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Boykottdrohung

Grüne Jugend, Jusos und Linksjugend: Kölner CSD-Motto "unverantwortlich"

In Köln gibt es weiter Streit um das CSD-Motto "Einigkeit! Recht! Freiheit!". Einen Tag vor einer öffentlichen Gesprächsrunde machen politische Jugendorganisationen Druck auf die Veranstalter – und drohen mit einem CSD-Boykott.


Dieses Motto spaltet derzeit die Kölner Community

Der Widerstand gegen "Einigkeit! Recht! Freiheit!" als Motto des Cologne Pride 2020 wächst: Die Kölner Jugendorganisationen von Grünen, SPD und Linkspartei haben in einem gemeinsamen Offenen Brief das Motto als "unverantwortlich in Zeiten von verstärktem Nationalismus und immer noch andauernder Diskriminierung queerer Menschen durch den deutschen Staat" genannt. Der Brief wurde auch vom Bundesverband der Grünen Jugend, den Grünen in Köln, Fridays for Future Köln, dem Autonomen Queerreferat der Uni Köln sowie den LGBTI-Gruppen der Uni Bonn und der Technischen Hochschule Köln unterzeichnet.

Das von den CSD-Organisatoren Anfang der Adventszeit vorgestellte Motto "spaltet die LGBTIQ-Community in Köln, aber auch weit darüber hinaus", so die Unterzeichnenden. "Wir befürchten, dass für einige Gruppen unter diesem Motto eine Teilnahme unmöglich scheint." Bislang sei es stets gelungen, dass auf dem CSD verschiedenste Gruppen gemeinsam für LGBTI-Rechte demonstrieren könnten. "Wir würden es zutiefst bedauern, wenn es dieses Jahr nicht möglich wäre, ein Motto zu finden, mit dem sich alle teilnehmenden Gruppen positiv identifizieren können."

Offener Brief an den KLuST e.V: Liebe Mitstreiter*innen, das Motto ?Einigkeit, Recht, Freiheit? ist auf heftige…

Gepostet von Grüne Jugend Köln am Mittwoch, 15. Januar 2020
Facebook / Grüne Jugend Köln

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Wenn Motto nicht geändert wird, wollen Unterzeichner ihre Teilnahme "überdenken"

Es sei zeitlich noch möglich, ein neues CSD-Motto zu finden. "Dies wäre auch im Sinne einer breiten Öffentlichkeit in der Community, deren Ziel es vornehmlich sein wird, geschlossen solidarisch auf die Straße gehen zu können." Sollte es beim Motto "Einigkeit! Recht! Freiheit!" bleiben, "sähen sich viele von uns gezwungen, ihre Teilnahme zu überdenken".

Im Dezember hatten bereits 30 szenebekannte Personen den Offenen Brief "Grenzenlose Vielfalt statt nationale Einfalt" unterzeichnet, in dem sie die CSD-Organisatoren ebenfalls aufforderten, ihr Motto zu ändern (queer.de berichtete). Auch auf queer.de gab es Meinungsbeiträge zum Thema (siehe Pro- und Kontra-Kommentar).

Die CSD-Organisatoren veranstalten am Donnerstagabend einen Talk zur Kontroverse um das Motto. Die Runde findet ab 19.00 Uhr im Saal des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. (Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln) statt (Mehr Infos bei Facebook). (dk)



#1 FredericAnonym
  • 15.01.2020, 15:51h
  • Ich finde das Motto super, zeigt es doch, dass wir in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.

    Klar, dass sich Linke und Grüne, die ja eben nicht in der Mitte der Gesellschaft stehen, sondern eben links sind, das Motto kritisieren. Man darf sich nicht beirren und politisch vereinnahmen lassen.
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#2 mactorProfil
  • 15.01.2020, 15:59hBerlin
  • Nun ja, wir Schwule sind halt nicht mehrheitlich Grün, Jusos oder Links.
    Auch wenn Medien und Community das suggerieren.

    Das Motto mag den politisierten Personen dort nicht passen aber diese Drohungen nerven.

    Wenn diese Leute zu Hause bleiben wollen bitteschön aber Drohungen "dann überdenken wir unsere Teilnahme..." sind lächerlich. Eure Entscheidung.

    Ich finde das Motto gut. Zeigt es doch das wir angekommen sind.
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#3 FragezurKlarsichtAnonym
  • 15.01.2020, 16:12h
  • Antwort auf #1 von Frederic
  • "zeigt es doch, dass wir in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind."

    Ich find's ja immer erstaunlich. Wenn wir doch so sehr in dieser Friede-Freude-Eierkuchen-Mitte angekommen sind, weshalb lesen wir dann wöchentlich zig Meldungen auf Queer.de, die uns zeigen, wie sehr aus dieser "Mitte" heraus auf uns eingedroschen wird?

    Wenn das so ist, wie Du sagst, weshalb verbreitet Queer.de dann nicht nur noch Jubelmeldungen?
    Sind all die Anfeindungen, denen wir täglich von Mitte-Rechts ausgesetzt sind, nur erfunden?

    Welche Farbe ergibt es eigentlich, wenn eine blauäugige Person eine rosarote Brille trägt? Es muss auf jeden Fall etwas sein, das die Sicht stark trübt.
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#4 SchleicheRAnonym
  • 15.01.2020, 16:13h
  • Antwort auf #1 von Frederic
  • Naja, so besonders toll find ich das Motto nicht. Es erinnert mit der Formulierung sehr an den deutschen Staat mit seiner Hymne und es bekommt einen nationalistischen Anstrich. Ich finde das nicht schlecht aber auch nicht super. Ich könnte mich damit arrangieren, aber wenn eine beträchtliche Gruppe der Gemeinschaft damit nicht zufrieden ist, dann gerne ein anderes Motto. Dann sollten jedoch schnellst möglich neue Vorschläge kommen...
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#5 MariposaAnonym
  • 15.01.2020, 16:26h
  • Komisch. ich bin eigentlich sehr Juso-nah und Fan von Kevin Kühnert, aber finde das CSD-Motto gar nicht mal so verkehrt....
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#6 RechtsdrehendAnonym
#7 BePrideAnonym
  • 15.01.2020, 16:57h
  • Es liegt in der Verantwortung von KLuST die Spaltung durch das Motto hervorgerufen zu haben und ebenso diese nun durch ein neues Motto zu beseitigen. Sollte KLuST nicht willens oder fähig dazu sein, sollte in Zukunft eine Organisationsform für den CSD gefunden werden, die im Interesse der queeren Bewegung handelt. In München und Halle hat doch wohl alles gestimmt, um alle unter spritzigen Mottos mit politischer Schlagkraft zu vereinen.
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#8 mactorProfil
  • 15.01.2020, 17:05hBerlin
  • Antwort auf #7 von BePride
  • Zitat: "spritzigen Mottos mit politischer Schlagkraft"

    Das kann natürlich laut Ihnen nur ein Motto sein was Grüne, Jusos und Linke toll finden. Richtig?
    Ganz schön undemokratisch.

    Macht doch mal in den Städten ne gültige Umfrage unter allen Queeren Personen.
    Nicht nur unter euch oder den "5 Personen Kommitees".
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#9 PetterAnonym
  • 15.01.2020, 17:06h
  • Also ich habe das Kölner CSD-Motto ja auch mehrfach kritisiert. Und stehe auch zu meiner Kritik.

    Aber die Bezeichnung "unverantwortlich" finde ich nun auch übertrieben.

    Da muss man auch mal ein wenig die Relationen im Blick behalten und erkennen, dass es nun wirklich andere Dinge gibt, die viel schlimmer sind als dieses Motto und sich fragen, ob wir unsere Kräfte wirklich mit solcher Selbstbeschäftigung vergeuden sollten oder nicht lieber gegen die wirklich schlimmen Dinge richten sollten.

    Gerade bei Jugend-Organisationen von Parteien habe ich nämlich oft das Gefühl, dass die bestimmte Nebenschauplätze bewusst eskalieren, um von dem Versagen "ihrer Mutterparteien" abzulenken, was für unsere Lebenswirklichkeit viel größere Auswirkungen hat als die Frage, welches CSD-Motto man irgendwo mal hat.

    Zumal das nächstes Jahr wieder ein anderes ist... Während rechtliche Diskriminierung, Untätigkeit gegen zunehmende Gewalt, etc. uns (dank untätiger Politiker) wohl auch noch erhalten bleibt, wenn es schon zig andere CSD-Mottos gab uns sich niemand mehr an das Kölner Motto des Jahres 2020 erinnert bzw. das erst nachschlagen muss.

    Deshalb:

    Ja, auch ich finde das Motto unglücklich, aber nicht "unverantwortlich". Und es gibt nun wirklich wichtigere Themen, worauf wir unsere Empörung und unsere Kräfte bündeln sollten.
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#10 Sir TobiAnonym
  • 15.01.2020, 17:10h
  • Ich finde das Motto gut. Es zeigt, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung auch für uns Queer-Leute da ist. Das Motto "Einigkeit! Recht! Freiheit!" zeigt, dass es Forderungen sind (drei Ausrufezeichen), die wir an die Gesellschaft stellen. Und weil wir Einigkeit, Recht und Freiheit fordern, ist es auch sinnvoll, diese drei Werte zu unterstützen.
    Um diese Message zu verdeutlichen, eine Anregung: Wie wär's, das Motto zu erweitern -
    "Einigkeit in Vielfalt!
    Recht auf Gleichheit!
    Freiheit für die Liebe!"
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