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Kritik an Adoptionshilfegesetz

LSVD startet Petition zur Gleichbehandlung von Regenbogenfamilien

"Ohne Reform wird sich Diskriminierung zum 1. Juli 2020 verschärfen." Mit dieser Warnung fordert der LSVD den Gesetzgeber auf, endlich Diskriminierungen abzubauen.


Auch zweieinhalb Jahre nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben klammert sich die Politik an Restidiskriminierung von Schwulen und Lesben (Bild: AllOut)

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat am Mittwoch eine Petition gestartet, in der die rechtliche Gleichbehandlung von Regenbogenfamilien gefordert wird. Anlass ist die erste Anhörung im Bundestag zum Entwurf des Adoptionshilfegesetzes der Bundesregierung (PDF). Bereits vergangene Woche hatte der Verband gewarnt, dass sich die rechtliche Lage für Regenbogenfamilien nach dem Inkrafttreten des Gesetzes im Juli weiter verschlechtern könnte.

Der aktuelle Gesetzentwurf der Großen Koalition sieht vor, das Verfahren der Stiefkindadoption durch eine Zwangsberatung noch weiter zu erschweren. Den Umweg der Stiefkindadoption müssen noch immer viele lesbische Ehepaare gehen, damit beide Frauen als Elternteile anerkannt werden – eine Regelung analog zur automatischen Vaterschaft bei Eheleuten im BGB war bei der Ehe-Öffnung zunächst nicht vorgesehen und wurde trotz Kritik bislang weiter nicht eingeführt. Die geplante Reform im Adoptionsrecht wird daher von Kritikern als verpasste Gelegenheit angesehen.

Das Stiefkindadoptionsverfahren bedeutet, dass Jugendämter und Familiengerichte die Gesundheit der Frauen, ihre Vermögensverhältnisse, ihren polizeilichen Leumund und vieles andere mehr überprüfen, während bei heterosexuellen Paaren beide Eheleute automatisch als Eltern anerkannt werden. Der LSVD nennt diese Überprüfung aufgrund der sexuellen Orientierung "entwürdigend, belastend und diskriminierend". Dies diskriminiere nicht nur lesbische Frauen, sondern auch die Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwüchsen.

Grüne schlagen Gleichstellung vor

Auch die Grünen kritisierten die Pläne der Großen Koalition scharf. Es werde "erneut die Chance vertan, lesbische Ehepaare endlich mit heterosexuellen Ehepaaren gleichzustellen und ihnen anstelle einer Stiefkindadoption die automatische Anerkennung der Elternschaft zu gewähren", erklärte Ulle Schauws, die Sprecherin für Frauen- und Queerpolitik der grünen Bundestagsfraktion, am Mittwoch. Ihre Partei werde eine entsprechende Änderung im parlamentarischen Verfahren einfordern, versprach die Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen. Die Grünen haben einen eigenen Gesetzentwurf (PDF) vorgelegt, der die Diskriminierung Homosexueller und ihrer Kinder beenden soll. (cw)



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#1 FinnAnonym
#2 AlexAnonym
  • 30.01.2020, 09:45h
  • "Ohne Reform wird sich Diskriminierung zum 1. Juli 2020 verschärfen."

    Dann wird sich die Diskriminierung im Sommer verschärfen.

    Denn es rechnet doch wohl niemand damit, dass unsere schwarz-rote Bundesregierung endlich mal aktiv wird. Wenn sie das schon bei anderen Themen nicht werden, dann auch nicht hier.
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#3 Ralph
  • 30.01.2020, 11:53h
  • Antwort auf #2 von Alex
  • Offenkundig ist diese Verschärfung ja auch politisch gewollt. Ich habe nicht vergessen, dass es 2017 hieß, dieses Problem werde nicht im Rahmen der Eheöffnung beseitigt, weil ohnehin eine Neuregelung im Kindschaftsrecht anstehe. Da ist sie nun, die Neuregelung. Die schwarz-rote Koalition hatte von Anfang an nie vor, die Schlechterstellung lesbischer Eltern zu beseitigen. Auch dass die Bundeskanzlerin um die Zeit der Eheöffnung davon faselte, sie erkenne nunmehr gleichgeschlechtliche Paare als vollgültige Eltern an, war nicht mehr als genau das - Gefasel.
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#4 PetterAnonym
  • 30.01.2020, 17:07h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Das stimmt leider:
    die Diskriminierung von Regenbogenfamilien ist von Union und SPD politisch so gewollt.

    Ob die SPD das aus Überzeugung macht oder nur, weil sie wieder mal auf der Schleimspur hinter der Union kriecht, ist fürs Ergebnis völlig unerheblich.
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#5 DragonProfil
  • 30.01.2020, 17:28hKamp-Lintfort
  • Ich kann's echt nicht fassen.
    Das sie es wirklich gleich stellen hab ich nicht geglaubt in den nächsten Jahren, aber das sie uns offen noch stärker diskriminieren hab ich auch nicht geglaubt und wir sind gerade in der Kinderplanung... Ich bin Lehrerin, mir werden Tag dutzende Kinder anvertraut, der einzige Entscheidungsgrund bei uns wer das Kind austragen darf, liegt in einem Altersunterschied von 6 Jahren begründet und diejenige von uns die Schwanger wird, wird auch nicht "getestet" ob sie als Mutter geeignet ist, schwanger werden darf jeder... Die sollen sich lieber mal um unsere Schüler kümmern wo die Eltern glorreich mit Pauken und Trompeten durch jeden Elterntest durchfallen würden, weil ihnen ihr Kind am Popo vorbeigeht, anstatt absoluten Wunschkindern, bei denen die Eltern dafür bezahlen um schwanger zu werden, das Leben schwer zu machen.
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#6 AnonymAnonym
  • 30.01.2020, 18:52h
  • Kaum zu glauben das wir nun noch stärker diskriminiert werden, als wäre es nicht schon schwer genug als lesbisches Paar ein Kind zu bekommen. In der breiten Öffentlichkeit wird so getan als wäre mit der Ehe für Alle die letzte Hürde genommen und alle gleichberechtigt aber wir wurden da wohl vergessen. Nach 4 Jahren KiWu Behandlung bin ich nun endlich schwanger, Entbindungstermin Mitte Mai und nun dieser Gesetzesentwurf, ich könnte k*t*en.
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#7 PetterAnonym
  • 30.01.2020, 19:31h
  • Antwort auf #6 von Anonym
  • Das kennen wir doch.

    Die breite Öffentlichkeit denkt, mit der Eheöffnung sei jetzt alles erreicht, wir seien voll gleichgestellt und es gäbe keine Diskriminierung mehr.

    Und Union und SPD lassen die natürlich auch gerne in dem Glauben.

    Aber in Wirklichkeit wird nicht nur munter weiter diskriminiert, sondern es werden sogar noch neue Diskriminierungen aufgebaut.

    Naja, wer sich von Union und SPD so verarschen lässt, ist selbst schuld...
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#8 SteffiAnonym
  • 23.05.2020, 18:36h
  • Dies Diskriminierung ist mir vollkommen unverständlich.
    Ich hoffe sehr für Euch ALLE , dass die Petition zum Erfolg beiträgt
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#9 Homonklin_NZAnonym
  • 23.05.2020, 19:37h
  • Gab es da nicht mal so ein Wahlversprechen mit einem Wortlaut so ähnlich, wie dass man zusehen will, bestehende Diskriminierungen so gut wie machbar abzubauen?

    Welche Partei war das noch gleich?

    Die könnten sie da ja mal von ihrer wahrhaftigen Seite zeigen. Wahrscheinlich haben sie diese Sprüche aber schon längst vergessen, nachdem die Bürger*innen ihre Kreuzchen machten.

    Theater für's Volk.
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#10 Christian71Anonym
  • 28.05.2020, 22:26h
  • Man muss wissen, dass es in D eh fast keine Adoptionen gibt. Das ist in anderen Ländern anders. Auch hetetos gelten oft unsinnigetweise als zu alt. Auch sie müssen viele irre Dinge erfüllen. Wenn wir immer alle nur sagen, ja diese Schikanen für Leute die Kinder wollen passen, dann verkennen wir alle dass der Kinderwunsch etwas natürliches ist für alle. Man unterstellt aber immer das Schlimmste in allen schlimmsten Facetten. Daher gibt es so wenig Gays mit Kindern. Daher gibt es keine modernen Möglichkeiten. Man findet immer etwas auszusetzen. Diese Regeln gelten aber de facto wie immer nur für Unter- und Mittelschicht. Schade. In einem Land mit Kindermangel. Kinder die bei sich liebenden Eltern aufwachsen würden. Was für ein Unding? Weniger Gesetze. Mehr Fortschritt. Mehr Liebe und Respekt. Aber man sieht ja wie es läuft. Es läuft alles aus dem Ruder. Der Hass und vieles mehr sind noch fruchtbar, aus dem das alles kommt.
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