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Nordwestafrika

Mauretanien: Festnahmen nach "schwuler Hochzeit"

Von einer privaten Feier wurden Videos verbreitet und sorgten für Empörung in Medien und sozialen Netzwerken. Jetzt sitzen neun Männer und eine Frau in Untersuchungshaft.


Verpixelte Ausschnitte aus den Videos. Anders als mauretanische und auch französische Medien verzichtet queer.de auf ihre Verbreitung

Die Polizei der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott hat am Montagabend zehn Menschen festgenommen, denen sie vorwirft, an einer Art unmoralischen Feier Homosexueller teilgenommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Medienberichten zufolge offiziell Anklage gegen sie erhoben und die neun Männer und eine Frau in Untersuchungshaft bringen lassen.

"Die Staatsanwaltschaft schickte die jungen homosexuellen Straftäter ins Gefängnis, wo sie nun auf einen Prozess für Vergehen gegen die Moral, für von Allah verbotene Akte und die Teilnahme an einer Zeremonie der Ausschweifung warten", zitiert die Nachrichtenagentur AFP eine Quelle.

Die zehn Personen sollen Beteiligte einer privaten Feier am 11. Januar gewesen sein. Ursprünglich aus dem sozialen Netzwerk TikTok stammende Videos der freudig tanzenden Personen schafften es unter der Überschrift und Deutung "schwule Hochzeit" in lokale Medien. Berichte gab es sogar im benachbarten Senegal. Es hieß mehrfach, es habe sich um die erste gleichgeschlechtliche "Hochzeit" in dem Land gehandelt. In sozialen Netzwerken hatten viele Menschen empört eine Bestrafung gefordert, bevor die Behörden einschritten.


In Medienberichten wurden die Festgenommenen mit Gesicht und Namen gezeigt

Ein Polizeisprecher sagte laut AFP später in einem Fernsehbeitrag, die Feier sei ersten Ermittlungen zufolge keine Hochzeit, sondern "die Geburtstagsparty eines Homosexuellen" gewesen, der weitere Homosexuelle eingeladen habe. Man habe die Personen festgenommen, um Hilfe bei Ermittlungen zu bekommen.

Laut einem Bericht von "Franceinfo" gelten auch die in den Videos zu sehenden Leumbeul-Tänze, eine Art Twerking zu Sabar-Trommelgeräuschen, als unanständig. Eines der Videos zeigt zwei Männer in festlichen Gewändern, die Händchen hielten.

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Bestrafung unklar

Homosexuelle Handlungen unter volljährigen muslimischen Männern können in Mauretanien als "unnatürlicher Akt" nach einem auf Scharia-Recht basierenden Gesetz aus dem Jahr 1983 mit öffentlicher Steinigung bestraft werden. Allerdings wurden aus dem Land keine Hinrichtungen aufgrund von Homosexualität bekannt, laut mehreren Medienberichten herrscht zudem seit 1987 ein allgemeines "De-facto-Moratorium" zur Todesstrafe. Sex unter Frauen kann mit Gefängnis zwischen drei Monaten und zwei Jahren und einer Geldstrafe belegt werden.

Laut AFP würden Homosexuelle in dem Land zwar häufig abgewertet und verspottet – TV-Berichte zeigten die "Verdächtigen" in den letzten Tagen unverpixelt. Dennoch würden sie in der Gesellschaft teilweise toleriert, während viele Homosexuelle "diskret" lebten. Die Polizei gehe selten gegen ihre Veranstaltungen vor, selbst wenn sie von diesen erfahre, so die französische Nachrichtenagentur weiter. In den letzten Jahren habe es mehrfach Ermittlungen wegen Homosexualität gegeben, sagte eine Justiz-Quelle gegenüber AFP. "Doch die Fälle wurden fallengelassen, ohne dass je zu einer Bestrafung gegen einen Verdächtigen zu diesem Thema kam." (nb)



#1 Religioten-WatchAnonym
  • 31.01.2020, 00:39h
  • "für von Allah verbotene Akte" ... "Steinigung"

    Mittelalter. Vor jeder Zivilisation. Antiwissenschaftlich. Unmenschlich. Verbrecherisch. Ekelerregend. Religiotisch. Gefährlich.
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#2 MandorallenEhemaliges Profil
  • 31.01.2020, 10:05h
  • Kann man nur hoffen, dass die Menschen körperlich unversehrt und weitestgehend seelisch unversehrt bleiben und einen Weg in sichere Staaten finden, denn dort ist sowieso alles zu spät.

    Das Auswärtige sagt selbst, dass weite Teile des Landes nicht unter Polizeikontrolle stehen, warnt vor Gewalttaten und Entführungen und überdies ist die ganze Region terroristenverseucht. Kein Scherz: In Mauretanien lebt die Sklaverei bis heute fort! Schätzungsweise 100000 Menschen werden immer noch von weissen Mauren als Sklaven gehalten. Jedes Gesetz muss dem Islam zugrunde liegen, sonst wird es nicht von der Bevölkerung als legitim empfunden. Das sagt doch alles aus.
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