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Saarland

Narrenverband lässt nun doch gleichgeschlechtliche Paare zur "Prinzenpaarwahl" zu

Nach dem Ausschluss eines lesbischen Paares von der traditionellen Wahl hat der saarländische Karnevals-Dachverband eingelenkt – das Paar will allerdings nicht mehr antreten.


Für das verheiratete Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. hatten sich tausende Menschen in sozialen Netzwerken und Online-Kommentaren eingesetzt (Bild: KG Die Rebläuse e.V. / facebook)

Der Streit um den Ausschluss eines lesbischen Paares von der Wahl zum saarländischen Prinzenpaar des Jahres ist nach einem Treffen beider Seiten beigelegt worden. An dem Wettbewerb beim "Prinzenfrühstück" am 26. Januar dürften nun gleichgeschlechtliche Paare teilnehmen, teilten der Verband Saarländischer Karnevalsvereine und die Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse aus Kleinblittersdorf am Freitag in einer Erklärung mit.

Allerdings werde das Prinzessinnenpaar der Rebläuse, Heike II. und Ute I., trotz der nun vorhandenen Möglichkeit nicht bei dem Wettbewerb in Riegelsberg antreten. "Sie wollen durch ihren höheren Bekanntheitsgrad den Wettbewerb nicht verzerren", teilten beide Seiten mit. Das Paar wolle jedoch anwesend sein und "mitfiebern".

Die Rebläuse hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass das Paar mit Verweis auf das Regelwerk von der Wahl ausgeschlossen sei. Der Verein werde "diese homophobe Regelung und diese Ausgrenzung" aber nicht dulden (queer.de berichtete).

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Der in die Kritik geratene Verband Saarländischer Karnevalsvereine hatte die "Unterstellung einer homophoben Haltung" zurückgewiesen. "Wir verwahren uns dagegen", hatte Präsident Hans-Werner Strauß gesagt. "Wir haben eine lange Tradition. Und wir sind offen" (queer.de berichtete). Er versprach danach Gespräche mit den Mitgliedsvereinen und eine Debatte zum Regelwerk bei der nächsten Jahreshauptversammlung (queer.de berichtete).

Stefan Jung von der Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse sprach am Freitag von einem "schönen Gespräch" mit einem guten Ergebnis. Er habe stets betont, dass die Regelung homophob sei, nicht aber der Verband. "Dass die Verantwortlichen jetzt von manchen in diese Ecke gedrängt werden, ist absolut nicht in Ordnung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Interessierte gleichgeschlechtliche Prinzenpaare der Mitgliedsvereine des Verbandes können sich noch zum Prinzenfrühstück bis zum 22. Januar 2020 nachmelden, so die gemeinsame Stellungnahme. "Das weitere Vorgehen mit den Regularien des Wettbewerbes wird in der kommenden Vollversammlung des Verbandes mit allen Mitgliedsgesellschaften diskutiert und beschlossen." (cw/dpa)



#1 KaktusAnonym
#2 Homonklin_NZAnonym
  • 18.01.2020, 05:25h
  • Habe diesen ganzen Karnevalskram und diese engstirnigen "Traditionen", die damit verknüpft stehen, zwar nie gecheckt, aber es tut Wohl zu sehen, dass man für eine logische Entscheidung, die in Sekunden klar sein sollte, doch nicht noch JAHRE Zeit vergehen lassen muss.

    In D-Schland ist Rückständigkeit zwar ein fester Bestandteil der Gesellschaft, aber das kann bei Bedarf doch überwunden werden. Das macht Hoffnung auf eine buntere Zukunft.

    Mit Homophobie-Zuordnung ist man heutzutage schnell und überschwänglich. Weil alle Menschen prozentual gesehen auch homophobe Anteile in sich tragen, bleibt das wohl unausweichlich, und man sollte sich deswegen nicht unendlich grämen. Unter den Menschen kanns unter Umständen menscheln.

    Feiert mal schön, aber ohne Binge-Drinking!
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#3 SarkastikerAnonym
  • 18.01.2020, 09:58h
  • Antwort auf #2 von Homonklin_NZ
  • Homophobie ist mir völlig fremd,
    habe nur einen ganz geringen Anteil Heterophobie in mir...
    Übrigens:
    Darf Frau Kramp-Karrenbauer dieses Jahr wieder auftreten?
    Vor ihr graut es mir nämlich tatsächlich.
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#4 Ralph
  • 18.01.2020, 11:29h
  • Manchmal nützen öffentliche Empörung und öffentlicher Druck doch was. Allerdings ist klar, dass der Verband nicht besserer Einsicht folgt, sondern sich der Erkenntnis, dass beim raschen Nachgeben der durch eigenes Fehlverhalten verursachte Imageschaden gerade noch ausgebügelt werden kann. Sehr hilfreich war sicher auch, dass die Rebläuse nicht klein beigegeben haben.
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#5 AlexAnonym
  • 19.01.2020, 10:30h
  • Versteht jemand die Logik des Verbandes? Man sagt, man sei als Verband nicht homophob. Lediglich die Regelung des Verbandes sei homophob. Ich frage mich dann allerdings, wie ein Verband nicht homophob sein soll, wenn die Reglungen, die er beschließt, es aber sind ....
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