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Staats-Homophobie

WM 2022: Katar fordert Rücksicht auf homophobe Kultur

Cheforganisator Hassan Al Thawadi fordert homosexuelle Besucher der Fußball-WM in Katar dazu auf, keine öffentliche Zuneigung zu zeigen. Lesben und Schwulen drohen in dem islamischen Land bis zu fünf Jahre Haft.


Hassan Al Thawadi ist Cheforganisator der Fußball-WM 2022 in Katar (Bild: Doha Stadium Plus Qatar / flickr)

Der Cheforganisator der Fußball-WM 2022 in Katar, Hassan Al Thawadi, hat Besucher dazu aufgefordert, auf die Kultur des islamischen Landes Rücksicht zu nehmen. Katar sei wie große Teile der Welt konservativ, erklärte er am Samstag auf die Frage, ob homosexuelle Paare ihre Zuneigung auf den Straßen zeigen könnten. "Es gehört nicht zu unserer Kultur, öffentlich Zuneigung zu zeigen, unabhängig von der sexuellen Orientierung", sagte er am Rande der Club-WM in der Hauptstadt Doha. "Und wir bitten die Menschen, das zu respektieren."

Er hoffe, dass die WM helfe, falsche Vorstellungen und Stereotype über Katar zu verändern, so wie es auch bei der WM 2018 in Russland der Fall gewesen sei. Zu oft werde sich auf das Negative fokussiert, sagte Al Thawadi. Nach Ansicht des Cheforganisators habe sich auch die Lage Tausender ausländischer Arbeiter in dem Emirat verbessert.

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Schwere Menschenrechtsverletzungen in Katar

Katar, eines der reichsten Länder der Welt, steht international immer wieder wegen der Ausbeutung ausländischer Arbeiter am Pranger. Kritisiert werden unter anderem zu geringe Löhne und schlechte Unterkünfte sowie das so genannte Kafala-System, das die Arbeiter an einen einheimischen Sponsor bindet. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf Katar im September vor, trotz Reformversprechen eine "Spielwiese" für "skrupellose" Arbeitgeber von Migranten zu bleiben. So müssten Hunderte ausländische Arbeiter seit Monaten auf ihre Löhne warten, ohne vom Staat Hilfe zu bekommen.

Mit Katar wird zudem erstmals seit 1966 wieder ein Land Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft, das Homosexualität grundsätzlich unter Strafe stellt. Auf die gleichgeschlechtliche Liebe unter Männern wie Frauen steht im Emirat bis zu fünf Jahre Haft. Es gibt bekannte Fälle, in denen auch Nicht-Bürger Katars unter das Strafgesetz gestellt wurden. So erhielt 1996 ein US-Bürger eine sechsmonatige Haftstrafe und 90 Peitschenschläge. Verboten sind auch geschlechtsanpassende Operationen bei trans Menschen.

Mehrere LGBTI-Organisationen rufen deshalb seit der Vergabe im Jahr 2010 zu einem Boykott der WM 2022 in Katar auf (queer.de berichtete). Im gleichen Jahr sorgte der damalige FIFA-Chef Sepp Blatter für Aufregung, als er bei einer Pressekonferenz homosexuellen Fußballfans empfahl, bei einer Teilnahme in Katar auf Sex zu verzichten (queer.de berichtete). Später entschuldigte sich der Schweizer für diese Äußerung (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 LotiAnonym
  • 22.12.2019, 10:53h
  • Heuchlerisch, verlogen bis in die Haarspitzen. Ja, ich stelle sogar das hier abgegebene Photo dieses erzkonservativen Islamisten gleich dem Photo des rechtsextremen Brasilianischen Präsidenten.
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#2 lucdfProfil
#3 retKonAnonym
  • 22.12.2019, 11:15h
  • Tja so wird das leider nix mit dem Entkräften von Stereotypen und negativen (Vor-)?)urteilen gegenüber dem Land. Pech, zu blöd aber auch.
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#4 Julian SAnonym
  • 22.12.2019, 11:25h
  • Es ist genau umgekehrt:
    wenn die ein internationales Großereignis ausrichten wollen, müssen sie eben auch akzeptieren, dass dort internationale Gäste kommen und für deren Sicherheit garantieren.

    Wobei ich da eh nicht hin würde (auch nicht, wenn ich hetero wäre). Denn solche Staaten will ich nicht auch noch unterstützen.
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#5 GerritAnonym
  • 22.12.2019, 12:01h
  • Solche internationalen Großereignisse dürften gar nicht an solche Barbarenstaaten vergeben werden.

    Aber Geld regiert die Welt... Wenn die Kohle stimmt, lässt sich auch der Sport zur Hure solcher Despoten machen.
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#6 marbelaAnonym
  • 22.12.2019, 12:40h
  • Leute welchen anderen was steheln wurde oder wird doch in islamistischen Gegenden angedroht (oder sogar wirklich gemacht) die Hände zu amputieren.

    das müssten sie dann auch bei jenen machen, welche den ausländischen Arbeitern ihren Lohn nicht zahlen. Das ist ja auch irgendwie "Gestohlen".

    Aber wer mehr Geld hat ist halt immer im Recht...
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#7 WadimAnonym
  • 22.12.2019, 12:57h
  • Nur zwei von fünf Kommentatoren,lucdf und Julian, sagten, dass sie solche Ländern boykottieren.
    Leider nur wenige von uns bei Reisen berücksichtigen, ob die Reiseländer homophob sind.
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#8 seb1983
  • 22.12.2019, 12:58h
  • Antwort auf #5 von Gerrit
  • Olympische Spiele 1936 in Hitler Deutschland, 1980 in der Sowjetunion, 1988 in Südkorea (bei Vergabe noch eine lupenreine Diktatur), 2008 in China.

    So kann man bei Fußball WM und Olympischen Winterspielen weiter machen.

    Ist nichts neues Großereignisse an fragwürdige Austragungsorte zu geben, war schon immer so.
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#9 ArbeiterkindAnonym
  • 22.12.2019, 13:20h
  • Antwort auf #7 von Wadim
  • Dass Manche überhaupt erst gar nicht reisen, weil man es sicht nicht leisten kann, wird erst recht nicht überlegt. Immer wieder erstaunlich, für wie selbstverständlich es gehalten wird, dass man verreist, und das auch noch jedes Jahr.
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#10 Alexander_FAnonym
  • 22.12.2019, 14:05h
  • Antwort auf #9 von Arbeiterkind
  • Bin zwar selbst kein Arbeiterkind, als prekärer Kleinstunternehmer aber nicht gerade in Rosen gebettet und kann das nur bestätigen. Für unsereinen stellt sich tatsächlich die Frage erst gar nicht, ob man in Land reisen will, dessen ganze Existenz überhaupt ein Skandal ist.

    Fassen wir zusammen: Qatar ist absolutistisch regierte Monarchie ohne jegliche demokratische Verfassung und Grundrechte, die alle Menschenrechte mit Füßen tritt, erst recht die von unsereinen, fröhlich umhermordet, Terroristen unterstützt, in der Gastarbeiter wie Sklaven gehalten und behandelt werden...
    aber das ist halt "ihre Kultur", wie der Herr Cheforganisator in den Chor aller postmodernen Relativisten, Ethnopluralisten und Gegenaufklärer einstimmt.

    Der deutschen Sprache fehlt leider noch das Vokabular, um Worte für das zu finden, was ich davon halte.
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