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Köln

Homophober Starprediger tritt in Lanxess Arena auf

Während britische Hallenbetreiber Franklin Graham inzwischen ausladen, soll der US-Evangelist im Sommer in Deutschlands größter Multifunktionsarena seine Abneigung gegenüber Homosexuellen kundtun dürfen.


Franklin Graham macht bei Auftritten in Nachrichtensendern sowohl Werbung für seine evangelikale Form des Christentums als auch für die Republikanische Partei (Bild: Screenshot CNN)

Der amerikanische Starprediger Franklin Graham soll erstmals in Deutschland auftreten. Der 67-Jährige ist als Hauptredner des evangelikalen "Festival of Hope" vorgesehen, das am 20. Juni in der Lanxess Arena in Köln-Deutz stattfinden wird. Das Event wird von der nach Grahams Vater benannten "Billy Graham Evangelistic Association" mitorganisiert.

Graham hat in den letzten Jahren immer wieder gegen queere Menschen polemisiert. So warb er wiederholt für Homo-"Heilung" und lobte unter anderem das russische Gesetz gegen Homo-"Propaganda". 2015 rief er zum Boykott LGBTI-freundlicher Unternehmen auf und erklärte ein Jahr später, dass Homosexuelle "Feinde" der Christen seien, sofern sie ihre sexuelle Orientierung nicht "bereuen".


Auf Facebook werben die Veranstalter bereits mit Franklin Graham

Der Prediger beschränkt sich nicht auf die Verbreitung des Evangeliums, sondern macht auch offen Politik für die Republikanische Partei: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 bezeichnete er den Islam etwa pauschal als "böse" und unterstützte die amerikanische Invasion des Iraks durch Präsident George W. Bush. 2010 behauptete er, der Demokratische Präsident Barack Obama sei als Muslim geboren worden. Im Januar 2017 trat er bei der Amtseinführung Donald Trumps auf. Auch in den aktuellen Präsidentschaftswahlkampf hat er sich bereits eingeschaltet: Graham forderte den offen schwulen Demokratischen Kandidaten Pete Buttigieg auf, für seine Homosexualität Buße zu tun (queer.de berichtete).


Die Lanxess Arena (umgangsprachlich Kölnarena) ist die Heimat des Eishockeyvereins Kölner Haie. Außerdem treten dort auch viele bekannte Stars wie Cher oder Elton John auf (Bild: Udo Schröter / flickr)

Graham in Liverpool und Sheffield ausgeladen

In Großbritannien haben geplante Auftritte des Brexit-Befürworters Graham bereits für Gegenwind gesorgt. Zwei Veranstaltungsorte in Liverpool und Sheffield haben bereits ebenfalls für Juni geplante Auftritte von Graham unter Berufung auf seinen Hass auf Homosexuelle abgesagt. Weitere Auftritte sind in Newcastle, Milton Keynes, Cardiff, Birmingham und London vorgesehen.

Angesichts der Absagen verteidigte sich Graham am Montag auf Facebook – und behauptete schlicht, dass er nicht homophob sei. Er führte zwar aus, dass Homosexualität von Gott als Sünde angesehen werde. "Aber Gott geht sogar weiter und sagt, dass wir alle Sünder sind – mich eingeschlossen". Er lud die LGBTQ-Community ein, zu seinen Veranstaltungen zu kommen "und die Botschaft des Evangeliums selbst zu hören."



Graham verspricht sich bereits viel von seiner ersten Predigt in Deutschland: "Ich freue mich, nach Köln zu kommen und den Menschen hier ganz neu zu sagen, dass Gott sie liebt und einen Sinn für ihr Leben hat", so der 67-Jährige laut dem christlichen Medienmagazin "pro". Er komme in die Bundesrepublik, "um die gleiche kraftvolle Botschaft zu verbreiten, die mein Vater hier fast 40 Jahre lang gepredigt hat". Auch der Anfang 2018 verstorbene Erweckungspredigers Billy Graham hatte stets gegen Homosexuelle polemisiert: Er bezeichnete zu Lebzeiten gleichgeschlechtliche Liebe als "unheilvolle Form der Perversion", die zu einem Verfall der Zivilisation führen werde. (dk)



#1 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 31.01.2020, 11:15h
  • So weit zum Thema "liberales Köln". Wenn der Arenabetreiber damit Geld machen kann, wird eben auch am angeblich "geilsten Arsch der Welt" gerne Homophobes verkündigt, verknüpft mit der Aufforderung, sein "Leben Christus zu übergeben" (so die Homepage der Veranstaltung).

    GELD regiert die Welt. Das ist auch in Köln nicht anders.
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#2 Christian A TietgenAnonym
  • 31.01.2020, 11:17h
  • Dass er Werbung für die Republikanische Partei macht, ist ja sein gutes Recht. Aber was er da sonst noch so fordert, ist echt krude.
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#3 Ralph
  • 31.01.2020, 11:32h
  • Wenn dieser Mann in gleicher Weise gegen Juden oder Schwarze zu Felde zöge, würde seine Veranstaltung behördlich verboten, ja es fände sich gar kein Hallenbetreiber, der ihm eine Bühne böte. Gegen Schwule und Lesben freilich ist in Deutschland nach wie vor jede noch so dreckige Hetze unter dem Schutz des Grundgesetzes von der Religionsfreiheit gedeckt. Die Menschenwürde gilt für diese soziale Gruppe nicht.
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#4 PetterAnonym
  • 31.01.2020, 11:38h
  • Unfassbar.

    Während in Großbritannien solchen Leuten kein Forum geboten wird, werden sie in Deutschland wieder mal mit offenen Armen empfangen.

    Pfui Köln.
    Pfui Lanxess Arena.
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#5 TamiAnonym
  • 31.01.2020, 12:14h
  • Dass sowas erlaubt ist, ist echt unfassbar! Es gibt wirklich jeden Tag einen Grund, sich für unsere Gesellschaft zu schämen!
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#6 TheDadProfil
  • 31.01.2020, 12:16hHannover
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • ""Wenn dieser Mann in gleicher Weise gegen Juden oder Schwarze zu Felde zöge, würde seine Veranstaltung behördlich verboten, ja es fände sich gar kein Hallenbetreiber, der ihm eine Bühne böte.""..

    Franklin Graham ist wie sein Vater eine "gespaltene" Person..
    Der Vater war mit Martin Luther King befreundet, weigerte sich aber bei den von dessen Bewegung initiierten Demos mit zu marschieren..

    ""Als 30 Jahre nach dem erzwungenen Rücktritt von Präsident Nixon dessen illegal mitgeschnittene Tonbänder durch das National Archive veröffentlicht wurden, kam es nach der Freigabe eines aufgezeichneten Gesprächs zwischen Nixon und Graham zu einem Eklat. O-Ton Graham am 1. Februar 1972:

    ""Eine Menge Juden sind gute Freunde von mir, sie umschwärmen mich und sind freundlich zu mir, denn sie wissen, dass ich freundlich zu Israel bin. Aber sie wissen nicht, wie ich wirklich darüber denke, was sie mit diesem Land machen. Und ich habe nicht die Macht, das zu ändern, habe keine Möglichkeit, anders mit ihnen umzugehen, aber unter angemessenen Umständen würde ich mich dagegen wehren.""..

    Man kann davon ausgehen das Franklin Graham dort nicht anders agiert, als sein Vater es getan hat :
    Vordergründig ist man freundlich, während man "hinten herum" die Faust ballt..
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#7 Ralf0711Profil
  • 31.01.2020, 12:23hStuttgart
  • Bei sogenannten Predigern mit faschistoiden Tendenzen sollten die Veranstalter in Deutschland wirklich genauer hinschauen und auch Auftrittsanfragen ablehnen.
    Mr.G., YOU ARE NOT WELCOME IN GERMANY.
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#8 LuDdAnonym
#9 TomDarkProfil
  • 31.01.2020, 13:35hHamburg
  • Irgendwie komme mir gerade vor wie im falschen Film.

    Das Bundeskabinett hat just das Verbot von Konversionstherapien beschlossen und ausgerechnet in Köln darf dieser Prediger auftreten?

    Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass es dabei bleiben wird!

    Falls doch, dann ... äh ... tja, dann ...

    ... dann wäre Köln zumindest wirklich die toleranteste Stadt auf diesem Kontinent!
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#10 michael hnkAnonym
  • 31.01.2020, 13:50h
  • Antwort auf #4 von Petter
  • Die Stadt Köln ist unschuldig. Die LanxessArena gehört einem chinesischen Investor (Junson Capital). Betreiber ist die ARENA Management GmbH, Matthias Zachert deren Geschäftsführer (zugleich auch Vorstandsvorsitzender der Lanxess Aktiengesellschaft, einem Chemiekonzern mit mehr als 7 Mrd. Jahresumsatz). Ihr könnt ja mal Protestbriefchen schreiben; viel Glück!

    Der Fall zeigt nur eins: Geld stinkt nicht. Typen wie der Erdogan haben da auch schon ihr Unwesen getrieben. Hauptsache, das Geschäft läuft. It's a cold world out there..
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