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Baden-Württemberg

Nur fünf Prozent wollen keine homosexuellen Nachbar*innen

Im Südwesten Deutschlands hat die Akzeptanz gegenüber Lesben und Schwulen laut einer Gesellschaftsstudie der Bertelsmann Stiftung stark zugenommen.


Hatten 2017 noch knapp 14 Prozent der Befragten Lesben und Schwule ungern als Nachbar*in, sind es 2019 nur noch gut fünf Prozent (Bild: Spencer Means / flickr)

Die sexuelle Orientierung eines Menschen scheint für immer weniger Menschen in Baden-Württembergs eine Rolle zu spielen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Landessozialministerium geförderte Studie der Bertelsmann Stiftung (PDF), die in dieser Woche in Stuttgart vorgestellt wurde.

Eine der Fragen der Studie lautete: "Hätten Sie Homosexuelle ungern als Nachbarn?". Waren es 2017 noch knapp 14 Prozent, die nicht neben Lesben und Schwulen wohnen wollten, sind es 2019 nur noch gut fünf Prozent. Befragt wurden rund 1.400 Menschen ab 16 Jahren, um den Zusammenhalt im Land unter die Lupe zu nehmen.

Ähnlich niedrig wie bei Lesben und Schwulen sind Ablehnungswerte für "Menschen anderer Religionen"; für Ausländer*innen und Migrant*innen fallen sie etwas höher aus. Bei beiden Gruppen sind jedoch keine nennenswerten Veränderungen über die Zeit festzustellen.

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Für Bertelsmann ein "überraschend positiver Befund"

"Insgesamt werden also Menschen mit anderen Lebensstilen und sexuellen Orientierungen in der eigenen Nachbarschaft heute stärker akzeptiert als noch vor zwei Jahren", heißt es in der Zusammenfassung der Studie. "Bei Menschen anderer Religionen bzw. mit Migrationshintergrund hat sich die Einstellung hingegen nicht verändert. Dies ist ein überraschend positiver Befund vor dem Hintergrund, dass die zunehmende kulturelle und religiöse Vielfalt im öffentlichen Diskus häufig als problematisch gesehen wird."

Insgesamt kommt die Studie zum Ergebnis, dass die Gesellschaft im Südwesten trotz politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche nicht auseinander driftet. "Ein starker gesellschaftlicher Zusammenhalt ist die beste Schutzimpfung gegen Verunsicherung, Hass, Hetze und Angst", kommentierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Ergebnisse.

Noch homosexuellenfreundlicher als Baden-Württemberg scheint allerdings Nordrhein-Westfalen zu sein. Dort hatten 2017 laut einer vom WDR beauftragten Studie nur vier Prozent etwas gegen lesbische oder schwule Nachbar*innen (queer.de berichtete). (cw)



#1 Verbitterte LesbeAnonym
#2 NachBärAnonym
  • 18.01.2020, 17:43h
  • Den meisten ist das ziemlich Latte, wer die Nachbarn sind. Außer in so nem Kaff wo jeder jeden kennt.
    Wär interessant wie viele was gegen Nazinachbarn hätten und da dann ein Vergleich
    Hätte da nu nichts gegen Heteronachbarn. Sind meistens auch nett, die Heteros, sauber, kacken nicht gegen die Hecke, Haaaaa.
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#3 RetroGayProfil
  • 18.01.2020, 18:49hDortmund
  • Solche Umfragen sind doch für den Allerwertesten....
    Formulierungen werden so gewählt, um möglichst viele Antworten gemäß der eigenen Erwartung an die Umfrage zu erzielen.

    Wahscheinlich lauteten die anderen Fragen:

    Hätten Sie ungern Migranten als Nachbarn?
    Hätten Sie ungern Juden als Nachbarn?
    Hätten Sie ungern Kinderschänder als Nachbarn?
    Hätten Sie ungern Islamisten als Nachbarn?

    Da wählt so ein Befragter gern mal das geringere Übel aus, will er nicht ganz ranzig `rüberkommen....
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#4 MarthaAnonym
  • 18.01.2020, 20:26h
  • Bertelsmann ist für mich nicht seriös. Das ist Meinungsmache bzw. Propaganda- hat aber nichts mit Realität zutun.

    BW ist in Wirklichkeit hochgradig homophob, mega spießig und verklemmt.

    Das hat man zuletzt an der Sache mit dem Eagle gesehen...
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#5 BuchclubAnonym
#6 HajoAnonym
  • 18.01.2020, 22:48h
  • Hätten alle ehrlich geantwortet, würde der Ablehnungswert sehr viel höher liegen.

    Ich vermute, dass in Wirklichkeit mindestens jeder Vierte lieber keinen homosexuellen Nachbar haben würde.

    Das geben natürlich die Wenigsten zu.

    Nett gemeint, aber unglaubwürdig.
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#7 TheDadProfil
  • 19.01.2020, 01:21hHannover
  • ""Eine der Fragen der Studie lautete: "Hätten Sie Homosexuelle ungern als Nachbarn?".""..

    Da regt mich ja schon die Fragestellung auf..
    Denn die ist so irrelevant wie nur was..

    Meine Nachbarn müssen mit mir auskommen, nicht ich mit denen..
    Und so lautete eine vernünftige Fragestellung dann auch irgendwie :

    "Nennen sie mal einen Grund dazu, wieso Sie neben einem "Homosexuellen" wohnen wollen würden ?"
    Oder auch :
    "Nennen sie mal einen Grund dazu, wieso Sie neben einem "Muslim" wohnen wollen würden ?"..

    Da wären dann vielleicht auch "ehrlichere Antworten" zu erwarten gewesen..
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#8 Leon 4Anonym
  • 19.01.2020, 08:59h
  • Welt so:

    "nah, is mir latte ob du homo bist"

    Community so:

    "meh, alles Lügner, die Studie ist zu positiv, des darf nicht sein, ich muss mich doch empöhöhören..."
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#9 zundermxeAnonym
  • 19.01.2020, 12:49h
  • Antwort auf #4 von Martha
  • Sorry, kann mir nu wirklich nicht erklären wie Du zu der Aussage kommst.
    Bin bestimmt kein Verteidiger von BW oder Bertelsmann.
    Denke aber , dass es bundesweit die gleichen Fragen waren. Und selbst wenn die Fragen anders formuliert werden könnten, hat das Ergebnis im bundesweiten Vergleich auch eine (positive) Aussage.
    Die Sache mit dem Eagle ist zwar ein Punkt. Inwieweit dies ein Bezug oder Beleg zur Umfrage hat/ist, verstehe ich nicht. So ne Umfrage gibt eine Tendenz wieder und ist im Einzelfall nicht ausschließlich.

    Da mein langjähriger Freund vor zwei Jahren wegen seiner kranken Eltern zurück in seine Heimat ist und in ein ihm bis dahin unbekanntes Mini-Dorf in BW gezogen ist , kann ich persönlich diese Umfrage aus eigener Erfahrung in der Tendenz bestätigen.
    Natürlich gibt es da nicht nur Liebe. War aber doch sehr angenehm überrascht, dass er und ich (wenn ich auch da bin) in so einem ländlichen Mini-Kosmos recht schnell gute Kontakte hatten. Selbst mit und bei richtig alten Knochen.
    Ist nicht alles Ponyhof. Aber im Vergleich, den ich mit NRW und NDS habe, kommt BW in keiner Beziehung schlechter weg. Leider, muss ich als überzeugter NRWler sagen, eher im Gegenteil.

    MMn ist insbesondere im ländlichen Raum zu sagen, dass es sehr stark von den einzelnen Menschen abhängig ist auf die wer das Glück hat zu treffen oder auch nicht.
    Im nächsten Dorf kann die Situation und die Erfahrung schon wieder eine ganz andere sein.

    Daher, BW ist nicht generell homophob. Wie woanders auch, kann und gibt es dort auch Homophobie. Der tendenzielle Unterschied zwischen Stadt und Land ist vorhanden. MMn aber nicht immer zum Vorteil der Stadt und vor allem nicht stärker als in anderen Teilen Deutschlands.
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#10 Homonklin_NZAnonym
  • 20.01.2020, 02:38h
  • Ob da Leute ehrlich antworten, oder nicht, hängt ja gewöhnlich davon ab, ob man ehrliche Leute befragt.

    wenn man hauptsächlich LGBTIQ*-tolerante Leute befragt, kommt auch ein anderes Ergebnis heraus, als wenn es überwiegend Ablehnungshaltungen gibt.
    Das mit dem Extrapolieren ist halt so eine gewagte Sache, da entstehen je nach bedachten Faktoren dann die Fehleinschätzungen.
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