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Karneval

Saarländische Narren wollen gleichgeschlechtliche Paare in ein paar Jahren akzeptieren

Der saarländische Dachverband des Karnevals stellt nach heftiger Kritik in Aussicht, künftig auch homosexuelle Prinzenpaare zu akzeptieren. Allerdings "nicht so schnell".


Das verheiratete Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. von der Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse wurden von der Prinzenwahl ausgeschlossen, weil sie homosexuell sind (Bild: Facebook / KG Die Rebläuse e.V.)

Im Streit um den Ausschluss eines lesbischen Paares von der Wahl zum saarländischen Prinzenpaar des Jahres haben beide Seiten eine Aussprache zur Klärung des Konflikts vereinbart. "Wir wollen nach den Vorwürfen auf die sachliche Ebene zurückkehren und hatten dazu auch bereits ein erstes Gespräch", sagte Stefan Jung von der Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse e.V. in Kleinblittersdorf am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollten nie die Tür zustoßen, sondern eine Diskussion anregen", betonte Jung.

Der Präsident vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK), Hans-Werner Strauß, sagte, beide Seiten hätten für Freitagnachmittag ein Treffen vereinbart, um zusammen eine Lösung zu finden. Er sei sicher, dass dies gelinge werde. Wenn man das Regelwerk ändern und künftig auch gleichgeschlechtliche Paare zur Wahl zulassen wolle, könne man das für die kommenden Jahre anstreben. "Das geht nicht so schnell. Das muss im Rahmen einer Jahreshauptversammlung (des Verbandes) gemacht werden", sagte Strauß.

Die Rebläuse e.V. hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass ihr Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. von der Wahl zum Prinzenpaar des Jahres im Rahmen des sogenannten Prinzenfrühstücks am 26. Januar ausgeschlossen sei. Der Verein werde "diese homophobe Regelung und diese Ausgrenzung" aber nicht dulden (queer.de berichtete). Der in die Kritik geratene Verband wies die "Unterstellung" einer homophoben Haltung am Mittwochabend in einer Pressemitteilung zurück (queer.de berichtete). "Wir verwahren uns dagegen", sagte Präsident Strauß der dpa. "Wir haben eine lange Tradition. Und wir sind offen".

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Prinzesinnenpaar will nicht an Prinzenfrühstück teilnehmen

Das Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. habe sich unabhängig von der Entwicklung des Streits entschlossen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu der Veranstaltung am 26. Januar in Riegelsberg zu gehen, sagte Jung. "Die Aufmerksamkeit wäre dann wegen des Konflikts wohl allein auf das Paar gerichtet, und das wäre unfair gegenüber den anderen Paaren." Das Paar sei aber eingeladen, dabei zu sein, sagte Strauß.

In sozialen Netzwerken hat der Streit teils heftige Reaktionen hervorgerufen. Auf der Facebook-Seite des VSK üben viele Nutzer Kritik: "Traditionen, die ausschließen anstatt einzubinden, sind überholt", schreibt einer. Eine Nutzerin ergänzt: "'Das haben wir schon immer so gemacht' hat noch keinen weiter gebracht."

Die Rebläuse begrüßten unterdessen die Debatte: "Die Aufmerksamkeit, die diesem Thema gegeben wird, ist für die Sache gut. Zukünftige gleichgeschlechtliche Prinzenpaare erhalten somit endlich die Möglichkeit, sich nicht per se ausgeschlossen zu fühlen", schrieb die Karnevalsgesellschaft am Donnerstagvormittag auf Facebook. "Die Diskussion darüber war überfällig und all die positiven Rückmeldungen und Reaktionen zeigen, dass die Zeit reif ist, Traditionen im Karneval und der Faasend anzupassen."

Die Aufmerksamkeit, die diesem Thema gegeben wird, ist für die Sache gut. Zukünftige gleichgeschlechtliche Prinzenpaare…

Gepostet von KG Die Rebläuse e.V. am Mittwoch, 15. Januar 2020
Facebook / KG Die Rebläuse e.V.

Der Verein bedankte sich auch bei Vertretern der Saarländischen Karnevalsjugend, "die ihre Unterstützung bei unserem Problem von Anfang an kund getan haben". Auf Facebook schrieb die VSK-Jugend, man stehe dafür ein, "dass man Traditionen unserer Saarländischen Fastnacht bewahren und auch die Zukunft unseres Brauchtums modern gestalten kann". Weiter hieß es: "Als saarländische Karnevalsjugend werden wir uns dafür stark machen, bereits in dieser Session gleichgeschlechtliche Prinzenpaare zuzulassen." (dpa/dk)

Die Saarländische Karnevalsjugend steht für eine offene und bunte Gesellschaft und auch dafür, dass man Traditionen…

Gepostet von VSK-Jugend am Mittwoch, 15. Januar 2020
Facebook / VSK-Jugend



#1 AndrarEhemaliges Profil
  • 16.01.2020, 15:56h
  • Wir wolle hier,
    des is doch klar,
    Kä schwules oder Lesbenpaar
    Des Prinze spiele tut und so
    Denn wir sin alle hetero

    Narhallamarsch !
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#2 Ralph
  • 16.01.2020, 16:03h
  • WENN man das wolle, könne man es für die KOMMENDEN Jahre anstreben. Wie in der Politik, erst mal Gesprächsbedarf und Meinungsbildung, dann in ein paar Jahren vielleicht Wiedervorlage. Dass eine Entscheidung falsch ist und sofort berichtigt werden muss, ist außerhalb jeglicher Vorstellungskraft. Der saarländische Karneval gefällt sich als Hort reaktionärer Gesinnung.
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#3 PetterAnonym
  • 16.01.2020, 16:32h
  • Immer schön auf "irgendwann später" verschieben.

    Ich übersetze mal:
    Die wollen das nicht, wollen das aber nicht so offen sagen, also wird Hoffnung für die Zukunft gemacht.

    Und wenn man dann "irgendwann später" nachfragt, sagen sie einem wieder "irgendwann später"...
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#4 RetroGayProfil
  • 16.01.2020, 17:49hDortmund
  • BlaBlaBla!

    Man verwahrt sich entschieden gegen den Vorwurf der Homophobie?
    Das ist doch wohl das Allerletzte!!!
    Sich wie eine Wildsau aufführen, und dann feige abwiegeln. Wer Sch**ße sät. muß sich nicht wundern, wenn er Shitstorm erntet.

    Und dann, wenn nicht die nächste Bundestagswahl von der AfD gewonnen wird, können wir ja mal überlegen, ob wir mal nachdenken wollen.....
    Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte!

    Dieser Mist gehört komplett boykottiert!
    Diejenigen in diesen Vereinen, die sich von so einer homophoben Haltung distanzieren, müssen endlich Zivilcourage zeigen!

    Ansonsten dringend prüfen, ob man dem VSK und dem BDK an die Gemeinnützigkeit kann,
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#5 dellbronx51069Anonym
  • 16.01.2020, 18:35h
  • Saarland ? Gehört das zu Deutschland?
    Hab ich was nicht mitbekommen?
    Erst AKK , jetzt das. Scheint dort wohl immanent zu sein.
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#6 Leon 4Anonym
  • 16.01.2020, 20:14h
  • Antwort auf #5 von dellbronx51069
  • Des tolle am Saarland ist allerdings, egal in welche Richtung du läufst, nachdem du n paar Dörfer durchquerst hast in denen sich alle 300 Einwohner 2 Nachnamen teilen haste des Saarland auch schon wieder verlassen...
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#7 stephan
  • 16.01.2020, 21:48h
  • Echt nicht zu fassen! In den nächsten Jahren? ...

    Geht es hier um eine Sache, die lange vorher geregelt werden muss? Etwa um etwas wichtiges, etwas bedeutende? Es geht um einen Jux-Verein, der allein von ein paar Funktionären und Pöstcheninhabern ernst genommen wir. Die meisten anderen Menschen wollen vielleicht Karneval feiern und fertig ...
    Da kann man heute Abend noch mit einem Federstrich die Regeln ändern ... besser noch sich auflösen und morgen einen neuen Verein ohne homophobe Regeln gründen. Fertig! ... Ist eine Vereinssatzung überhaupt gültig, wenn die gegen das Diskriminierungsverbot verstößt?

    Auch wenn der Verstand im Saarland offenkundig langsam wächst - wenn überhaupt - solche Dinge kann man umgehend regeln, wenn man will. Alles andere sind Verzögerungstaktiken und Schutzbehauptungen!
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#8 DeanaAnonym
  • 16.01.2020, 23:50h
  • Mädels, geht hin und rockt die Party. Zieht Aufmerksamkeit und sucht Verbündete unter den anderen Paaren. Denn nicht alle Narren sind bekloppt... die Mehrheit ist einfach jeck.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 17.01.2020, 08:25hBerlin
  • Ach, in ein paar Jahren erst? Wie fortschrittlich! (Ironie off)
    Haben die Kerle noch nie was vom Grundgesetz gehört? Da steht nämlich drin, dass niemand wegen seines/ihren GESCHLECHTS benachteiligt werden darf. Die homophobe CDU hat sich ja dagegen gewehrt, dass auch die sexuelle Präferenz dazu gehört.
    Liebes Paar, verklagt doch den Verband wegen Diskriminierung. Mal sehen, wie die dann reagieren!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 DramaQueen24Profil