Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?35159

Polizeibericht

Weil sie sich küssten: Junge Lesben in Tram verprügelt

In der Nacht zu Samstag kam es in Berlin erneut zu einem homophoben Übergriff: Ein lesbisches Pärchen wurde erst beleidigt und dann geschlagen. Der brutale Angreifer trat einem Opfer mehrfach ins Gesicht.


Straßenbahn in Berlin (Bild: Ingolf / flickr)

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden zwei Frauen im Berliner Stadtteil Alt-Hohenschönhausen beleidigt und körperlich angegriffen. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntag.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand hielten sich die beiden jungen Lesben gegen 3.45 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Hohenschönhausener Straße/Weißenseer Weg auf und küssten sich. Ein Unbekannter, der in Begleitung zweier weiterer Männer war, soll das Paar daraufhin zunächst homophob beleidigt haben.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

In der Straßenbahn zu Boden gestoßen

Die 18- und 19-jährigen Frauen stiegen dann in eine Straßenbahn der Linie M6 in Fahrtrichtung Riesaer Straße ein. Die drei Männer stiegen ebenfalls ein und der, der auch beleidigt haben soll, soll die 19-Jährige dann zunächst zu Boden gestoßen und ihr, als sie am Boden lag, mehrmals ins Gesicht getreten haben. Anschließend soll er dann auch die Jüngere mehrmals ins Gesicht geschlagen haben. An der Haltestelle Konrad-Wolf-Straße/Altenhofer Straße stieg der Unbekannte mit seinen zwei Begleitern aus, und alle entfernten sich in Richtung Landsberger Allee.

Die beiden Frauen wurden bei dem Angriff verletzt und wollten sich selbst in ärztliche Behandlung begeben. Die weiteren Ermittlungen zu den bisher Unbekannten dauern an. Nähere Angaben zu den Angreifern wurden im Polizeibericht nicht gemacht. Nicht erwähnt wurde auch, ob sich andere Fahrgäste während des Angriffs in der Straßenbahn aufhielten.

In Berlin werden anders als in vielen anderen deutschen Städten mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI. (cw)



#1 Svetlana LAnonym
  • 22.12.2019, 13:52h
  • Es ist unfassbar, mit welchem Hass manche Menschen sich in Dinge einmischen müssen, die sie im Grunde überhaupt nichts angehen. Ich hoffe sehr, dass dieser brutale Schläger gefasst wird (Video in der Tram!?). Den beiden jungen Frauen wünsche ich gute Besserung und rufe ihnen solidarisch zu: "Lasst euch nicht unterkriegen! Niemand hat das Recht euch vorschreiben zu wollen, wen und wie ihr lieben dürft!"
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FIETEProfil
  • 22.12.2019, 13:56hEschenburg
  • Warum hat der Fahrzeugführer keinen Ruf an die Leitstelle abgesetzt ! Die Polizei hätte dann bereits vor Ort sein können, und eventuell die Angreifer in Empfang nehmen können.Oder sollte der Wagenführer ebenfalls Homophob gestrickt sein ?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LotiAnonym
  • 22.12.2019, 14:07h
  • Antwort auf #1 von Svetlana L
  • Auch ich bin fassungslos über solch eine Feige und widerwärtige Tat. Das sich die beiden Frauen selbst in ärztliche Behandlung begeben wollen, ist zwar deren freie Entscheidung, dennoch wäre es für mein Dafürhalten besser gewesen alles im Krankenhaus dokumentieren zu lassen. Die Video Überwachung in der Tram müßte diesen Vorfall aufgezeichnet haben. Beiden Opfern wünsche ich baldige Genesung und möge man die Täter recht schnell fassen und zur Anklage bringen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LotiAnonym
  • 22.12.2019, 14:19h
  • Antwort auf #2 von FIETE
  • Hätte, ja hätte. Nichts ist über den weiteren Verlauf des Vorfalls hier dem Artikel zu entnehmen. Sicher ist jedoch, die Polizei wird unter Garantie auch die oder den Fahrzeugführer*in befragt haben. Die Videoauswertung wird mit großer Wahrscheinlichkeit durchgeführt werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Ana NAnonym
  • 22.12.2019, 14:36h
  • Das ist furchtbar.
    Zwei Menschen küssen sich, doch wenn's 2 Frauen oder 2 Männer sind, dann kann man sie plötzlich verprügeln?
    Sowas löst bei mir Angst aus, doch müssen wir uns gegen "Selbstzensur" wehren sonst gewinnt die Angst und diese üblen Zeitgenoss*innen.
    Wir sollten uns nicht unterkriegen lassen und wir haben das gleiche Recht unsere Zuneigung zu zeigen. Ich bin bei euch und hoffe, dass die Kerle gefasst werden.
    Wir lassen uns nicht zur Unsichtbarkeit verdammen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Ralph
  • 22.12.2019, 16:05h
  • Wären die Opfer Juden, bekämen wir einen Bericht darüber heute in den Hauptnachrichtensendungen und die Bundeskanzlerin spräche ihre Betroffenheit aus. Wenn von gesellschaftlicher Akzeptanz die Rede ist, dann muss es immer auch um die Sichtbarkeit homofeindlicher Gewalt gehen. Es rollt nicht nur eine beklagenswerte Welle des Antisemitismus durchs Land,sondern auch eine nicht minder beklagenswerte Welle des Heterosexismus. Das sind zwei Seiten der selben Medaille.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FinnAnonym
  • 22.12.2019, 17:53h
  • Die Gesellschaft verroht immer mehr und wird immer brutaler und gewaltbereiter.

    Egal ob die Opfer LGBTI oder wer auch immer sind. Die Politik muss endlich aktiv werden - das ist deren Job.

    Aber bei unserer Bundesregierung habe ich das Gefühl, dass die schon so sehr in andere Sphären abgehoben sind, dass sie die wahren Probleme der Bürger nicht mal mehr wahrnehmen - geschweige denn, etwas dagegen unternehmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 daVinci6667
  • 22.12.2019, 18:08h
  • Bei solchen Berichten beginnt die Wut in mir überzukochen.

    Es scheint nicht mehr anders zu gehen als überall bis in den hintersten Winkel Überwachungskameras zu installieren. Eine andere Möglichkeit ist ein am Körper getragener Nothilfeknopf mit SIM Karte wie in Betragte manchmal tragen. Am Besten auch mit einer versteckten kleinen Kamera.

    Und dann braucht es für Körperverletzung eindeutig schärfere Strafen. Wer solche Taten unter Alkohol- oder Drigeneinfluss begeht soll dafür nicht minder sondern gleich nochmal härter bestraft werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Traurige WahrheitAnonym
  • 22.12.2019, 19:19h
  • Antwort auf #7 von Finn
  • """""""""""""""""""""""
    Die Politik muss endlich aktiv werden - das ist deren Job.

    Aber bei unserer Bundesregierung habe ich das Gefühl, dass die schon so sehr in andere Sphären abgehoben sind, dass sie die wahren Probleme der Bürger nicht mal mehr wahrnehmen - geschweige denn, etwas dagegen unternehmen.
    """"""""""""""""""""""""

    Es WÄRE eigentlich auch Job der Politik, etwas gegen den Klimawandel, gegen Wohnungsnot und Mietenexplosion, gegen zunehmende Armut, gegen Steuervermeidung multinationaler Konzerne, etc. etc. etc zu unternehmen.

    Aber Union und SPD verschwenden lieber fast 600 Millionen Euro an Steuergeldern für die feuchten Maut-Träume der CSU, etc. Die machen alles mögliche, nur nicht das, was wirklich wichtig wäre.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 daVinci6667
  • 22.12.2019, 20:20h
  • Antwort auf #7 von Finn
  • Richtig. Die Unzufriedenheit wächst.
    Und das nicht nur in Deutschland.

    Die Ränder werden fast überall immer stärker. Die Polarisierung wächst weil die Politik vollends versagt und halt wohl leider nicht mehr viel in der Hand hat.

    Es regieren eigentlich multinationale Großkonzerne und das Großkapital.

    Wenn das so weitergeht drohen weitere rechtsextreme Regierungen wie Trump oder Bolsonaro.

    Man kann nicht nur den Wählern die Schuld geben. Die Hauptschuld tragen die Vorgangerregierungen die allesamt komplett versagt haben und die Sorgen und Anliegen Ihrer Bevölkerungen nicht ernst nahmen. Genau wie aktuell CDU/CSU und SPD in Deutschland. Sie tragen die Hauptschuld für das starke Abschneiden der AfD.
  • Antworten » | Direktlink »