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Interview

Warum die Morgenlatte ein gutes Zeichen ist

Schlafforscher Albrecht Vorster über sein Buch "Warum wir schlafen", nächtliche Erektionen, feuchte Träume, Pyjama versus Nacktschlafen und die Frage, ob Heterosexuelle anders träumen als Homosexuelle.


Im Schlaf kommt es auf natürliche Weise zu Erektionen (Bild: NuCastiel / flickr)

Er will mit Schnecken dem Schlaf auf die Spur kommen. Derzeit promoviert Albrecht Vorster, 34, am Institut für medizinische Psychologie der Uni Tübingen über Gedächtnisbildung im Schlaf der Meeresschnecke Aplysia. Den Elfenbeinturm der Forschung hat er zeitweilig verlassen und präsentiert nun mit seinem gut 400 Seiten starken Buch "Warum wir schlafen" ein umfangreiches Kompendium zum Thema Schlaf. Kein üblicher Ratgeber zum Einschlafen, wissenschaftlich und unterhaltsam gleichermaßen. Es geht es um die biologischen Grundlagen, um Träume, um Schlafwandler. Aber auch im die Morgenlatte und Sexsomnie. Eine Reise in den unbekannten Teil des Lebens, womit der Forscher bei etlichen Science-Slams sein Publikum bereits begeisterte. Wir haben mit Vorster über sein Buch gesprochen.


Albrecht Vorster (Bild: Random House / Kay Blaschke)

Herr Vorster, Sie schreiben im Buch von einem Traumerlebnis, wo Sie Ihren Partner beim Schlaf heftig gestört haben. Ist solche Offenheit mittlerweile selbstverständlich im Wissenschaftsbetrieb?

Bei uns im Institut ja – und auch in meiner Generation. Ich wünsche mir, dass noch häufiger in einem Kontext, in dem die geschlechtliche Orientierung nicht im Vordergrund steht, gleichgeschlechtliche Lebensformen en passant erwähnt werden. Gerade, weil es einfach normal ist. Genauso wie Linkshändigkeit auch nicht der Rede wert ist.

Im Buch widmen Sie sich auch kurz der Morgenlatte – was hat es damit auf sich?

Während des REM-Schlafes – dem Schlafstadium mit den meisten Träumen – kommt es auf natürliche Weise zu Erektionen. Sie dienen dazu die Sauerstoffversorgung des Penisgewebe optimal zu stärken. Ein nächtliches Jogging für das beste Stück sozusagen. Passend dazu steigen während der Zeit Puls und Atmung an. Es handelt sich aber mitnichten um ein rein männliches Phänomen, die geschwollene Klitoris der Frauen ist nur ungleich besser zu verstecken. Die Messung der Zahl der Erektionen während der Nacht mittels einer speziellen Ringelektrode ist ein hilfreicher Test bei der Ursachenerkundung einer Impotenz: Treten Erektionen nachts weiterhin auf, handelt es sich nicht um ein rein körperliches Problem.

Wie steht es um nächtliche Erektionen? Deren Ursache sind eher banal als durch die berühmten feuchten Träume provoziert?

Mit erotischen Träumen oder gar verdrängten Sehnsüchten haben die Erektionen während des REM-Schlafes nichts zu tun. Da wir in den Morgenstunden wesentlich mehr Zeit im REM-Schlaf verbringen als zu Beginn der Nacht, ist die Morgenlatte nur ein Zeugnis von dem Schlafstadium, das noch wenige Minuten zuvor Besitz von unserem Körper ergriffen hatte. Sie sagen uns vielmehr: Mit dir ist alles voll in Ordnung!

Träumen Frauen anders als Männer? Und träumen heterosexuelle anders als homosexuelle Menschen?

Da Träume immer das widerspiegeln, was jeder von uns individuell tagtäglich erlebt und ihn bewegt, sind sie von Person zu Person je nach Vorlieben und Neigungen unterschiedlich. Das nach Geschlechtlichkeit und sexueller Vorliebe aufzutrennen, wäre platt, denn Neigungen und Vorlieben überlappen sich. Bekannt ist, dass Frauen und Männer anders darauf reagieren, ob ein Partner neben ihnen liegt oder nicht, ganz gleich, welchem Geschlecht dieser angehört. Männer schlafen mit Partner tiefer und erholsamer. Frauen geben zwar an, auch gerne neben ihrem Partner zu schlafen, schlafen aber nach objektiven Kriterien schlechter. Möglicherweise aufgrund eines Urzeitinstinks, der noch in unseren Genen schlummert und sagt: Auch nachts hat sich die Frau um die Familie zu kümmern. So tendieren Frauen neben Partnern dazu, auch nachts Wache zu schieben und weniger tief zu schlafen und häufiger aufzuwachen.

Laut einer US-Studie im Auftrag eines Baumwollproduzenten sollen Paare, die nackt schlafen, glücklicher sein als jene, die Nachthemd oder Pyjama tragen. Können Sie das bestätigen?

Die Kleidung spielt keine Rolle für den Schlaf. Wenn man glücklich ist, nackt zu schlafen, kann man das tun. Bis vor 200 Jahren war das gang und gäbe bei den Menschen. Nachtwäsche hat den hygienischen Vorteil, dass sie die Feuchtigkeit aufnimmt. Wir schwitzen jede Nacht rund 1,5 Liter Flüssigkeit aus, und das Waschen eines Pyjamas ist praktischer als das häufige Wechseln von Bettlaken.


Das Buch "Warum wir schlafen" ist im Heyne-Verlag erschienen

Wird man mit diesem Beruf zum Small-Talk-König auf jeder Party?

Schlaf ist ein ganz unverfängliches Thema und damit geradezu ideal für Small-Talk. Jeder kann etwas beitragen, alle sind davon täglich persönlich betroffen. Wenn Menschen über ihre Träume sprechen, sind das meist recht interessante Geschichten. Auch im Alltag ist das ständig Thema: "Hast du gut geschlafen?" ist bei vielen die erste Frage des Tages.

Oft lautet die Antwort "Schlecht geschlafen". Ist das bereits bedenklich?

Es besteht ein großer Unterschied zwischen bisweilen schlecht zu schlafen und einer veritablen Schlafstörung. Gelegentlich schlecht zu schlafen, auch über zwei Wochen, ist vollkommen normal und nicht behandlungsbedürftig. Behandlungsbedürftig sind Schlafstörungen erst, wenn Menschen länger als einen Monat häufiger als dreimal in der Woche Schlafprobleme haben. Diese Menschen fühlen sich gerädert, das ist extrem zermürbend. Nicht umsonst zählt Schlafentzug zu den gängigsten Foltermethoden.

Was genau passiert dabei?

Wer nicht genügend Schlaf bekommt, wird unglaublich dünnhäutig und emotional unausgeglichen. Der ganze Körperstoffwechsel gerät aus dem Gleichgewicht. Nach einigen Tagen dreht der Körper richtig am Rad.

Albert Einstein soll 14 Stunden pro Tag geschlafen haben. Napoleon brauchte angeblich vier Stunden Schlaf. Was raten Sie?

Wie viel Schlaf der Mensch braucht, ist eine ganz müßige Frage. Es gibt welche, die sehr viel Schlaf benötigen, andere kommen mit wenig aus. 90 Prozent der Menschen brauchen zwischen sechs und neun Stunden Schlaf. Eine generelle Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten, weil das so individuell ausfällt wie bei einem T-Shirt. Den meisten passt die Größe M oder L, einige wenige brauchen S oder XXL.

Schlafstörungen gelten als Volkskrankheit. Warum ist das so? War früher alles besser?

Schlaf gehört zu den wenigen Dingen, die wir nicht willentlich steuern können. Schlafen kann man nicht wollen, im Gegenteil: Er überkommt uns. Wenn wir den ganzen Tag ständig alles kontrollieren, haben wir nachts das Problem, loszulassen und zu entspannen. Generell ist es allerdings nicht so, dass sich unser Schlafverhalten in den letzten hundert Jahren so dramatisch verändert hat, wie es häufig dargestellt wird. Bei einer Studie über drei Naturvölker wurde festgestellt, dass alle weniger und zudem nach objektiven Kriterien sogar schlechter schliefen als der durchschnittliche Deutsche. Dennoch existierte in deren Sprachen gar kein Ausdruck für Schlafstörung, nächtliches Aufwachen gilt als ganz normal und das ist es auch! Unser Schlafstruktur ist sogar darauf angelegt, dass wir mehrmals nachts aufwachen. Wir machen uns nur zu viele Gedanken darüber!

Gleichwohl hat der Mangel an Schlaf gesundheitliche Folgen.

Problematisch wird es, wenn der Schlaf über längere Zeit massiv verkürzt wird. Wer acht Stunden Schlaf benötigt, aber nur fünf Stunden schläft, bekommt die Folgen zu spüren. Schichtarbeit ist nachweislich extrem gesundheitsschädlich. Übergewicht, Diabetes Typ 2 oder Alzheimer können die Folge sein. 40 Jahre Schichtarbeit kosten sechs bis acht Lebensjahre.

Was sind die gängigsten Mythen über den Schlaf? Vor Mitternacht ist es am besten?

Es ist richtig, dass in den ersten drei Stunden der wichtigste Schlaf stattfindet. Da haben wir den meisten Tiefschlaf, der für die Erholungsfunktion des Körpers zum Beispiel durch die Ausschüttung von Wachstumshormone, aber auch für das Immunsystems entscheidend ist. Ob diese ersten drei Stunden vor oder nach Mitternacht stattfinden, ist allerdings völlig gleichgültig.

Mit vollem Bauch träumt man schlecht?

Für den Körper ist es sicher nicht optimal, vor dem Schlafen sich den Bauch vollzuschlagen. Allerdings kenne ich keine Studien, die belegen, dass man mit vollem Bauch weniger Tiefschlaf hätte. Wenn jemand gut schläft, dann kann er meiner Meinung nach machen, was er möchte. Erst wenn Schlafprobleme auftauchen, sollte man anfangen, Schlafhygiene zu betreiben.

Im Buch erzählen Sie, dass Erfindungen wie Benzol den Entdeckern im Schlaf gekommen sind. Sollte man vor dem Einschlafen öfter an ein Perpetuum Mobile oder die eierlegende Wollmilchsau denken?

Das Beispiel der Erfindungen dient dazu, generell darzustellen, welche Rolle der Schlaf für die Generierung von Wissen und Denken spielt. Der Schlaf ist dazu prädestiniert, Querverbindungen zu ziehen zwischen dem Gelernten, um das Neugelernte des Tages in das bestehende Wissen zu integrieren. Erfindungen entstehen aus bekannten Wissen und freigeistiger Verknüpfung. Wer sich viel mit einem Thema beschäftigt, wird das auch im Schlaf unweigerlich tun. Ob ich dadurch plötzlich die großartige Idee bekomme, ist offen. Nicht alle besten Einfälle entstehen im Schlaf. Ich kann jedoch jedem empfehlen, wenn er klüger werden will, ausreichend auf seinen Schlaf zu achten. Schlafen wir zu wenig, werden wir dumm und unkonzentriert.

Kann man seine eigene Traumfabrik produzieren?

Es gibt Techniken, das Auftreten von luziden Träumen wahrscheinlicher zu machen. Also von Träumen, in denen man sich zum einen bewusst ist, dass man träumt. Und zum anderen, die Träumen nach eigenen Wünschen gestalten kann. Wer gut trainiert, schafft es auf drei bis sieben solcher Träume im Monat. Dazu gebe ich im Buch einige Tipps, wer Spaß hat, kann das ausprobieren. Die Erfahrung mit meinen Studenten zeigt allerdings, dass es vielen zu aufwändig ist. Das kann eine schöne Spielwiese sein, ob sie einen praktischen Nutzen hat, würde ich bezweifeln.

Wie lassen sich Albträume besiegen?

Albträume sind für die Betroffenen sehr belastend, das spiegelt sich in einer deutlich höheren Selbstmordrate. Eine sehr gute Behandlungsmethode bietet die "image rehersal therapy". Dabei schreibt man zunächst den Traum so detailliert wie möglich auf. Danach überlegt man, was einem in der Horrorsituation helfen könnte. Sollte ich zum Beispiel meinen Verfolger ansprechen und ihm eine Blume schenken? Sollte mir jemand zu Hilfe eilen? Man entwirft also ein Happy-End für diesen Albtraum, schreibt es auf und liest das über zwei Wochen vor dem Einschlafen mehrmals durch. Was wir häufig lesen, brennt sich ein. Bislang hat sich der Albtraum eingebrannt, was sich durchbrechen lässt, indem wir diese Gedanken bewusst in eine neue Richtung lenken.

"Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen. Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen" – hat Kant recht? Ist Schlaf das beste Drittel im Leben?

Mir macht das Leben tagsüber am meisten Spaß. Im Schlaf bekomme ich nicht so viel vom Leben mit. Womit Kant recht hat: Wenn wir gut geschlafen haben, sind wir emotional ausgeglichener und nehmen die Welt positiver wahr. Wer sein Leben verschönern will, sollte auf seinen Schlaf achten – dann fühlt man sich einfach glücklicher und besser.

Was ist Ihr bester Einschlaftipp – vielleicht gerade die Lektüre Ihres Buches?

Ich hoffe, das Buch ist nicht so langweilig, dass man nach einer Seite gleich einschläft. (lacht) Das Wichtigste ist, mit einem entspannten Grundzustand ins Bett zu gehen. Wie man diesen Zustand erreicht, ist jedem selbst überlassen. Das kann ein heißes Bad, autogenes Training oder ein gutes Buch sein. Ich empfehle Handy und Laptop eine Stunde vor dem Einschlafen auszuschalten und damit Arbeit und emotionale Facebook-Unterhaltungen aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Schlafen ist aktives Loslassen. Je entspannter wir sind, desto besser, tiefer und glücklicher schlafen wir ein.

Schlafforscher klingt wie ein Traumjob im mehrfachen Sinn. Was träumt man da selbst so?

Ein Schlafforscher träumt nicht anders als jeder andere Mensch auch. Die allermeisten Träume sind sehr banal, wahrscheinlich deswegen erinnert man sich nur an die wenigsten.

Infos zum Buch

Albrecht Vorster. Warum wir schlafen. Sachbuch. Mit Illustrationen von Nadine Roßa, 416 Seiten, Heyne-Verlag. München 2019. Taschenbuch: 18 € (ISBN:978-3-453-20609-0). E-Book: 13,99 €. Audio-CD: 12,99 €


#1 AlexAnonym
#2 WadimAnonym
  • 01.01.2020, 17:57h
  • Nicht so oft wie der dreißigjähriger Alex, aber auch mit Ende 60 wache ich oft Morgen mit einer Morgenlatte auf, besonders, wenn ich am vorigen Tag Sex mit meinem Liebsten, d.h. mit mir selber, oder mit einem Partner hatte.
    Allen wünsche ich für 2020 öfters Morgenlatten und Sex dazwischen.
    .
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#3 AltoAnonym
  • 01.01.2020, 18:58h
  • Ich habe morgens auch immer eine Morgenlatte und muss dann erst mal wichsen. Scheint wohl was typisch schwules zu sein.
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#4 David JacobAnonym
  • 01.01.2020, 19:59h
  • Ich wichse mir auch jeden Morgen meine Morgenlatte ab. Ich wichse aber sowieso bis zu 10 Mal am Tag :)
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#5 WahrheitIstRelativAnonym
  • 01.01.2020, 20:50h
  • Luzides Träumen :

    Im Internet gibt es da einen richtigen Boom. Ich dachte erst, dass glaub ich nicht : Da machen Leute Werbung und versuchen mit dieser Sache Geld zu machen und versprechen das Blaue vom Himmel, von wegen man könne sich im Traum dann alle Wünsche erfüllen, und was das für Auswirkungen auf das wirkliche Leben hat...
    Statistisch soll das Luzide Träumen mehr Frauen liegen, aber es sind vor allem junge Männer, die das interessiert und auch ebensolche die damit Geld machen wollen.

    Wer das von Natur aus und ungewollt kann, ist ein eher sensibler, tiefsinniger und vor allem reflektierte Typ und es geht dann bei solchen Leuten um bedeutungsvolle Träume!
    Wenn ich nun aber mit Hilfe von Training mir luzides Träumen beibringe, um was für Träume geht es dann? Ich wiederhole jeden Abend vor dem Schlafen Dinge, damit sich mir das "einbrennt" und dann auch im Traum vorkommt und ich dann realisieren kann, daß ich träume. Aber was hat der Traum dann für eine Bedeutung? Es ist ein völlig oberflächlicher Traum, der nur auf dem " luzid träumen wollen" aufbaut. Dafür ist Träumen aber nicht da! Außerdem ist es nicht so, wenn man weiß, daß man träumt, das man dann wirklich immer machen kann, was man will. Das hängt zB davon ab, wie gut man seine Ängste im Griff hat. Ansonsten kann es sogar noch gruseliger werden...

    Mit 5 Jahren träumte ich einmal, ich säße auf der Toilette und realisierte dann, dass das ein Traum war und bekam Angst. Ich hatte zu der Zeit Angst vor einem Puppen - Monster aus einer Kindersendung und davon auch schon geträumt. Ich dachte nun, hoffentlich taucht jetzt nicht das Monster auf. In dem Moment passierte genau das, was ich fürchtete und das war dann sehr erhellend. Ich wußte, ich bin Herr meines Traumes und hab dann das Monster fertig gemacht und in den Schrank gesperrt, wo es nie wieder raus kam.

    Es gab natürlich viele solcher Träume, ich habe sogar im Traum schon mal mein eigenes Unterbewusstsein gefragt, warum ich eigentlich "so einen Quatsch" träume und ein Kichern antwortete.

    Das es bei soetwas um mehr geht als " Träume erfüllen" möchte ich anhand dieses Beispiels zeigen :

    Nachdem sich mein Cousin das Leben nahm und mein schon vorher sehr alter und kränklicher Onkel drei Wochen später durch die zusätzliche Belastung dieses Erlebnisses starb, saß meine Tante allein in ihrem Zuhause und wurde sehr depressiv. Sie war natürlich auch in Behandlung, meine Mutter übernachtete die Hälfte der Zeit bei ihr. Meine Cousine bot ihr an, sie zu sich zu nehmen und auch wir anderen hätten gerne irgendwie geholfen, aber meine Tante fühlte sich unter anderen Menschen nur noch unwohl und wollte uns nicht sehen, da sie nicht mehr "dieselbe" war...
    Nach einem Jahr nahm sie sich dann auch das Leben.

    Ich träumte dann immer von meiner Tante. Es ging immer um die Zeit, als mein Cousin schon tot, meine Tante aber noch am Leben war. Da stellte ich dann immer im Traum fest : Oh, sie lebt noch - jetzt müssen wir überlegen, was wir tun können...

    Dann war ich im Traum einmal im Haus von Tante und Onkel. Es war schon zur späten Uhrzeit. Ich war mit Tante und Onkel im Wohnzimmer. Sie waren beide beschäftigt und sahen nicht auf, da realisierte ich, dass es ein Traum war. Hätte ich es nicht realisiert, wäre das ein banaler /schöner Traum gewesen, doch nun wurde es zum Alptraum! Ich war mit zwei Leuten, die schon Tot waren in ihrem Wohnzimmer, draußen war es dunkel und irgendwann würden die mich ansehen und in dem Moment auch wissen, was ich weiß... und diese Erkenntnis in ihren Augen würde FURCHTBAR!
    Ich versuchte mehrmals mich zum Aufwachen zu bekommen, aber zwecklos. Ich "durfte" nicht aufwachen und ich wußte auch, warum. Doch in dem Moment indem mir das klar wurde, hatte ich eigentlich schon gesiegt. Es passiert nur was schreckliches, solange ich meiner Angst nicht gewachsen bin, und das war ich nun aber.
    Ich stand auf und ging zu meiner Tante und sprach sie an um sie aufzufordern mich anzusehen. Dann schaute sie, was ich schon wusste, als ich die Entscheidung getroffen hatte, mich sehr flüchtig/belanglos an. Ich sagte zu ihr :" Wir konnten nichts tun!"
    Und als wenn ich vom Wetter geredet hätte, antwortete sie nur " Ja, ja.." und wendete sich wieder ab und dann, als ich diese "Aufgabe" bestanden hatte, erlaubte mein Unterbewusstsein mir, aufzuwachen.
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#6 F*cking liberalAnonym
  • 01.01.2020, 21:28h
  • Antwort auf #5 von WahrheitIstRelativ
  • "Dafür ist Träumen aber nicht da!"

    Nenn mich - pfuiteufel! - einen liberalen Geist, aber ich finde, dass jeder Mensch sogar mit seinen Träumen machen darf, was er will.
    Du darfst davon träumen, dass du besser weißt als andere, wie man richtig träumt und wie man falsch träumt. Andere dürfen dich einfach traumhaft ignorieren.
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#7 daVinci6667
#8 WahrheitIstRelativAnonym
#9 F*cking liberalAnonym
#10 WahrheitIstRelativAnonym
  • 02.01.2020, 00:09h
  • Antwort auf #9 von F*cking liberal
  • Differenzierter betrachtet würde ich das in deinem Fall eher eine Unterstellung nennen. Du unterstellst mir, ich würde Andere auffordern etwas tun oder bleiben zu lassen,nur weil ich mein Urteil dazu abgebe. Sieht so aus, als möchtest du dich heute Abend an jemanden abarbeiten.... und das ist übrigens kein Urteil, sondern eine Interpretation.
    Vielleicht verarbeitest du dies mit Hilfe deines Schlafes ( Träume).... das ist übrigens auch keine Aufforderung - sondern eine Empfehlung!
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