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Festakt in Mainz

Maren Kroymann bekommt Carl-Zuckmayer-Medaille

TV-Zuschauer kennen die lesbische Schauspielerin aus Serien wie "Vera Wesskamp". Kabarettfans lieben sie für ihre feministisch-herben Sketche über piepsige Frauchen und das Begrabscht-Werden im Büro. Jetzt bekommt sie die Zuckmayer-Medaille.


Maren Kroymann bei einer Preisverleihung im Jahr 2018 (Bild: 9EkieraM1 / wikipedia)

  • 15. Januar 2020, 10:33h, noch kein Kommentar

Die Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin Maren Kroymann erhält am Samstag (18. Januar) die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Die 70-Jährige wird für ihre Verdienste um die deutsche Sprache und um das künstlerische Wort ausgezeichnet, wie die Staatskanzlei mitteilte. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) verleiht die Ehrung bei einem Festakt am Abend im Mainzer Staatstheater. Mit Kroymann werde "eine der größten deutschen Unterhaltungskünstlerinnen" geehrt, heißt es in der Staatskanzlei. Die Laudatio hält Cordula Stratmann, die Komödiantin aus der "Schillerstraße".

"Gesellschaftliche Diskurse bringt sie mit Gradlinigkeit und klarer Haltung stets auf den Punkt", begründete Dreyer ihre Entscheidung für Kroymann, die auf Vorschlägen einer Fachkommission basiert. Kroymann stehe dabei für gesellschaftliche Liberalität ein, die "heutzutage leider viel zu häufig auf der Strecke zu bleiben" drohe. "Ganz besonders beeindruckt mich ihre Thematisierung von Geschlechterrollen und Homosexualität aus einer selbstironischen und feministischen Perspektive", sagte Dreyer.

Dreyer: Kroymann hält Niveau deutscher TV-Unterhaltung hoch

Maren Kroymann verkörpere sowohl als Kabarettistin wie auch als Schauspielerin eine Vielschichtigkeit, die aus der Masse heraussteche. Wie wenige andere halte sie dabei das Niveau der kritischen deutschen Fernsehunterhaltung hoch.

Kroymann habe 1993 als erste Frau im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ihre eigene Satire-Sendung "Nachtschwester Kroymann" bekommen. Neben ihren Auftritten als Kabarettistin arbeitet sie als Film- und Fernsehschauspielerin. Einem Millionenpublikum wurde sie in der Rolle einer Pfarrersfrau in der ARD-Serie "Oh Gott, Herr Pfarrer" bekannt. Die Comedysendung "Kroymann" wird seit März 2017 von der ARD im Ersten ausgestrahlt. In ihrem neuen Programm "In My Sixties" widmet sie sich der Musik der Sechzigerjahre und ihrem persönlichen Jubiläum "50 Jahre Pubertät".

Die heute 70-Jährige hatte sich 1993 als lesbisch geoutet. Sie hatte bereits im letzten Jahr die Rose d'Or und den Grimme-Preis erhalten.

Die Carl-Zuckmayer-Medaille wird seit 1979 an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die deutsche Sprache in besonderer Weise verdient gemacht haben. Der Tag der Preisverleihung ist stets Zuckmayers Todestag, der 18. Januar. Der Schriftsteller aus Rheinhessen (1896-1977) hat unter anderem "Der Hauptmann von Köpenick" und "Des Teufels General" verfasst. Die Preisträger erhalten eine vom Künstler Otto Kallenbach geschaffene Medaille sowie ein 30-Liter-Fass Nackenheimer Wein, den Lieblingswein Zuckmayers.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Schauspieler, Kabarettisten, und Schriftsteller, darunter Hanns Dieter Hüsch, Martin Walser, Hilde Domin, Mario Adorf, Katharina Thalbach, Mirjam Pressler, Herta Müller, Wolf von Lojewski, Edgar Reitz, Armin Mueller-Stahl, Udo Lindenberg, Bodo Kirchhoff, Volker Schlöndorff, Uwe Timm, Doris Dörrie, Bruno Ganz, Joachim Meyerhoff und im vergangenen Jahr Robert Menasse. (dpa/dk)