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Bayern

AfD stellt transsexuelle Kandidatin zu Bürgermeister-Wahl auf

Die queerfeindliche Partei setzt in einer bayerischen Kleinstadt auf eine Aktivistin, die in Bremen den rassistischen "Frauenmarsch" organisierte.


De Buer 2018 in einem Bericht des NDR (Bild: Screenshot)

Zu den Kommunalwahlen im März in Bayern hat die AfD überraschend eine transsexuelle Kandidatin aufgestellt: Zu der Bürgermeister-Wahl in Burghausen, mit rund 18.000 Einwohnern größte Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting, trete Sybill Constance de Buer an, gab die Partei am Mittwoch bekannt.

Die Wahl findet am 15. März statt, im Rahmen von Abstimmungen zu praktisch allen Gremien in ganz Bayern. Bei den Wahlen zu den (Ober-)Bürgermeisterämtern in vielen Städten ist eine Stichwahl am 29. März möglich. Die Nominierung der 59-Jährigen geschah kurz vor Fristende.

Sybill Constance de Buer hatte Medienberichten zufolge ihren Erstwohnsitz erst im Dezember nach Burghausen verlegt, wo sie zuvor private Kontakte gehabt habe. In den Jahren zuvor hatte die gebürtige Saarländerin in Bremen Jura studiert und war für die AfD aktiv. Aufgrund zahlreicher Anfeindungen und Gewalttaten habe sie sich für den Wegzug aus Bremen entschieden, so de Buer gegenüber lokalen Medien.

De Buer hatte sich nach ihrer Transition im Jahr 2013 zunächst als Trans-Aktivistin einen Namen gemacht, mehrfach wurde sie von Medien wie etwa der "taz" porträtiert. Im November 2018 berichtete sie im NDR von transfeindlichen Pöbeleien in der Straßenbahn. Ein Jahr später wurde sie von einem Unbekannten mit dem Kopf gegen eine Hauswand gestoßen (queer.de berichtete).

Dabei blieb unklar, ob dies aus Transphobie oder wegen ihres politischen Engagements geschah: Im Juli 2018 hatte de Buer den rassistischen "Frauenmarsch" gegen Flüchtlinge auf dem Bremer Marktplatz organisiert, bei dem ein Teilnehmer einen Hitlergruß gezeigt haben soll. De Buer engagierte sich als Mitglied in der AfD und bot in ihren Social-Media-Profilen zahlreiche Bezüge in die rechtsextreme und verschwörungsideologische Szene.

"Die AfD ist nicht transphob oder homophob", sagte de Buer nach ihrer Wahlnominierung trotz nicht endender Gegenbeweise gegenüber dem regionalen Portal innsalzach24.de. "Auch ich wurde von der AfD in Bayern toll aufgenommen." Im Sinne und Stil der Partei sagte sie dem Portal zugleich, dass es nur zwei Geschlechter gebe, "nicht drei oder was weiß ich wie viele".

Auch der "Burghauser Anzeiger" berichtet über die Kandidatur: "Was die kommunalpolitischen Themen in Burghausen angeht, muss de Buer bislang weitgehend passen. Sie müsse sich erst im Detail informieren, wolle sich nicht mit unausgereiften Aussagen blamieren, sagt sie in Bezug auf ein Wahlprogramm für die Salzachstad."



#1 WahrheitIstRelativAnonym
#2 la_passanteAnonym
  • 24.01.2020, 12:37h
  • Es gibt eben auch rassistische und braune Transpersonen (und Queere im allgemeinen). Was wieder einmal deutlich macht, daß die wirklichen Frontlinien in unseren politischen Kämpfen nicht zwischen queer und straight verlaufen, sondern zwischen privilegiert und diskriminiert, mächtig und unterdrückt, arm und reich. Queere Kämpfe sind Klassenkämpfe, schon immer, siehe Compton's Cafeteria und Stonewall z.B. Und sich als Transperson für Nazis einspannen zu lassen ist eine Kandidatur für den Darwin-Award.
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#3 Miguel53deProfil
  • 24.01.2020, 18:15hOttawa
  • Da fällt mir der Begriff von Hitlers nützlichen Idioten - Idolen - Helfern ein. Wahlweise waren das der Röhm, die Hohenzollern, der Ribbentrop und Stars wie Heinz Rühmann, Hans Albers oder Marika Rökk, Max Schmeling, Heinrich George oder Leni Riefenstahl. Nicht zu vergessen auch die Juden, die NSDAP-Mitglieder werden wollten.

    Jetzt eben eine Transsexuelle, für die es nur zwei Geschlechter gibt. Was für eine Ironie. Wahlweise auch Satire.

    www.youtube.com/watch?v=GR1d9143B7c
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#4 RogerAnonym
  • 24.01.2020, 20:10h
  • Antwort auf #3 von Miguel53de
  • Als ich diesen Artikel gelesen habe, ist mir genau dasselbe eingefallen wie dir... und dann gab's "die Nacht der langen messer" für Röhm und "seine" SA -ob schwul oder nicht und auch noch für andere Kritiker. Ob Röhm schwul war oder nicht, hat Hitler nicht interessiert... Hauptsache, er hat ihm Mitläufer verschläft und er konnte auf ihn bauen. NachdemHitler nicht mehr dieser Ansicht war... weg mit dem und dann geht's gleich weiter mit den anderen schwulen!

    Der steigbügelhalterin würde es nicht anders ergehen....
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#5 BizzAnonym
  • 25.01.2020, 04:20h
  • Den Gedanken hatte ich auch .... als Quoten Trans* gut genug für den Augenblick, Entsorgung folgt. Es ist für mich auch nicht nachvollziehbar was Trans* Menschen dazu motiviert such in diesem Umfeld zu verwegen. Aber vielleicht gilt ja cujus regio ejus religio... Wer kennt schon die Abhängigkeiten in welcher sie stecken mag. Sowas kann schon in kleinerem oder grösserem Umfang zur knebelnden Geststaltungsmacht im Alltag und dessen direkter Folge zu solchen Irrwegen führen sich bei den völkischen politisch beheimatet zu fühlen.
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 25.01.2020, 08:17h
  • Dazu hatte ich eben denselben Gedanken, wie schon #3 und Nachfolgende schrieben.

    Zumal das wohl auch auf ein gegen einander Ausspielen von Minderheiten abzielt, wie es die AfD so gern mit Schwulen, Lesben oder Trans* gegen Einwanderer und Flüchtlinge probt.
    Leute mit dieser verhängnisvollen Gesinnung lassen suich da dann bor den Karren spannen.

    Es tut mir Leid, dass Frau de Buer wohl dieselben transfeindlichen Angriffe hinnehmen soll, wie sie so vielen Trans*-Personen aus den feigen Schichten zugemutet werden, denn das muss allgemein angegangen und geahndet werden.
    Wenn das dann aber aus Gründen der politischen Verortung gemacht wurde, muss sie sich wohl Gedanken geben, ob das nicht in nerhalb ähnlicher, wie der eigenen Gesinnung originiert.
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#7 AbdelkaderAnonym
  • 25.01.2020, 09:32h
  • Antwort auf #2 von la_passante
  • Nein, die politischen Kämpfe finden zwischen Anhängern unterschiedlicher Ideologien statt (Konservative, Liberale, Linke, Nationalisten etc), nicht zwischen privilegiert/reich und marginalisiert/arm. Linke bilden sich gerne ein, dass sie die Vertreter der Marginaliserten sind und ihre Feinde (CDU, FDP, AfD) sind die Privilegierten, doch das ist falsch. Es gibt (leider) Millionen arme Menschen, die AfD wählen. Die AfD-Wähler sind vor allem Arbeiter und Arbeitslose. Grünwähler im Gegensatz sind häufig sehr gut situiert und wohlhabend.
    Die AfD hätte also (leider) mehr Recht, sich als Vertreterin der Marginalisierten zu sehen als die Grünen.
    Politische Kämpfe sind nicht Privilegiert vs Marginalisiert, sondern Konservativ vs Progressiv, Nationalistisch vs Globalistisch, Kollektivistisch vs Individualistisch etc
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#8 Ralph
  • 25.01.2020, 10:15h
  • Ob Frau de Buer wegen ihrer Transidentität oder wegen ihrer politischen Einstellung Ziel von Gewalttaten wurde, ist belanglos. Gewalt ist immer verwerflich, unter welchem Vorwand auch immer sie ausgeübt wird. Im Übrigen muss Frau de Buer allerdings ertragen, dass an ihrer Vernunft und an ihrem Anstand gezweifelt wird, denn neben den christlichen Splitterparteien ist die AfD ganz klar die homo-, trans- und interfeindlichste Partei in Deutschland. Leider finden sich Leute, die sich trotz ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität für unsere politischen Feinde hergeben, immer wieder und machen manchmal dort sogar ganz groß Karriere. Roger hat Ernst Röhm bereits genannt. Der wurde dann allerdings rasend schnell zur Unperson, und zwar gezielt wegen seiner Homosexualität - und deswegen beseitigt. Dass er Hitler wegen seiner politischen Forderungen ebenfalls sehr unbequem geworden war, spielte in der öffentlichen Wahrnehmung eine untergeordnete Rolle.
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#9 zundermxeAnonym
  • 25.01.2020, 11:18h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • Vllt verstehe ich Dich falsch oder Du hast es nicht so ausgedrückt, wie Du es gemeint hast.
    Hier aber die These aufzustellen, dass Röhm wegen seiner Homosexualität bei seinem Führer in Ungnade fiel und dies der Grund seiner Hinrichtung gewesen sei, ist nicht nur schlicht falsch. Es bedient und bestätigt die Propaganda der Nazis nach dem sogenannten Röhm-Putsch selbst. Rhöm wäre auch als Heterosexueller entsorgt worden. Seine Homosexualität diente lediglich als Vorwand und Erklärung für das Volk der Herrenmenschen.
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#10 OutAndProud