Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=35367
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Versuchte Vergewaltigung? Schwere Vorwürfe gegen Alt-Bischof


#1 MandorallenEhemaliges Profil
  • 25.01.2020, 13:55h
  • Wer immer noch nicht begriffen hat, dass sich die Kirche nie ändern wird, tut mir wirklich leid. Dass sie gerade bei uns durch Steuergelder finanziert wird und außerhalb des Grundgesetzes steht, macht mich unglaublich wütend.
    Wer sich im Wissen um all das Leid trotzdem diesem Verein anschließt, macht sich mitschuldig und heißt indirekte Mordaufrufe (=Afrikanische Kirche/Schwulenverfolgung), Vergewaltigung, Prügel, Frauenfeindlichkeit und Hass vll. nicht gut, drückt aber mit seiner Mitgliedschaft aus, dass es ihm/ihr egal ist.
    Genauso, wie ich nicht Pazifist und in der Fremdenlegion sein kann oder Demokrat und in der AfD oder weltoffen und im Kukluxklan.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
#3 DramaQueen24Profil
  • 25.01.2020, 14:38hBerlin
  • Verjährung ist der Schutz der Täter vor Strafverfolgung. Und auch der Schutz der Organisation Kirche! Darum sollten alle sofort reden, nicht nur vor dem Klerus, sondern vor allem vor Polizei und Gericht.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 WatcherAnonym
#5 antosProfil
  • 25.01.2020, 15:42hBonn
  • Engführung auf österreichisch:

    "Fügen Sie sich, fügen Sie sich, dann wird alles wieder gut.
    (>>Alt-Bischof<<)

    >> Demütig gehorchen. Immer lieb sein. Immer lieb gehorchen. Demütig sein.<<
    (Wolfgang Piklopil)
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Alexander_FAnonym
  • 25.01.2020, 15:50h
  • Antwort auf #4 von Watcher
  • Erster großer Punkt: Staatsleistungen. Die sind seit 1918 verfassungswidrig, werden aber nicht eingestellt.
    Die Gehälter von Geistlichen, sofern sie der römisch-katholischen Kirche oder der EKD angehören, werden ebenfalls vom Staat bezahlt, und zwar entgegen anderslautenden Ansichten nicht von Kirchensteuern, sondern von allgemeinen Steuergeldern.
    Dann ein weiterer Punkt: kirchliches Arbeitsrecht. Die Fälle, in denen kirchliche Arbeitgeber wegen Scheidung, Religionszugehörigkeit bzw. -abfall, Homosexualität usw. Mitarbeitern kündigen, sind Legion. Und da im Bereich Soziales und Gesundheit fast alles fest in kirchlicher Hand ist, sind hier unheimlich viele Arbeitnehmer religiös fundierter, verfassungswidriger diskriminierender Willkür ausgesetzt.

    Wenn man also sagt, dass die katholische Kirche außerhalb des Grundgesetzes stehe, ist das nicht ganz so weit hergeholt. Sie missachtet es jedenfalls regelmäßig vor aller Augen und besitzt ganz klar Privilegien, die sie eigentlich de jure gar nicht haben dürfte, die aber trotzdem niemand (und zwar auch die Linken und Grünen nicht, nota bene) anzutasten wagt.

    Soviel zu Deutschland. Wie es in Österreich aussieht, kann ich nicht sagen, aber vielleicht ist ja ein/e österreichische/r* Leser/in* so lieb und klärt uns Piefken auf.

    Zum Inhalt des Artikels lässt sich weiter nicht viel sagen. Es ist eine Ungeheurlichkeit, die da geschieht, aber leider nicht ansatzweise eine, die irgendwen überraschen sollte, der mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht. Schaffts ei endli ab, es bleede Kerzlschlicker!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #4 springen »
#7 CountdawnAnonym
  • 25.01.2020, 16:05h
  • Allein schon die Gabe von Temesta nach einem Kreislaufkollaps ist kontraindiziert und ein schwerer ärtzlicher Kunstfehler.
    Das ist doch eindeutige Gefügigmachung durch körperliche Bedrängung mit Hilfe von Sex&Drugs.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 WatcherAnonym
  • 25.01.2020, 16:24h
  • Antwort auf #6 von Alexander_F
  • "Staatsleistungen. Die sind seit 1918 verfassungswidrig, werden aber nicht eingestellt."
    Diese Aussage ist leider falsch
    Sie ist vom Grundgesetz gedeckt. Art. 140 GG lautet: Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes.

    "kirchliches Arbeitsrecht"
    Auch diese Aussage ist leider falsch
    Die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, und hierbei insbesondere die großen Kirchen, können ein eigenständiges Arbeitsrecht erlassen. Das hat seine Grundlage im sogenannten Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht gemäß Art. 137 Abs. 3 Weimarer Reichsverfassung, der nach Art. 140 GG in das Grundgesetz inkorporiert und vollwirksames Verfassungsrecht ist.

    Beides ist durch das GG gedeckt. Und eine Grundgesetzänderung kann nur mit den Stimmen von zwei Dritteln der Mitglieder des Deutschen Bundestages und mit zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates geändert werden.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#9 AndreasKAProfil
  • 25.01.2020, 18:01hKarlsruhe
  • Antwort auf #8 von Watcher
  • Das, was du schreibst: " Art. 140 GG lautet: Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes. ist richtig.

    Die Schlussfolgerungen aber teile ich nicht, denn:

    >> Artikel 138 lautet:
    "Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf ... "

    Das ist ein klarer Auftrag zur Ablösung der Staatsleistungen bereits aus dem Jahr 1919 der 1949 ins GG übernommen wurde.
    Diesen Auftrag, festgelegt also auch im GG hat somit seit über 100 bzw. über 70 Jahren - je nach Zeitrechnung - bisher keine Regierung ausgeführt.

    Das Unterlassen der Ablösung der Staatsleistung kann demnach sehr wohl als Missachtung des GG gesehen werden (und es liegt nahe, dass die Kirchen entsprechend Einfluss genommen haben).
    Wenn ich mit diesem Argument falsch liege, bitte ich um Ansage, wo genau.

    >> Artikel 137 von 1919, der ebenfalls in unser GG eingegangen ist lautet:
    "Es besteht keine Staatskirche. ... Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde. Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechts. ...

    Es ist klar die Rede von der Ordnung und Verwaltung ihrer Angelegenheiten INNERHALB DER SCHRANKEN DES FÜR ALLE GELTENDEN GESETZES. Auch aus der selbständigen Verleihung der Ämter erkenne ich nicht die Möglichkeit, ein abweichendes Arbeitsrecht zu installieren. Schließlich kann jede, jeder Klümpchenverein kann seine Posten ebenfalls selbständig verleihen und unterliegen dem allgemeinen Arbeitsrecht hinsichtlich ihrer Angestellten.

    Habe ich da vielleicht auch etwas übersehen? Bitte um Ansage, ich lerne gerne dazu.

    >> Weiter heißt es im gleichen Artikel:
    ..."
    Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben. ...

    Die Erhebung einer Steuer mithilfe der bürgerlichen Steuerlisten ist unstrittig.

    Da die Kirchen aber ihre Angelegenheiten selbständig ordnen und verwalten sollen (s.o.) ist es mir nicht einsichtig, warum der Staat hier für die Kirchen die Steuern eintreibt.

    Das verstehe ich so, dass die Kirchen es hinbekommen haben, den Staat als Finanzeintreiber eingespannt zu haben.

    Inwieweit das mit einem säkular ausgerichteten Staat vereinbar ist, möchte ich auch gerne erklärt haben.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#10 Ex-KatholikAnonym
  • 25.01.2020, 18:03h
  • Antwort auf #8 von Watcher
  • Dass das kirchliche Arbeitsrecht im GG geschützt ist, ändert nichts daran, dass dieser von dir zitierte Passus den Kirchen gestattet, sich über andere Teile des Grundgesetzes hinwegzusetzen. Ergo verstecken sie sich hinter dem GG um damit zugleich dagegen verstoßen zu können!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#11 WatcherAnonym
  • 25.01.2020, 18:41h
  • Antwort auf #9 von AndreasKA
  • "Da die Kirchen aber ihre Angelegenheiten selbständig ordnen und verwalten sollen (s.o.) ist es mir nicht einsichtig, warum der Staat hier für die Kirchen die Steuern eintreibt."

    Tja und da kommt das Reichskonkordat ins Spiel.
    Das Reichskonkordat war mit Art. 123 Absatz 2 GG implizit anerkannt, ohne dass man es aufzuführen brauchte.
    Im Konkordatsurteil vom 26. März 1957 stellte das Bundesverfassungsgericht fest ,dass das Konkordat nach wie vor fort bestehe und die Bundesrepublik binde.Und im Reichskonkordat wird die Steuer geregelt und zwar
    im Artikel 13: Unmittelbarer Einbehalt der Kirchensteuer .
    Und Artikel 18 Staatsleistungen an die Kirche können nur im freundschaftlichen Einvernehmen abgeschafft werden.
    Ich frag einfach mal,ob die Antwort ausreicht ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#12 AndreasKAProfil
#13 Miguel53deProfil
  • 25.01.2020, 19:04hOttawa
  • Antwort auf #8 von Watcher
  • Die Aussage, die Kirche stehe außerhalb des Grubdgesetzes ist dennoch nicht so ganz von der Hand zu weisen.

    Es mag schon sein, dass katholische Einrichtungen ihre eigenen Arbeitsrechte haben dürfen. Nun ist es aber so, dass sie dazu auch wirklich kirchliche Einrichtungen sein sollten.

    Ob katholische Krankenhäuser oder Schulen. Alle diese Einrichtungen werden nur zu einem winzigen Bruchteil von der RKK finanziert. Das müsste eigentlich bedeuten, dass es sich in Wirklichkeit um staatliche Einrichtungen handelt. Lediglich der Titel ist gegen ein Kleingeld für Katholisch gekauft. Deshalb ist es zumeist ein schlechter Scherz, dass nicht das weltliche, sondern das katholische Arbeitsrecht gilt. Weswegen dann einer lesbischen Putzfrau oder einem geschiedenen Oberarzt gekündigt werden darf.

    Und was die staatliche Finanzierung der Kirchen angeht. Das Konkordat mit dem Vatikan und Deutschland ist unter dem lieben Adolf abgeschlossen worden. Da hatte der Papst Angst, seine Einkünfte und Privilegien aus und in Deutschland würden verloren gehen. Dafür hat man dann auch gern und relativ durchgängig zu Mord und Totschlag im 3. Reich geschwiegen. Oder sogar den Führer gepriesen und seine Waffen gesegnet.

    Ich bin mir sicher, jeder Politiker weiß, dass sowohl die Finanzierung wie auch das Arbeitsrecht längst at Acta gelegt werden müssten. Denn jeder deutsche Steuerzahler, also auch derjenige, der wie ich längst aus der Kirche ausgetreten ist, finanziert diese Christen mit. Es gibt keinen Grund mehr, diese Millionen weiter in eine Organisation zu pumpen, die sich dem staatlichen Recht nur zu gern entzieht.

    Nur traut sich niemand daran, denn obwohl die Zahl der Mitglieder immer kleiner wird. Der Einfluss und der lange Arm sind immer noch groß, bzw. reicht immer noch weit.

    Doch während die RKK beim Missbrauchskandal sehr schweigsam und zurückhaltend ist, spielt sie sich nach wie vor laut und mächtig als moralische Instanz auf. Ob national oder international. Nur, um dann wieder still zu werden, wenn es um den ansteigenden Antisemitismus und Rassismus geht.

    So interessant Ihre Beiträge auch sind und gar nicht so falsch, um eine breite Diskussion auszulösen. So sehr werfen sie doch auch Fragen auf. Ob nämlich hier nicht die RKK ganz bewusst jemanden eingeschleust hat, der sich systematisch durch das Internet liest und mit seriösen Beiträgen gegenhält, um Unruhe zu stiften.

    Ich vermute stark das letztere.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#14 MandorallenEhemaliges Profil
  • 25.01.2020, 19:33h
  • Bevor ich überhaupt dazu käme, das Arbeitsrecht oder Artikel 3, gleiche Rechte von Mann und Frau oder das Kirchenasyl oder die Kirchensteuer oder die systematische Vertuschung von Straftaten wie Vergewaltigung ohne Strafverfolgung zu bearbeiten, würde ich schon bei Artikel 1 GG hängen bleiben.

    Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    Denn die Kirche etikettiert ganze Bevölkerungsgruppen als Sünder, was an sich schon schlimm genug wäre, lässt aufgrunddessen aber auch Taten folgen. Verwehrt beispielsweise deshalb Geschiedenen Paaren die Sakramente.

    Nun muss man wissen, das laut kircheneigener Definition ein Sünder ein unvollkommener Mensch mit falscher Lebensweise ist, der von Gott getrennt ist. Da ebenfalls laut kirchlicher Defintion die Würde von Gott gegeben wird, heißt das nichts anderes, als folgendes:

    Wir sind fehler-, bzw. mangelhafte Menschen ohne Würde.
  • Antworten » | Direktlink »
#15 WatcherAnonym
  • 25.01.2020, 19:51h
  • Antwort auf #13 von Miguel53de
  • "Ob nämlich hier nicht die RKK ganz bewusst jemanden eingeschleust hat
    Ich vermute stark das letztere."

    Nur weil Du Dich nicht mit der Geschichte der Kirche in Deutschland auskennst, unterstelle nicht anderen etwas. Du musst nicht andere beleidigen, nur weil sie nicht Deiner Meinung sind.
    Und wenn Du mal gesehen hättest ,was ich bei welchen Themen gepostet habe,würde sich diese schwachsinnige Behauptung erübrigen.
    Aber so kann man auch vom Thema ablenken,indem man einfach Lü...., Fakenews in die Welt setzt.
    Aber bitte ,das kann ich auch :
    ich behaupte jetzt einfach ,dass dies ein mieser Versuch ist ,Fachwissen in Misskredit zu bringen,indem man über den Kommentator Fakenews in Umlauf bringt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#16 WatcherAnonym
#17 Alexander_FAnonym
  • 25.01.2020, 23:15h
  • Antwort auf #15 von Watcher
  • Dass du ein Fürsprecher für die katholische Kirche bist, steht jedenfalls völlig außer Frage. Und angesichts von deren Reichtum stellt sich die Frage danach, ob du ein bezahlter Fürsprecher bist, ganz von selbst.

    Und auch wenn du formaljuristisch Recht hast (was für einen Beigeschmack das Wort "formaljuristisch" unter Juristen hat, lassen wir mal dahingestellt), bleibt schlicht die Frage, weshalb eine Organisation, die längst keine breite Bevölkerungsmehrheit mehr präsentiert, deren Weltanschauung allgemein höchst fragwürdig ist, die nachweislich nicht nur im Kleinen, wie hier bei dieser Vergewaltigung, sondern auch in ganz großem Stil abscheulichste Verbrechen auf dem Kerbholz hat, die sich nachweislich historisch gesehen immer auf die Seite der Tyrannei und des Rückschrits gestellt hat und dann oft noch die Dreistigkeit hat, zu behaupten, der demokratische Staat, den sie stets bekämpft hat, sei auf ihrem Mist gewachsen , allen Ernstes das Recht haben sollte, sich von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen und ihre Ansichten anderen aufzuzwingen.

    Wahrscheinlich würde dir erst dann ein Licht aufgehen, wenn mit derselben Argumentation, die die katholische Kirche seit Jahren anwendet, muslimische Arbeitgeber Schariarecht anwenden und ihre Mitarbeiter auspeitschen würden. Oder wenn ein Hindu legal eine Witwenverbrennung durchführen darf oder Betrugsfälle durch Scientology auch nicht mehr verfolgt würden. Denn schließlich können sich Körperschaften ja völlig grundgesetzkonform ihre eigenen Gesetze schaffen, nicht wahr? Warum sollen das also nur zwei Religionsgemeinschaften dürfen?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#18 SchlummertrunkAnonym
  • 26.01.2020, 08:39h
  • Ganz doll. Dem Jung eine Art Valium reinzuschütten, damit der fügsdam wird. Ähnlich wie bei den K.O. Tropfengebern
    Religion und Medizinstudent. Unheilvolle Verbindung.

    ZURR8
  • Antworten » | Direktlink »
#19 AnmerkungAnonym
#20 AndreasKAProfil
  • 26.01.2020, 10:26hKarlsruhe
  • Antwort auf #11 von Watcher
  • Wie schon andere hier ausgeführt haben, ist das Reichskonkordat von 1933 (also sehr früh nach Hitlers Machtantritt!) ein höchst umstrittener Pakt, der zwischen dem Vatikan bzw. der RKK und dem Hitlerregime ausgehandelt wurde - und zwar unter den Regeln des Ermächtigungsgesetztes und nicht nach der Regelung der Verfassung der Weimarer Republik.
    Das Ermächtigungsgesetz kam zustande, weil die Zentrumspartei, die vornehmlich kirchliche-katholische Anhänger hat, diesem zugestimmt hat. Inwieweit da Kalkül eine Rolle spielte, ein für die Kirche günstiges Konkordat herauszuholen ist allerdings schwer nachzuweisen ...

    Eine Bestimmung, dass der Staat die Steuern nach diesem Konkordat einziehen würde, habe ich nicht finden können. Aber das ist zumindest eine Weile während der Nazi-Herrschaft so gelaufen. Ab 1935 werden auf den Lohnsteuerkarten Konfessionszugehörigkeiten eingetragen. In diesem Fahrwasser ist seither offenbar auch die Evangelische Kirche mitgeschippert.
    Eine solche Amtshilfe des Staates widerspricht übrigens dem Grundgesetzesansinnen, dass niemand seine religiöse (oder nicht-religiöse) Haltung offen legen muss.

    Das Reichskonkordat wurde implizit mit anderen Staatsverträgen durch die junge Bundesrepublik anerkannt. Das stimmt.

    Der Einzug der Kirchensteuern durch den Staat wurde zwischenzeitlich kurz unterbrochen, ist aber für die großen Kirchen mittlerweile Usus. Bisher hat keine Regierung das mit hinreichenden Konsequenzen hinterfragt oder ist dagegen angegangen.

    Gleiches gilt für das freundschaftliche Regeln der Ablösung der Staatsleistungen.

    Das Konkordat sagt jedoch lediglich, dass es eine freundschaftlich-einvernehmliche Ablösung geben soll. Vom Auftrag, die Staatsleistungen abzulösen entbindet es nicht.
    Und freundschaftlich-einvernehmlich heißt auch nicht, dass einer auf stur schaltet und blockiert, wenn ein anderer etwas möchte ... nur fehlt den Volksvertretern im Parlament eben dieser Wille.

    Ich verstehe das Ganze so:
    Die Kirchen befinden sich durchaus auf dem Boden des GG in Sachen Steuereintreibung und Ablösung der Staatsleistungen. Doch es gibt Aufträge bzw. m.E. eingeschliffene Gewohnheiten dabei, die bisher keine Regierung bzw. keine Mehrheit im Parlament so thematisiert hat, dass daran gerüttelt wird.
    Unser GG ist nach säkular ausgerichtet und es wäre kein Verstoß gegen das GG, die Praktiken der Kirchenfinanzierung entsprechend zu ändern - im Gegenteil: Die säkulare Ausrichtung würde dadurch nur gestärkt. Säkular, also ohne Kirchenzugehörigkeit, leben übrigens deutlich mehr als ein Drittel der Menschen unserer Gesellschaft. Die Frage ist hier eher, wie diese gesellschaftlich höchst relevante Gruppe dafür mobilisiert werden kann.

    Kurz noch das Thema verschiedene Arbeitsrechte: Hier kommen bereits auf europäischer Ebene Urteile zusammen, die ein Sonderrecht für Kirchen in Frage stellen.
    M.E. ist ein unterschiedliches Arbeitsrecht ein Verstoß gegen das GG, der nicht durch die Gewährung des Selbstregelns eigener Angelegenheiten gedeckt wird.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#21 Alexander_FAnonym
  • 26.01.2020, 20:50h
  • Antwort auf #19 von Anmerkung
  • Es war keinesfalls in meiner Absicht, die Untat dieses Bischofs in irgendeiner Weise relativieren zu wollen. Im Gegenteil. Sie fügt sich nur in das, was sich die kriminelle Organisation, die er angehört, perfekt ein und bildet da eben tatsächlich nur einen einzelnen Mosaikstein.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#22 TheDadProfil
  • 26.01.2020, 20:59hHannover
  • Antwort auf #8 von Watcher
  • ""Sie ist vom Grundgesetz gedeckt. Art. 140 GG lautet: Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes.""..

    Man muß das dann schon ganz lesen..

    ""Art. 137
    (1) Es besteht keine Staatskirche.
    (2) Die Freiheit der Vereinigung zu Religionsgesellschaften wird gewährleistet. Der Zusammenschluß von Religionsgesellschaften innerhalb des Reichsgebiets unterliegt keinen Beschränkungen.
    (3) Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde.
    (4) Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechtes.
    (5) Die Religionsgesellschaften bleiben Körperschaften des öffentlichen Rechtes, soweit sie solche bisher waren. Anderen Religionsgesellschaften sind auf ihren Antrag gleiche Rechte zu gewähren, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten. Schließen sich mehrere derartige öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaften zu einem Verbande zusammen, so ist auch dieser Verband eine öffentlich-rechtliche Körperschaft.
    (6) Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben.
    (7) Den Religionsgesellschaften werden die Vereinigungen gleichgestellt, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen.
    (8) Soweit die Durchführung dieser Bestimmungen eine weitere Regelung erfordert, liegt diese der Landesgesetzgebung ob.""..

    Denn so wie hier beschrieben sind die "Religionsgemeinschaften" aufgefordert "ihre Angelegenheiten" selber zu organisieren..
    Das lehnen sie seit mehr als 70 Jahren ab, und berufen sich dabei auf das "Reichskonkordat", geschlossen zwischen der Nazi-Regierung und der RKK..

    Besonders Satz 4 des Artikel 137 legt dann auch dar, wer ein "eigenes Arbeitsrecht" erläßt, erhält damit NICHT gleichzeitig ein Recht zur Diskriminierung aufgrund irgendwelcher Religiotischer Ansichten, egal ob man nun Angehörige anderer "Religionen" gar nicht erst einstellt, schlechter bezahlt, oder LGBTTIQ*-Menschen von Führungs-Positionen fern hält, mit der absurden Begründung der Job in einem "Verkündigungs-nahem Bereich" machte eine "besondere katholische Lebensführung" notwendig..

    Wer Arbeitgeber sein will, muß sich dann auch den Regeln für ALLE Arbeitgeber unterordnen !

    ""(4) Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechtes.""..

    Steht da..
    Nachlesbar..
    Doch allein die "Ausnahmen" im AGG bestätigen das Gegenteil, und damit steht der Satz von "Alexander"
    ""Wenn man also sagt, dass die katholische Kirche außerhalb des Grundgesetzes stehe, ist das nicht ganz so weit hergeholt.""
    dort auch zu Recht !

    ""Beides ist durch das GG gedeckt.""..

    Eben nicht !
    Denn das Grundgesetz sagt dazu etwas anderes..
    Doch die "Kirchen" weigern sich seit Jahrzehnten überhaupt über die "Ablösung von Staatsleistungen" zu reden..
    Daran ändert dann auch das kürzlich "gesendete Signal zu Gesprächsbereitschaft" eines "Kardinal" Marx so rein gar nichts..

    ""Und eine Grundgesetzänderung kann nur mit den Stimmen von zwei Dritteln der Mitglieder des Deutschen Bundestages und mit zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates geändert werden.""..

    Eine Änderung des Grundgesetzes ist gar nicht notwendig, denn wie Artikel 137 Satz 8 schon aussagt ist dies Sache der Länder !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#23 TheDadProfil
  • 26.01.2020, 21:08hHannover
  • Antwort auf #11 von Watcher
  • ""Tja und da kommt das Reichskonkordat ins Spiel.
    Das Reichskonkordat war mit Art. 123 Absatz 2 GG implizit anerkannt, ohne dass man es aufzuführen brauchte.""..

    Äh ?
    Artikel 123 ist da recht deutlich :
    ""Art 123
    (1) Recht aus der Zeit vor dem Zusammentritt des Bundestages gilt fort, soweit es dem Grundgesetze nicht widerspricht.""..

    Das die Staatsleistungen dem Grundgesetz widersprechen sagt dann auch der Artikel 137 Reichsverfassung aus, und dem ist nach wie vor Folge zu leisten..

    Doch die Bundesländer können gar keine "neuen Staatsverträge" schließen so lange sich diese "Kirchen" nicht an einen Tisch zur Verhandlung dieser Verträge setzen !

    ""Im Konkordatsurteil vom 26. März 1957""..

    Hübscher Versuch..
    Doch "Staatsleistungen" sind NICHT mit der "Kirchensteuer" gleichzusetzen, wie es immer wieder getan wird !

    Staatsleistungen sind Geldzuwendungen des Staates an die Kirchen für die 1803 "erlittene" Enteignung von "Kirchenbesitz"..

    Doch exakt diese "Staatsleistungen" sind durch das Reichskonkordat "erledigt" worden !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#24 OlliAnonym
  • 26.01.2020, 23:16h
  • Wie immer: je homophober, desto abartiger und perverser sind die Kleidchenträger.

    Widerlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#25 Homonklin_NZAnonym
  • 27.01.2020, 17:23h
  • Antwort auf #4 von Watcher
  • Such mal Artikel über Kirchenrecht, die eigene Rechtssprechung der katholischen Kirche, in der das GG keine vollständige Geltung hat. Das erlärt etwa, warum so viele Pädophile und Straftäter nicht ordentlichen Strafprozessen unterstellt werden. Ein paar davon müssen dafür grade stehen und die anderen werden in andere Wirkungsbereiche versetzt, wo es damit weiter gehen kann.

    Such mal Staatsleistungen. Sie werden jedes Jahr unabhängig von der Kirchensteuer der Gläubigen, Spenden und anderen Zuwendungen an die "großen" Kirchen entrichtet, und so zahlt letztlich Jeder, auch wer gar nicjht diesem Glauben anhängt, zum Unterhalt dieses Konzerns. Die Staatsleistungen sind eine Art Wiedergutmachung aus einer Zeit, deren Verfehlungen längst über genüge abgegolten wurden. Die Summe steigt jedes Jahr an,
  • Antworten » | Direktlink » | zu #4 springen »
#26 NiLaterneProfil

» zurück zum Artikel