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Erzbischof plaudert über Vatikan-Besuch

Papst warnt vor Gleichbehandlung im Eherecht und "Gender-Ideologie"

Franziskus soll vor amerikanischen Bischöfen deutlich gemacht haben, dass er die Gleichbehandlung von Homosexuellen nach wie vor strikt ablehnt.


Papst Franziskus gesteht Homosexuellen zwar das Recht auf Seelsorge zu – Segnungen oder Ehe-Schließungen von gleichgeschlechtlichen Paaren lehnt er aber kategorisch ab (Bild: Long Thiên / flickr)

Salvatore Joseph Cordileone, der Erzbischof von San Francisco, hat gegenüber dem "Catholic News Service" erklärt, dass Papst Franziskus bei einem Besuch von 33 US-Bischöfen am Montag im Vatikan vor der Gleichbehandlung von Homosexuellen gewarnt haben soll. Cordileone sagte, dass der Pontifex zwar zugestanden habe, dass auch Homo-Paare Zugang zu öffentlichen Mitteln und queere Katholiken Zugang zur katholischen Seelsorge haben sollten. Allerdings müssten Eheschließungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren unbedingt verhindert werden: "Die Ehe ist einzigartig. Die Ehe ist von Natur aus Komplementarität zwischen Mann und Frau", so zitierte Cordileone den Papst. "Und er sprach über die Gefahr der Gender-Ideologie und darüber, wie sie Unterschiede leugnet."

Der Begriff "Gender-Ideologie" wird meist als Kampfwort gegen jegliche Anerkennung von Homo- oder Transsexuellen verwendet. In der deutschen Politik nutzt insbesondere die AfD den Ausdruck. Ihr Bundestagsabgeordneter Martin Hohmann erklärte etwa vor wenigen Monaten, die "Gender-Ideologie" sei "antichristlich und pervers" (queer.de berichtete).

Widersprüchliche Aussagen zur Akzeptanz von Schwulen und Lesben


Salvatore Cordileone besuchte mit mehr als 30 anderen US-Bischöfen den Papst im Vatikan

Aus der katholischen Kirche kommen beim Thema der Gleichbehandlung von Homo- und Transsexuellen derzeit widersprüchliche Aussagen. In Deutschland gibt sich die Kirche relativ liberal, selbst die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ist kein Tabu mehr (queer.de berichtete). Auch Papst Franziskus sendet widersprüchliche Signale aus: So empfing der 83-Jährige kürzlich den prominenten LGBTI-freundlichen Jesuitenpater James Martin (queer.de berichtete). Gleichzeitig tut er etwa Homosexualität als Modeerscheinung ab oder führt aus, dass Homosexuelle grundsätzlich keine Familien bilden könnten.

In manchen Ländern agiert die katholische Kirche zudem als politische Unterstützerorganisation von homophoben Regierungen, allen voran in Polen: Dort unterstützt die Kirche offensiv die rechtspopulistische Regierung der PiS-Partei von Jaroslaw Kaczynski. Die katholische Bischofskonferenz behauptete sogar im Vorfeld der Parlamentswahlen, Homosexuelle seien "der europäischen Zivilisation fremd" (queer.de berichtete).

Auch Papst-Besucher Salvatore Cordileone ist politisch engagiert im Kampf gegen LGBTI-Rechte: So gehörte er 2008 zu den Mitorganisatoren des Volksentscheids "Proposition 8", durch den kurzzeitig das staatliche Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in Kalifornien wieder eingeführt wurde (queer.de berichtete). (dk)



#1 FliegenAnonym
#2 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 29.01.2020, 12:29h
  • Wir müssen uns darüber im klaren sein:

    Jede_r katholische "Christ_in" unterstützt mit seiner_ihrer Mitgliedschaft in dieser Kirche diese Haltung. Auch wenn sie betonen sollten, dass sie das persönlich anders sehen. Für mich bleibt das unglaubwürdig, solange sie gleichzeitig diese verbrecherische Unterdrückerorganisation durch Mitgliedschaft und Mitgliedsbeiträge unterstützen.

    Wenn ich WIRKLICH gegen etwas bin, unterstütze ich das nicht durch Mitgliedschaft und Geld.

    Wenn ich WIRKLICH gegen etwas bin, positioniere ich mich klar dagegen. Unter anderem gehört dazu, der Organisation die Einnahmequelle zu entziehen.

    Deshalb schließe ich mich meinem Vorredner an:

    www.kirchenaustritt.de/
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#3 SolanaceaeAnonym
  • 29.01.2020, 12:39h
  • Antwort auf #2 von RuferInDerWueste
  • Lebst du Kirche ?

    Ja, diese mittelalterliche, Barbarische Haltung hat der oberste Zirkel des Christentums.

    Aber in unseren Gemeinden erlebe ich Kirche anders. Ich bin Trans ( Leider sehr sichtbar ), und geachtetes Mitglied in unserer Kirchengemeinde. Unsere Priester, Diakone und Pastoren predigen die Gleichheit, sie Predigen gegen Spaltung, ja sie Prangern in ihren Messen ganz offen die "Offiziellen Haltungen" der Katholischen Kirche an. Ich war schon in Messen, in denen ich dachte "Oh, hoffentlich ist niemand aus Rom da. Du wirst sofort Eingekerkert für deine Kritik an der Kirche.

    Und hier ist der Ansatzpunkt den wir haben sollten. Jeder ist frei zu glauben. Aber jeder ist auch frei nicht zu glauben. Nur weil du nicht glaubst, heißt das nicht, dass deine Meinung und Haltung richtig ist. Lass jedem seine / Ihre Einstellung zum Glauben

    Meine Meinung dazu ist: Je sichtbarer wir auch in der Kirche sind, desto eher wird sich etwas bewegen. Sind wir komplett unsichtbar, oder treten wir alle aus, erreichen wir ganz genau gar nichts.
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#4 AnspruchslimboAnonym
  • 29.01.2020, 13:04h
  • Antwort auf #3 von Solanaceae
  • "Sind wir komplett unsichtbar, oder treten wir alle aus, erreichen wir ganz genau gar nichts."

    "Ganz genau gar nichts" ist, was all die naiv hoffnungsvollen Versuche erreicht haben, die katholische Kirche "von innen zu verändern". Aber Jahrzehnte alte Blauäugigkeit ist wohl irgendwann nicht mehr zu kurieren.
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#5 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 29.01.2020, 13:11h
  • Antwort auf #3 von Solanaceae
  • Nein, ich "lebe nicht Kirche". Ich lebe, im Gegenteil, seit 30 Jahren sehr, sehr gut ohne jede Kirche. Und das ganz bewusst.

    "Lass jedem seine / Ihre Einstellung zum Glauben":
    Meinetwegen kannst Du den allergrößten Unsinn glauben. Dennoch entbindet Dich das nicht von der Verantwortung, von der ich in meinem letzten Beitrag sprach.

    Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass unser Handeln (und diese Art zu "glauben" IST Handeln) nur dann "frei" ist, wenn es niemand anderem schadet. Dass die, wie Du selbst sagst, barbarische Haltung Millionen von Menschen massivst schadet, dürfte zweifellos geklärt sein. Und ich bleibe dabei, wenn Du Mitglied dieser Organisation bist, unterstützt Du das durch Deine Mitgliedschaft und durch Deine Geldbeiträge. Also unterstützt Du aktiv, dass die Organisation aktiv Menschen schadet.

    "Je sichtbarer wir auch in der Kirche sind, desto eher wird sich etwas bewegen."

    Ja ja. Das höre ich nun seit 30 Jahren. Und was ist seitdem passiert? Nichts. Siehe Kernthema dieses Artikels hier.

    Ich habe weder Geduld noch Zeit, weitere 30 Jahre zu warten. Geschweige denn länger.

    Ich stehe und bleibe auf dem Standpunkt, wer JETZT dieses Unrecht unterstützt, macht sich JETZT mitverantwortlich und mitschuldig. Herausreden hilft da nicht.
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#6 AlexAnonym
  • 29.01.2020, 13:27h
  • Da zeigt sich wieder mal, dass die in der Öffentlichkeit ganz anders reden, als intern.

    Vor der Öffentlichkeit fressen die Kreide, um Macht und Reichtum nicht zu gefährden, aber in Wirklichkeit denken die wie immer und arbeiten hinter den Kulissen weiter daran, das Rad der Zeit zurück zu drehen.
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#7 Religioten-WatchAnonym
  • 29.01.2020, 13:29h
  • Antwort auf #3 von Solanaceae
  • Es ist vollkommen egal, ob sich eine "Kirche" wohin auch immer bewegt oder nicht. "Kirche", "Glaube", "Religiosität" und anderer esoterischer Krimskrams sind Privatsache und haben im weltlichen Leben nichts zu suchen. Wer als Erwachsene_r in einer "Kirche" ist, die sich nicht bewegt, ist selber schuld an seiner_ihrer Diskriminierung, denn:

    www.kirchenaustritt.de
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#8 Genau so ist esAnonym
  • 29.01.2020, 13:34h
  • Antwort auf #5 von RuferInDerWueste
  • Ich kann mich Deinen Ausführungen nur anschließen. Ich bin aus diesen Gründen schon vor 30 Jahren aus der Kirche ausgetreten.

    Ich habe meinen Glauben, aber dazu brauche ich diese verlogene Kirche nicht!

    Wenn ich etwas Gutes tun will, kann ich das selber entscheiden und wofür das Geld sein soll.

    Jeder Cent an diesen Haufen was sich Kirche nennt ist rausgeworfenes Geld und man unterstützt diese Lügner.
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#9 SolanaceaeAnonym
  • 29.01.2020, 13:39h
  • Antwort auf #5 von RuferInDerWueste
  • Indem du austrittst tust du genau was?
    (Bitte versteh' mich nicht falsch, ich finde es gut auszutreten, wenn man mit einer kirchlichen Gemeinde nichts anfangen kann)

    Indem ich Mitglied bleibe, und unsere Gemeinschaft Lebe bewirke ich viel. Vor allem baue ich Akzeptanz auf, und Vorurteile ab. Ich baue Berührungsängste und Unwissenheit ab.

    Was du nicht zu verstehen scheinst ist, dass eine kirchliche Gemeinde weit mehr ist als Glaube. Und heutzutage in einer modernen Gemeinde nicht einmal zwingend einen Glauben an einen Gott voraussetzt. Ja auch das ist etwas, dass unsere Priester und Pastoren Predigen. Du brauchst nicht an Gott zu glauben, oder du kannst dein eigenes Bild von Gott haben. Du kannst aber dennoch ein Mitglied unserer gemeinde sein. Du bist trotzdem immer in Gottesdiensten und bei anderen "Aktionen" eingeladen. Andersartigkeit ist gut.

    Und genau das finde ich den tollen Ansatz dabei. Der Glaube ist nicht festgeschrieben. Das ist moderne Kirche. Und so wird sie bei uns (auf dem Lande) gelebt.

    Mal so nebenbei: Dein Plädoyer gegen meine Entscheidung (Und die Entscheidung vieler anderer ) Ist genauso Grausam und "Besserwisserisch" wie das der "Vatikaner". Genauso belehrend. Warum kannst du nicht einfach sagen "Ich möchte kein Mitglied der Kirchlichen Gemeinden sein" Und es dabei belassen? Du musst uns Belehren, undzwar von oben herab. So kommt zumindest dein Beitrag bei mir an.
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#10 LonerangerAnonym
  • 29.01.2020, 13:49h
  • Antwort auf #3 von Solanaceae
  • Lebe Dein Leben. Wunder Dich aber nicht, wenn Du ausgerechnet hier im Forum voll gegen die Wand läufst. Für mich ist insbesonders, aber nicht die alleinige, die RKK der mit Abstand die verlogenste Religion die es gibt.
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