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Bauernopfer

Kay Nerstheimer aus AfD ausgeschlossen

Der Landesabgeordnete, der einst Homosexuelle als "degeneriert" bezeichnet hatte, war sogar seinen sonst nicht besonders zimperlichen Parteifreunden zu radikal.


Kay Nerstheimer sitzt noch immer als fraktionsloser Abgeordneter im Berliner Landesparlament (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)

Die Berliner AfD hat den mehrfach vorbestraften rechtsextremen Politiker Kay Nerstheimer aus der Partei ausgeschlossen. Das bestätigte Ronald Gläser am Dienstag gegenüber der "Berliner Zeitung". Die Gründe für den Ausschluss des 56-Jährigen seien vielfältig, so Gläser weiter. Mit dem Schritt sei nun für die Partei die Sache "erledigt".

Nerstheimer sorgte unter anderem wegen seiner extrem homophoben Äußerungen für Schlagzeilen. Im Dezember 2014 hatte er etwa mehrere Kommentare auf Facebook veröffentlicht, in denen er Schwule und Lesben als "genetisch degeneriert", "widernatürlich", "unnormal" oder als Fehler der Natur bezeichnet hatte. Er bekräftigte außerdem, dass man Kinder "vor so etwas" schützen müsse (queer.de berichtete).

Wegen dieser homophoben Äußerungen ist er bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden (queer.de berichtete). Auch sonst war der Ex-AfD-Politiker immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen: Wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs, Fahrerflucht, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verletzung der Unterhaltspflicht ist er bereits sechsfach vorbestraft.

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Nerstheimer verteidigte auch NS-Kriegsverbrecher

Zudem sorgten vielen weitere Äußerungen Nerstheimers für Entsetzen: So hatte er auf Facebook mit rassistischen Äußerungen gegen syrische Flüchtlinge ("einfach widerliches Gewürm") polemisiert und dunkelhäutige Menschen als "Bimbos" bezeichnet. Zudem verteidigte er SS-Hauptsturmführer Erich Priebke, der bei einem Massaker in den Ardeatinischen Höhlen nahe Rom 335 Zivilisten ermorden ließ, darunter 75 Juden. Die Erschießung sei "rechtmäßig" gewesen, behauptete Nerstheimer 2013.

Nerstheimer errang 2016 als AfD-Kandidat im Ostberliner Wahlkreis Lichtenberg 1 ein Direktmandat. Wegen seiner kontroversen Äußerungen trat er später nicht der AfD-Fraktion bei, blieb aber Parteimitglied. (dk)



#1 Patrick SAnonym
  • 21.01.2020, 16:03h
  • Was sich hinter dieser Aktion verbirgt, kann man ja nur erahnen. Wegen seinen Positionen allein, kann es ja schlecht sein, sonst müsste sich die Partei um schätzungsweise 75% ihrer Mitglieder erleichtern.
    Ich halte das für eine mediale Kampagne. Man lässt ein Schäfchen mit mittlerem Bekanntheitsgrad über die Klinge springen, um den Eindruck zu erwecken, man hätte so etwas wie eine rote Linie in der Partei. Da muss man schon strunzdumm sein, um darauf herein zu fallen.
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#2 MEO35100Anonym
  • 21.01.2020, 16:16h
  • Was ich mich immer frage, wieso mehrfach Vorbestraft Personen in den Parlamente sitzen dürfen.
    Ein Türsteher oder Pförtner im Sicherheitsdienst hat mit einer Vorstrafe keine Chance auf den Nachweis nach §34a gewo
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#3 GronkelAnonym
#4 PiakAnonym
#5 Miguel53deProfil
  • 21.01.2020, 18:37hOttawa
  • Antwort auf #3 von Gronkel
  • Die Frage wieso mehrfach Vorbestraft Personen in den Parlamente sitzen dürfen." müsste eigentlich schon früher ansetzen, nämlich wieso werden solche Menschen von seriösen Parteien aufgestellt?.

    Und damit beantwortet sich ein Teil der Frage schon von selbst. Eine seriöse Partei duldet solche Menschen nicht in ihren Reihen. Schon gar nicht macht sie sie zu Kandidaten für Parlamente.

    Eine Partei, die solche Menschen als Volksvertreter möglich macht, zeigt ihre wahre Seite. Zum einen die politische Ecke, in der sie steht. Zum anderen die zivile Ecke, in der sie sich mit kleineren und größeren Kriminellen begibt.

    Der Ausschluss ist, wie auch bei dem berühmt, berüchtigten Arppe, nichts als Makulatur. Nach wie vor wird sich die AfD solcher Typen für die Durchsetzung ihrer Ziele bedienen. Das und was diese Ziele sind, ist längst ausreichen dokumentiert.

    Wäre die AfD tatsächlich daran interessiert, Radikale und Kriminelle auszusortieren, käme sie aus der Arbeit gar nicht mehr heraus. Und das nicht nur an der Spitze, sondern auch in sämtlichen Assistenten-Büros ihrer Parlamentarier.

    www.goslar-gegen-rechtsextremismus.de/html/afd-sprueche.php
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#6 dellbronx51069Anonym
  • 21.01.2020, 20:36h
  • Antwort auf #5 von Miguel53de
  • Warum seriöse Parteien solche " Menschen " nicht aufstellen ? Diese Frage hat der Chefankläger des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses beantwortet: Die Menschheit kann nicht dulden das solche Verbrechen ungesühnt bleiben.
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#7 Miguel53deProfil
  • 22.01.2020, 18:06hOttawa
  • Antwort auf #6 von dellbronx51069
  • Sagen wir mal so, gerade nach den Nürnberger Prozessen haben Parteien wie insbesondere CD/SU und FDP Menschen gefördert, befördert und eingesetzt, wo es nur ging, die eigentlich hinter Gitter gehörten. Einer davon wurde sogar Bundeskanzler. Ein anderer Ministerpräsident in BW.

    Andere wurden Chef des Verfassungsschutzes(!) oder Besetzten hohe Positionen in der Justiz.

    Dessen sind sich heute diese Parteien aber durchaus bewusst. Also mehr oder weniger zumindest.

    Ich muss auch betonen, dass bestimmte Menschen, die irgendwann mal für irgendetwas vorbestraft wurden, nicht grundsätzlich gesellschaftlich geächtet werden sollten.

    Es kommt auf die Art der Vorstrafen an und darauf, wie sich solche Menschen heute darstellen, wie sie agieren, wie sie mit ihren Vorstrafen umgehen. Und da gibt es wohl keinen Zweifel, das vorbestrafte Rassisten, Gewalttäter und so weiter, von der AfD nicht nur magisch angezogen, sondern eben auch gefördert werden.

    Man muss sich folgendes vorstellen. Mit dem Einzug in die Parlamente wird eine rechtsradikale Partei wie die AfD nicht nur vom Steuerzahler reichlich finanziert. Über ihre Parlamentarier und deren Mitarbeiter in den Abgeordneten-Büros erhalten sie auch Informationen. Und zwar solche, durch die sich ihre ohnehin große Gefährlichkeit extrem steigert.

    Ich darf daran erinnern, dass ein Höcke mal aus der AfD ausgeschlossen werden sollte, weil er selbst einer Frau Petry zu extrem war. Inzwischen ist sie weg vom Fenster. Er hat ein Buch geschrieben, für das er eigentlich juristisch aus dem öffentlichen Verkehr gezogen werden müsste. Und wieder er ist stärker als je zuvor in der Partei verankert.
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#8 TheDadProfil
  • 26.01.2020, 13:43hHannover
  • Antwort auf #2 von MEO35100
  • ""Was ich mich immer frage, wieso mehrfach Vorbestraft Personen in den Parlamente sitzen dürfen.""..

    Ganz einfach..
    Weil dieses Land eine Demokratie ist, und der Job als Parlamentarier eben nicht mit dem in einem "Sicherheitsdienst" zu vergleichen ist !
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#9 TheDadProfil
  • 26.01.2020, 13:47hHannover
  • Antwort auf #5 von Miguel53de
  • ""Die Frage wieso mehrfach Vorbestraft Personen in den Parlamente sitzen dürfen." müsste eigentlich schon früher ansetzen, nämlich wieso werden solche Menschen von seriösen Parteien aufgestellt?.""..

    Noch früher müßte man dazu erst die Frage klären was denn eine solche "seriöse Partei" wäre, und ob die "Etablierten Parteien" dieser Definition genügen könnten ?

    ""Und damit beantwortet sich ein Teil der Frage schon von selbst. Eine seriöse Partei duldet solche Menschen nicht in ihren Reihen. Schon gar nicht macht sie sie zu Kandidaten für Parlamente.""..

    Äh ?
    Thomas Dehler wurde mit solchen "Positionen" zunächst Bundesjustizminister, und später sogar zum "Vorbild" für die FDP, die nach ihm ihre Parteizentrale benannte..
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