Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?35262

Polizeibericht

Berlin: Unbekannter schlägt trans Mann mit Faust ins Gesicht

Im bürgerlichen Berliner Stadtteil Nikolassee kam es am Freitagnachmittag zu einem brutalen transfeindlichen Übergriff. Das 20-jährige Opfer wurde vor der Attacke gefragt, ob es ein Mann sei.


Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

Ein Unbekannter hat am Freitagnachmittag einen jungen trans Mann im bürgerlichen Berliner Stadtteil Nikolassee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf attackiert und geschlagen. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Samstag.

Am Königsweg Ecke Straße Am Waldhaus sprach der mutmaßliche Täter gegen 16.45 Uhr den 20-Jährigen an und fragte ihn, ob er ein Mann sei. Als er dies bejahte, schlug der Unbekannte ihm unvermittelt mit der Faust in das Gesicht und entfernte sich in Richtung Benschallee.

Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt

Bei dem Angriff erlitt der 20-Jährige eine leichte Gesichtsverletzung, die zunächst nicht behandelt werden musste. Ein Fachkommissariat des Polizeilichen Staatsschutzes beim Landeskriminalamt Berlin führt – wie bei Hasskriminalität üblich – die Ermittlungen. Nähere Angaben zum Angreifer wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher regelmäßig und vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. (cw/pm)



-w-

-w-


#1 JuIianAnonym
  • 11.01.2020, 13:37h
  • Es ist jetzt Zeit zu handeln; die Politik muss endlich aufwachen und reagieren:

    Wir brauchen jetzt sofort mehr Aufklärung an Schulen, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    Unbedingt notwendig ist ein nationaler Aktionsplan gegen homophobe Gewalt.

    Aber auch volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG) ist längst überfällig. Das wirkt nicht so direkt wie obiges, aber indirekt.

    Das wäre ein starkes Zeichen, dass Hass und Diskriminierung von LGBTI in diesem Land nicht mehr geduldet werden. Denn wie will man gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn wir nicht mal staatlich voll akzeptiert sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Chefchen
  • 11.01.2020, 13:55h
  • Subjektiv kommt es mir so vor, als wäre die Gewaltbereitschaft und das Gewaltpotenzial gegen Mitglieder der LGBTQ-Community in den letzten Monaten unverhältnismäßig angestiegen. Jemanden einfach mal so zusammenschlagen, scheint bei den eher rechts orientierten Mitbürgern derzeit sehr en vogue zu sein!

    Nichtsdestotrotz dürfen wir nicht aufhören, auch die kleinsten Übergriffe öffentlich anzuprangern und gegebenenfalls auf bei den Behörden zur Anzeige zu bringen. Wehret den Anfängen!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FliegenAnonym
#4 svenAnonym
  • 11.01.2020, 17:15h
  • Das ist also schon der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage. Wo kommt diese Verrohung her? Ich fühle mich zwar ziemlich sicher, jedoch muss ich mich wundern, wie man einfach so in der U1 jemanden die Faust ins Gesicht schlägt, im Viktoriapark ein Pflasterstein an den Kopf geworfen bekommt und jetzt dieses.....

    Wer sind den die Täter?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FinnAnonym
#6 LillyComptonAnonym
#7 Carsten ACAnonym
  • 11.01.2020, 18:41h
  • Antwort auf #1 von JuIian
  • "Es ist jetzt Zeit zu handeln; die Politik muss endlich aufwachen"

    Da kannst Du bei Union und SPD aber noch lange warten.

    Auch in anderen drängenden Bereichen (Wohnungsnot und Mietenexplosion, Klimawandel, Verkehrswende, faire Besteuerung internationaler Großkonzerne, etc. etc. etc.) sind die ja untätig. Und LGBTI-Themen interessieren die besonders wenig, wie die immer wieder beweisen.

    Union und SPD sitzen nur noch ihre Restlaufzeit ab, um noch Diäten und Pensionsansprüche zu sammeln, aber ansonsten regieren sie Deutschland ins Koma...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 antosProfil
  • 11.01.2020, 19:25hBonn
  • Nimmt die Gewalt gegen uns in den letzten Jahren zu? Oder gilt für alle LGBTQI, was Didier Eribon 1999 am Beispiel von Schwulen beschreibt:

    >>Körperliche Angriffe oder das eindringliche Gefühl, dass sie drohen, sind im Leben Schwuler derart präsent, dass sie in fast allen autobiographischen Berichten und in zahlreichen Romanen mit schwulen Protagonisten anzutreffen sind. Manchmal ist keine bestimmte Gebärde dafür erforderlich: Das Verhalten ganz allgemein, der Gang oder die Kleidung genügen, Hass auszulösen. Für die selbstbewusstesten Schwulen wie auch für die, die es weniger oder gar nicht sind, für diejenigen, die in der Öffentlichkeit keinen Zweifel daran lassen, ebenso wie für die »diskreten« bleibt die Möglichkeit, einer verbalen oder physischen Aggression zum Opfer zu fallen, allgegenwärtig; jedenfalls hat sie oft entscheidenden Einfluss auf die Konstruktion der eigenen Identität, vor allem auf die Herausbildung der Fähigkeit, gefährliche Situationen zu erkennen oder seine Gebärden und Worte strikt zu kontrollieren.<<
    [Eribon, Betrachtungen zur Schwulenfrage]
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Homonklin_NZAnonym
  • 11.01.2020, 22:33h
  • Antwort auf #4 von sven
  • Bei dem Typ mit dem Pflasterstein handelte es sich laut Artikel gar um einen Bekannten des Verletzten. Wenn man solche Bekannte hat, braucht man keine Feinde mehr.

    Ansonsten scheinen sich ganz allgemein allmählich die Früchte entweder zu laxer Erziehung zu zeigen, oder Verlust der grundlegenden Umgangsformen, Das sind Menschen, die keine Grenzen kennen gelernt haben, und vorherrschend egoistisch handeln. Manchmal ist das auch ein Durchreichen anderswo erlebten Frusts, wenn die vermeintlich noch Schwächere runter treten, fühlen sie sich selbst besser.
    Obwohl sie sich selber eigentlich dadurch noch tiefer stellen, als sie die Person, die sie schlagen, jemals erniedrigen könnten.

    Vermutlich werden wir noch nach weiteren Tausend Vorfällen lesen, dass die Politik aufwachen sollte, und die Gesellschaft etwas tun müsse.
    Ja, vielleicht SV-Kurse belegen und 5 Polizisten/Soldaten als Kumpel, oder einen tüchtigen Kangalhund als Begleiter mitnehmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Ex-Berliner-BärchenAnonym
  • 12.01.2020, 10:25h
  • Es ist erschreckend, dass die Gewalt gegen lgbtiq dermaßen zunimmt. Sicher, das Anzeigeverhalten hat sich verändert und auch die Medien berichten offener und öfters darüber - zumindest in Berlin. Aber körperliche Gewalt ist nur die Spitze des Eisbergs. Darunter liegt ein massiver Corpus an Vorurteilen, auch in der Mitte der Gesellschaft. Vom "schwulen Milieu", das immer noch in den Medien verwendet wird bis zum dumpfen Gefühl, dass lgbtiq in den Medien überrepräsentiert seien und bevorzugt behandelt würden, dringt eine feindselige Haltung weit in die bürgerliche Gesellschaft ein oder sie war nie weg. Die Politik könnte mehr tun aber es liegt an jeder/jedem lgbtiq sich mit den Angriffenen zu solidarisieren, sich zu outen (zumindest dort wo es möglich ist, ohne sich in Gefahr zu bringen) und in Gesellschaft einzuwirken. Die Haltung, dass es die "Anderen" sind, die es richten müssten, führt nicht zur Abnahme der Gewalt. Die Forderung, dass die Politik sich des Problems viel deutlicher annehmen müsste ist zwar richtig, aber diese Forderung gibt es seit Jahren und dennoch nimmt die Gewalt zu. Wir müssen das selbst in die Hand nehmen.
  • Antworten » | Direktlink »