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Geschlechtergerechtigkeit

Einzahlpronomen "they" ist US-Wort des Jahrzehnts

Das Personalpronomen, mit dem viele nicht-binäre Menschen angesprochen werden wollen, hat es zum "Word Of The Decade" gebracht.


Wie das englische Wort "you" kann auch "they" in Einzahl- oder Pluralform verwendet werden (Bild: Michael Coghlan / flickr)

Amerikanische Linguisten haben das Einzahlpronomen "they" zum Wort des Jahrzehnts bestimmt. Auch die Bezeichnung "my pronouns" (meine Personalpronomen) wurde ausgezeichnet. Das hat Ben Zimmer, der Chef der "American Dialect Society", am Freitag in New Orleans mitgeteilt. Mit der Auszeichnung solle gezeigt werden, "wie der persönliche Ausdruck von Geschlechtsidentität ein immer größer werdender Teil unseres gemeinsamen Diskurses" geworden sei, so Zimmer.

Das Personalpronomen "they", das eigentlich im Plural verwendet wird, wird in englischsprachigen Ländern vermehrt als Einzahlpronomen für Menschen verwendet, die sich nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen. Erst vor wenigen Monaten erklärte Sänger*in Sam Smith etwa, mit dem Personalpronomen "they/them" angesprochen werden zu wollen (queer.de berichtete). Smith hatte sich ein halbes Jahr zuvor als nicht-binär geoutet (queer.de berichtete).

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Bisherige Sieger waren Internet-Wörter

Die "American Dialect Society" hat erst zum dritten Mal ein Wort des Jahrzehnts bestimmt. Beide vorhergehenden Gewinner hatten mit dem Siegeszug des Internets zu tun: In den Neunzigerjahren gewann der Begriff "web", in den Nullerjahren setzte sich "Google" durch.

Im Deutschen sind Umschreibungen für nicht-binäre Personen komplizierter als im Englischen. Zum einen sind die meisten Wörter geschlechtsspezifisch (statt dem neutralen "the singer" gibt es "die Sängerin" oder "den Sänger", aber auch "der" oder "die" Kulturschaffende). Auch das Plural-Personalpronomen ("they/sie") funktioniert im Deutschen nicht, da es mit dem weiblichen Personalpronomen in der Einzahl verwechselt werden kann. Einige deutschsprachige nicht-binäre Personen nutzen daher das schwedische geschlechtsneutrale Personalpronomen "hen". Das Wort wird im Dativfall zu "ham" [Wir sollten ham beim Einkaufen helfen] und im Akkusativ zu "han" [Mein Freund hat mir verboten, han einzuladen]. In der Allgemeinbevölkerung ist dieses Pronomen aber praktisch unbekannt.

Das Einzahlpronomen "they" ist übrigens im Englischen keine neue Erfindung, sondern bereits seit dem 14. Jahrhundert in Gebrauch – es findet sich auch bei Shakespeare. Es wurde und wird meist verwendet, wenn unbekannt oder unbestimmt ist, ob eine Person männlich oder weiblich ist (Beispiel: "No one felt they had been misled" / "Niemand glaubte, dass er oder sie in die Irre geführt worden war"). (dk)



#1 TheoAnonym
  • 08.01.2020, 00:21h
  • Als ehemaliger Anglistikstudent mit Tendenz zu britischem Englisch benutze ich they/them/themself als Beschreibung für die dritte Person im Singular schon seit Ewigkeiten.
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass gerade solche Leute, die zum amerikanischen Englisch tendieren, diese Verwendungsweise nicht kennen (/gekannt haben) und sogar einige Dozierende mich "verbessert" haben.
    Ich bin froh, dass dieses Pronomen nun auch endlich in Amerika Fuß zu fassen scheint; ich fand es immer höchst umständlich in amerikanischer Fachliteratur lesen zu müssen: "... when he or she..." bzw. "... when s/he..."
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#2 LillyComptonAnonym
  • 08.01.2020, 19:40h
  • Manche nichtbinäre Personen verwenden im deutschen auch das Pronomen es.

    Ich persönlich halte es bei mir so:
    EN: they/them/she/her
    DE: Sie
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