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"Käfig voller Narren"

Erfolgs-Komponist Jerry Herman gestorben

Der Schöpfer von weltweiten Musical-Erfolgen wie "Hello, Dolly!", "Mame" und "Ein Käfig voller Narren" wurde 88 Jahre alt.


Herman 2010 bei der Verleihung des Kennedy-Preises (Bild: Screenshot CBS)

Der US-Musical-Komponist Jerry Herman, der Welterfolge wie "Ein Käfig voller Narren" und "Hello, Dolly!" erschuf, ist tot. Herman starb bereits am Donnerstag im Alter von 88 Jahren in Miami im US-Bundesstaat Florida, wie seine Patentochter der "New York Times" bestätigte. "Wir haben einen der ganz Großen verloren", erklärte der Schauspieler Harvey Fierstein, der die englischsprachige Buchvorlage für "Ein Käfig voller Narren" geschrieben hatte.

Der in Manhattan in einer jüdischen Familie geborene Herman schrieb im Laufe seiner Karriere rund ein Dutzend Broadway-Musicals. Manche bezeichneten seine Musik als schmalzig – erfolgreich war sie allemal. "Ein Käfig voller Narren", "Hello, Dolly!" und das Musical "Mame" wurden am Broadway jeweils mehr als 1500 Mal aufgeführt.

Direktlink | Ein Medley aus Hermans Musicals bei der Verleihung des Kennedy-Preises des John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington an ihn im Jahr 2010. Die Preisträger tragen eine Regenbogenschleife

"Hello, Dolly!" räumte zehn Tonys ab, die wichtigste Auszeichnung der Branche in den USA. Eine von Louis Armstrong gesungene Version des Titelsongs stieß 1964 den Beatles-Hit "Can't Buy Me Love" von der Spitze der Charts.

"I am what I am"

Herman setzte auf fröhliche Geschichten mit positiven Botschaften. Er wolle immer eine "einfache Melodie zum Mitsummen" komponieren, beschrieb er einmal sein Erfolgsrezept. Mit dem 1983 uraufgeführten "Ein Käfig voller Narren" schuf Herman auf Grundlage des französischen Theaterstücks von Jean Poiret das erste Musical, das ein homosexuelles Paar in den Mittelpunkt stellte. Der Song "I am what I am" aus dem Musical schaffte es in der Disco-Version von Gloria Gaynor im gleichen Jahr zu einem weltweiten Hit.

In seiner Autobiographie schrieb Herman 1996 über sein Leben mit dem HI-Virus, auf das er 1985 positiv getestet wurde. Anders als sein damaliger Partner konnte er die Zeit bis zum Beginn experimenteller Kombinationstherapien Mitte der Neunziger überleben.

Direktlink | 2008 zeigte der US-Sender PBS diese Dokumentation über Hermans Lebens

Herman starb nun laut "New York Times" in einem Krankenhaus in Miami. Angaben zur Todesursache wurden nicht gemacht. Er hinterlässt seinen langjährigen Lebensgefährten Terry Marler und zwei Patentöchter samt einer Enkelin. 2009 war Herman für sein Lebenswerk mit einem zusätzlichen Tony Award geehrt worden. (afp/cw)



#1 Ralph
  • 28.12.2019, 11:12h
  • Leider ist ausgerechnet die Homo-Hymne "I am what I am" schon früh der Heterosexualisierung zum Opfer gefallen, indem sie regelmäßig nicht wie im Original von einem Mann, sondern von einer Frau gesungen wird. Auch das ist eine Form homofeindlicher Zensur.
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#2 TheDadProfil
  • 29.12.2019, 00:38hHannover
  • ""auf das er 1985 positiv getestet wurde.""..

    88 Jahre..
    Und das trotz einer HIV-Infektion die mehr als 34 Jahre zurückliegt..

    Wenn das kein Zeichen dafür ist sich testen zu lassen, und jede Therapie so früh wie nur möglich durchzuführen, dann weiß ich auch nicht..
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