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US-Präsidentschaftswahlkampf

Wegen "Stripperstange": Buttigieg sagt Veranstaltung in Schwulenbar ab

"The Dark Lady" ist sauer: Weil auf der Bühne der Bar auch eine Stange steht, an der sich gewöhnlich leicht bekleidete Tänzer und Dragqueens räkeln, sagte der offen schwule Präsidentschaftskandidat einen "Fundraiser" kurzfristig ab.


Pete Buttigieg reist sein einem Jahr durchs Land, um die Menschen davon zu überzeugen, dass er das Zeug zum Präsidenten hat (Bild: Lorie Shaull / flickr)

In der queeren Community der Vereinigten Staaten sorgt die Absage eines Spendensammel-Events in einer Schwulenbar in Providence (Bundesstaat Rhode Island) für Aufregung: Pete Buttigieg, der erste offen schwule Präsidentschaftskandidat der Demokraten, hatte am Samstag eigentlich einen "Fundraiser" in der beliebten Kneipe "The Dark Lady" veranstalten wollen.

Auf der Facebook-Seite der Bar war aber das Event kurzfristig abgesagt worden: "Pete Buttigiegs Ehemann hat dessen Auftritt bzw. dessen Spendensammelveranstaltung in 'The Dark Lady' gerade abgesagt, weil die 'Schwulenbar eine Stange für Tänzer hat", hieß es dort. "Sorry, aber dieses Event wird heute Abend nicht stattfinden." Süffisant fügten die Barbesitzer den Satz an: "Wir vermuten, dass so der Umgang eines schwulen Kandidaten mit der schwulen Community aussieht." Zu dem Bild des Bar-Teams rund um die Stange wurde unter anderem der Hashtag #dancersforanyoneelse (Tänzer für alle übigen) gesetzt.


Diese Stange ist offenbar dem offen schwulen Präsidentschaftskandidaten zu heiß

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Keine direkte Stellungnahme von Buttigieg

Das Wahlkampfteam von Buttigieg wollte sich nicht direkt zu der Anschuldigung äußern. Pressesprecherin Tess Whittlesey erklärte lediglich in einer E-Mail gegenüber der Zeitung "Providence Journal": "Unser Engagement für LGBTQ-Rückzugsräume ist stark und wir werden uns immer dafür einsetzen, Veranstaltungen in Räumen abzuhalten, in denen jeder willkommen ist. Pete und [sein Ehemann] Chasten wissen aus erster Hand, wie wichtig es für Mitglieder der LGBTQ-Community ist, einen sicheren Ort zu haben, in dem man sich treffen kann. Unsere Kampagne würde nichts tun, um vorsätzlich einen solchen Ort nicht zu respektieren."

Buttigieg hat sich im Wahlkampf bisher als Kandidat der Mitte positioniert und auch oft über seinen christlichen Glauben und seinen Militärdienst gesprochen. Mit dieser Strategie will er Unentschlossene ansprechen, die als sehr links geltende Kandidaten wie Bernie Sanders oder Elizabeth Warren abschrecken könnten. Diese Strategie brachte ihm auch Kritik aus der Community ein. Laut einer Umfrage unter queeren Wählern vom November liegt er unter den Kandidaten der Demokratischen Partei nur auf Rang vier (queer.de berichtete).

Twitter / PeteButtigieg | Auch mit Patriotismus will Buttigieg um Wählerstimmen werben

Community gespalten

In sozialen Netzwerken sind Nutzer über die Absage gespalten. Manche betrachten als falsch, dass Buttigieg einen der beliebtesten LGBTI-Orte in Rhode Island meidet. Andere verweisen darauf, dass die konservative Presse mit Bildern von Buttigieg neben einer "Stripperstange" gegen den Kandidaten polemisieren könnte.

Buttigieg, der Bürgermeister der 100.000 Einwohner zählenden Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana, wurden zu Beginn seiner Kampagne kaum Chancen eingeräumt. Der 38-Jährige überraschte aber mit einem sehr erfolgreichen Wahlkampf. Manche Umfragen sahen ihn sogar bei der ersten Vorwahl, die in Iowa ám 3. Februar stattfindet, in Führung (queer.de berichtete). Ihm werden allerdings nach wie vor nur Außenseiterchancen auf die Nominierung eingeräumt. Als aussichtsreichere Kandidaten sehen Wettbüros Favorit Joe Biden, die beiden linken Politiker Bernie Sanders und Elizabeth Warren sowie den New Yorker Ex-Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg an. (dk)



#1 LillyComptonAnonym
  • 21.01.2020, 19:35h
  • Eine andere Theorie.... War da jemand eifersüchtig und es gab Ehekrach?

    Danach klingt es zumindest für mich erstmal.

    Meine Frau würde in so einer Situation auch veto einlegen ;)
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#2 WatcherAnonym
  • 21.01.2020, 21:14h
  • Wundert das jemand wirklich ?
    Was glaubt ihr wohl wie viele Berichte und Fotos über Kirchenbesuche von ihm und seinem Ehemann erscheinen werden, falls er die nächste Vorwahl überlebt. Den hatte er ja medienwirksam in der Kathedrale des Hl. Jakob, einer episkopalen Kirche in South Bend , geheiratet.
    Außerdem wird immer mehr seine militärische Laufbahn in den Vordergrund rücken.
    Und LGBT wird immer mehr im Hintergrund verschwinden.
    Und schon haben wir den gutchristlichen, militärischen, verheirateten ,jungen Bürgermeister.Mit großen Chancen auf die Vizepräsidentschaft bei den Demokraten.
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#3 Stefan84Anonym
  • 21.01.2020, 21:19h
  • "Mitte" in den USA ist halt ziemlich konservativ. Auch seine sonstigen Positionen würden in Europe perfekt in eine Mitte-Rechts Partei passen
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#4 qwertzuiopüAnonym
  • 21.01.2020, 22:08h
  • 4. Platz im Rennen unter den Demokraten ist ja jetzt auch nicht nichts, ne.

    Aber joa, die Amis sind nunmal leider in manchen Punkten sehr moralisch verbrämt, das Foto hätte sich da für ihn sicher nicht gut gemacht.
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#5 Sabelmann
#6 stromboliProfil
  • 22.01.2020, 08:14hberlin
  • Antwort auf #2 von Watcher
  • perfekt durchdacht!
    Auch ich frage mich was "wir" mit diesem "homosexuellen Lindner auslaufmodel" eigentlich bezwecken.

    Neoliberalismus & und bigotterie als durchgespült-weiche Pence variante.. diese demokraten sind einfach nur eine handbreit von trump & co entfernt, sodass der unterschied nicht mehr wahrnehmbar ist.
    Das übrigens macht/e dann trump auch "wählbar".

    Geschichtlich besehen sollten wir in einer phase des unterganges einer großmacht nicht auch noch nach dessen führungsplätze bewerben.
    Da hängt uns dann in kommenden zeiten wieder mal das verdikt "spätdekadent verursachende " an...
    siehe "moral und sittenverfall" ende römischen reiches...
    Und was dem nero sein pferd ist dann buttigiegs stripperstange.
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#7 Sukram712Anonym
#8 KonkurrenzAnonym
  • 22.01.2020, 09:50h
  • Fundraiser. Stripperstange. Mal überlegen. Klar, er hatte Angst, dass die Gäste dem Stripper mehr Dollars an den Thong heften, als sie ihm geben. sein Mann hat Anstands-Wauwau gespielt.
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#9 HyenadykeProfil
  • 22.01.2020, 09:53hKöln
  • Antwort auf #6 von stromboli
  • Na ja, mehr als eine Handbreit Abstand zu Pence und Trump sehe ich da schon.

    Was allerdings daran liegt, dass dort die Latte seeehr niedrig hängt ...

    Aber dieses angepasste Gefallen-wollen ist nun mal der Anfang des Aufgeben-von-Rechten.

    Und das mit dem Pferd war Caligula.
    Hier passt aber der Vergleich besser zu Donald the impeached, denn die Ernennung eines Pferdes zum Senator geschah nicht aus Wahnsinn, sondern aus bösartiger Missachtung und zur Demütigung bestehender republikanischer (die römische - um das klarzustellen) Institutionen.
    Und dass passt wie die Faust aufs Auge zu allen Handlungen der gegenwärtigen Administration.

    Ach ja, solange er noch im Amt ist: 86 45!
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#10 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 22.01.2020, 10:22h
  • Antwort auf #9 von Hyenadyke
  • "Aber dieses angepasste Gefallen-wollen ist nun mal der Anfang des Aufgeben-von-Rechten."

    Bingo!!! Bingo!!! Bingo!!!
    Können wir das bitte als generelles Mem der Community verwenden? Und zwar als eines der wichtigsten überhaupt?

    Emanzipation, Bürgerrechte, echte Gleichstellung, ECHTE Akzeptanz werden nicht durch Anbiederung erreicht! Ganz im Gegenteil: diese Anbiederung ist unser Untergang.

    Es darf nicht darum gehen, dass wir angstvoll und verschüchtert gleich sein wollen. Sondern dass wir OHNE ANGST VERSCHIEDEN sein können.
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