https://queer.de/?35399
Debatte
Pornodarsteller beklagt schlechte Bezahlung von Bottoms
Armond Rizzo hat eine Debatte in sozialen Netzwerken über die angeblich schlechtere Bezahlung von Darstellern gestartet, die in schwulen Sexszenen die passive Rolle übernehmen.

Armond Rizzo verlangt, dass Tops und Bottoms gleich bezahlt werden sollen
- 29. Januar 2020, 14:28h 3 Min.
Werden Bottoms, also sexuell passive Partner, in Schwulenpornos schlechter bezahlt als Tops? Diese Frage warf der Bottom-Darsteller Armond Rizzo aus dem kalifornischen San Diego in sozialen Netzwerken auf. So schrieb er am vergangenen Samstag auf Twitter: "Mir ist das zwar nie passiert, aber es gibt ein Studio, das an mir interessiert war – und was ich herausgefunden habe, ist unglaublich: Die zahlen Bottoms viel weniger als Tops."
Die Begründung sei, dass sich die Seite eher auf Tops konzentriere. "Was fällt euch eigentlich ein zu sagen, dass ein Bottom weniger wert ist?", fragte er. Später enthüllte der 29-Jährige, dass es sich dabei um das Label "Blacks On Boys" gehandelt habe. Es ist spezialisiert auf muskuläre schwarze Männer, denen weiße und schmächtige Twinks als passive Partner zur Seite gestellt werden.

Rizzos Pornokollege Ricky Larkin erklärte dagegen, es sei verständlich, dass eine Seite wie "Blacks On Boys" Tops mehr zahle: "Die Seite bedient den Fetisch, dass jemand von einem schwarzen Mann gefickt wird. Daher sollten die Tops mehr bekommen. Nur meine Meinung."

Das führte zu einer schnell eskalierenden Debatte zwischen Rizzo und Larkin. Rizzo erklärte, dass sowohl Tops als auch Bottoms die selbe Arbeitsleistung bringen würden. Larkin erwiderte: "Tops müssen für eine, zwei oder drei bis elf Stunden hart bleiben oder es gibt keine Szene." Rizzo erwiderte, dass sei ein "Scheißargument". Er beschimpfte Larkin, der oft als Top in Bi-Szenen auftritt, als Hetero-Mann, der Bottoms und Frauen abfällig behandle: "Dein Machismo zeigt sich – und er stinkt." Daraufhin bezeichnete Larkin seinen Kollegen als "Psychopathen" und erklärte, er werde ihn auf Twitter sperren.
Instagram / iamthelastog | Ricky Larkin hält Rizzos Argumentation für nicht stichhaltig
|
Der aggressiver werdende Austausch der beiden Pornodarsteller führte zu einer regen Debatte. Viele stimmten dabei Rizzo zu: "Wenn man schon Unterschiede macht, dann sollten Bottoms besser bezahlt werden", schrieb ein Twitter-Nutzer. "Wenn es keine Bottoms gibt, was soll der Top dann machen?", erklärte ein anderer. Die Seite "Blacks On Boys" reagierte bislang nicht auf die Debatte.
Über die tatsächliche Bezahlung ihrer Stars machen die Pornofirmen ein großes Geheimnis. Laut dem amerikanischen Finanznachrichtensender CNBC verdienen männliche Pornodarsteller durchschnittlich pro Szene 500 bis 600 US-Dollar (450 bis 550 Euro). Bekanntere Darsteller erhalten demnach ungefähr 900 Dollar, die "Superstars" der Szene bis zu 1.500 Dollar.
Sowohl Rizzo als auch Larkin konnten bei den diesjährigen GayVN-Awards, den Oscars der schwulen Pornobranche, Preise gewinnen: Larkin wurde gemeinsam mit den Darstellerinnen Natalie Mars, Ella Nova sowie mit Darsteller Wesley Woods für die "beste Bi-Szene" des Jahres ausgezeichnet. Rizzo erhielt den Fanpreis "Social Media Star" (queer.de berichtete). (cw)
Mehr zum Thema:
» Countrymusik-Fans sind am ehesten Bottoms (18.09.2019)














