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Shitstorm

J.K. Rowling verteidigt Trans-Hasserin

Die "Harry Potter"-Autorin hat einen Shitstorm ausgelöst, weil sie sich hinter eine Wirtschaftswissenschaftlerin gestellt hat, die Transsexuellen ihre Geschlechtsidentität absprechen wollte.


Viele Fans sind enttäuscht von J.K. Rowling (Bild: Daniel Ogren / flickr)

Mit ihrem ersten Tweet in sechs Wochen hat die 54-jährige britische Star-Schriftstellerin Joanne K. Rowling eine Entrüstungslawine losgetreten: Die Erfinderin der siebenteiligen "Harry Potter"-Buchserie hatte am Donnerstag in dem sozialen Netzwerk die 45-jährige Ökonomin Maya Forstater verteidigt, die wegen transphober Äußerungen von der britisch-amerikanischen Ideenschmiede "Center for Global Development" gefeuert worden war. Rowling hat 14,6 Millionen Fans auf Twitter.

Wörtlich schrieb Rowling: "Zieh dich an, wie du willst. Nenn dich, wie du willst. Schlaf mit welchem willigen Erwachsenen du willst. Lebe das beste Leben in Frieden und Sicherheit. Aber Frauen von ihrem Job zu feuern, weil sie behaupten, dass Geschlechter Wirklichkeit sind?" Dazu verbreitete sie den Hashtag #IstandWithMaya (Ich bin auf Mayas Seite), der zuvor bereits von Rechtspopulisten wie dem amerikanischen Kommentator Ben Shapiro genutzt worden war.



Der Hintergrund: Forstater hatte in mehreren Tweets Transfrauen abgesprochen, "echte" Frauen zu sein, selbst wenn sie vom Staat als Frauen anerkannt werden. Einmal schrieb sie etwa: "Ich bin so überrascht, dass intelligente Menschen, die ich bewundere, die in anderen Bereichen absolut pro-Wissenschaft sind und sich für Menschen- und Frauenrechte einsetzen, sich verrenken, um nicht zugeben zu müssen, dass Männer sich nicht einfach in Frauen verwandeln können."

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Forstater klagte erfolglos gegen Entlassung

Die Ideenschmiede feuerte sie daraufhin im Frühjahr diesen Jahres. Forstater klagte gegen ihre Entlassung, weil ihr Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt worden sei. Ein Arbeitsgericht wies die Klage am Donnerstag jedoch ab. Richter James Tayler verwies dabei auf den "schrecklichen Schmerz", den die Äußerungen bei Transpersonen verursachten. Ihr Arbeitgeber habe das Recht gehabt, sie zu entlassen, da sie eine Minderheit in ihrer Würde verletzt habe.

LGBTI-Aktivisten kritisierten die Äußerungen von Forstater und Rowling scharf. Die größte queere Organisation der USA, die Human Rights Campaign, schrieb etwa auf Twitter in Richtung der "Harry Potter"-Autorin: "Transfrauen sind Frauen. Transmänner sind Männer. Nichtbinäre Menschen sind nichtbinär."

Twitter / HRC

Rowling hat sich bislang nicht weiter zu ihrem Tweet geäußert. Sie hatte bereits letztes Jahr mit für Aufregung gesorgt, als sie einen transphoben Tweet mit einem "Gefällt mir" versehen hatte. Ihre Sprecher erklärten aber später, das sei ein Irrtum gewesen. Dagegen engagierte sich die Autorin wiederholt für Homosexuellenrechte. 2007 bestätigte sie etwa, dass der "Harry Potter"-Schulrektor Albus Dumbledore schwul sei (queer.de berichtete). (dk)



#1 HyenadykeProfil
  • 20.12.2019, 15:03hKöln
  • Und ich bin wenig überrascht, dass Menschen, die beim Thema trans immer mit "Die Natur" und "Wissenschaft" kommen, bei anderen Themen wie Evolution, anthropogene Klimakrise, Impfen, Homöopathie und so weiter regelmäßig deutlich machen, wie sie "Wissenschaft" verstehen wollen ...
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#2 Ana NymAnonym
  • 20.12.2019, 15:08h
  • Sich für Homosexuellenrechte zu engagieren führt nicht automatisch dazu, dass man auch Trans* und Inter* (etc.) mit einbezieht.
    Manche Menschen brauchen sichtbare "Beweise" um Dinge als gegeben akzeptieren zu können.
    Interessant ist, dass sie in anderen "Dingen" keine solchen Beweise brauchen. Sie selbst hat Harry Potter geschrieben und sagt, sie sei eine wichtige Schriftstellerin. Wäre sie wohl beleidigt, wenn ihr das jemand einfach abspricht?
    Wie verhält sich wohl Maya Forstater wenn man ihr ihren Status "Ökonomin" abspricht.
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#3 anonymAnonym
#4 Ralph
  • 20.12.2019, 15:55h
  • Hier fehlt das grundlegende Verständnis des Sachverhalts. Es geht nicht um die selbstbestimmte Verwandlung von Männern in Frauen oder von Frauen in Männern. Es geht darum, dass Frauen bzw. Männer darunter leiden, dass ihr Körper nicht dem von ihnen wahrgenommenen Geschlecht entspricht. Jede dagegen gerichtete Maßnahme, auch chirurgischer Natur, stellt deshalb keine Verwandlung dar, sondern eine Anpassung an die tatsächlichen Gegebenheiten. Ein Mensch von durchschnittlicher Intelligenz und durchschnittlicher sozialer Kompetenz sollte das begreifen können.
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#5 AuslegungAnonym
  • 20.12.2019, 17:12h
  • Sie äußerte wohl Kritik an der Kündigung und nicht am Transthema.
    Die Frage ist dann, ist man selber transphob, wenn man eine Kündigung nicht gutheißt, die aufgrund einer Aussage einer Person geschah.
    Ich finde es kommt darauf an ob die Aussage in Zusammenhang mit dem Job stand. Wenn ja, kann ich die Kritik Rowlings nicht nachvollziehen und es bleibt der Eindruck als wäre sie selber nicht vorurteilsfrei. Steht der Zusammenhang allerdings nicht, kann es tatsächlich sein dass Rowling die Kündigung nicht gerechtfertigt findet und es ihr gar nicht um das Transthema geht.
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#6 ElfolfProfil
  • 20.12.2019, 22:24hHamburg
  • Ich empfehle hier auch mal den Artikel bei Spiegel online Kultur und besonders das Forum dazu. Es ist erschreckend, was für eine kaputte Weltsicht unter Heten zu dem Thema dort noch ausgebreitet wird. Der Informationsrückstand in der Gesellschaft ist jetzt schon erheblich und konservative bis rechte Kreise wollen die Bevölkerung weiterhin auf Vater, Mutter und Kind programmieren.
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#7 Nicht verharmlosenAnonym
  • 20.12.2019, 23:40h
  • Antwort auf #5 von Auslegung
  • "Sie äußerte wohl Kritik an der Kündigung und nicht am Transthema."

    Hätte Rowling nur die Kündigung kritisieren wollen, hätte sie schreiben können: Diese Aussagen sind falsch, aber eine Kündigung geht zu weit. Hat sie aber nicht.

    "for stating that sex is real" - so fasst Rowling die transphoben Äußerungen zusammen. Diese Zusammenfassung verzerrt und verharmlost die ursprünglichen Aussagen. Rowling stellt die transphoben Äußerungen als unschuldige Wiedergabe von unbestreitbaren Realitäten dar und rechtfertigt sie dadurch.

    Warum tut Rowling das?

    Es geht ganz offensichtlich nicht nur um die Kündigung, sondern sehr wohl "um das Transthema".

    Anderen könnte man vielleicht noch unterstellen, nur unglücklich formuliert zu haben. Bei einer Schriftstellerin tue ich mich mit so einer Ausrede etwas schwer.
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#8 Homonklin_NZAnonym
  • 21.12.2019, 04:13h
  • Antwort auf #4 von Ralph
  • Exakt so!

    Dass ausgerechnet Leute das nicht begreifen, die sich auf wissenschaftliche Anleihe berufen, erstaunt einigermaßen.
    Was damit die Existenz von Geschlecht zu tun haben soll, bleibt unbeantwortet. Ist doch ganz was anderes.
    Weiß nicht, wie die Rowling da so tickt, hat sich evtl. ungenügend kundig gemacht und solidarisiert wegen der Kündigung. Wissenschaftlich hängt sie wohl hinterher. Schreibt nun auch eher in Sachen Fantasy und Märchen. Da kann man konfabulieren.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 21.12.2019, 06:22hBerlin
  • Statt sie und andere, die so denken, pauschal zu verurteilen, sollte man sich lieber einmal die Frage stellen, warum solche Menschen denken, wie sie denken. Denn: Verstehen beginnt mit Zuhören!
    In den meisten Ländern haben Religionen, direkt oder indirekt, einen starken Einfluss. Das Denken über Geschlecht (Sex) und Geschlechtsrolle (Gender) ist seit Jahrhunderten fest in den Gehirnen der Menschen verankert. Manche können sich daraus befreien, andere nicht.
    Ich verurteile im Gegensatz zu anderen hier, Frau Rowling nicht, sondern versuche, sie und andere zu verstehen.
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#10 So issesAnonym