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"Einigkeit! Recht! Freiheit!"

Cologne Pride: Ein Motto schafft Wunden statt Einigkeit

Bei einer hitzigen Diskussionsveranstaltung wurde deutlich, dass der Kölner CSD an seinem geplanten Motto nicht wird festhalten können. Nur der Vorstand bemerkt es noch nicht.


Der Vorstand des Cologne Pride bzw. des ihn veranstaltenden Kölner Lesben- und Schwulentags (KLuST e.V.) während der Debatte am Donnerstag (Bild: nb)

"Einigkeit im Kampf gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Respektlosigkeit!", "Miteinander statt gegeneinander, denn Einigkeit macht stark!" – so lauten einige der Stichworte, mit denen der Cologne Pride versucht, das diesjährige Motto "Einigkeit! Recht! Freiheit!" näher zu begründen. Für den Donnerstag hatte der Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentages nach wochenlanger Kritik zu einer Diskussionsveranstaltung geladen und es wurde schnell deutlich, dass das Motto schon deshalb gescheitert ist, weil es keine Einigkeit schafft, sondern spaltet. Und weil es für einige, für die dieser CSD, diese Community, da ist, verletzend und ausgrenzend erscheint.

Bereits im Vorfeld hatten Szeneaktivisten und Grüne Jugend, Jusos, Linksjugend und weitere Gruppen in Offenen Briefen dargelegt, warum das Motto nicht zu halten sei: Nicht alle teilnehmenden Gruppen könnten sich positiv mit einem Motto identifizieren, das sich auf die Nationalhymne bezieht, damit Geschichte und Gegenwart von Verbrechen, Unrecht und Ausgrenzung im Namen des Staates ignoriere und auf nationale Symbolik und Rhetorik setze, statt auf grenzübergreifende Solidarität – und das in Zeiten der Zunahme rechtsextremer Hetze und nationalistischer Mobilisierungen. Refugees, Migrant*innen und in Deutschland geborene People of Color, die Alltags- und strukturellen Rassismus in Staat und Gesellschaft beklagen, würden sich in dem Motto nicht wiederfinden, während der CSD in seiner Begründung meint: "Dieses Land ist unser Land! Unser Grundgesetz, unsere Nationalhymne und unsere Einheit!"

Motto-Unterstützung von Rechts

Der Cologne Pride reagierte am Mittwoch in einem eigenen Offenen Brief, in dem er die Kritik bereits vor dem Diskussionsabend zurückwies. So stellten die Erläuterungen zum Motto dar, dass es als "eine Forderung an die hier lebende Gesellschaft" gemeint sei. "Das Argument, unter einem bestimmten Motto sei eine Teilnahme vielleicht nicht möglich, verstehe ich nicht", so Vorstand Jens Pielhau. "In der Vergangenheit haben viele Gruppen das Motto für sich 'passend' gemacht." Dabei könne auch Kritik am Motto geäußert werden.

"Ich persönlich verstehe auch nicht, warum das Motto nicht inklusiv sein soll", so Pielhau weiter. "Gerade in der Erläuterung machen wir klar, dass der Rechtsrahmen, in dem sich alle bewegen, eben auch für alle gleich sein muss. Das Grundgesetz unterscheidet Menschen nicht; wir tun das mit dem Motto ebensowenig. Es gilt als Forderung für unsere Rechte und unsere Freiheit; die aller und die jeder einzelnen Person." Es sei auch "keineswegs so, als könnten sich Populisten mit dem Motto leichten Zugang zum CSD verschaffen" – an den im Motto versteckten und in der Begründung aufgegriffenen Forderungen würden sich "Populisten nicht die Finger verbrennen. Der Vorstand ist sich seiner besonderen Verantwortung, populistische Tendenzen, abzuwehren bewusst."


Die Erläuterungen und Forderungen des CSD zu seinem Motto wurden am Donnerstag auch als Flugblatt verteilt (PDF-Version)

Ist das so? In den letzten Tagen hatten in sozialen Netzwerken unter anderem die rechte und homofeindliche "Werte-Union" ebenso das Motto vorgeblich begrüßt wie der Ortsverband der menschenfeindlichen, queere Rechte massiv bekämpfenden AfD. Ohne Verweis auf den Forderungskatalog des CSD, aber im eigenen Sinne das Motto ausnutzend und aneignend ("Patriotische Homosexuelle wählen heutzutage AfD!"). Das ganze blieb ohne Gegenrede des CSD in sozialen Netzwerken, aber mit rechten Follower-Kommentaren wie "Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen."

Bei der Diskussion am Donnerstag wurde der CSD-Vorstand aus dem Publikum heraus mehrfach gefragt, was seine Strategie gegen rechte Vereinnahmungen wäre. Eine durchdachte Antwort schien er dazu nicht zu haben, erneut wurde etwa auf den Forderungskatalog verwiesen. Der so wichtige wie selbstverständliche Gedanke, der CSD müsse seine Teilnehmenden schützen und die Szene sei ein Schutzraum, war da bereits ad absurdum geführt worden: Bis nach über einer halben Stunde endlich jemand auf den für viele offensichtlichen Elefanten im Raum hinwies, saß da der schwule ultrarechte Aktivist und Propagandist David Berger, machte als angeblicher "Journalist" Fotos und Videos der Teilnehmenden und wird diese, wie Fotos vom CSD in der Vergangenheit, sicher dazu nutzen, etwa Transsexuelle seinen rechten Anhängern zum Spott vorzuwerfen. Unter allerlei Verdrehungen schreibt er in seinem – in rechten Kreisen viel geteilten – Blog bereits: "David Berger von Linksextremen brutal aus Veranstaltung zum Kölner CSD gehetzt".

Wir hören euch zu, aber wir hören euch nicht

Der Abend war zwischenzeitlich immer wieder ins Chaos entglitten, wie man es sonst nur aus Berlin kennt, durch laute Zwischenrufe, Störungen und unproduktive Vorwürfe und Beleidigungen aus einzelnen mutmaßlich autonomen oder queer-feministischen Personengruppen heraus, die teils zu unproduktiven Gegenreaktionen führten und gar in vereinzelten Gerangel endeten. Niemand der noch Anwesenden im Raum verdiente es, unterbrochen oder beleidigt oder mit dem Verweis auf sein Mann- oder Deutscher-sein abqualifiziert und abgewürgt zu werden.

Der Cologne Pride könnte es sich nun einfach machen und sich als Opfer einer, manchmal bedrohlichen, Niederschrei-Debattenkultur darstellen. Dennoch kamen aus allen Ecken, auch aus den lauten, berechtigte formelle wie inhaltliche Kritikpunkte. Viele Rednerinnen und Redner forderten Unterstützung für sich und andere ein und waren fassungslos über das Ausbleiben von Solidarität und Verständnis. Kurz nach Beginn gab es einen Aktionsflashmob: Zur eingespielten Melodie der Nationalhymne standen nacheinander mehrere Personen auf und verlasen kurze Biografien, etwa die einer abgelehnten lesbischen Asylbewerberin oder die eines nach Paragraf 175 verfolgten Mannes. Das war beeindruckend wie beängstigend: Sind schon Act-up-artige Aktionen gegen den eigenen CSD nötig?


Der volle Saal des Sozialdienstes katholischer Frauen am Mauritiussteinweg

Der KLuST antwortete vor allem mit einer leisen, aber machtvollen Ignoranz. Schon in seinem Offenen Brief hatte er geschrieben: "Das Motto wurde in einem demokratischen Prozess gewählt und nicht vom Vorstand vorgegeben. Es einfach zu ändern, wäre ein Missbrauch demokratischer Prinzipien." Zu Beginn der Veranstaltung und immer wieder mittendrin ließen Vertreter des KLuST vom Podest herab durchblicken, über das Motto vielleicht reden, aber es nicht ändern zu wollen. Man darf mutmaßen, dass ein Großteil des Publikums hingegen erschienen war, um das alte schnell beiseite zu legen und ein neues zu suchen. Es gab vereinzelte Motto-Unterstützer, die vor allem auf die Aneignung der Begrifflichkeiten im vermeintlich queeren und Rechte einfordernden Sinne setzten. Applaus fand das wenig, und Kompromissideen wie drei Frage- statt Ausrufezeichen im Motto überzeugten, auch nach diesem Vorlauf, ebenfalls kaum jemanden.

Während der Vorstand mehrfach betonte, dass man auch die "Forderungen" zum Motto betrachten müsse oder dass die "Intention" des Mottos eine andere sei, wurde aus dem Saal heraus immer wieder von den unterschiedlichsten Personen berichtet, was es in ihnen auslöst. Teils unter Tränen, teils unter bedrückter Stimme, teils unter Wut erzählten etwa Transfrauen oder Geflüchtete, warum sie sich nicht mit diesem Motto identifizieren können, etwa weil der Staat oder die Gesellschaft sie diskriminiere oder ausgrenze. Mal lauschte der Saal bedrückt, mal reagierte er mit tosendem Applaus. Es ist schwierig, ihre Worte aufgrund der Lautstärke und Hektik vor Ort und den eigenen Notizen korrekt und angemessen wiederzugeben. Doch hier zeigten sich nachvollziehbare Verletzungen, Schmerzen und Ängste. Kann ein CSD das ignorieren?


Ein verteiltes Flugblatt von Gegnern des Mottos

Stellt das Motto wirklich Forderungen an den Staat oder feiert es ihn, fragte eine Person. Mehrere Rednerinnen und Redner erinnerten an die Geschichte der Nationalhymne oder betonten, das Motto fördere eine Deutschtümelei und einen ausgrenzenden, zur Bedrohung von Minderheiten führenden Nationalismus, wo, wie eine Vertreterin des Rubicon ermahnte, ein Motto nötig sei, das alle Community-Mitglieder mit ihren Anliegen umfasse und multinationale und multikulturelle Solidarität widerspiegele.

Die Gesellschaft werde zunehmend von Rechts gespalten, beklagte eine Aktivistin des Dyke* March. Das mache ihr, mache vielen Angst, die mühsam nun erneut bekämpfte queere Rechte und queere Sichtbarkeit erkämpft hätten. Seit über zwei Jahrzehnten sei die Kölner Community ihre Heimat, nehme sie am CSD teil. Doch das neue Motto spalte, das zeige der Abend augenscheinlich. Sie könne an einem CSD unter diesem Motto nicht teilnehmen.

Ein schwuler Rom erinnerte an die Verfolgung von Sinti und Roma und Juden und fragte gen Vorstand: "Habt ihr keine Erinnerung? Schämt euch! Unsere Vergangenheit ist eure Schuld." Er verließ den Saal, einige gingen aus Solidarität mit. Es sei doch offensichtlich, wie unpassend das Motto sei, vor allem für Menschen aus der Community, die besonders marginalisiert und vulnerabel sind, beklagte eine Person zuvor. "Habt ihr das vergessen, diesen Schmerz?"

"Wir müssen da noch mal ran"

Nach einem Fazit gefragt, betonte Vorstand Jens Pielhau nach der Diskussion gegenüber queer.de, er habe viele unterschiedliche Stimmen gehört, auch die leiseren für die Beibehaltung des Mottos, dessen Intention man vielleicht deutlicher machen müsse. Auf den Hinweis, dass man den Saal doch etwas anders gelesen habe, und die Frage, ob das Motto bleibe, meinte Pielhau: "Wir müssen da noch mal ran." Auf Nachfrage bezog er das ausdrücklich nicht allein auf das Motto, sondern auf das Gesamtbild aus Motto und Erläuterungen.

Vor dem CSD werde es keine Mitgliederversammlung mehr geben, so Pielhau, der Vorstand könne aber eine Mottoänderung entscheiden. Er trifft sich am Montag.


 Update  18.05h: Stellungnahme des KLuST

Während es zum Verlauf des Abends inzwischen diese Analyse des Politikberaters Erik Flügge gibt, hat der Cologne Pride am Freitagnachmittag diese Stellungnahme veröffentlicht (auch bei Facebook):

Nachdem unser CSD-Motto "Einigkeit! Recht! Freiheit!" für Diskussionen vor allem in den Sozialen Netzwerken sorgte, haben wir uns dazu entschieden, einen öffentlichen Talk zum Motto zu veranstalten. Wir wollten Interessierten die Möglichkeit geben, sich untereinander und vor allem auch mit uns dem Vorstand auszutauschen.

Wir mussten leider direkt zu Beginn der Veranstaltung feststellen, dass von einigen Teilnehmer*innen eine Bereitschaft zu einem respektvollen Umgang und einer konstruktiven Diskussion nicht vorhanden und auch nicht erwünscht war. Das finden wir höchst bedauerlich, denn hier wurde eine Chance vertan, gegenseitige Bedenken, Ängste, Wut und Sorgen anzusprechen und gemeinsam eine Lösung hierfür zu finden.

Der Vorstand des KLuST verurteilt jegliche Form von Gewalt, Sexismus und jegliche Beleidigungen und Bedrohungen, die während der Veranstaltung angewandt wurde. Weiterhin weisen wir den Vorwurf, wir würden mit den Rechten zusammenarbeiten und hätten diese eingeladen entschieden zurück! Der KLuST ist seit 2013 im Bündnis Köln stellt sich quer und hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

Wir sind darüber erschrocken, dass Vorstandsmitglieder nach der Veranstaltung von Teilnehmer*innen physisch angegangen wurden.

Ein konstruktiver Umgang mit dem Motto, mit der Kritik hieran und einem respektvollen Umgang miteinander war leider nicht zu erkennen.

Wir mussten bedauerlicherweise die Veranstaltung vorzeitig abbrechen, ohne dass sich der Vorstand in die Diskussion einbringen konnte.

Über das weitere Vorgehen werden wir uns nun beraten.

Der Vorstand, Geschäftsführer und Beirat des Kölner Lesben- und Schwulentag e.V.



#1 FredericAnonym
  • 17.01.2020, 16:24h
  • Schade, wenn man sich von einem lauten aber kleinen Teil der Community instrumentalisieren lässt. Ich hoffe, der CSD bleibt bei dem Motto.
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#2 Sukram712Anonym
  • 17.01.2020, 16:42h
  • Ein kurzer Blick auf das abgebildete Flugblatt genügt, um die Kritiker als Spinner abzutun.

    Beim zweiten Blick stellt man fest, dass es sich bei den Kritikern um die Jugendverbände von linken Gruppierungen handelt, die besonders radikal drauf, ständig gegen fast alles sind und die man deshalb nicht ernst nehmen kann.

    Unsere Nationalhymne zu zitieren, ist doch nicht gleich eine "nationale Agenda". Erst Recht nicht beim CSD. Es ist zum Abschluss auch kein "großer Zapfenstreich" geplant.

    Wenn radikale Leute mit den Symbolen unserer liberalen Demokratie - bei allen Mängeln und offenen Forderungen - ein Problem haben, dann sind nunmal diese Leute das Problem und nicht alle anderen.

    Zu Deutschland gehören eben auch Schwule, Leben, Trans und die gesamte LGBT-Gemeinschaft und Gäste, unabhängig vom Herkunftsland, die hier leben.
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#3 HyenadykeProfil
  • 17.01.2020, 16:47hKöln
  • Antwort auf #1 von Frederic
  • Schade, dass hier ein kleiner Teil (der Community?) mit aller Macht eine Spaltung herbei trotzen will.

    Falls Du das wirklich nicht mitbekommen haben solltest:
    Wer dort sich gegen das Motto ausspricht, sind nicht "ein paar laute Krakeler", sondern die überwältigende Mehrheit derjenigen, die das ganze drumherum um den CSD mit Leben füllen. Die die Veranstaltungen organisieren, die Demo-Gruppen, die Infostände.
    Die sich im ganzen Jahr queerpolitisch engagieren, ehrenamtlich und ohne das Budget, dass dem KLuST zur Verfügung steht.

    Was sich der KLuST da gestern geleistet hat, war echt unterste Schublade.
    Gegenargumente und Befindlichkeiten wurden paternalistisch abgekanzelt, Beleidigungen und filmende Identitäre
    schulterzuckend hingenommen und - wenn überhaupt - mit Null-Phrasen kommentiert.

    So geht das nicht! Das Vertrauen untereinander und das Klima in Köln sind nach diesem Debakel auf lange Zeit vergiftet.

    Die einzigen, die sich darüber freuen, sind die Rechten.
    Vielen Dank auch.
    Katastrophe mit Ansage.
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#4 Sukram712Anonym
  • 17.01.2020, 17:09h
  • Antwort auf #3 von Hyenadyke
  • > Die einzigen, die sich darüber freuen, > sind die Rechten.

    Klar! - Wenn sich manche Leute noch nicht mal mit "Einigkeit, Recht, Freiheit" - samt Erklärungen des Mottos - identifizieren können, dann ist es einfach kein Wunder, wenn Rechte das aufgreifen und auch "Normalbürger" den Kopf schütteln...

    Die Nationalhymne und die Begriffe können nichts dafür, dass sie von Rechten nissbraucht werden. Ein Grund mehr, diese Symbole unserer Demokratie mal in einen positiven Kontext zu bringen.
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#5 FredericAnonym
#6 Lateiner_inAnonym
  • 17.01.2020, 17:25h
  • Antwort auf #3 von Hyenadyke
  • "Die einzigen, die sich darüber freuen, sind die Rechten."

    Leider wahr: Hier wird geradezu in Perfektion die Maxime "Divide Et Impera" umgesetzt.

    "Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche) ist eine Redewendung [...]; sie empfiehlt, eine zu besiegende oder zu beherrschende Gruppe [...] in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufzuspalten. Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen."

    de.wikipedia.org/wiki/Divide_et_impera

    Die Rechten, deren Denke längst auch den Weg in die Community gefunden hat, können sich ins Fäustchen lachen, während in der Community offenbar alles mittlerweile völlig eskaliert.

    Meiner Ansicht nach sollte der KLuST spätestens jetzt die Notbremse ziehen, es sei denn, er möchte noch Jahrzehnte danach dafür verantwortlich gemacht werden, ein Großteil zur Spaltung der Community beigetragen zu haben.

    Das Motto ist absolut unhaltbar.
    Wenn es doch bleibt, haben wir verloren.

    Im Zweifel, sollte kein für die große Mehrheit der Community akzeptables Motto gefunden werden, würde ich sogar dafür plädieren, den CSD Köln 2020 ausfallen zu lassen und die Energien dafür zu nutzen, aufzuarbeiten, was da gerade passiert und dafür zu sorgen, dass ein solcher Eklat sich 2021 nicht wiederholt.
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#7 BePrideAnonym
  • 17.01.2020, 17:43h
  • Letzter Ausweg für einen Vertretungsanspruch von KLuST noch dieses Jahr ist die Erklärung "Würde, Freiheit, Gleichheit" zum diesjährigen CSD-Motto. Etwas anderes kriegt KLuST in seinem Zustand gar nicht mehr hin.
    Die Vorteile dieses Mottos habe ich im #1 zum offenen Brief "Grenzenlose Vielfalt statt nationaler Einfalt" in der Rubrik "Standpunkte" hier benannt. Auf diesem die Grundlage unseres Zusammenlebens bestimmenden und fordernden Motto liessen sich die vielen aktuellen Forderungen wie bei jedem CSD draufsetzen. Sollte KLuST aber anscheinend keine Einigkeit der Community, sondern ihre Spaltung noch weiter forcieren zu wollen, liegt es an uns, sich nicht spalten zu lassen, sondern alle auf den CSD sowohl mit unseren Forderungen zu kommen als auch den Nationalismus und deren Propaganden zu karekieren. KLuST hat jedenfalls jede Glaubwürdigkeit verloren und kann sich als eine Untergruppe der AFD bewerben. Köln muss sich für den CSD neu organisieren, um weiter queere Interessen zu vertreten.
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#8 So issesAnonym
  • 17.01.2020, 18:24h
  • Oh je, die Community zerfleischt sich mal wieder selber. Akribisch wird so lange gesucht, bis man wieder etwas gefunden hat, um los zu zetern. Am Besten KLuST sagt den CSD ab und lässt mal die machen, die laut schreiend immer alles besser wissen. Nur die Verantwortung müssten sie dann auch übernehmen und ich denke: Schwupps sind alle weg...... denn man muss sich bereits über das nächste Thema echauffieren.
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#9 g12nAnonym
  • 17.01.2020, 18:35h
  • Die Teilnehmer des Flashmob haben nicht mal bemerkt, dass er das Motto geradezu perfekt umgesetzt haben. Wagen drum, fertig.

    Ja, der Staat macht ein Versprechen, dass er noch immer nicht gehalten hat. Und die Geschichte ist voll von Beispielen, wo er es gebrochen hat. Und auch heute ist nicht eingelöst. Die Forderung nach der Einhaltung dieses Versprechens steht noch.

    Wir haben das mit genau diesen Worten bereits gefordert:

    m.youtube.com/watch?v=kmnMI90YX24

    Und wir tun es weiter.

    Wer sich auf die Logik Der Nazis einlässt, die sagen Ihr gehört nicht dazu hat diesen Staat schon aufgegeben. Dann macht auch eine Demo keinen Sinn mehr.

    Aber nein, wir machen keinen reinen Party-Tralala CSD sonder wir fordern weiter ein, was uns diese Hymne verspricht.
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#10 ElfolfProfil
  • 17.01.2020, 18:48hHamburg
  • Ein Motto, dass eine Seite Erklärung braucht, ist kein Motto! Besonders, denn man Rechten damit die Möglichkeit gibt, den Sinn in nur zwei Sätzen ins Gegenteil zu verkehren und damit dann die Filterblase im Netz zu fluten. Ich distanziere mich persönlich von jedem nationalen Symbolismus. Ich hasse diese Hymne. Das deutsche Vaterland hat mehr Unheil über die Welt gebracht, als jedes andere. Ich bin ein Mensch unter Menschen und nicht ein doitscher Schwuler im doitschen Volkskörper! Ich lebe in Hamburg recht unbehelligt, weil ich als alter weißer Mann in der Menge untergehe, trotzdem kann ich überall noch befremden auslösen, wenn ich betone, schwul zu sein. Wir sind da aber wir sind für andere immernoch anders.
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