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Stalker vor Gericht

Bremen: Prozess gegen Schwulenhasser beginnt

Ein 31-Jähriger soll aus Hass jungen Schwulen das Leben zur Hölle gemacht haben. Jetzt wird ihm in Bremen der Prozess gemacht.


Noch ist völlig offen, ob der Angeklagte ins Gefängnis müsste oder in eine Psychiatrie (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)

Vor dem Amtsgericht Bremen hat am Mittwoch unter großen Medieninteresse der Prozess gegen einen mutmaßlichen Schwulenhasser begonnen. Der 31-jährige Angeklagte wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, 2016 mehrere schwule Männer aus Bremen monatelang gemobbt und regelrecht terrorisiert zu haben. Im August 2018 wurde Anklage erhoben (queer.de berichtete). Insgesamt zwölf Prozesstage sind zunächst angesetzt worden, wegen der umfangreichen Beweisführung zu Taten im Internet ist aber unklar, ob das ausreicht.

Noch ist ebenfalls unklar, ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist. Der Prozess wurde laut "Weser-Kurier" wegen Aussage einer psychologischen Sachverständigen unterbrochen. "Es gibt Hinweise auf eine psychologische Störung von relevanter Art", habe sie erklärt. Die Richter wollen daher bis Montag beraten, ob sie dem Rat der Expertin folgen. Dann müsste vor dem Landgericht weiterverhandelt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Angeklagte nicht mit Gefängnis rechnen muss, sondern mit der Unterbringung in einer Nervenklinik.

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Tatmotiv: Homophobie

Das Tatmotiv des Angeklagten soll Hass auf Homosexuelle gewesen sein. Sein Ziel sei es stets gewesen, jungen Schwulen Probleme zu bereiten und ihnen das Leben möglichst schwer zu machen. Einige seien beispielsweise über gefälschte Facebook-Konten geoutet worden. Laut der Polizei seien viele der Opfer traumatisiert gewesen. Der Mann sei für die Justiz kein Unbekannter, erklärte Frank Passade, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber Radio Bremen.

Die Anklageschrift umfasst vier Stalking-Fälle und 68 Straftaten, darunter neben der Nachstellung auch Volksverhetzung, Bedrohung, versuchte räuberische Erpressung, Beleidigung und Nötigung. Allerdings gehen die Behörden von weit mehr Opfern aus, die sich nicht getraut hätten, die Polizei einzuschalten.

Der Angeklagte soll auch einen zum Tatzeitpunkt erst 17-jährigen Schüler terrorisiert haben. Er soll dem Teenager innerhalb eines halben Jahres geschätzte 5.000 Facebook-Mitteilungen und Whatsapp-Nachrichten geschickt und ihn angerufen haben. Zudem soll er Bilder des Schülers in der Bremer Innenstadt verteilt haben, auf denen "Ich bin schwul" geschrieben stand. Der mutmaßliche Täter soll sogar eine Todesanzeige mit dem Namen des Jungen aufgegeben und einen Trauerkranz an seine Schule geschickt haben. (cw)



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#1 Patrick SAnonym
  • 15.01.2020, 16:52h
  • Finde es erstaunlich, dass man mit einer psychischen Störung fähig ist, fast 70 Straftaten zu begehen und diese erhebliche, kriminelle und hassverseuchte Energie aufbringen kann, aber gleichzeitig vermindert schuldfähig ist. Ich weiß, dass das eine kontroverse Meinung ist, aber für mich ist das nicht gerecht und sollte abgeschafft werden.
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#2 PetterAnonym
  • 15.01.2020, 17:00h
  • Ich hoffe, dass er so hart bestraft wird, wie das Gesetz es zulässt.

    Jedem kann mal im Affekt was rausrutschen. Aber wenn jemand andere Menschen monatelang systematisch terrorisiert, ist das keine Affekthandlung mehr. Das muss mit aller Härte bestraft werden, denn das was er den Opfern angetan hat, ist nicht wieder gut zu machen.
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#3 SoziopathAnonym
  • 15.01.2020, 17:49h
  • Antwort auf #1 von Patrick S
  • "vermindert schuldfähig" gibt es auch nur in Deutschland. Der muss nur glaubhaft den Psychologen was von "schwerer Kindheit" vorheulen und schon gibt es Mitleid vom Richter und 3 Monate Bewährung. Der Typ ist bestimmt hochmanipulativ, intelligent und psychopathisch.
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#4 Ralph
  • 15.01.2020, 17:55h
  • Und wieder die typisch deutsche Neigung, Verbrecher, die Menschen auf abscheulichste Weise terrorisiert haben, für wegen seelischer Störung schuldunfähig zu erklären. Der nächste Schritt ist es, die Opfer zu den wahren Tätern zu machen, weil sie für den Hass gegen sich selbst verantwortlich seien.
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#5 Tobi CologneAnonym
  • 15.01.2020, 18:05h
  • Bei solchen offenbar gestörten Individuen frage ich mich immer, ob die ein Fall für den Knast oder die geschlossene Psychiatrie sind...

    Irgendwas muss bei denen im Kopf schief laufen...
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#6 KaktusAnonym
#7 ElfolfProfil
  • 15.01.2020, 19:45hHamburg
  • Ich möchte mal einen Irrtum klar stellen. Die Unterbringung in der Psychiatrie ist kein Knast light. Vor allem ist sie nicht, wie eine Gefängnisstrafe zeitlich begrenzt. Es kann also sein, dass er weit länger in der Forensik einsitzen muss, als im Gefängnis. Erst ein Gutachten, dass seine Genesung bestätigt, kann ihn wieder entlassen und das ist nur sehr schwer zu erlangen.
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#8 JadugharProfil
  • 16.01.2020, 02:41hHamburg
  • Antwort auf #5 von Tobi Cologne
  • Da läuft sicherlich etwas schief. Menschen mit narzißtischer Persönlichkeitsstörung erniedrigen zwangshaft andere Menschen, um sich selbst zu erhöhen. Menschen zu terrorisieren gibt ihnen ein Gefühl der Stärke und Erhabenheit. Narzißmus besitzt psychopathische und paranoide Tendenzen.

    Andere homophobe Menschen, die gerne zwangshaft gegen Homosexuelle hetzen und am Liebsten den Homosexuellen alle Rechte einschließlich das Lebensrecht entziehen möchten, sind oft psychopathisch und besitzen eine sehr mangelnde Intelligenz. Sie können sich nicht vorstellen, wenn jemand anders sie so behandeln würde. Ähnlich ist es auch bei Rassimus, da ihr Verstand nicht ausreicht, daß ein anderer Rassist sie wegen ihrer Rasse angreifen würde. Psychopathisch deswegen, weil keine Spur von Empathie vorhanden ist.

    Paranoia ist der narzißtischen Persönlichkeitsstöruing sehr ähnlich, jedoch wird hier Homosexualität eventuell als Bedrohung empfunden. Die Schikane gegenüber Homosexuellen kann dann ein hierzu entsprechendes Wehrverhalten sein, um diese vermeindliche Bedrohung zu bekämpfen.

    Man kann davon ausgehen, das jener Mensch, der scheinbar zwanghaft versuchte Homosexuelle massiv oder extrem zu schikanieren, eine schwere kaum behebare Persönlichkeitsstörung hat.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 16.01.2020, 02:53hBerlin
  • Irgendein Gutachter wird ihm schon Schuldunfähigkeit attestieren. Er kommt dann entweder frei oder in die Klapse. Dabei weiß er genau, was er getan hat!
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#10 Homonklin_NZAnonym
  • 16.01.2020, 06:37h
  • Antwort auf #1 von Patrick S
  • Das ist immer abhängig von der Art von Störung, und wie die sich ausprägt. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass einer gleichzeitig doof ist, weil er die Merkmale einer Störung zeigt. Das ganz gern verallgemeinerte Image psychisch Kranker hängt allerdings immer noch der Wirklichkeit hinterher. Einige Störungen kommen sogar häufiger im Zusammenhang mit überdurschnittlichen, sonstigen Eigenschaften vor. Auf einer Seite sind die Betroffenen dann gewieft, einfallsreich und schlau, gleichzeitig aber liederlich, hinterlistig und verlogen, auch manipulativ, wickeln gern mal wen um den Finger.

    Ob solche Erkrankungen aber generell Jemand von der Verantwortung für sein Handeln ausschließen können, da kann man sich schon fragen- Denn Einige verstecken sich auch hinter ihrer Störung oder benutzen diese als Freischein, um alles Mögliche zu machen. Kann ja nicht dafür, ist krank. Selbst wenn er den Jungen dann schwer verletzt hätte oder irgendwas - vor dem Hintergrund seiner Störung könnte er nicht dafür können, war ja der böse Dämon, der ihn dazu zwang ect.

    Da müssen dann auch Gerichtsbestellte alle Tricks kennen, sonst spielt der Typ die eine Störung ausd, und behält eine andere für sich.
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