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Nach Ehrung in Melbourne

John McEnroe bezeichnet Homo-Hasserin Margaret Court als "verrückte Tante"

50 Jahre nach ihrem Grand Slam ehrt Australien Tennis-Ausnahmetalent Margaret Court – sie erntet Kritik für ihre vielen homo- und transphoben Äußerungen, aber auch Unterstützung vom deutschen Tennisfunktionär Boris Becker.


John McEnroe rechnet mit Margaret Court ab (Bild: Eurosport)

Ex-Tennisspielerin Margaret Court ist am Montag bei den Australian Open in Melbourne für ihre Erfolge geehrt worden. Anlass ist, dass sie vor 50 Jahren alle vier Grand-Slam-Turniere gewinnen konnte (das gelang außer ihr nur Maureen Connolly und Steffi Graf). Bereits 2014 war zu Courts Ehren eine Multifunktionsarena in "Margaret Court Arena" umbenannt worden.

Die Ehrung führte zu teils scharfer Kritik, weil die 77-Jährige immer wieder mit LGBTI-feindlichen Äußerungen für Aufsehen sorgt. Zu den Kritikern gehört neben Martina Navratilova auch das amerikanische Tennisidol John McEnroe.

In einem humoristischen Clip für den TV-Sender Eurosport erklärte McEnroe: "Es gibt nur eine Sache, die länger als Margaret Courts sportliche Errungenschaften ist: Ihre Liste an beleidigenden und homophoben Äußerungen." Er outete sie als Unterstützerin des Apartheid-Regimes in Südafrika und listete viele ihrer LGBTI-feindlichen Aussagen auf. "Margaret Court ist eigentlich eine Bauchrednerin, die die Bibel nutzt, um alles zu sagen, was sie sagen möchte", so McEnroe. "'Tennis Australia' steckt in einem Dilemma: Was sollen sie mit ihrer verrückten Tante machen?" "Tennis Australia"-Chef Craig Tiley hatte Court eingeladen, distanzierte sich aber gleichzeitig von ihren LGBTI-feindlichen Äußerungen. Man könne aber die Person nicht von ihren Erfolgen trennen, erklärte McEnroe.

Twitter / Eurosport_UK

McEnroe rief Serena Williams dazu auf, zwei weitere Grand-Slam-Turniere zu gewinnen. Sie würde es dann auf 25 Titel bringen und Court überholen, die während ihrer aktiven Laufbahn zwischen 1960 und 1977 insgesamt 24 Titel der vier bedeutendsten Tennis-Turniere der Welt gewinnen konnte – das ist immer noch Rekord. "Damit können wir Margaret Court und ihre beleidigenden Ansichten in der Vergangenheit lassen, wo sie hingehört", so McEnroe.


Margaret Court nutzt seit Jahrzehnten ihre Prominenz, um gegen Homo- und Transsexuelle Stimmung zu machen (Bild: Eric Koch / Anefo / wikipedia)

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Boris Becker unterstützt Court

Aber Court hat auch prominente Unterstützer. Dazu gehört auch Boris Becker, der heute Head of Men's Tennis beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) und Experte für den Sender Eurosport ist. Er sprach sich dagegen aus, die Margaret-Court-Arena in Melbourne umzubennen: "Ich finde es schade, wenn man den Namen ändern würde, weil Margaret Court als Tennisspielerin bekannt geworden ist mit ihren 24 Grand-Slam-Siegen. Was außerhalb des Platzes passiert, sollte keine Rolle spielen. Für ihre Erfolge soll sie gefeiert und verehrt werden", sagte der 52-Jährige laut "Tennis Magazin".

Court: Homosexuelle sind "widerlich"

Erst vor wenigen Wochen behauptete Court in ihrer Funktion als Pastorin etwa, dass Trans Kinder vom Teufel befallen seien (queer.de berichtete). Es gibt unzählige Zitate Courts, in denen sie gegen Homosexuelle polemisiert – so hatte sie sexuelle Minderheiten etwa pauschal als "widerlich" bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)

Anmerkung: Artikel um 13.17 Uhr um Boris Becker ergänzt


John McEnroe (hier in einem Bild aus dem Jahr 1980) bestimmte Anfang der Achtzigerjahre das Herrentennis. So war er 170 Wochen lang Nummer eins der Weltrangliste. Außerdem sorgte der in Wiesbaden geborene Amerikaner mit seinen emotionalen Ausbrüchen immer wieder für Unterhaltung



#1 FredericAnonym
#2 MandorallenEhemaliges Profil
  • 27.01.2020, 14:14h
  • Es deutschelt. Hat ein bißchen was von den Wagnerfestspielen: Den Antisemitismus beklagen und Kränze in Auschwitz ablegen und später im Jahr feiert die komplette Politprominenz Deutschlands einen Mann, der anitsemitische Hetzschriften verfasst hat, weil seine Musik ist halt so schön. Von der Wagnersippschaft die danach kam, fang ich erst gar nicht an.

    Ein fettes Dankeschön an Eurosport, dass sie den Clip erstens produziert haben und zweitens schon mehrmals zu bester Sendezeit gezeigt haben und auch an Boris Becker, der vorhin deutliche Worte zu Court gefunden hat.

    Was mich etwas bedrückt hat war, dass während der Ehrung kaum Buhrufe und Pfiffe zu hören waren, bzw. im breiten Klatschen untergegangen sind. Das zeigt doch ein deutliches Bild von der australischen (Tennis)Gesellschaft 2020.
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#3 ErgänzungAnonym
  • 27.01.2020, 14:28h
  • Antwort auf #2 von Mandorallen
  • "feiert die komplette Politprominenz Deutschlands einen Mann, der anitsemitische Hetzschriften verfasst hat, weil seine Musik ist halt so schön."

    Und eine der größten Religionsgemeinschaften des Landes beruft sich auf einen "Reformator", den man nur als erbitterten antisemitischen Hassprediger bezeichnen kann. Für solche "kleinen Sünder" hatte die deutsche Gesellschaft schon immer ein großes Herz. In den Händen der richtigen Leute wird Vergebung zur Waffe.
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#4 Ralph
  • 27.01.2020, 15:22h
  • Klar, Herr Bobele Becker, was außerhalb des Platzes passiert, geht niemanden was an - diese Meinung muss eine Skandalnudel wie Sie ja vertreten.

    Natürlich ist es schwer, Person und Leistung zu trennen. Wir haben das gerade erst gesehen bei der Nobelpreisverleihung an den Kriegsverbrecherfreund Peter Handke. Aber es ist eine Sache, die sportliche Leistung anzuerkennen, und eine andere, eine Sportarena nach einer Volksverhetzerin zu benennen. Um ein Beispiel zu bemühen, das hier gerade gebracht wurde: Richard Wagner. Man kann sich ja seine Musik anhören und seine Opern besuchen. Das heißt aber nicht, dass man deutschlandweit Straßen und Plätze nach diesem Antisemiten benennen muss.
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#5 Miguel53deProfil
  • 27.01.2020, 19:01hOttawa
  • Eigentlich konnte ich John McEnroe nicht leiden, wegen seines pöbelnden, oft unfairen Verhaltens auf dem Platz.

    Doch jetzt ändere ich meine Meinung. Nicht nur, dass er deutlich sagt, was zu sagen ist. Er spricht auch über sich selbst auf ironische Weise. Das macht diesen Beitrag um so besser und zeigt ihn in einem ganz anderen, für mich ganz neuem Licht.

    Danke, John McEnroe. Das tut gut.
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#6 ElfolfProfil
  • 28.01.2020, 06:17hHamburg
  • Warten wir mal ab, was Boris Becker sagt, wenn dich die Dame erstmal die Rothaarigen vornimmt, oder in Anspielung auf ihre Unterstützung für die Appartheit die weißen Männer, die sich mit dunkelhäutigen Frauen einlassen. Solange nur andere betroffen sind....
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