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Polizeibericht
Berlin: Unbekannter schlägt trans Mann mit Faust ins Gesicht
Im bürgerlichen Berliner Stadtteil Nikolassee kam es am Freitagnachmittag zu einem brutalen transfeindlichen Übergriff. Das 20-jährige Opfer wurde vor der Attacke gefragt, ob es ein Mann sei.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik (Bild: Sebastian Rittau / flickr)
- 11. Januar 2020, 12:08h 2 Min.
Ein Unbekannter hat am Freitagnachmittag einen jungen trans Mann im bürgerlichen Berliner Stadtteil Nikolassee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf attackiert und geschlagen. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Samstag.
Am Königsweg Ecke Straße Am Waldhaus sprach der mutmaßliche Täter gegen 16.45 Uhr den 20-Jährigen an und fragte ihn, ob er ein Mann sei. Als er dies bejahte, schlug der Unbekannte ihm unvermittelt mit der Faust in das Gesicht und entfernte sich in Richtung Benschallee.
Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt
Bei dem Angriff erlitt der 20-Jährige eine leichte Gesichtsverletzung, die zunächst nicht behandelt werden musste. Ein Fachkommissariat des Polizeilichen Staatsschutzes beim Landeskriminalamt Berlin führt – wie bei Hasskriminalität üblich – die Ermittlungen. Nähere Angaben zum Angreifer wurden im Polizeibericht wie bei Erstmeldungen üblich nicht gemacht.
Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher regelmäßig und vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.
Vergangenen Herbst hatte die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der bundesweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen sei (queer.de berichtete).
Für diese Woche hatte die Polizei bereits von einem queerfeindlichen Angriff in Kreuzberg berichtet: Im Viktoriapark wurde am Dienstagnachmittag ein schwuler Mann von einem Bekannten mit einem Kleinpflasterstein angegriffen (queer.de berichtete). (cw/pm)
















Wir brauchen jetzt sofort mehr Aufklärung an Schulen, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Unbedingt notwendig ist ein nationaler Aktionsplan gegen homophobe Gewalt.
Aber auch volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG) ist längst überfällig. Das wirkt nicht so direkt wie obiges, aber indirekt.
Das wäre ein starkes Zeichen, dass Hass und Diskriminierung von LGBTI in diesem Land nicht mehr geduldet werden. Denn wie will man gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn wir nicht mal staatlich voll akzeptiert sind.