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Amateurpornografie

Uni Bielefeld sucht Leute, die sich beim Sex filmen

Mit dem Forschungsprojekt "Die Praxen der Amateurpornografie" gehen Forscher*innen der Universität Bielefeld der Frage nach, wie und warum Menschen eigene Sex-Tapes produzieren und online stellen.


Nach Vermutungen der Redaktion filmen sich schwule Paare häufiger beim Sex als lesbische und heterosexuelle Pärchen (Bild: Next Door)

Die Universität Bielefeld sucht für eine Studie über Amateurpornografie Menschen, die sich schon einmal beim Sex gefilmt und ihr Video online gestellt haben. Die Studie "Die Praxen der Amateurpornographie" wird unter Leitung von Dr. Sven Lewandoswki von der Fakultät für Soziologie durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 390.000 Euro gefördert.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die wissenschaftliche Untersuchung, wie und warum private Sexvideos entstehen. "Dafür werden volljährige Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts, jeglicher sexueller Orientierung aus allen Region Deutschlands und in allen möglichen Beziehungskonstellationen gesucht", heißt es in einem Aufruf auf der Uni-Homepage. Für die Studie sollen die Sex-Tape-Produzent*innen ausführlich interviewt und ihre Videos vor dem Hintergrund der zunehmenden Kommerzialisierung und Medialisierung des Sexuellen analysiert werden.

Uni garantiert Anonymität und Vertraulichkeit

Die Studie, die noch bis 2022 läuft, verfolgt keinerlei kommerzielle Zwecke und sichert den Teilnehmer*innen Anonymität und volle Vertraulichkeit zu. Ohne Zustimmung aller Beteiligten würden keine Daten genutzt, verspricht Lewandowski.

Von Interesse seien ausschließlich Filme, die nicht primär finanziell motiviert seien, heißt es in der Projektbeschreibung. "Da echte Amateure im Mittelpunkt der Studie stehen, suchen wir keine Personen, die mit ihren Videos Geld verdienen wollen, eine professionelle Pornokarriere anstreben oder sexuelle Dienstleistungen anbieten." Wichtigste Voraussetzung: Die Clips sollten "authentisch sein, also selbstgemacht und sie beim gemeinsamen Sex zeigen".

Der Reiz der Selbstinszenierung

Lewandowski verspricht sich durch die Studie neue Erkenntnisse, "die die Sexualwissenschaft bisher noch nicht gesehen hat". Amateurpornografie biete die Chance, die Alltagssexualität von "Ottonormalverbrauchern und Ottonormalverbraucherinnen" in ihrem privaten Umfeld zu untersuchen, erklärte der Soziologe gegenüber dem "Nordkurier". Bislang sei diese besondere Möglichkeit der Videoanalyse in der Sexualforschung noch nicht systematisch genutzt worden. "Wir betreten damit Neuland."

Bei der Frage, was Menschen antreibt, ihre Sexvideos online zu stellen, vermutet Lewandowski unter anderem Selbstinszenierung und sexuelle Motivationen: "Sie finden es womöglich erregend, dass andere ihnen dabei zusehen. Generell machen Amateurpornografen und -pornografinnen aber nichts anderes als jene, die ihr Leben auf Facebook oder Youtube veröffentlichen. Sie sind also Teil einer Welle, sich selbst darzustellen." (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Hast du dich schon mal beim Sex gefilmt?
    Ergebnis der Umfrage vom 06.01.2020 bis 13.01.2020


#1 AlexAnonym
  • 05.01.2020, 23:42h
  • Klingt als hätten die ihre Schlussfolgerung schon fertig formuliert, jetzt brauchen sie nur noch Daten die dazu passen.

    Danke, ich verzichte.
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#2 FliegenAnonym
  • 06.01.2020, 08:15h
  • ...haben wir in unserer Republik keine anderen Sorgen ??? z.b. was gerade in Stuttgart in der Szene abgeht oder anderswo mit Schließung und Bürokratie Barrieren der Gastrobetreiber !!! Dazu die Bedrohung und Anschläge gegen anderst Liebende !!!
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#3 stromboliProfil
  • 06.01.2020, 11:09hberlin
  • Antwort auf #2 von Fliegen
  • "Dazu die Bedrohung und Anschläge gegen anderst Liebende !!!"
    Gewiss eine von vielen von uns nicht beantworteten oder gar nicht angegangenen fragen über unsere existsanz/en an sich...
    Aber warum nicht herausfinden wollen was uns über das uns angetane hinaus antreibt?
    Gerade dort im narzistischen bereich, ist nachfühlbar, was in köpfen derer abgeht die anderenortes ihren "narzismus" gegen anders seiende ausleben.
    Scheint weit hergeholt die these.. .
    Aber mal genau hingeschaut ist auch das öffentliche verprügeln ein akt narzistischer selbstüberhöhung.. da die der heterosexuell/normativen überhöhung im niederschlagen des nicht heterosexuell/normativen...
    Warum werden gerade solche menschenfeindliche übergriffe gern gefilmt und verbreitet oder finden vor öffentlich einsehbaren videoanlagen in u-bahn/verkehrsmitteln etc. statt. Da wird in die kamera gegrinst.

    Zurück zur selbstinzenierung des sexuellen: Im weitesten sinne ein akt der selbstinzenierung der selbstliebe.
    Wo aber kann selbstinzenierung und selbstliebe schöner sein als im sexualakt, im liebesspiel.
    Selbst da, wo ernsthaft versuchtes nachmachen stereotyper leibesverrenkungen anleihen beim kamasutra macht und an der alltäglichkeit desselben scheitert, bleibt ein rest von unverwechselbarkeit und charme .
    Manche herzzerreißende blicke die um anerkennung heischen, machen das teils ins komische kippende szenario wett.
    Mehr selbstinzenierung dieser art wäre mir angesichts einer sich breit machenden humorlosen entsexualisierung unserer sexuellen selbstdarstellungen weitaus lieber.

    Schade, uns digitalvorzeitmenschen blieb meist nur ein langsam verblaßendes foto... ähnlich den höhlenmalereien.
    Aber spass beim fotographieren hatten wir trotzdem.
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#4 qwertzuiopüAnonym
  • 06.01.2020, 17:46h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Das nennt sich meines Wissens Forschungshypothese und sollte vor jedem Experiment stehen, bzw mit einem Experiment überprüft werden. Es fängt ja kein Mensch ins Blaue hinein irdgendwelche Studien an.
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#5 AlexAnonym
  • 06.01.2020, 23:07h
  • Antwort auf #4 von qwertzuiopü
  • Das mag so sein, aber dann ist es äußerst unseriös, diese Hypothese im Vorfeld öffentlich bekannt zu geben, zumal im Zusammenhang der Suche nach Teilnehmern, weil man sich damit zwangsläufig und völlig unnötigerweise Verzerrungseffekte durch Vorselektion einhandelt.
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#6 JadugharProfil
#7 JadugharProfil
  • 07.01.2020, 01:45hHamburg
  • Antwort auf #5 von Alex
  • Im wissenschaftlichen Bereichen egal welcher Fachrichtungen ist es immer üblich, sofern man z.B. im medizinischen Bereich Personen sucht für Testzwecke, was man bei einer Studie wissen und erforschen will. Aufklärung ist ein wichtiger Bestandteil, um auch Testpersonen zu gewinnen, z.B. wenn man den Gesundheitszustand ab ein bestimmtes Alter erforschen möchte, und was man vorbeugend tun kann, um gesund zu bleiben, oder was die Menschen bereits tun, daß sie gesund sind.
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#8 Sven LewandowskiAnonym
  • 09.01.2020, 18:11h
  • Im Forschungsprojekt "Die Praxen der Amateurpornographie" haben wir keine Hypothese, die wir beweisen wollen. Vielmehr lassen wir uns gerne überraschen. Aus diesem Grunde haben wir auch keinen ausgearbeiteten Fragebogen, sondern führen mit unseren Interviewpartner*innen ausführliche Gespräche. Es sind unsere Interviewpartner*innen, die im Wesentlichen des Verlauf der Gespräche bestimmen und entscheiden, was sie uns erzählen wollen.
    Was die Frage angeht, ob wir in unserer Republik keine anderen Sorgen hat, lässt sich nur antworten: In der Tat sie hat diese! Allerdings gibt es auch eine Reihe von Problemen, die daraus entstehen, dass Menschen ganz besonders viele Vorurteile über Phänomene und Menschen haben, von denen sie nichts wissen oder über die wenig bekannt ist. Amateurpornographie und Menschen, die sich beim Sex filmen, gehören dazu. Indem wir über Sexualität und Amateurpornographie forschen, tragen wir dazu bei, Vorurteile abzubauen. Und ich würde sagen, dass Vorurteile wirklich eines der Probleme sind, die die Republik hat.

    Informationen zur Studie finden sich unter:
    uni-bielefeld.de/soz/amateurpornographie/index.html
    und auf twitter:
    twitter.com/Porno_Studie

    Wer weitere Fragen zur Studie hat und/oder teilnehmen möchte, kann sich gerne per Email an uns wenden: amateurpornographie@uni-bielefeld.de Wir schicken auch gerne eine Telefonnummer, unter der wir erreichbar sind.

    Sven Lewandowski
    Dr. Sven Lewandowski
    Universität Bielefeld
    Fakultät für Soziologie
    Universitätsstraße 25
    33615 Bielefeld
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