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USA

Utah verbietet Pseudotherapien zur "Heilung" von queeren Jugendlichen

19 von 50 US-Bundesstaaten untersagen inzwischen Pseudotherapien, um Homo- oder Transsexualität zu heilen. Mit Utah führte auch ein sehr konservativer Staat dieses Verbot ein.


Gouverneur Gary Herbert setzte sich für das Verbot von "Konversionstherapien" ein (Bild: Medill DC / wikipedia)

"Therapien", die zum Ziel haben, Homo- oder Transsexualität von Jugendlichen zu "heilen", sind seit Mittwoch im Mormonenstaat Utah verboten. Damit ist Utah der 19. US-Bundesstaat, der ein derartiges Verbot ausgesprochen hat. Allerdings gibt es bei diesem Verbot Ausnahmen: Es betrifft nur lizenzierte Therapeuten; Pfarrer oder andere religiöse Berater, die sich nicht direkt beim Staat registriert haben, sind ausdrücklich ausgenommen.

Bereits letzten Herbst hatte die konservative Regierung von Utah überraschend das Verbot angekündigt. Davor hatte die Regierung von Gary Herbert, dem republikanischen Gouverneur von Utah, eigens mit der im Bundesstaat einflussreichen Mormonenkirche verhandelt, die immer wieder durch Homosexuellenfeindlichkeit aufgefallen ist (queer.de berichtete). Die meisten Abgeordneten des Bundesstaates und der Gouverneur sind Mitglieder der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", die neben dem Alten und Neuen Testament auch das "Buch Mormon" in einer Art Sequel als heilige Schrift anerkennt. Die Kirche gab ihr Okay zu dem Verbot, sofern Ausnahmeregelungen für Geistliche vereinbart werden.

Hat das Verbot Vorbildfunktion für konservative Staaten?

Queere Organisationen begrüßten die Regelung trotz der Einschränkungen – und hoffen, dass bald auch weitere konservative Staaten dem Beispiel Utahs folgen werden. "Das gibt vielen Menschen Hoffnung", erklärte etwa Shannon Minter vom National Center for Lesbian Rights.

LGBTI-Aktivisten und Opfer der "Homo-Heilung" hatten im September 2019 in einer Anhörung für ein Verbot der Praxis geworben. Gouverneur Herbert, der sich in der Vergangenheit nicht als Anhänger von LGBTI-Rechten geoutet hatte, zeigte sich damals beeindruckt – und sagte: "Die Geschichten von Jugendlichen, die diese sogenannten Therapien durchmachen mussten, sind herzzerreißend."

Weltweit gibt es Debatten um das Verbot von "Konversionstherapien". Experten warnen schon seit Jahren davor, dass derartige Versuche der "Heilung" Menschen in die Depression oder gar den Suizid treiben können. Der Weltärztebund erklärte deshalb 2013, dass "Homo-Heilung" die Menschenrechte verletze und nicht zu rechtfertigen sei (queer.de berichtete).

Das deutsche Kabinett hat im Dezember ein von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) initiiertes weitgehendes Verbot von "Konversionstherapien" beschlossen (queer.de berichtete). Es soll das Anbieten, Bewerben oder Vermitteln solcher Behandlungen unter Strafe stellen. (dk)



#1 MandorallenEhemaliges Profil
  • 23.01.2020, 16:14h
  • Wow. Utah führe ich beim Thema queere Diskriminierung direkt hinter Indiana. Das ist ein wichtiger Schritt mit Signalwirkung. Leider fehlen noch ~ 30 Staaten.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 23.01.2020, 16:58h
  • Immerhin, eine teilweise Verbesserung, auch wenn es anscheinend nie ohne den fetten Wermutstropfen geht, dass die Hirngespinste von Geistlichen vor der Natur der Jugendlichen in Vorrangsposition behalten werden.

    Bleibt die Hoffnung, die Religioten könnten sich irgendwann heilen lassen. In Zigtausend Jahren.
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#3 Ralph
  • 24.01.2020, 11:40h
  • Ein Gesetz, das ein Verbot mit einem Erlaubnisvorbehalt verknüpft, ist wirkungslos. Das ist wie beim Autofahren. Allen Menschen ist es verboten, ein Kfz zu fahren - es sei denn sie machen in der gesetzlich vorgesehenen Form den Führerschein. Da kann man doch im Ergebnis nicht sagen, dass Autofahren tatsächlich verboten sei. Dieses Gesetz hier verbietet "Konversionstherapien", duldet sie aber, wenn der "Therapeut" (fast hätte ich "der Exorzist" geschrieben) sich vorher die staatliche Erlaubnis einholt. Dieses Gesetz ist sogar kontraproduktiv, denn es gibt religiösen Fanatikern den ausdrücklichen staatlichen Segen in Gestalt einer amtlichen Zulassung. Wo bitte ist denn in diesem Gesetz das "Verbot" versteckt?
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#4 DramaQueen24Profil
  • 24.01.2020, 15:44hBerlin
  • Das Ding ist ne Mogelpackung, um den Menschen Sand in die Augen zu streuen. Es gibt viele Ausnahmen, darunter die Mormonenkirche selbst und ihre Mitglieder (Laien als Priester). Ich habe nicht vergessen, was Mormonen homosexuellen Menschen allein an der BYU angetan haben!
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#5 renate82Profil
  • 24.01.2020, 17:57hBerlin
  • Ich bin nicht homosexuell. Aber ich habe nachgelesen. Homosexualität ist keine Krankheit. Ich denke es ist eine sexuelle Veranlagung wie Bisexualität oder Heterosexualität. Eine "Behandlung"? Wogegen? Wofür?
    Für mich wäre eine "Behandlung" zu Erreichung der Homosexualität uder Bisexualität erfolglos, sinnlos, unnötig. Und wieso überhaupt? Jeder empfindet, erlebt Sexualtität nach seiner Neigung! Und jeder Mensch hat das Recht dazu!!!!
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#6 Julian SAnonym
  • 25.01.2020, 08:35h
  • Jetzt ist selbst der konservative, homophobe Mormonen-Staat Utah schon weiter als Deutschland.

    Hier in Deutschland reden Union und SPD zwar viel von einem Verbot solcher Gehirnwäsche, aber selbst der im Vergleich zum ursprünglichen SPD-Entwurf abgespeckte Entwurf, der nur noch einen Teil der Opfer schützen soll, wurde bisher nicht mal zur Debatte in den Bundestag eingebracht.

    Und ich vermute, dass das auch gar nicht mehr passieren wird.
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#7 AlexAnonym
  • 25.01.2020, 15:19h
  • Antwort auf #6 von Julian S
  • Tja, das ist wie bei der Erhöhung des Mindestlohns, der Reform von Hartz 4, fairerer Besteuerung von Großkonzernen, besserer Verbraucherschutz, etc.:

    Union und SPD reden viel darüber, um den Bürgern weis zu machen, es würde daran gearbeitet, aber in Wirklichkeit passiert GAR NICHTS.

    Und ich wette, dass das so bleiben wird. Und vor der nächsten Wahl werden sie dann sagen, dass man sie wählen soll, damit sie das angeblich umsetzen können. Wie immer...

    Immer dieselben Tricks. Naja, wer drauf reinfällt und sich weiter verarschen lassen will...
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