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Saarland
Narrenverband lässt nun doch gleichgeschlechtliche Paare zur "Prinzenpaarwahl" zu
Nach dem Ausschluss eines lesbischen Paares von der traditionellen Wahl hat der saarländische Karnevals-Dachverband eingelenkt – das Paar will allerdings nicht mehr antreten.

Für das verheiratete Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. hatten sich tausende Menschen in sozialen Netzwerken und Online-Kommentaren eingesetzt (Bild: KG Die Rebläuse e.V. / facebook)
- 17. Januar 2020, 17:54h 2 Min.
Der Streit um den Ausschluss eines lesbischen Paares von der Wahl zum saarländischen Prinzenpaar des Jahres ist nach einem Treffen beider Seiten beigelegt worden. An dem Wettbewerb beim "Prinzenfrühstück" am 26. Januar dürften nun gleichgeschlechtliche Paare teilnehmen, teilten der Verband Saarländischer Karnevalsvereine und die Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse aus Kleinblittersdorf am Freitag in einer Erklärung mit.
Allerdings werde das Prinzessinnenpaar der Rebläuse, Heike II. und Ute I., trotz der nun vorhandenen Möglichkeit nicht bei dem Wettbewerb in Riegelsberg antreten. "Sie wollen durch ihren höheren Bekanntheitsgrad den Wettbewerb nicht verzerren", teilten beide Seiten mit. Das Paar wolle jedoch anwesend sein und "mitfiebern".
Die Rebläuse hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass das Paar mit Verweis auf das Regelwerk von der Wahl ausgeschlossen sei. Der Verein werde "diese homophobe Regelung und diese Ausgrenzung" aber nicht dulden (queer.de berichtete).
Der in die Kritik geratene Verband Saarländischer Karnevalsvereine hatte die "Unterstellung einer homophoben Haltung" zurückgewiesen. "Wir verwahren uns dagegen", hatte Präsident Hans-Werner Strauß gesagt. "Wir haben eine lange Tradition. Und wir sind offen" (queer.de berichtete). Er versprach danach Gespräche mit den Mitgliedsvereinen und eine Debatte zum Regelwerk bei der nächsten Jahreshauptversammlung (queer.de berichtete).
Stefan Jung von der Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse sprach am Freitag von einem "schönen Gespräch" mit einem guten Ergebnis. Er habe stets betont, dass die Regelung homophob sei, nicht aber der Verband. "Dass die Verantwortlichen jetzt von manchen in diese Ecke gedrängt werden, ist absolut nicht in Ordnung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Interessierte gleichgeschlechtliche Prinzenpaare der Mitgliedsvereine des Verbandes können sich noch zum Prinzenfrühstück bis zum 22. Januar 2020 nachmelden, so die gemeinsame Stellungnahme. "Das weitere Vorgehen mit den Regularien des Wettbewerbes wird in der kommenden Vollversammlung des Verbandes mit allen Mitgliedsgesellschaften diskutiert und beschlossen." (cw/dpa)














