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Katholische Kirche

Vor 25 Jahren: Papst sägt homofreundlichen Bischof ab

Was Bischöfen widerfahren kann, wenn sie Homosexuelle nicht mehr als böse Sünder beschimpfen, erfuhr vor 25 Jahren der Franzose Jacques Gaillot.


Jacques Gaillot ist heute Titularbischof der über vor 1.500 Jahren untergegangenen Diözese in Partenia (Bild: France Télévisions)

Vor genau einem Vierteljahrhundert, am 13. Januar 1994, gab der Vatikan unter Papst Johannes Paul II. die Absetzung des französischen Bischofs Jacques Gaillot bekannt. Die Kirche wollte Gaillot damit für seinen Einsatz für Menschenrechte und die Hinterfragung der katholischen Sexualmoral bestrafen.

Gaillot hatte seit 1982 die Diözese Évreux angeführt und war in Frankreich als Geistlicher bekannt, Unrecht klar zu benennen – er setzte sich etwa für Abrüstung, für die Rechte von Palästinensern und gegen französische Atomtests in weit entfernten Kolonien ein. Außerdem bekämpfte er sowohl das Apartheidsregime in Südafrika als auch die neue neofaschistische französische Partei "Front National".

Gaillot glaubt, dass auch Homosexuelle in den Himmel kommen

Insbesondere seine Akzeptanz von sexuellen Minderheiten war dem Vatikan ein Dorn im Auge. Gaillot setzte sich etwa für die Nutzung von Kondomen im Kampf gegen HIV und Aids ein. Außerdem erklärte er im Interview mit mehreren französischen Szenemedien, dass sexuelle Minderheiten keine Christen zweiter Klasse seien. Sex pries er als "großartig und schön" an, über Homosexuelle sagte er: "Sie werden uns im Himmel vorausgehen." Außerdem segnete er ein schwules Paar in einer Kirche – das ist bis heute im Katholizismus verboten (anders als die Segnung von Autos oder Tieren). Die beiden schwer an Aids erkranken Männer waren damals auf den Bischof zugegangen, weil sie vor ihrem Tod noch einen Segen erhalten wollten.

1994 versetzte ihn Papst Johannes Paul II. schließlich nach Partenia im Norden Algeriens. Dieser Posten war nur symbolisch, Zeitpunkt bereits lange nicht mehr existierte; der letzte Bischof war bereits im Jahr 484 (!) aus dem Ort verbannt worden war. Gaillot wurde deshalb Seelsorger im damals noch jungen Internet.

Joachim Kardinal Meisner verhängte Auftrittsverbot für Gaillot

Konservative Kreise der katholischen Kirche versuchten daraufhin alles, Gaillots Präsenz zu begrenzen. Der extrem homofeindliche Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner verhängte etwa zwei Mal ein Auftrittsverbot gegen Gaillot in seiner Diözese. Papst Franziskus brachte ihn 2015 zurück ins Auge der Öffentlichkeit, als er ihn kurz vor seinem 80. Geburtstag im Vatikan empfing. Bis heute ist Gaillot aber nicht rehabilitiert worden.

Gaillot galt als Art französischer Eugen Drewermann, mit dem er auch wiederholt gemeinsam aufgetreten war. Dem deutschen Theologen war 1991 die Lehrerlaubnis entzogen worden, weil er unter anderem die Sexualmoral der Kirche kritisiert hatte. (dk)



#1 TheoAnonym
  • 13.01.2020, 22:10h
  • Auch wenn ich dieses... Gebilde... nicht gutheiße und niemanden verstehen kann, der sie unterstützt, so scheint es doch auch Anderstickende zu geben.
    Und man sieht auch direkt, was mit diesen passiert; alles nur zur Erhaltung der eigenen Maske, die eine verrottete, niederträchtige Fratze schützt.
    Ich stelle mir das so ungefähr wie bei Dorian Gray vor...
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 13.01.2020, 23:03h
  • Wenn die Päpste mal so hart mit den Pädophilen in ihrem Unternehmen verfahren würden.

    Gibt doch genug Schwule und Bisexuelle in dieser sonderbaren Gardinenkleidchen-Show, allerdings singen die meistens den einstudierten Verleugnungs- und Verdammungskanon mit, und fressen ehestens mal Kreide, um über Mitgefühl, halbherzige Zuversichten und Schrott zu schwafeln.

    Da kam ein Solcher natürlich nicht in den Garten der Ehrwürdigen. Wer die Basis des Geschäfts in Frage stellt, ist unten durch.
    Mit Kondomen können STD vermieden werden, also entstehen nicht so viele zahlungs- und erbstiftungswillige Kranke, wenn man Verhütung gutheißt. Die wissen schon, wie rum sie diverse Geldquellen erhalten können.

    Gäbe es den eklektizistischen Streichel-Jesus, den würden sie 3 Mal schneller absägen!
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