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Polizeibericht

Berlin: Homophober Übergriff auf 26-Jährigen in der U-Bahn

Die Berliner Polizei meldet erneut einen aus Homo-Hass begangenen Übergriff in der U-Bahn der Hauptstadt.


Am helllichten Tag kam es in der U-Bahn zu einem homophoben Zwischenfall (Bild: pingnews.com / flickr)

In einer U-Bahn im Berliner Stadtteil Kreuzberg ist am Dienstagmittag ein Mann homophob bepöbelt und anschließend geschlagen worden. Das teilte die Polizei am späten Nachmittag mit.

Ersten Ermittlungen zufolge soll der 26-Jährige gegen 12 Uhr bei der Fahrt der U-Bahn der Linie U1 zwischen den Bahnhöfen Möckernbrücke und Gleisdreieck zunächst von einem 30-jährigen mit homosexuellenfeindlichen Sprüchen beleidigt worden sein. Anschließend soll der Tatverdächtige auch noch mit der Faust in das Gesicht des Mannes geschlagen haben.

Der mutmaßliche Schläger wurde in einem Polizeigewahrsam erkennungsdienstlich behandelt und wieder auf freien Fuß gesetzt. Nähere Angaben zur Identität des Verdächtigen machte die Polizei nicht.

Ein Fachkommissariat des Polizeilichen Staatsschutzes beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Dies ist bei Fällen von vermuteter Hasskriminalität in der Bundeshauptstadt üblich.

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Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Erst kurz vor Weihnachten gab es Berichte über einen Übergriff auf zwei Lesben in der Tram im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen – die beiden Frauen hatten sich geküsst (queer.de berichtete). Eine Woche zuvor war ein schwules Ehepaar in Neukölln überfallen worden (queer.de berichtete).

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Vergangenen Herbst hatte die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der bundesweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen sei (queer.de berichtete). (pm/dk)



#1 AlexAnonym
  • 07.01.2020, 17:44h
  • Unsere Gesellschaft wird immer aggressiver und gewaltbereiter...

    Und es wird nichts dagegen unternommen.

    Eine sehr schlimme Entwicklung....
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#2 JuIianAnonym
  • 07.01.2020, 19:38h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Hier sieht man wieder ganz klar, das ist ein weiterer Beleg, dass die Politik endlich reagieren muss.

    Wir brauchen jetzt sofort mehr Aufklärung an Schulen, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    Unbedingt notwendig ist ein nationaler Aktionsplan.

    Aber auch volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG) ist längst überfällig. Das wirkt nicht so direkt wie obiges, aber indirekt.

    Das wäre ein starkes Zeichen, dass Hass und Diskriminierung von LGBTI in diesem Land nicht mehr geduldet werden. Denn wie will man gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn wir nicht mal staatlich voll akzeptiert sind.
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#3 JustbecauseAnonym
  • 07.01.2020, 20:41h
  • Hoffentlich erholt sich das Opfer bald.
    Die Zunnahme solcher Taten istAusdruck der weltweiten Verrohung.
    Nichts, aber auch gar nichts ist in Stein gemeißelt.
    Die Welt befindet sich in gefährlicher Rückwärtsrotation.
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#4 YannickAnonym
  • 07.01.2020, 20:43h
  • Antwort auf #2 von JuIian
  • Da hast Du recht: die Politik ist natürlich nicht alleine verantwortlich, denn es gibt immer noch die Ausführer der Tat, die die Hauptschuld tragen.

    Aber selbstverständlich setzt die Politik die Rahmenbedingungen, die solche Verbrechen erst möglich machen und begünstigen.

    Das sieht man ja aktuell auch wieder mal sehr gut in den USA. In dem Maße wie Trump gegen bestimmte Minderheiten hetzt, nimmt auch die Gewalt gegen diese Bevölkerungsgruppen zu. Wäre das unabhängig von der Politik und wäre ein allgemeiner Gewaltzuwachs, würde das ja in allen Gruppen gleichermaßen steigen und nicht nur in diesen Gruppen.

    Viele unterschätzen immer noch die Rolle der Politik und die Faktoren, die nicht direkt, sondern indirekt wirken.

    Aber auch wenn indirekte Faktoren nicht so offentsichtlich sind und für manche wohl schwer zu durchschauen sind, so ist ihre Rolle dennoch belegt.
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#6 YannickAnonym
  • 07.01.2020, 22:35h
  • Antwort auf #5 von antos
  • Jede Statistik kann immer nur quantitative Verhältnisse angeben, aber nicht die Geschichten hinter den Zahlen.

    Es mag ja sein, dass rein quantitativ die Anzahl der Gewalttaten gesunken ist, aber entscheidend ist auch die Schwere der Taten. Während früher ein Großteil der Gewalttaten die klassische Schlägerei oder Kneipen-Rangelei war, wo es dann mal blaue Augen oder Schwellungen gab, sind es heute oft Taten mit schweren und schwersten Verletzungen.

    Heute haben die ganzen Muckibuden-Typen doch nicht mehr ihre Kraft unter Kontrolle oder sind sich nicht mal mehr bewusst, was sie damit anrichten können. Und während früher nur mit Muskeln gekämpft wurde, wird heute immer öfter auch ein Messer oder gar eine Schusswaffe gezückt. Denn die parallele Statistik sagt aus, dass heute deutlich mehr Schusswaffen im Umlauf sind, als noch vor 30 Jahren.

    Insofern muss man sagen:
    die reine Anzahl mag gesunken sein, aber das Problem ist, dass die Schwere der einzelnen Fälle massiv gestiegen ist.
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#7 Carsten ACAnonym
  • 09.01.2020, 09:06h
  • Antwort auf #6 von Yannick
  • Ja, natürlich ist jede Gewalttat eine zuviel und am besten wäre null Gewalt.

    Aber im Zweifel sind mir etwas mehr, aber dafür relativ harmlose Taten lieber, als weniger, aber dafür dramatische Taten.

    Mal überspitzt formuliert: man hat lieber 5 mal ein blaues Auge ohne dauerhafte Schäden, als dass man einmal abgestochen wird.

    Statistiken sagen eben nicht alles, sondern sind eine Vereinfachung der Realität, wie es jede Modellbildung ist. Das ist auch wichtig, darf aber nicht zu einem blinden Zahlenfetisch führen, ohne dass man die komplexere Realität hinter der Statistik beachtet.
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