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Nach Geschlechtsanpassung

Südkoreas Armee feuert Transfrau

Weil sie wegen ihrer Geschlechtsidentität eine "Person mit Behinderung" sei, entließ das Militär eine Unteroffizierin.


Nach Ansicht des südkoreanischen Militärs sind nur Personen für den Dienst an der Waffe geeignet, wenn sie cis- und heterosexuell sind (Bild: Expert Infantry / flickr)

Eine junge Unteroffizierin musste nach einer Geschlechtsanpassung im vergangenen Jahr die Armee gegen ihren Willen verlassen. Ein Prüfungsausschuss sei zu dem Schluss gekommen, dass die Operation ein Grund für die Entlassung sei, teilte die Armee am Mittwoch mit. Ein militärisches Ärzteteam hatte die Transfrau zuvor als "Person mit Behinderung" eingestuft.

Der Fall der betroffenen Soldatin ist in dem ostasiatischen Land bisher einzigartig und zieht daher große Aufmerksamkeit auf sich. Südkorea verbietet Trans-Menschen den Militärdienst, es gibt jedoch keine spezifischen Regeln für den Umgang mit Personen, die sich während ihrer Tätigkeit im Militär einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen. Die Soldatin in ihren Zwanzigern hatte sich im November während eines Urlaubs in Thailand operieren lassen und wollte bei den Streitkräften bleiben. Sie liegt zurzeit noch in einer Militärklinik.

Die Nationale Menschenrechtskommission hatte dem Armeechef noch am Dienstag empfohlen, das Treffen des Ausschusses wegen möglicher Diskriminierung und der Auswirkungen auf die Rechte der Soldatin zu verschieben. Die Entscheidung zur Entlassung sei in Übereinstimmung mit den relevanten Vorschriften einschließlich des Gesetzes über Militärpersonal und auf der Grundlage der medizinischen Untersuchung getroffen worden, hieß es in der Mitteilung der Armee.

In Südkorea herrscht Wehrpflicht – alle männlichen koreanischen Staatsbürger müssen rund zwei Jahre in den Streitkräften dienen. Bei Frauen ist der Dienst an der Waffe freiwillig.

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LGBTI im Militär nicht willkommen

Homo- und Transsexualität wird im Militär Südkoreas grundsätzlich nicht geduldet. Schwule müssen sich oft einem Psychologietest unterziehen – ihnen wird häufig eine Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung diagnostiziert, die zur Zwangseinlieferung in eine Psychiatrie oder zu einer unehrenhaften Entlassung führen kann. Einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Armeeangehörigen ist eine Straftat, die gleich behandelt wird wie Vergewaltigung.

Amnesty International forderte die Regierung in Seoul vergangenes Jahr auf, die Diskriminierung von LGBTI im Militär zu beenden (queer.de berichtete). Die sexuelle Orientierung einer Person habe nichts mit ihrer Fähigkeit zu tun, Militärdienst zu leisten. Die Menschenrechtsorganisation warnte, dass homosexuelle Soldaten aus Angst vor einem Outing ständiger Angst ausgesetzt seien, was zu Suizidgedanken führen würde. (dpa/dk)



#1 ArschgesichtAnonym
#2 Ralph
  • 22.01.2020, 12:12h
  • Südkorea gilt in Europa meist als freiheitliche Demokratie. Das mag es im Vergleich mit der brutal-totalitären Erbmonarchie Nordkorea zwar sein. Den Anforderungen an eine freiheitliche Staats-, Rechts- und Gesellschaftsordnung wird es aber nicht gerecht, auch und gerade LGBTI gegenüber.
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#3 MandorallenEhemaliges Profil
  • 22.01.2020, 13:53h
  • Kaum zu glauben, wenn man Seoul kennt. Die ganze Hauptstadt schreit eigtl. nur eineinziges Wort: Moderne.
    Äußerst schade, dass das nur eine leblose Hülle zu sein scheint, in der die Lebensrealitäten des letzten Jahrhunderts vorherrschen.
    Die Dinge in dem Artikel sind auf so vielen Ebenen falsch und entgegen einer aufgeklärten Demokratie, dass man gar nicht weis, wo anzufangen.
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