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München

Wohnraum für queere Flüchtlinge gefunden

Seit über einem Monat wirbt eine Kampagne in München bei Vermietern um Wohnraum für LGBTI-Geflüchtete – mit ersten Erfolgen. Doch über 40 weitere Wohnungen werden gebraucht.


In drei Münchner Wohnungen fanden queere Geflüchtete bereits ein neues und sicheres Zuhause (Bild: Der Paritätische)

Geflohene LGBTI haben es in den Flüchtlingsunterkünften oft besonders schwer. In München wirbt deshalb eine Kampagne bei Vermietern um Wohnraum für diese Gruppe – mit ersten Erfolgen. "Wir waren überrascht, es kamen wirklich sehr konkrete Rückmeldungen", sagte die Geschäftsführerin der Hilfsorganisation Der Paritätische in Oberbayern, Karin Majewski, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben schon drei Wohnungen bekommen, die wir weitergeben konnten." Zudem hätten sich mehrere Wohnungsgesellschaften bereit erklärt, frei werdende Wohnungen zu melden.

Seit gut einem Monat hängen die Plakate in Haltestellen der Landeshauptstadt (queer.de berichtete). Zudem schrieb das Team 200 große Wohnungsunternehmen an. 40 bis 50 Wohnungen für anerkannte queere Geflüchtete wären aktuell nötig.


Postkarte im Rahmen der Kampagne (Bild: Der Paritätische)

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Flucht vor Todesstrafe und "Korrekturvergewaltigungen"

"Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung geflohen sind – in Uganda steht zum Beispiel immer noch die Todesstrafe auf Homosexualität, in anderen Ländern gibt es sogenannte Korrekturvergewaltigungen – leben in den Unterkünften mit Menschen aus dem gleichen Kulturkreis zusammen und erleben dadurch auch hier Homophobie und Verfolgung", erläuterte Majewski. Die Folge: "Während andere versuchen, in ihrer Community zu bleiben, sind diese Geflohenen mit ihren Landsleuten hier oft auch nicht glücklich", betonte Majewski. "Stattdessen sind sie froh, in Deutschland richtig anzukommen – weil sie hier frei leben können."

Auf der Webseite lgbti-wohnen-paritaet.de bietet die Kampagne mehr Informationen für interessierte Vermieter und stellt drei fiktive, aber beispielhafte Biografien von LGBTI-Geflüchteten vor. Gesucht werden auch Personen, die queere Geflüchtete ehrenamtlich bei der Wohnungssuche unterstützen wollen. (cw/dpa)



#1 FredericAnonym
  • 22.12.2019, 08:43h
  • Wieso stellt man fiktive Biographien vor? Finde ich nicht gut. Das Projekt an sich ist ja gut, aber wieso muss man etwas mit sowas unglaubwürdiger machen?
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#2 Ralph
  • 22.12.2019, 09:48h
  • Soweit ich weiß, steht in Uganda eben nicht die Todesstrafe auf Homosexualität, auch wenn ihre Einführung wiederholt versucht wurde. Warum nennt man nicht ein Land, in dem die Todesstrafe wirklich droht? Mauretanien, Sudan, Saudi-Arabien oder Iran beispielsweise? Im Übrigen halte auch ich fiktive Biographien für unsinnig. Entweder man stellt konkrete Menschen vor (wofür und wogegen es gute Gründe gibt) oder man informiert neutral und wahrheitsgemäß über Verfolgungsmaßnahmen einzelner Staaten, aus denen in München lebende Flüchtlinge stammen, und benennt Übergriffe in Gemeinschaftsunterkünften gegen sie.
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