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Karneval

Saarländische Narren wollen gleich­geschlechtliche Paare in ein paar Jahren akzeptieren

Der saarländische Dachverband des Karnevals stellt nach heftiger Kritik in Aussicht, künftig auch homosexuelle Prinzenpaare zu akzeptieren. Allerdings "nicht so schnell".


Das verheiratete Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. von der Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse wurden von der Prinzenwahl ausgeschlossen, weil sie homo­sexuell sind (Bild: Facebook / KG Die Rebläuse e.V.)

  • 16. Januar 2020, 14:11h 13 3 Min.

Im Streit um den Ausschluss eines lesbischen Paares von der Wahl zum saarländischen Prinzenpaar des Jahres haben beide Seiten eine Aussprache zur Klärung des Konflikts vereinbart. "Wir wollen nach den Vorwürfen auf die sachliche Ebene zurückkehren und hatten dazu auch bereits ein erstes Gespräch", sagte Stefan Jung von der Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse e.V. in Kleinblittersdorf am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollten nie die Tür zustoßen, sondern eine Diskussion anregen", betonte Jung.

Der Präsident vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK), Hans-Werner Strauß, sagte, beide Seiten hätten für Freitagnachmittag ein Treffen vereinbart, um zusammen eine Lösung zu finden. Er sei sicher, dass dies gelinge werde. Wenn man das Regelwerk ändern und künftig auch gleichgeschlechtliche Paare zur Wahl zulassen wolle, könne man das für die kommenden Jahre anstreben. "Das geht nicht so schnell. Das muss im Rahmen einer Jahreshauptversammlung (des Verbandes) gemacht werden", sagte Strauß.

Die Rebläuse e.V. hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass ihr Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. von der Wahl zum Prinzenpaar des Jahres im Rahmen des sogenannten Prinzenfrühstücks am 26. Januar ausgeschlossen sei. Der Verein werde "diese homophobe Regelung und diese Ausgrenzung" aber nicht dulden (queer.de berichtete). Der in die Kritik geratene Verband wies die "Unterstellung" einer homophoben Haltung am Mittwochabend in einer Pressemitteilung zurück (queer.de berichtete). "Wir verwahren uns dagegen", sagte Präsident Strauß der dpa. "Wir haben eine lange Tradition. Und wir sind offen".

Prinzesinnenpaar will nicht an Prinzenfrühstück teilnehmen

Das Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. habe sich unabhängig von der Entwicklung des Streits entschlossen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu der Veranstaltung am 26. Januar in Riegelsberg zu gehen, sagte Jung. "Die Aufmerksamkeit wäre dann wegen des Konflikts wohl allein auf das Paar gerichtet, und das wäre unfair gegenüber den anderen Paaren." Das Paar sei aber eingeladen, dabei zu sein, sagte Strauß.

In sozialen Netzwerken hat der Streit teils heftige Reaktionen hervorgerufen. Auf der Facebook-Seite des VSK üben viele Nutzer Kritik: "Traditionen, die ausschließen anstatt einzubinden, sind überholt", schreibt einer. Eine Nutzerin ergänzt: "'Das haben wir schon immer so gemacht' hat noch keinen weiter gebracht."

Die Rebläuse begrüßten unterdessen die Debatte: "Die Aufmerksamkeit, die diesem Thema gegeben wird, ist für die Sache gut. Zukünftige gleichgeschlechtliche Prinzenpaare erhalten somit endlich die Möglichkeit, sich nicht per se ausgeschlossen zu fühlen", schrieb die Karnevalsgesellschaft am Donnerstagvormittag auf Facebook. "Die Diskussion darüber war überfällig und all die positiven Rückmeldungen und Reaktionen zeigen, dass die Zeit reif ist, Traditionen im Karneval und der Faasend anzupassen."

Die Aufmerksamkeit, die diesem Thema gegeben wird, ist für die Sache gut. Zukünftige gleichgeschlechtliche Prinzenpaare…

Gepostet von KG Die Rebläuse e.V. am Mittwoch, 15. Januar 2020
Facebook / KG Die Rebläuse e.V.
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Der Verein bedankte sich auch bei Vertretern der Saarländischen Karnevalsjugend, "die ihre Unterstützung bei unserem Problem von Anfang an kund getan haben". Auf Facebook schrieb die VSK-Jugend, man stehe dafür ein, "dass man Traditionen unserer Saarländischen Fastnacht bewahren und auch die Zukunft unseres Brauchtums modern gestalten kann". Weiter hieß es: "Als saarländische Karnevalsjugend werden wir uns dafür stark machen, bereits in dieser Session gleichgeschlechtliche Prinzenpaare zuzulassen." (dpa/dk)

Die Saarländische Karnevalsjugend steht für eine offene und bunte Gesellschaft und auch dafür, dass man Traditionen…

Gepostet von VSK-Jugend am Mittwoch, 15. Januar 2020
Facebook / VSK-Jugend
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-w-

#1 AndrarEhemaliges Profil
  • 16.01.2020, 15:56h
  • Wir wolle hier,
    des is doch klar,
    Kä schwules oder Lesbenpaar
    Des Prinze spiele tut und so
    Denn wir sin alle hetero

    Narhallamarsch !
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#2 Taemin
  • 16.01.2020, 16:03h
  • WENN man das wolle, könne man es für die KOMMENDEN Jahre anstreben. Wie in der Politik, erst mal Gesprächsbedarf und Meinungsbildung, dann in ein paar Jahren vielleicht Wiedervorlage. Dass eine Entscheidung falsch ist und sofort berichtigt werden muss, ist außerhalb jeglicher Vorstellungskraft. Der saarländische Karneval gefällt sich als Hort reaktionärer Gesinnung.
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#3 PetterAnonym
  • 16.01.2020, 16:32h
  • Immer schön auf "irgendwann später" verschieben.

    Ich übersetze mal:
    Die wollen das nicht, wollen das aber nicht so offen sagen, also wird Hoffnung für die Zukunft gemacht.

    Und wenn man dann "irgendwann später" nachfragt, sagen sie einem wieder "irgendwann später"...
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