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Katholische Kirche

Kardinal Marx will Homosexuelle segnen und mit ihnen beten

Zu Weihnachten geht der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz auf lesbische und schwule Paare zu. Sie könnten in der katholischen Kirche einen Segen "im Sinne einer seelsorglichen Begleitung" erhalten.


Reinhard Kardinal Marx ist seit 2007 Erzbischof von München und Freising und seit 2014 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (Bild: Degreezero / wikipedia)

Lesbische und schwule Paare können von Reinhard Kardinal Marx einen Segen "im Sinne einer seelsorglichen Begleitung" erhalten. Dies versprach der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in einem Interview mit der neuen Ausgabe des Magazins "stern" (Paywall-Artikel). Auf die Frage des Journalisten, was er bei der Bitte eines homosexuellen Paares um seinen bischöflichen Segen tun würde, ergänzte er: "Wir können miteinander beten."

Gleichzeitig stellte Marx klar, dass eine gleichgeschlechtliche Eheschließung in der katholischen Kirche unmöglich sei. "Eine homosexuelle Beziehung ist keine Ehe im kirchlichen Sinn", so der Erzbischof von München und Freising. "Das Sakrament der Ehe ist auf die treue Beziehung zwischen Mann und Frau ausgerichtet, die offen ist für Kinder."

Marx: Auf Sakramente "hat ja niemand einen Anspruch"

Dies sei keine Diskriminierung, behauptete der Kardinal – und fragte zurück: "Was heißt, ich verweigere ihnen die Sa­kramente? Da können Sie ja auch sagen: Ich verweigere allen Priestern das Sakrament der Ehe. Darauf hat ja niemand einen Anspruch", so Marx. "Wir sind ja nicht in einem Laden, wo man einen Geldschein über die Theke reicht und sagt: Jetzt komm mal her und gib mir die Sakramente."

Zugleich betonte der Kardinal, dass Lesben und Schwule in der katholischen Kirche willkommen seien. Wenn Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen über Jahre in Treue lebten und füreinander da seien, dann dürfe die Kirche um dieses Leben keine "Klammer mit einem Minuszeichen" machen und sagen, dass das alles nichts wert gewesen sei. "Dafür bekomme ich von manchen Seiten Kritik", sagte Marx. "Die einen sagen: Der geht zu weit. Die anderen: Der geht nicht weit genug."

Vorsichtiger Dialog in der katholischen Kirche

In der katholischen Kirche in Deutschland gibt es bereits seit mehreren Monaten einen vorsichtigen Dialog zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, in der auch hochrangige Würdenträger fordern, auf Schwule und Lesben zuzugehen. Im August forderte etwa der frühere Weihbischof Dieter Geerlings, dass die Kirche auch gleichgeschlechtliche Paare segnen solle (queer.de berichtete). Der 72-Jährige begründete das unter anderem mit den Worten, dass es bei diesem Ritus keine "Beurteilung der Lebensführung" gebe. "Wenn auf dem Domplatz Autos gesegnet werden, frage ich auch nicht danach, wie viele Punkte der Fahrer in Flensburg hat." LGBTI-Aktivisten hatten auch immer wieder beklagt, dass die Kirche gerne Tiere wie Hunde oder Kühe segne, aber die Segnung homosexueller Paare ablehne.

Bereits Anfang des Jahres erklärte auch Franz-Josef Bode, der katholische Bischof von Osnabrück, dass die Kirche auf die staatliche Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben reagieren müsse (queer.de berichtete). Zuletzt hatte sich Ende November der Zentralrat der deutschen Katholiken (ZdK) in einer verabschiedeten Erklärung für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen (queer.de berichtete).

Kardinal Marx hatte eine Segnung in der Vergangenenheit noch strikt abgelehnt. Im Februar 2018 stellte er nach einem missverständlichen Interview klar, dass er sich lediglich im Einzelfall vorstellen könne, "dass es auch einen geistlichen Zuspruch geben kann, von der Segnung homosexueller Paare, gar öffentlich, habe ich gar nicht gesprochen" (queer.de berichtete). (cw)



#1 inweiterferneAnonym
  • 24.12.2019, 10:18h
  • na das ist doch was,was ein Geschenk zum Tag der Niederkunft der 14 jaehrigen Leihmutter Mary,
    nun haben wir die Gleichbehandlung erreicht,neben Gartenzwergen Autos und Panzern ...wie schön..

    Nix wie hin in den Tempel der Kindergrapscher....

    ich bekomm schon wieder Brechreiz
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#2 PfoteAnonym
  • 24.12.2019, 10:28h
  • Interessanterweise hat die katholische Kirche kein Problem damit, die staatliche Ehe anzuerkennen, wenn es um das Erheben von Kirchensteuer geht.
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#3 QueerblickAnonym
  • 24.12.2019, 10:35h
  • Lieber Kardinal Marx! Weil mir als schwuler Katholik der Glaube wichtig ist; weil ich nun in einer über 27 jährigen Partnerschaft lebe; ich an den Segen Gottes - der für alle ( liebende ) Menschen Gültigkeit hat - glaube.... fordere ich als Konsequenz ihrer ausgesprochenen Worte, dass mittels Symbolen , Ritualen , öffentlich in einem Gotteshaus, der Priester den Segen spendet für das Paar. Segen als Verständnis, Hoffnung der Zusage Gottes für den gemeinsamen Lebensweg. Das was am meisten schmerzt ist dieses Nicht- wahrgenommen-Werden vom Priester in der eigenen Pfarrgemeinde. Auch die nicht erhaltene Wert-schätzung für das Gelebte von der Kirche. Natürlich könnte ich mich auch " vertschüssen". Ich habe mich entschieden, trotz allem, nicht auszutreten. Ein, mein gelebtes, schwules, sichtbares Leben in und mit der kath. Kirche.
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#4 DramaQueen24Profil
  • 24.12.2019, 11:03hBerlin
  • Für einige Katholiken die zur Gemeinschaft gehören, mag das besser als nichts sein, aber warum sollen wir uns damit zufriedengeben? Die hetzen gegen uns, rufen in einigen Ländern (z-B. Polen) zu Gewalt gegen uns auf; und wir sollen jeden Almosen annehmen, die sie uns vor die Füße knallen?
    Entweder, die RKK gibt uns dieselben Rechte wie allen anderen, oder sie soll dort hingehen, wo der Pfeffer wächst!
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#5 tchantchesProfil
  • 24.12.2019, 11:07hSonstwo
  • Allerliebst. Ich bepiss mich fast vor Freude. Der soll sich seinen Segen in den kardinalen Allerwertesten schieben.
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#6 Ralph
  • 24.12.2019, 11:08h
  • Antwort auf #2 von Pfote
  • Das ist ein interessanter Punkt. Da tritt die Heuchelei dieser Organistaion in nackter Geldgier hervor. Das kann aber nur funktionieren, wenn Schwule und Lesben ungeachtet aller Beleidigungen und Benachteiligungen und Unwerturteile immer noch in der Kirche bleiben. Kann ich nur sagen: Wer sich's gefallen lässt, braucht sich auch nicht zu beklagen. - Was die Ansicht des Kardinals angeht, auf Sakramente gebe es keinen Anspruch, erscheint das theologisch fragwürdig, da doch immer behauptet wird, alle Menschen seien Gottes Kinder und werden von ihm in gleicher Weise geliebt. Im Übrigen ist ja auch schon seine Wortwahl entlarvend. "Seelsorgerische Begleitung" impliziert Betreuung in einer Notlage und Anleitung zu angeblich gottgewolltem Verhalten. Damit werden gleichgeschlechtliche Paare (wie auch schon heterosexuelle wiederverheiratete Geschiedene) von vornherein weiter als unnormaler Sonderfall wahrgenommen und als der geistlichen Unterweisung zur Lebensführung bedürftig betrachtet. Was nun das gemeinsame Gebet angeht: Mag ja sein, dass die Fürbitte von schwulen und lesbischen Paaren im Gebet, Gott möge das verstockte Herz des Kardinals und der Kirche erweichen, theologisch bedeutungsvoll sein kann, nur hat Eminenz es so ja nicht gemeint. ich vermute, letztlich zielt der Kardinal auf ein Modell, das so aussieht: Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften bei deren dauerhaftem Verzicht auf Sex, denn gegenseitige Liebe und Einstehen füreinander ist moralisch gut, aber Sex ist böseböseböse. Aus kirchlicher Sicht wäre das tatsächlich ein großer Fortschritt - aber für Schwule und Lesben eine andauernde Beleidigung und Ausgrenzung. Man glaubt in der Kirche noch immer, mit Teilschrittchen und vorgetäuschter Annäherung was ausrichten zu können. Das ist aber nicht so. Wie schon Jesus sagte: ja ja oder nein nein - alles andere ist von Übel.,
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#7 AndreasKAProfil
  • 24.12.2019, 11:09hKarlsruhe
  • ... klar sind Schwule und Lesben in der Kirche willkommen.
    Über die möglicherweise hier und da gläubig-aufrichtig gemeinte Idee, dass Gott wohl denn doch alle Elemente seiner Schöpfung lieb hat, hinaus, sind doch die Kirchensteuern den Kirchenvereinen höchst willkommen.
    ... da kann man sich auch mal gelegentlich einen Segen aus dem Kreuze leiern ...
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#8 stephan
  • 24.12.2019, 11:13h
  • Ich hoffe, die Intelligenz von Marx ist groß genug, um zu wissen, dass er damit niemand beeindrucken und der Kirche wieder nahebringen kann. Anderenfalls steht dem Mann eine arge Enttäuschung bevor! ... Aus Marxens Paderborner Zeit als Theologieprofessor und später Weihbischof glaube ich zu wissen, dass er so dumm nicht ist. Er will nur seine Kirche ein bisschen entstaubter erscheinen lassen ...Es ist also ein reiner PR-Gag, bei dem es nicht um die Menschen geht, sondern um das Erscheinungsbild seiner zurückgebliebenen Religionsgemeinschaft!
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#9 daVinci6667
  • 24.12.2019, 11:45h
  • Ich werde beim Begriff seelsorgliche Begleitung nur noch wütend.

    Vor allen Dingen ist es immer noch die kath. Kirche und anderes religiöses Gesocks jeglicher Couleur die gegen uns in Kirchen und Moscheen hetzten.

    Erst mobben sie gegen uns, verweigern uns unsere selbstverständlichsten Rechte, wie den zu heiraten den man aufrichtig liebt, und dann bieten sie gleichzeitig ihre seelsorgliche Begleitung und ihr Mitgefühl (für unser von der Kirche verursachtes Leid!) an und möchten mit uns beten?

    Man muss schon schwer religiös- hirngeschädig und total indoktriniert sein um auf ein solches Angebot reinzufallen.

    Selbstverständlich wollen Religionen nur unser Allerbestes. Nämlich unsere Knete!

    Ganz egal ob jemand an einen Gott glaubt oder nicht, wer noch sowas wie schwule Selbstachtung und Selbstliebe in sich hat verlässt diesen heuchlerischen Verein subito.
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#10 antosProfil
  • 24.12.2019, 12:00hBonn
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • >ich vermute, letztlich zielt der Kardinal auf ein Modell, das so aussieht: Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften bei deren dauerhaftem Verzicht auf Sex, denn gegenseitige Liebe und Einstehen füreinander ist moralisch gut, aber Sex ist böseböseböse. Aus kirchlicher Sicht wäre das tatsächlich ein großer Fortschritt - aber für Schwule und Lesben eine andauernde Beleidigung und Ausgrenzung.<

    Das trifft es, glaube ich, auf den Punkt.
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