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Opernball

Erstmals gleichgeschlechtliches Paar beim Eröffnungswalzer

Premiere beim Wiener Opernball: In diesem Jahr sind zwei Frauen als Debütantenpaar beim Eröffnungstanz dabei. Die beiden Straight Allies hatten sich aus Solidarität mit Lesben und Schwulen beworben.


Die Wiener Staatsoper ist jährlicher Schauplatz des Opernballs (Bild: Jorge Franganillo / flickr)

Erstmals in der Geschichte des Wiener Opernballs tanzen in diesem Jahr zwei Frauen als Debütantenpaar den Eröffnungswalzer mit. Die 21 Jahre alte Sophie Grau aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis) und die 22-jährige Iris Klopfer aus Ludwigsburg hatten sich vor einigen Monaten um eine Teilnahme beworben und wurden von den Organisatoren der traditionsreichen Veranstaltung am 20. Februar akzeptiert.

"Die Voraussetzung, einen Linkswalzer tanzen zu können, ist erfüllt", teilte die Pressestelle der Wiener Staatsoper auf Anfrage mit. Die beiden heterosexuellen Freundinnen möchten mit ihrer Teilnahme für eine Chancengleichheit von lesbischen und schwulen Paaren bei konservativen Veranstaltungen werben.

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Heteronormatives Outfit bleibt Pflicht

Neben dem Beherrschen des Walzers muss das Paar ebenso wie alle anderen rund 150 Debütantenpaare noch zahlreiche weitere Voraussetzungen erfüllen: So muss eine der beiden einen Frack und schwarze Lackschuhe, ihre Partnerin ein weißes Abendkleid sowie eine fest vorgeschriebene Tiara im Haar tragen. Tattoos dürfen nicht sichtbar sein.

Mit etwa 5.000 Teilnehmern gilt der Wiener Opernball als gesellschaftlicher Höhepunkt der Ballsaison. Er findet immer in der Wiener Staatsoper statt. (cw/dpa)



#1 FrankSAnonym
#2 Ralph
  • 11.01.2020, 11:44h
  • Das heißt, bei einem Männerpaar müsste einer unweigerlich Travestie machen. Da hat der Opernball noch viel zu lernen.
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#3 Aha NymAnonym
#4 Sabelmann
  • 11.01.2020, 13:29h
  • Hier wird schon wieder gemeckert!
    Der erste Schritt ist getan, der nächste kann kommen usw.!
    Sie hättens auch lassen können und niemand hier in Wien hätte sich aufgeregt!
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#5 Ehrliche HautAnonym
  • 11.01.2020, 15:21h
  • Die beiden Frauen haben es richtig gemacht.
    Dass sie uns unterstützen, ist klasse.
    Für mich allerdings ist der ganze Opernball eine grässlich heteronormative und dazu noch elitäre Veranstaltung, der ich freiwillig niemals beiwohnen möchte.
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#6 Ralph
#7 Ralph
  • 11.01.2020, 18:46h
  • Ich hab mir übrigens gerade mal auf T-Online die junge Dame angeschaut, die ihren Frack beim Herrenausstatter aussucht. Na gut, wenn sie sagt, sie ist hetero, hab ich das zu akzeptieren. Lesben nennen diesen Frauentyp glaube ich "Butch". Den jungen Mann im Tanzpaar kauft der jeder ab. Dagegen von einem schwulen Mann zu verlangen, ein Ballkleid überzustreifen, möchte ich dann doch als inakzeptable Zumutung bezeichnen. Ich erinnere mich an eine Fernsehsendung weit vor der Lebenspartnerschaft. Da waren zwei junge Männer zu Gast, die heiraten wollten. Sie hatten so lange die Sympathie des Publikums, bis der Moderator sie hinter der Bühne als Brautpaar ausstaffieren ließ und sie dann wieder hervorkamen - der eine von beiden im Brautkleid. Da kippte die Sympathie in brüllendes Gelächter um und der guten Sache war ein Bärendienst erwiesen. Ähnlich wäre es auf dem Opernball. Da braucht man kein Hellseher zu sein.
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#8 Homonklin_NZAnonym
#9 DaStimmtDochWasNichtAnonym
  • 12.01.2020, 05:49h
  • Also in meinen Augen läuft da was mindestens doppelt falsch:

    Zum einen sind sie kein wirkliches gleichgeschlechtliches Paar, sondern höchstens ein temporäres gleichgeschlechtliches Tanzpaar.
    Das hat für mich eine Parallele zum Blackfacing, wo Schwarze von Weißen dargestellt werden. Wo sich tatsächlich die Frage stellt, warum wird kein echtes gleichgeschlechtliches Paar zugelassen?
    Bei dieser Pseudogeschichte können die Leute dann immerhin noch sagen "Die sind ja in Wirklichkeit ganz normal, die tun ja nur so". Was wäre, wenn da wirklich "Andersartige" aufträten? Warum geht das nicht? Wäre das dann doch zu skandalös? Warum?

    Zum zweiten wird eine dazu verdonnert, so zu tun, als sei sie ein Mann. Damit die beiden bloß nicht auffallen, bloß nicht aus der Masse als "anders" herausstechen.

    Hier wird also alles dafür getan, um gar nicht erst einen echten Gedanken an echtes Anderssein aufkommen zu lassen. "Schaut nur, die tun ja nur so, und sie sehen doch auch aus wie echt. So werden wir in unseren Gewohnheiten nur minimal irritiert, aber nicht wirklich gestört."

    Also alles halb so schlimm?
    Eher doppelt so schlimm, würde ich sagen.

    Um es noch einmal andersherum auszudrücken: Echte Akzeptanz kann es in einem solchen Zusammenhang nur geben, wenn echte gleichgeschlechtliche Paare auch so auftreten dürfen, wie sie wirklich sind, und wenn das für alle Beteiligten selbstverständlich ist.

    Von dieser Idee ist man im Wien des Jahres 2020 immer noch Lichtjahre entfernt.
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#10 MsTiresiasAnonym
  • 12.01.2020, 08:53h
  • Antwort auf #9 von DaStimmtDochWasNicht
  • Verstehe, also darf nur miteinander tanzen, was auch romantisches Interesse füreinander hegt.. Da sind heterosexuelle Tanzpaare glücklicherweise schon einige Jahrzehnte darüber hinweg...

    und überhaupt: wie wollten Sie das überprüfen? Lächerliche Forderung.

    "temporär gleichgeschlechtlich" ist auch Mumpitz - beide sind Frauen - und das nicht nur einen Abend lang, sondern immer. Geschlecht und sexuelle Orientierung (die hier auch völlig irrelevant ist) wird auch 2020 noch durcheinandergebracht, wie man sehen muss.

    Der völlig überzogene Blackfacing-Vergleich? Geschenkt.. Die meisten Menschen, die sich mit Geschlecht befassen, können die konstruierte Querverbindung zu Rasse gar nicht mehr hören, sicher nicht zuletzt wegen solcher öffentlichen Ärgernisse wie Rachel Dolezal.

    Es ist doch zu begrüßen, dass offensichtlich für den Veranstalter nur die "Uniform" zählt, und nicht, wer drinnsteckt, solange beide Walzer tanzen können..

    Sie wissen nicht einmal, ob den beiden Debütantinnen die "Uniform Frack und Kleid" recht oder unrecht ist - die Art und Weise, wie in Wien damit umgegangen wird, sehe ich als sehr wohl "unaufgeregt" - frei nach "Ihr könnt tanzen und den Dresscode aller übrigen Paare matchen, damit die Choreografie passt? Super, willkommen an Bord"
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