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Heimkino

Schräge Vögel in Berlin

In seiner grotesken Musical-Doku "Stadt der verlorenen Seelen" stellte Rosa von Praunheim 1983 eine Gruppe von amerikanischen Transsexuellen und Transvestiten in West-Berlin vor – jetzt gibt es sie auf DVD.


Rosa von Praunheim stellt in seinem grotesken Musical von 1983 eine Gruppe von amerikanischen Transsexuellen und Transvestiten vor, die Anfang in West-Berlin leben (Bild: missingFILMs)
  • 11. Januar 2020, 09:47h, noch kein Kommentar

West-Berlin, Schauplatz von Rocksängern, Tänzern, Akrobaten, Schwarzen, Schwulen, Transsexuellen und Juden. Inmitten dieser turbulenten Szene lebt eine Gruppe von Amerikanern. Da ist Angie Stardust, eine schwarze, wilde, wahnsinnige Tänzerin aus Harlem, New York, die in Transvestitenclubs arbeitet und mit ihrem Temperament die Menschen zu Begeisterungstürmen hinreißt. Sie fühlt sich auch sexuell zu Frauen hingezogen. Ihre Freundin Katja ist ein wunderschönes junges Mädchen, das sie abgöttisch liebt. Angie hat sich selbstständig gemacht. In ihrem "Bistro" zur "Hamburger Königin" gibt es nicht nur schmackhafte Hamburger, sondern auch noch eine bunt gemischte Palette von ausgefallenen Typen, die zugleich in ihrer Pension leben.

Gary ist ein schwarzer, exotischer Tänzer, der die Magie liebt und ihr verfallen ist. In Gruppentherapien läßt er die Menschen nach seinem Willen "tanzen". Tara O'Hara, ehemaliger Krankenpfleger, ist stolz auf seine männlichen und weiblichen Reize, die er mit einem heißen Striptease gerne zur Schau stellt und des öfteren zur nächtlichen Stunde einige Besucher mit auf's Zimmer nimmt. Allerdings ganz zum Missmut von Loretta, die mit ihm das Zimmer teilt und in Anbetracht der Situation dann leider den Platz räumen muss. Die arme Loretta möchte so gerne Schauspielerin werden, doch niemand nimmt sie so richtig ernst, und deshalb muss sie immer weinen.

Ausgefallene Typen, die sich ständig neu erfinden


"Stadt der verlorenen Seelen" von 1983 ist jetzt auf DVD erhältlich

Joaquin La Habana kommt aus Kuba. In seinem Show ist er männlich und weiblich zugleich. Er möchte gerne der größte Show Star der Welt sein. Tja, und dann sind da noch Judith und Tron mit ihrer großen Trapeznummer. Durch einen Unfall am Trapez ist Judith außer Gefecht gesetzt. Tron verliebt sich in Rolf, worüber Judith zuerst seht traurig ist, was sich allerdings schnell wieder geht, weil sie Gerhard kennenlernt.

Nicht zu vergessen ist natürlich unser großer Star, Lila, aus dem Südstaaten. Sie ist in Berlin, um schöne Männer und die große Liebe zu finden, verliebt sich in einen Russen und wird schließlich ein Rock-Star in der DDR.

Da haben wir sie, die ausgefallenen Typen, die sich ständig neu erfinden und viele neidisch machen, die sich anpassen und das zum Prinzip erheben. Schaut sie Euch an, unsere Helden in Berlin, in der "Stadt der verlorenen Seelen". Und, wer weiß, vielleicht finden sich in den anderen Städten hier und da noch weitere "verlorene Seelen"…? (cw/pm)

Infos zum Film

Stadt der verlorenen Seelen. Dokumentation. Deutschland 1983. Regie: Rosa von Praunheim. Protagonisten: Jayne County, Angie Stardust, Judith Flex, Gary Miller, Joaquin la Habana, Tara O'Hara, Tron von Hollywood, Manfred Finger, Wolfgang Schumacher, Lorraine Muthke, Lotti Huber. Laufzeit: ca. 91 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. Untertitel: Englisch (optional). FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Verleih: missingFILMs.