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Schwule Fußballer

Patrick Lindner: "Oute Dich und Ruhe ist"

Der schwule Schlagersänger zeigt sich genervt vom Twitter-Profil eines angeblichen Bundesliga-Profis, der versteckt schwul lebt und darunter leidet.


Patrick Lindner ist seit Ende der Achtzigerjahre im Schlagergeschäft aktiv (Bild: © Olaf Kosinsky / wikipedia)

Bereits seit vergangenem Herbst sorgt das Twitter-Profil gay_Bundesligaspieler für Schlagzeilen. Der Autor behauptet, ein schwuler Spieler der zweiten Fußball-Bundesliga zu sein, sich aber wegen der Homophobie im Sport nicht outen zu können. Seit Mittwoch hat er bereits mehrere neue Tweets abgegeben.

Schlagersänger Patrick Lindner kritisierte das Verhalten des Profil-Autors: "Ich verfolge nun seit einiger Zeit deinen Account hier und muss leider sagen, [dass] du Dich durch dein Verhalten leider angreifbar machst", schrieb der 59-jährige "Die kloane Tür zum Paradies"-Interpret am Donnerstagmorgen auf Twitter. "Oute Dich und Ruhe ist", so die Aufforderung. Alternativ könne sich der Spieler "tatsächlich Hilfe" suchen, etwa bei der LGBTI-Jugendorganisation "Diversity München. "Deine Postings kommen leider nur als Aufmerksamkeitsdefizit rüber", so Lindner.

Twitter / patricklindner_

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"[Es] ist schon stressig! Diese ganzen Spekulationen..."

Der Autor von gay_Bundesligaspieler hatte kurz zuvor seine Lage beklagt: "[Es] ist schon stressig! Diese ganzen Spekulationen… und natürlich hat man auch Sorge zu viel preiszugeben. Daher auch die längere Pause. Aber das ist ja auch hoffe ich ok, solange man dran bleibt", schrieb er am Mittwochabend. Er habe sich immer wieder "beschissen" gefühlt, jetzt gebe es aber "gute Nachrichten": "Ich habe mich jetzt auch bei meinem besten Kumpel geoutet und es ist zum Glück alles gut gegangen!" Mit seiner besten Freundin habe er noch einmal über seine Situation gesprochen.

Twitter / gayBundesligas1

Er verwahrte sich auch gegen den Vorwurf, zu schwach zu einem Coming-out zu sein ("Quatsch"). Vielmehr sei der Sport "viel zu homophob". Der Deutsche Fußballbund weigere sich, eine "AGG-Beschwerdestelle gegen Diskriminierung" einzurichten (AGG steht für Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Außerdem kritisierte er "die Presse", die sich über seine Kritik ausschweige. "Wenn ich mich oute und dann diskriminiert werde, werde ich also wahrscheinlich NICHT unterstützt", so gay_Bundesligaspieler.

Im letzten Herbst sind mehrere derartige Profile von angeblich schwulen Bundesligaspielern auf Twitter entstanden. Völlig unklar bleibt, ob diese Profile authentisch sind. So wurde von Zweiflern angemerkt, dass sich der Duktus der verschiedenen Profile teilweise ähnelt, es sich dabei also um denselben Autor handeln könne. Im Juli 2018 hatte bereits eine ähnliche Twitter-Aktion in Großbritannien für Aufregung gesorgt. Auf der Insel erklärte ein angeblich 23-jähriger Spieler der zweiten englischen Fußballliga anonym, dass er sich womöglich bald outen wolle. "The Gay Footballer" löschte aber sein Konto nach einigem Medienwirbel und erklärte, er sei nicht stark genug für ein Coming-out. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 09.01.2020, 11:03h
  • Dem kann ich mich nur anschließen.

    Niemand interessiert sich dafür, was Fußballer im Bett machen. Das einzige, was Fans nicht mögen, ist verarscht und belogen zu werden.

    Und im Jahr 2020 wo auch hochrangige Politiker, Größen aus dem Showbusiness, etc. sich ihren, sollte das doch echt kein Problem mehr sein.

    Sportler haben es doch viel leichter, als der junge Schwule auf dem Dorf.

    Damit wären die echte Vorbilder.
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#2 FredericAnonym
#3 LaliAnonym
  • 09.01.2020, 11:24h
  • Nur weil du dich geoutet hast, heißt das nicht, dass alle anderen es auch machen müssen. Soetwas bekommt man aber leider sehr oft von geouteten Typen zu hören, selbst wenn man anders als dieser angebliche Fußballer, okay damit ist ungeoutet zu leben.
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#4 Leon 4Anonym
  • 09.01.2020, 11:33h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Wenns niemanden interessieren würde gäbe es niemanden der sich "verarscht" vorkommt weil die frage nach der Sexualität keine Rolle spielen würde und eben jene Sexualität dann auch nichts dazu beiträgt "Vorbild" zu sein oder nicht!.... Theoretisch hast du türlich recht, is latte und es sollte auch kein outing brauchen weil uninteressant, nur.... So ist die welt nicht! Und das Interesse kommt ja bei weitem nicht nur von der hetenseite...

    Und so n verlebtes fossil aus der Schlagerwelt (schätzungsweise, kp) wie dieser lindner hat halt auch mal ne völlig andere Lebensrealität als n junger Fußballer am anfang seiner Karriere, soll mal lieber weiter fernsehgarten betreuen und Supermärkte eröffnen....

    Weiter ist Fußball international und so n outing kann eben so ne Karriere beeinträchtigen.... Wenn ich mich zwischen n paar Mille oder nem öffentlichen outing entscheiden müsste würde ich auch die Kohle nehmen und mein privatleben solange privat halten bis ich Geld genug für Mittelfinger für alle hab... und wenn community hinterm Bildschirm dann meint man sei verklemmte weil man seine Sexualität net vor sich hin trägt oder man müsse aus was für Gründen auch immer Vorbild sein reicht die Kohle um drüber weg zu kommen....
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#5 DominikAnonym
  • 09.01.2020, 11:50h
  • Antwort auf #4 von Leon 4
  • Ja gut, du sagst du würdest dich fürs Geld und die Kartiere entscheiden und auf ein Outing verzichten, was ja ok ist. Es muss jeder selbst wissen, wie er damit umgeht.

    Nur wenn man sich so entscheidet und wie du sagst privates privat lässt, macht man keinen Wirbel in der Öffentlichkeit über social media, sondern vertraut sich Freunden, Familie oder Hilfsangeboten an ( hier Magnus-Hirschfeld-Stiftung, die ihm das angeboten hat, ohne Reaktion von ihm) und klärt dort, ob man in Lage ist den öffentlichen Druck auszuhalten und nicht umgekehrt. So ist das nur die Befriedigung eines Aufmerksamkeitsdefizits.
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#6 LotiAnonym
#7 NevermindAnonym
  • 09.01.2020, 12:12h
  • Auf mich wirkt dieser Account auch eher peinlich und ich würde mich P. Lindner anschließen. Unabhängigkeit davon, allen anderen schon, aber einem Profifußballer würde ich nicht unbedingt raten, sich zu Beginn seiner Karriere zu outen. Immerhin sind geschätzt noch zwei Drittel von uns ungeoutet, nicht mal Bill Kaulitz hat sich richtig geoutet! - da kann man das einem Fußballer, wo es tatsächlich richtige Probleme geben kann, nicht vorwerfen bzw. sollte man das jedenfalls nicht verlangen. Was ich nicht verstehe, ist, dass es nicht mehr direkt nach Karriereende tun, das würde auch schon viel helfen. Vielleicht liegt es daran, dass es im Fußball doch eher gar nicht so viele Schwule gibt. Zumindest wenn ich von mir selbst ausgehe, ist das so, ich kann mit Fußball absolut gar nichts anfangen.
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#8 PetterAnonym
  • 09.01.2020, 12:14h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • "Damit wären die echte Vorbilder."

    Das stimmt. Sportler sind für viele Menschen Vorbilder. Aber erst wenn sie echt zu sich selbst stehen, sind es echte Vorbilder - auch für Heteros.

    ABER:
    In erster Linie sollten die sich dennoch nicht für andere outen, sondern für sich selbst.

    Erst nach dem Outing weiß man, was man sich selbst angetan hat und dass diese Selbstverleugnung, das ständige Aufpassen und die ständige Angst vor Enttarnung langfristig nicht ohne Folgen bleiben.
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#9 PetterAnonym
  • 09.01.2020, 12:16h
  • Antwort auf #3 von Lali
  • Ja, müssen tut es keiner. Das ist immer noch die eigene, persönliche Entscheidung. Und ich bin auch strikt gegen Zwangs-Outings (obwohl damals die Outing-Welle von Hape Kerkeling, Alfred Biolek, etc. durch Rosa von Praunheim durchaus Dinge in Gang gesetzt hat und den Karrieren dieser Leute auch nicht geschadet hat).

    Aber auch wenn ich gegen Zwangs-Outings bin und jeder das für sich selbst entscheiden muss, ob, wann und wie er sich outet, so muss ich dennoch sagen: sinnvoll ist es dennoch.

    Denn erst danach weiß man, wie unfrei man vorher war.
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#10 Sabelmann
  • 09.01.2020, 12:53h
  • "Oute Dich und gut is" ? Wirklich?
    Geht auch heutzutage oft noch an der Realität vorbei!
    Freude über jedes "geglückte" Outing,aber bloss nicht vergessen, dass es immer noch zu persöhnlichen Dramen kommt!
    Bin immer wieder begeistert wie hier im Forum über Andere(nicht nur in diesem Fall) geurteilt wird!
    Schauspieler,Sportler,Sänger,......oder sonstige A-Z Promis....es sind trotzdem einfach nur Menschen! Oftmals auch mit Problemen!
    Glücklich Jene dies "gut überstanden" haben!
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