im Netz für einige wenige Euros gibt – darunter sogar eines, dessen "Klinge" zum Flaschenöffner ausgearbeitet wurde. Auch die sind aus Metall, aber die Klinge ist keine "richtige Klinge", ist aus extraweichem Metall. Für den Wow-Effekt macht das keinen Unterschied und das Training ist genauso knifflig. (ak)