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Angriff

Emden: Homo-Hasser drohten 20-jährigen Schwulen mit dem Tod

Ein junger Schwuler berichtet, dass drei Unbekannte ihn im ostfriesischen Emden angegriffen hätten.


Selbst im idyllischen Ostfriesland gibt es homosexuellenfeindliche Gewalt (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

In Ostfriesland ist es am zweiten Weihnachts­­feiertag offenbar zu einem schwulen­­feind­lichen Übergriff gekommen. Wie die in Leer erscheinende "Ostfriesen-Zeitung" jetzt berichtet, griffen drei unbekannte Jugendliche den 20-jährigen Mirco Frerichs in Emden, der mit 50.000 Einwohnern größten Stadt Ostfrieslands, an. Die in Schwarz gekleideten Angreifer hätten ihn mit seinem Namen gerufen, als "Schwuchtel" beschimpft und am Arm geschlagen. Er gehe davon aus, dass die jungen Männer ihn wegen seiner Profile in sozialen Netzwerken erkannt hätten. Frerichs betreibt unter anderem seit fünf Jahren einen Youtube-Kanal.

Der 20-jährige Mirco Frerichs aus Emden geht offen mit seiner Homosexualität um. Genau das sieht er als Grund für die Attacke auf ihn an Weihnachten. /red.ts

Gepostet von Ostfriesen-Zeitung am Montag, 6. Januar 2020
Facebook / Ostfriesen-Zeitung

"Sie sagten, sie wollten mich umbringen. Ich sollte verbrennen", erinnerte sich Frerichs. Zu seinem Glück sei aber eine ältere Frau dazwischen gegangen, wodurch die Angreifer geflohen seien. Vor lauter Schock habe er die Frau nicht nach dem Namen gefragt. Er sei auch erst drei Tage später zur Polizei gegangen, nachdem Freunde und seine Mutter ihm dazu geraten hätten. Jetzt habe er Angstzustände und traue sich im Dunkeln nicht mehr vor die Tür. "Die Täter sind noch da draußen", sagte er.

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Polizei: Übergriffe sofort melden

Die lokale Polizei hat nun Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Polizeisprecherin Heike Rogner empfahl in der "Ostfriesen-Zeitung", derartige Vorfälle sofort anzuzeigen. "Wenn man sich direkt nach der Tat bei der Polizei meldet, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass eine Fahdnung zum Erfolg führen könnte", so Rogner von der Polizeiinspektion Leer/Emden. Ihr sei nicht bekannt, "dass es schon Übergriffe auf Homosexuelle in Ostfriesland gegeben hat".

Frerichs erklärte, er sei schon wiederholt online schwulenfeindlich beschimpft worden, auch auf der Straße habe es oft Anfeindungegen gegeben. Er wolle sich aber durch die Drohungen nicht einschüchtern lassen, denn das würde bedeuten, dass die Homo-Hasser am Ende gewonnen hätten. (cw)



#1 DieterBremenProfil
  • 07.01.2020, 13:38hBremen
  • Tapfer, der junge Mann! Ich habe das manchmal so satt, immer wieder solche Geschichten zu lesen. Warum fühlen sich dumme kleine Heterobengel eigentlich bedroht? Und wer hat ihnen das bloß beigebracht???
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#2 FliegenAnonym
#3 PetterAnonym
  • 07.01.2020, 16:12h
  • "Polizei: Übergriffe sofort melden"

    Dem kann ich mich nur anschließen. Man sollte nicht aus Scham, Angst, o.ä. solche Dinge verschweigen.

    Denn damit macht man sich für die zum willkommenen Opfer, nach dem Motto "Den können wir weiter drangsalieren oder gar zusammenschlagen, der wehrt sich ja eh nicht."

    Nur wenn man sich wehrt und die Polizei einschaltet, kann man sich schützen. Und gleichzeitig schützt man auch andere und zeigt auch, wie groß das Problem wirklich ist.
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#4 FiedeAnonym
  • 07.01.2020, 16:22h
  • Ein weiterer Beleg, dass die Politik endlich reagieren muss.

    Wir brauchen vor allem mehr Aufklärung an Schulen, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Und einen nationalen Aktionsplan.

    Aber auch volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG) ist längst überfällig. Das wirkt nicht so direkt wie obiges, aber indirekt. Das wäre ein starkes Zeichen, dass Hass und Diskriminierung von LGBTI in diesem Land nicht geduldet werden. Denn wie will man gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn wir nicht mal staatlich voll akzeptiert sind.
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#5 AlexAnonym
  • 07.01.2020, 16:49h
  • Unsere Gesellschaft wird immer aggressiver und gewaltbereiter...

    Und es wird nichts dagegen unternommen.

    Eine sehr schlimme Entwicklung....
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#6 JadugharProfil
  • 07.01.2020, 17:23hHamburg
  • Antwort auf #4 von Fiede
  • Gewöhnlich lernen auch sehr alte Menschen noch. Gerade gestern hatte ich einen jung gebliebenen 73-Jährigen kennengelernt, der zum ersten Mal Schlittschuh lief und nach einer halben Stunde konnte er schon richtig gut laufen, so daß man es gar nicht mehr ihm ansah, daß er ein Anfänger war.
    Der Spruch, "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr", gilt nur für lernresistente Vollidioten in unserer Gesellschaft und zum Glück nicht für alle anderen. Das bedeutet, daß solche lernresistenten Leute es nie lernen, auch wenn sie dabei sehr heftig auf Schnauze fallen! Sie lernen es als Kind nicht und auch nicht später!
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#7 ReneAnonym
  • 07.01.2020, 17:24h
  • Ich und mein Mann haben das auch satt! Wir sind beide Sportler und nicht gerade der typisch schmächtige. ;)
    Ich muss sagten, dass ich nur auf so eine Auseinandersetzung warte.
    Wir laufen, wenn wir Lust haben, auch Hand in Hand durch die Stadt.
    Haben beide je 50ml Pfefferspray dabei. Das reicht für 10 Angreifer.
    Seitdem fühle ich mich schon wohler, weil ich sicher kein leichte Ziel abgeben werde.
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#8 JadugharProfil
  • 07.01.2020, 17:34hHamburg
  • Antwort auf #5 von Alex
  • Sehen sie es mal nicht so pessimistisch! Zum Glück gibt es noch queer.de, die über solche Gewalttaten berichten und Diskriminierungen, Rechteentzug von LGBTI durch Bekanntmachungen schon etwas tun! Wenn derartige Vorfälle nicht unter den Tisch gekehrt werden, dann gibt es auch Reaktionen darauf, die bis in die Legislative reichen können! Man kann noch hoffen! Ein Kampf um Rechte wird es immer geben, weil es immer Menschen gibt, die für sich Rechte sogar mit Gewalt herausnehmen wollen und es anderen nicht gönnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Carsten ACAnonym
  • 07.01.2020, 18:16h
  • Antwort auf #8 von Jadughar
  • -----------------------------
    Sehen sie es mal nicht so pessimistisch! Zum Glück gibt es noch queer.de, die über solche Gewalttaten berichten
    ----------------------------

    Das stellt die benötigte Öffentlichkeit her, um das Problem öffentlich zu machen.

    Aber das reine Berichten ändert weder was an den körperlichen und psychischen Folgen für die Opfer, noch reduziert es die Anzahl der Taten.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 YannickAnonym