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LGBTI-Schulaufklärung als "Kindesmissbrauch" bezeichnet

Twitter-Konto von spanischer Rechtsaußenpartei nach homophobem Tweet eingeschränkt

Vox ist sauer auf Twitter, weil der amerikanische Kurznachrichtendienst keine homophoben Hassbotschaften akzeptieren wollte.


Vox ist eine Art spanische AfD und stellt im Parlament die drittstärkste Fraktion (Bild: Vox España / flickr)

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat in Spanien wegen eines regelverstoßenden Tweets die Funktionen des Accounts der rechtsextremen Partei Vox eingeschränkt. Es handle sich um einen "klaren Fall von Diskriminierung" aus ideologischen Gründen, kritisierte Fraktionssprecher Iván Espinosa de los Monteros nach Medienberichten vom Mittwoch.

Das Twitter-Konto von Vox ist seit Dienstag voriger Woche eingeschränkt. Der Grund: Ein Tweet der Partei, mit dem man auf eine Aussage der Sprecherin der sozialistischen Regierung, Adriana Lastra, reagiert hatte. Lastra hatte behauptet, Vox könne die LGTBI-Community und die gleichgeschlechtliche Ehe "nicht ertragen". Die Antwort der Partei auf Twitter: "Was wir nicht ertragen können ist, dass ihr in unsere Häuser eindringt und uns vorschreibt, wie wir leben und wie wir unsere Kinder erziehen sollen. Und noch weniger, dass ihr mit öffentlichen Geldern den Kindesmissbrauch fördert."

In dem Tweet bezieht sich Vox auf den Lehrplan an spanischen Schulen, der auch die Erwähnung von Homosexualität im Sexualkundeunterricht vorsieht. Die Rechtsaußenpartei fordert, dass homophobe Eltern das Recht haben sollten, ihre Kinder von diesem Unterricht zu befreien.


Dieser Tweet ist der Auslöser des Streits zwischen Twitter und Vox

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Vox sieht sich als Opfer

Twitter warf Vox "Verstoß gegen die Regeln" des sozialen Netzwerkes vor und erklärte, dass Hassbotschaften verboten seien. Die Funktionen des Accounts seien deshalb eingeschränkt worden. Die Partei darf nur Direktnachrichten an ihre Follower schicken, aber zum Beispiel keine Tweets oder Retweets senden. Zur Entsperrung müsse der betreffende Tweet gelöscht werden. Vox weigert sich aber. Die Meinungsfreiheit der Partei werde willkürlich eingeschränkt, sagte Espinosa de los Monteros. Die Partei kündigte Klagen gegen den Kurznachrichtendienst in Spanien und den USA an.

Die 2013 gegründete Rechtsaußenpartei entwickelte sich ähnlich wie die deutsche AfD. Bei den letzten Parlamentswahlen konnte sie 15,1 Prozent erringen und landete damit hinter den Sozialisten (PSOE) und der Volkspartei (PP) auf dem dritten Platz. Vox bedient die üblichen Feindbilder von europäischen Rechtsextremisten: So werden Ängste gegen Einwanderer geschürt, Geschlechtergleichheit und Feminismus kritisiert und es wird das Verbot von Abtreibungen gefordert. Bei LGBTI-Rechten setzt Vox wie die AfD auf totale Ablehnung: Die Partei spricht sich gegen ein LGBTI-Gleichbehandlungsgesetz aus und will Schwulen und Lesben das Recht auf Eheschließungen wieder entziehen. Spanien hatte die Ehe im Jahr 2005 geöffnet, als weltweit dritter Staat nach den Niederlanden und Belgien. (dpa/dk)



#1 lindener1966Profil
#2 FinnAnonym
  • 30.01.2020, 07:24h
  • Die Homohasser müssen endlich kapieren, dass auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist, sondern dass dort dieselben Regeln gelten wie in der realen Welt.

    Ja, jeder darf seine Meinung äußern. Aber wie jedes Freiheitsrecht findet auch dieses seine Grenzen dort, wo andere in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Ansonsten wäre es ja kein Freiheitsrecht, sondern ein einseitiges Unterdrückerrecht.

    Hetze hat nichts mit freier Rede zu tun. Genau wie Gewaltaufrufe, Beleidigungen, Verleumdungen, etc.
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