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Bauernopfer
Kay Nerstheimer aus AfD ausgeschlossen
Der Landesabgeordnete, der einst Homosexuelle als "degeneriert" bezeichnet hatte, war sogar seinen sonst nicht besonders zimperlichen Parteifreunden zu radikal.

Kay Nerstheimer sitzt noch immer als fraktionsloser Abgeordneter im Berliner Landesparlament (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)
- 21. Januar 2020, 14:33h 2 Min.
Die Berliner AfD hat den mehrfach vorbestraften rechtsextremen Politiker Kay Nerstheimer aus der Partei ausgeschlossen. Das bestätigte Ronald Gläser am Dienstag gegenüber der "Berliner Zeitung". Die Gründe für den Ausschluss des 56-Jährigen seien vielfältig, so Gläser weiter. Mit dem Schritt sei nun für die Partei die Sache "erledigt".
Nerstheimer sorgte unter anderem wegen seiner extrem homophoben Äußerungen für Schlagzeilen. Im Dezember 2014 hatte er etwa mehrere Kommentare auf Facebook veröffentlicht, in denen er Schwule und Lesben als "genetisch degeneriert", "widernatürlich", "unnormal" oder als Fehler der Natur bezeichnet hatte. Er bekräftigte außerdem, dass man Kinder "vor so etwas" schützen müsse (queer.de berichtete).
Wegen dieser homophoben Äußerungen ist er bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden (queer.de berichtete). Auch sonst war der Ex-AfD-Politiker immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen: Wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs, Fahrerflucht, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verletzung der Unterhaltspflicht ist er bereits sechsfach vorbestraft.
Nerstheimer verteidigte auch NS-Kriegsverbrecher
Zudem sorgten vielen weitere Äußerungen Nerstheimers für Entsetzen: So hatte er auf Facebook mit rassistischen Äußerungen gegen syrische Flüchtlinge ("einfach widerliches Gewürm") polemisiert und dunkelhäutige Menschen als "Bimbos" bezeichnet. Zudem verteidigte er SS-Hauptsturmführer Erich Priebke, der bei einem Massaker in den Ardeatinischen Höhlen nahe Rom 335 Zivilisten ermorden ließ, darunter 75 Juden. Die Erschießung sei "rechtmäßig" gewesen, behauptete Nerstheimer 2013.
Nerstheimer errang 2016 als AfD-Kandidat im Ostberliner Wahlkreis Lichtenberg 1 ein Direktmandat. Wegen seiner kontroversen Äußerungen trat er später nicht der AfD-Fraktion bei, blieb aber Parteimitglied. (dk)















Ich halte das für eine mediale Kampagne. Man lässt ein Schäfchen mit mittlerem Bekanntheitsgrad über die Klinge springen, um den Eindruck zu erwecken, man hätte so etwas wie eine rote Linie in der Partei. Da muss man schon strunzdumm sein, um darauf herein zu fallen.