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Kommentare zu:
"Queer und Kirche ist überhaupt kein Problem"


#1 Tobi CologneAnonym
  • 01.02.2020, 20:35h
  • Das ist eine reine Marketing-Aktion, die angesichts wegbrechender Mitgliederzahlen und damit dramatischem Einkommensrückgang absolut durchschaubar ist.

    Jahrhundertelang waren wir denen egal oder wurden gar verfolgt, aber jetzt, wo das eigene Einkommen und das bequeme Leben gefährdet ist, fressen die plötzlich Kreide.

    Aber solange wir nicht in allen Gemeinden zu 100% gleichgestellt sind, ist das absolut unglaubwürdig.
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#2 micha213Anonym
#3 Taemin
#4 qwertzuiopüAnonym
  • 02.02.2020, 11:45h
  • Antwort auf #1 von Tobi Cologne
  • Also was genau stellst du dir hier vor?
    Dass die beiden gar nicht lesbisch sind, sondern nur so tun? Dass sie lesbisch sind, aber keine Parrerinnen? Dass sie von ihrem Arbeitgeber angehalten wurden, solche Videos über ihre Freizeit zu drehen? Alles relativ unwahrscheinlich.

    Ich kenne genug christliche LGBT-Personen, um das nicht als Marketingkampagne einzustufen - auch wenn die beiden durch die Videos natürlich Botschafter für ihre Kirche sind.

    Aber da drückt sich für mich eher ein erfreulicher Wandel aus als die List irgendeiner*s Werbeberaterin*s.
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#5 TheDadProfil
  • 02.02.2020, 12:46hHannover
  • Antwort auf #4 von qwertzuiopü
  • ""Also was genau stellst du dir hier vor?
    Dass die beiden gar nicht lesbisch sind, sondern nur so tun?""..

    So weit muß man gar nicht gehen, selbst wenn es vorstellbar ist..

    Die lassen sich als Zugpferde vor eine Kampagne spannen um den Menschen zu suggerieren es wäre in dieser "Glaubensgemeinschaft" doch alles in Ordnung, und das im vollem Wissen darum, das auch in der EKD eben NICHT überall, und schon gar nicht ALLES in Ordnung ist !

    Es gibt keine BUNDESweite Anerkenntnis von Schwulen und Lesbischen Ehen, und dort wo es sie gibt, sind sie abhängig vom Gusto des jeweiligen Pfaffen* und/oder der "Gemeinderäte", die sich sogar über die Entscheidung eines Pfaffen* der für die Trauung ist, hinwegsetzen können..

    Und wer genau hinsieht wird diejenigen "Evangelikalen Kirchen" die immer noch die "Homo-Heilung" propagieren als Mitglieder exakt dieser EKD entdecken, denn diese ganze Mischpoche ist dort bestens vernetzt bis in die Führungsspitze der EKD hinein..

    ""Ich kenne genug christliche LGBT-Personen, um das nicht als Marketingkampagne einzustufen""..

    Äh ?
    Das ist als Argument ungefähr so tauglich wie der Satz
    "ich kenne genügend unbeschädigte autos um die existenz von unfällen infrage zu stellen"..

    Mal so nebenbei..
    Das wird von denen sogar selbst als "Marketing" anerkannt..
    Die wissen was sie tun..
    Gegen Marketing ist dann auch gar nichts einzuwenden..

    Aber gegen Pink-Washing !
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#6 qwertzuiopüAnonym
  • 02.02.2020, 14:03h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "Die lassen sich als Zugpferde vor eine Kampagne spannen um den Menschen zu suggerieren es wäre in dieser "Glaubensgemeinschaft" doch alles in Ordnung, und das im vollem Wissen darum, das auch in der EKD eben NICHT überall, und schon gar nicht ALLES in Ordnung ist !"

    Woraus schließt du das? Im Gegenteil, in dem Video wird von ihnen die Heteronormativität innerhalb der Kirche doch selbst problematisiert.
    Nur haben sie offensichtlich nicht die Einstellung, dass "überall alles in Ordnung" sein muss, um selbst Pfarrerin in der Kirche sein zu können. Und da im Gegensatz zur katholischen Kirche bei den Protestanten im Grunde jeder sein eigenes Ding machen kann, kann ich das auch nachvollziehen.

    Das ist als Argument ungefähr so tauglich wie der Satz
    "ich kenne genügend unbeschädigte autos um die existenz von unfällen infrage zu stellen"
    In meinem Argument geht es um die Begründung einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit in einem speziellen Fall, in deinem Beispiel geht es um die Formulierung einer allgemeinen Regel. Das ist ein großer Unterschied.

    Und mag sein, dass sie es selbst als Marketing anerkennen, aber ich finde trotzdem, dass es einen Unterschied macht, ob ich eine Dokumentation meines tatsächlichen Lebens zeige, oder ob ich mir ausdenke, wie ich mein Ziel am besten erreiche und dann dementsprechende Werbung kreiere. - Das meinte ich damit, dass ich sie in einer Botschafterrolle sehe.
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#7 BePrideAnonym
#8 TheDadProfil
  • 02.02.2020, 21:11hHannover
  • Antwort auf #6 von qwertzuiopü
  • ""Woraus schließt du das?""..

    Schau Dir die Videos an..
    Die strotzen von der Aussage
    "aber wir sind doch ganz anders"..

    ""In meinem Argument geht es um die Begründung einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit in einem speziellen Fall, in deinem Beispiel geht es um die Formulierung einer allgemeinen Regel. Das ist ein großer Unterschied.""..

    Ich sehe dort keine Unterschied..

    Menschen als "Gegenbeispiel" zu bringen, die dann noch "beweisen" sollen, es gäbe so etwas wie "Toleranz" in einer "Religionsgemeinschaft" taugt dann genau wozu ?

    Es geht nicht um die Mitglieder..

    Es geht um die Institution..

    Und exakt dort sind dann diese Menschen die Du kennst das Problem, denn denen muß man die Frage stellen :
    Was wollt ihr denn dort ?

    ""ob ich eine Dokumentation meines tatsächlichen Lebens zeige""..

    Äh ?
    Marketing..
    Werbung..
    MISSION !

    Verstehen denn hier alle immer nur Bahnhof wenn sich diese "Kirchen" irgendwo öffentlich äußern ?

    Im Artikel steht doch klar und deutlich :
    ""Die evangelische Kirche hat einen neuen Youtube-Kanal mit einem lesbischen Pastorinnen-Paar auf dem Land.""..

    ""Zielgruppe nach Angaben des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen-Bremen, der das Format produziert:""..

    Da zeigen nicht zwei zufällig auch noch Pastorin seiende Lesbische Frauen etwas aus ihrem Leben..

    Das ist exakt das, was man als "skriptet Reality" auch aus anderen Medien kennt..

    MISSION !
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#9 Taemin
  • 02.02.2020, 21:14h
  • Wenn den beiden ihre Aktion gut tut und wenn sie damit anderen Menschen eine greifbare Anerkennung und Hilfe bieten, ist das ja in Ordnung und sollte von niemandem niedergemacht werden. Es ist Kennzeichen der meisten evangelischen Landeskirchen, dass sie sich mehr oder weniger liberalisieren und menschenfeindliche Zöpfe abschneiden können. Was mich selbst angeht, ist es ganz einfach zu spät. 2002 hatten sich bereits einige Punkte angesammelt, die mich zum Kirchenaustritt drängten. Dann kam anlässlich der Verpartnerung hinzu, dass meinem Mann eine kirchliche Anerkennung in Form einer "gottesdienstlichen Begleitung" -so hieß das damals- wichtig gewesen wäre. Diese Zeremonie stand unter dem doppelten Zustimmungsvorbehalt der Pfarrerin und des Presbyteriums - und wurde als "Zirkus" (man bedenke: eine von der Synode beschlossene gottesdienstliche Handlung sei Zirkus) abgelehnt. Das war der dem Fass noch fehlende Tropfen, der zu meinem Austritt führte und eine rasante Entwicklung einleitete. Außerhalb der Kirche verhinderte nichts mehr meine Wandlung vom lasch gläubigen Christen zum Atheisten. Innerhalb der Kirche hätte ich die dazu notwendige innere Kraft sicher nicht gefunden. Erst mal empfand ich stark, dass etwas scheinbar Wichtiges fehlte. Aber nach etwas mehr als einem Jahr begriff ich, dass die Abwesenheit von Religion der natürliche, der Normalzustand des Menschen ist und die Suche nach der "letzten Ursache", dem "Sinn des Lebens" und was es so alles an Begründungen für die Religion gibt, Unsinn ist. Und meine moralischen/ethischen Orientierungspunkte hab ich heute noch genauso wie früher. Dafür braucht es eine Religion also auch nicht. Bleibt also nur der ganze Mysterienzauber wie Wundertaten, Dreifaltigkeit, Gottessohnschaft, Himmelfahrt... daran hab ich eh nie geglaubt.
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#10 TheDadProfil
  • 03.02.2020, 10:33hHannover
  • Antwort auf #9 von Taemin
  • Danke für die geteilten Erfahrungen..

    Ich kann da ähnliches berichten, was meinen "zweiten Austritt" aus der EKD betrifft, den Austritt aus der RKK hatte ich ja schon als 10-Jähriger betrieben, kann man hier ja auch mehrfach nachlesen..
    Der Bruch mit der EKD kam über die Beerdigung eines Freundes zustande der Suizid begangen hat, als Schwuler Katholik mit einem tyrannischem Vater offenbar sein einziger Ausweg..
    Da sich die "Katholische Heimatgemeinde" weigerte die Beerdigungs-Zeremonie durchzuführen wich man auf die Friedhofskapelle aus, und auf einen vermeintlich liberaleren Pastor der dort benachbarten "evangelischen Gemeinde"..
    Dieser Pastor brachte es fertig noch mehr Unfug zusammenzufaseln, und es fehlte nicht viel daran, die Leiche des Selbstmörders über die Friedhofsmauer zu werfen, um dort in "ungeweihter erde zu verrotten"..

    Am nächstem Montag war dann auch dort Schluß..

    Menschen denen es einfach am Respekt für das Gegenüber fehlt sind nicht meine "Brüder&Schwestern im Geiste"..
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#11 Taladin66Profil
#12 Religioten-WatchAnonym
  • 03.02.2020, 12:59h
  • Antwort auf #4 von qwertzuiopü
  • Es geht den beiden (und anderen in ihrem Club) selbstverständlich darum, zum einen der schwindenden Zahl zahlender Mitglieder:innen entgegenzuwirken und zur anderen sicherzustellen, dass es genügend Mit"gläubige" gibt, denn je weniger Menschen an diesen Esoterikquatsch glauben, desto deutlicher wird, was für ein haarsträubender Unsinn das Ganze ist.
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#13 Taemin
  • 03.02.2020, 15:27h
  • Antwort auf #10 von TheDad
  • Danke auch Dir für die Weitergabe Deiner Erfahrung. Man könnte ja noch einen Ansatz von Geduld aufbringen, wenn eine Ablehnung theologisch zu begründen versucht würde. Man könnte gerade noch einen Hauch von Verständnis aufbringen, wenn es hieße, dass etwas nicht mit der Tradition und der in der Gemeinde mehrheitlich vorhandenen Sicht auf die Dinge vereinbar sei. Aber nach meiner Lebenserfahrung wird viel lieber der Weg der bewussten Beleidigung, Herabsetzung und Ausgrenzung gewählt. - Als ich ausgetreten war (gar nicht so einfach, weil das Land RLP damals die Lebenspartnerschaft nicht anerkannte und der Kirchenaustritt einer verpartnerten Person deshalb nicht automatisiert beurkundet werden konnte, so dass der Amtsleiter extra für mich eine Beurkundung außerhalb der EDV aufnahm; der Familienstand verpartnerter Personen hieß damals in RLP "ungeklärt") und ich dem Kirchenpräsidenten entsprechend mit Gründen versehene Mitteilung gemacht hatte (auch wegen vorangegangener Geldunterschlagung durch den vorigen Pfarrer und einer Lügenkampagne des Sozialdezernenten der Landeskirche gegen Kollegen von mir), kam dann ein persönliches Schreiben des Kirchenpräsidenten mit einem Gesprächsangebot und allerlei Honigumsmaulschmieren. Nur war das dann halt zu spät und auch nicht mehr glaubwürdig. Ich hatte auch mal eine Auseinandersetzung mit dem damaligen Verwaltungschef der EKD. Der sprach von Vorbehalten innerhalb der Kirche gegenüber Homosexuellen und von moralischer Bewertung der Homosexualität. Ich fragte ihn, ob es innerhalb der Kirche auch Vorbehalte gegenüber Juden oder Sinti gebe und wie das Judesein und das Sintosein moralisch bewertet werden. Da war er sehr empört. Das seien doch ganz andere Dinge. Nein, sagte ich, Juden, Sinti und Schwule seien alle drei ins KZ gesperrt worden, weil die Nazis Vorbehalte gegen sie hatten. Dass der ehrwürdige Kirchenmann daraufhin aus der Auseinandersetzung flüchtete, kann man nachvollziehen. Interessanterweise unterschieden sich meine Kontakte zu evangelischen und zu katholischen Theologen immer grundlegend: Die zu Protestanten gestalteten sich als teils heftige Diskussionen um Menschenwürde und Grundrechte von Schwulen und Lesben. Die zu Katholiken fanden in einem Liegemöbel im jeweiligen Pfarrhaus statt und gestalteten sich eher einvernehmlich.
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#14 TheDadProfil
  • 03.02.2020, 19:06hHannover
  • Antwort auf #13 von Taemin
  • ""Die zu Katholiken fanden in einem Liegemöbel im jeweiligen Pfarrhaus statt und gestalteten sich eher einvernehmlich.""..

    Äh ?
    Ich weiß grad nicht so genau wie ich das deuten soll, deshalb laß ich das mal offen, möchte aber anfügen, das ich "Katholiken" eigentlich grundsätzlich nicht für "einwilligungsfähige Personen" erachte, denn sie haben ja die Verantwortung für ihre "Lebensführung" delegiert..
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