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Tennis

Australien: Martina Navratilova und John McEnroe protestieren gegen Homophobie

Eklat bei den Australian Open: Zwei US-Altstars zeigten auf dem Tennisfeld ein Banner, auf dem sie forderten, eine nach einer Homo-Hasserin benannte Arena umzubenennen. Die Veranstalter sind sauer.


Martina Navratilova erklärte, dass eine Homo-Hasserin wie Margaret Court kein Vorbild und schon gar keine Heldin sein könne (Bild: Andrew Campbell / flickr)

Die Organisatoren des Grand-Slam-Turniers Australian Open haben eine Aktion der beiden Tennisidole John McEnroe und Martina Navratilova scharf kritisiert. Der 60-Jährige und die 63-Jährige entfalteten am Dienstag nach einem Show-Match im Rahmen des Melbourner Tennisturniers ein Transparent mit der Aufschrift "Evonne Goolagong Arena".

Damit demonstrierten sie für die Umbenennung der Margaret-Court-Arena, eines prominenten Stadions, in dem 7.500 Zuschauer Platz finden. Die heute 77-jährige Court ist mit 24 in den Sechziger- und Siebzigerjahren gewonnenen Grand-Slam-Titeln die erfolgreichste Tennisspielerin der Geschichte, allerdings ist sie wegen vieler homophober Aussagen umstritten. Goolagong ist ebenfalls eine australische Spielerin, die es in den Siebzigerjahren auf Rang eins der Weltrangliste schaffte. Sie war eine der wenigen erfolgreichen Aborigine-Frauen im Sport.

Twitter / KevinCChang

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TV-Übertragung wegen Protestaktion unterbrochen

Navratilova klettere nach dem Zeigen des Banners auf den Schiedsrichterstuhl, um den Zuschauern ihre Position zu erklären. Das TV-Publikum erfuhr allerdings nichts von ihrer Rede, weil die Veranstalter die Übertragung kappten.

In einer Stellungnahme kritisierte Tennis Australia die Protestaktion: "Wir setzen uns für Vielfalt ebenso ein wie das Recht von Menschen, ihre eigenen Ansichten zu haben und diese auch zu sagen", so der Dachverband. "Aber die Australian Open haben Regeln." Diese würden die "Integrität der Veranstaltung" schützen. "Zwei prominente Gäste haben diese Regeln gebrochen." Der Verband werde sich daher mit ihnen in Verbindung setzen.

Navratilova erklärte nach der Aktion, dass Goolagong die Namensgeberin der Multifunktionsarena sein solle, weil sie "ein echtes Vorbild und eine echte Heldin" sei. "Wenn Flughäfen, Gebäude, Straßen oder Stadien nach Leuten benannt werden, sollen damit außerordentliche Menschen geehrt werden – unsere Helden", so die offen lesbische Ex-Sportlerin, die zwischen 1975 und 2006 im Tenniszirkus mitmischte. "Margaret Court gehört nicht in diese Helden-Kategorie."

McEnroe hatte bereits im Vorfeld des Tennisturniers Court in einem Eurosport-Video als "verrückte Tante" bezeichnet und sie für ihre Unterstützung des südafrikanischen Apartheid-Regimes und ihre homosexuellenfeindlichen Äußerungen scharf attackiert (queer.de berichtete).

Twitter / Eurosport_UK

Court hat seit Jahrzehnten unter Berufung auf ihren christlich-evangelikalen Glauben gegen Schwule und Lesben polemisiert. 1990 kritisierte sie etwa Martina Navratilova mit den Worten: "Sie ist eine gute Spielerin, aber mir wäre jemand lieber, zu dem junge Sportler aufschauen können. Es ist sehr traurig, dass Kinder Homosexualität ausgesetzt werden." Im Alter ist Court nicht milder geworden: Erst vor wenigen Wochen behauptete sie etwa, dass trans Kinder vom Teufel besessen seien (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | Die Kontroverse um Margaret Court, die erst am Montag bei den Australian Open für ihre Leistungen geehrt worden war, bewegt die australische Öffentlichkeit



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#1 Ralph
  • 28.01.2020, 16:53h
  • Der Verband setzt sich für Vielfalt und Meinungsfreiheit ein? Offenbar für eine Vielfalt ohne Minderheiten und für die Meinungsfreiheit von Volksverhetzern.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 MandorallenEhemaliges Profil
  • 28.01.2020, 19:28h
  • Vorsicht: gespaltene Zungen! Freie Meinungsäußerung propagieren, aber Mikrofon und Übertragung abschalten und die Aktion scharf kritisieren. Verständlich, ich meine wie kann man sich auch wagen, gegen religiöse Hetze einzustehen und die Doppelmoral der Veranstalter anzuprangern. Die haben doch nur die Sportlerin geehrt und nicht die Hasspredigerin...
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#3 lindener1966Profil
  • 28.01.2020, 20:40hHannover
  • sehr geile Aktion, Hut ab! Martina und John! Solche Aktionen sind absolut notwendig, um diversen Leuten so richtig auf die Füße zu stampfen. Big Hugs!
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#4 DramaQueen24Profil
  • 29.01.2020, 01:16hBerlin
  • Frau Court missbraucht ihren Glauben für Hetze. Ihr gegenüber und ihrer homophoben "Meinung" sollen alle "tolerant" sein.
    Wenn aber zwei ehemalige Spieler von der selben Bekanntheit wie sie, sich gegen Homophobie verwahren, dann sollen diese die Klappe halten, ihr Protest wird nicht gesendet.
    Das zeigt mir, dass der australische Tennisverband noch einiges zu lernen hat!
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#5 Carsten ACAnonym
  • 29.01.2020, 08:54h
  • Martina Navratilova und John McEnroe sind wahre Idole und Vorbilder an Sportlichkeit und Menschlichkeit, die wissen, dass sie neben ihren sportlichen Erfolgen auch eine Vorbildfunktion und gesellschaftliche Verantwortung haben.

    Sportstätten sollten eher nach solchen Menschen benannt werden statt nach homo- und transphoben Hetzern.
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#6 zundermxeAnonym
  • 29.01.2020, 10:25h
  • Prima Nummer von beiden - Respekt!

    Der Verband gibt natürlich ein sehr schwaches Bild ab, wenn er so versucht Meinungen zu unterdrücken und zu diskreditieren wo er andererseits den Hass und die Hetze einer alten Frau gewähren lässt und mit der Namensgebung auch weiterhin unterstützt.
    Eigentlich sollte es längst überflüssig sein zu sagen: Hass und Hetze ist keine Meinungsfreiheit sondern ein Verbrechen gegen Menschen und gegen jede freiheitliche Demokratie.
    Wenn der Groschen endlich mal fallen würde, hätten wir schon in jedem Land einen großen Schritt gemacht.
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#7 kaymahuProfil
  • 29.01.2020, 12:59hFrankfurt
  • Homophobie ist keine Meinung. Wissen wir alle längst. Sie ist verachtender Rassismus. Sich dagegen zu wehren ist übrigens auch keine Meinung, sondern die demokratische Pflicht all derer, die ernsthaft für Menschenrechte eintreten.
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