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Queere Mediendatenbank

Zahl der LGBTI-Figuren in Filmen gesunken

2019 musste man in deutschen Kinos und auf TV-Bildschirmen weit mehr nach queeren Figuren suchen als im Jahr davor.


Der argentinisch-chilenische Film "Marilyn" wurde 2019 in Deutschland auf DVD veröffentlicht (Bild: Pro-Fun Media)
  • 29. Januar 2020, 13:38h 7 2 Min.

Die queere Mediendatenbank aus Berlin hat für 2019 eine deutliche Abnahme der offen lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgeschlechtlichen Figuren in neu in Deutschland veröffentlichten Filmen gemessen. Demnach betrug der Anteil der Filme, in der eine solche Figur auftauchte, nur noch 6,3 Prozent – und fiel damit im Vergleich zu den Zahlen von 2018 um 1,2 Prozentpunkte.

Der Anteil lag sowohl bei Kino- als auch bei Heimkinoleinwänden mit 6,3 Prozent gleich. 2018 hatte der Anteil bei im Kino veröffentlichten Filmen noch bei 6,5 Prozent gelegen, der Anteil im Heimkinobereich hatte sogar 8,5 Prozent betragen.

Ferner stellte die Mediendatenbank fest, dass auf DVD und Bluray erstmals fast genauso viele Filme mit lesbischer wie mit schwuler Thematik veröffentlicht wurden. Im Kino hatten dagegen schwule Themen mit 5,5 Prozent deutlich gegenüber lesbische Themen (2,9 Prozent) die Nase vorn. Die Quote der Kinofilme mit trans Thematik ging von zwei auf einen Prozent zurück.

Beste Filme des Jahres ausgezeichnet

Die queere Mediendatenbank verlieh auch Preise für die besten LGBTI-Filme von 2019: Als Film des Jahres wurde das französische Drama "Sauvage" ausgezeichnet. Den User-Award erhielt der britische Historienfilm "The Favourite – Intrigen und Irrsinn", der vergangenes Jahr auch mit einem Oscar für Hauptdarstellerin Olivia Colman ausgezeichnet worden war (queer.de berichtete). Als bester Transgender-Film wurde das argentinisch-chilenische Drama "Marilyn" geehrt, beste Dokumentation wurde der deutsche Film "Tackling Life", der von einem schwulen Rugbyteam handelt.

Die Queere Mediendatenbank gibt es seit 2013. Sie betreibt auch einen eigenen Youtube-Kanal.

Anders als bei Filmen entdeckt das Fernsehprogramm offenbar immer mehr queere Menschen für sich: Im November vergangenen Jahres stellte die amerikanische LGBTI-Organisation GLAAD in einem jährlichen Bericht fest, dass der Anteil von queeren Figuren in US-Fernsehserien so hoch wie nie sei (queer.de berichtete). (dk)

#1 andreAnonym
  • 29.01.2020, 20:58h
  • In Filmen vielleicht. Aber nicht im Privat-TV. Auf Vox gibts schon wieder eine neue Sendung zur Heten- Bespaßung. Nennt sich Salonfähig Wer macht schöner?. Unter anderem sind 2 Typen dabei. Robin und Philipp. Tut mir leid, aber ich wußte nicht, das es so krasse Typen gibt.....Aber man muß schon schräg sein, für die Eintrittskarte in die Promi-Welt. Andererseits warum auch nicht. Berufsbedingt eben auch.
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#2 FinnAnonym
  • 30.01.2020, 07:19h
  • Sehr bedenklich.

    Denn neben Sichtbarkeit im Alltag ist auch mediale Sichtbarkeit extrem wichtig um für mehr Selbstverständlichkeit, mehr Alltäglichkeit und mehr Akzeptanz zu sorgen.
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#3 AlexAnonym
  • 30.01.2020, 09:47h
  • Der konservative Rollback ist nicht mehr zu leugnen. Wir müssen endlich gegensteuern, sonst wird es noch ein schlimmes Ende nehmen.
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