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Auftritt bei Dieter Bohlen

Queerer DSDS-Kandidat war Opfer von Homo-"Heilern"

Marcio Pereira Conrado tritt am Samstagabend bei "Deutschland sucht den Superstar" an. In einem Interview berichtet er, wie er als Jugendlicher von seinem Schwulsein "geheilt" werden sollte.


Marcio Pereira Conrado outete sich bereits mit elf Jahren als schwul und zeigt sich gern in Drag (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Am Samstag um 20.15 Uhr ist Marcio Pereira Conrado einer der Kandidaten in der RTL-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Mit dem Song "Be Careful" von Cardi B will er die Jury um Poptitan Dieter Bohlen überzeugen. Doch schon vor seinem großen TV-Auftritt sorgt der 26-Jährige für Schlagzeilen.

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Paywall-Artikel) berichtete Conrado nicht nur von seiner Vorliebe für Drag, sondern auch, wie er als Jugendlicher von seinem Schwulsein geheilt werden sollte. Seine Mutter habe ihn nach dem Coming-out zu einer konservativen Glaubensorganisation geschickt. "Meine Mama ist sehr gläubig, deshalb war für sie der sicherste Ort die Kirche. Deshalb wollte sie, dass ich dort hingehe. Ich habe dann ab meinem 15. Lebensjahr mehrere Jahre in dieser konservativen Glaubensgemeinschaft in der Schweiz gelebt."

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Gehirnwäsche im Kloster

In dem namentlich nicht genannten Kloster sei er einer "Gehirnwäsche" unterzogen worden, berichtete der Nachwuchssänger "Dort haben sie mir gesagt, dass sie mein Schwulsein umpolen und heilen könnten. Ich müsste mit dieser Bürde nicht leben. Sie haben dafür sehr viel mit mir in vielen Sitzungen gebetet und mir die Hände aufgelegt, um mir die Homosexualität damit auszutreiben. Die haben das nicht so genannt, aber das fühlte sich wie ein Exorzismus an."

Die Tortur dauerte laut Marcio Pereira Conrado fünf Jahre. Erst mit 20 habe er gemerkt, "dass das alles Mist und Lüge war. Ich meine, ich habe in diesen fünf Jahren noch nicht mal an Liebe gedacht. An Mädchen hatte ich kein Interesse und mit Männern was zu haben, war falsch. Jede Art von Sexualität war ein Tabu für mich."

Drei Jahre lang habe er anschließend unter Depressionen gelitten: "Ich wusste nicht mehr, wer ich bin und wohin ich soll. Ich habe keine schulische Ausbildung und nichts in der Hand. Die Musik und das 'Dragsein' haben mich da rausgeholt. Dadurch habe ich neues Selbstbewusstsein bekommen."

Conrado will Vorbild für queere Jugendliche sein

Zu DSDS kam er eher zufällig. Der 26-jährige Promoter wollte eigentlich nur eine Kollegin unterstützen, heißt es in der Kandidatenvorstellung von RTL. Er selbst habe erst Angst gehabt, sich zu präsentieren, sei aber nun bereit, seine Grenzen im Casting-Wettbewerb auszutesten. Außerdem möchte er andere Jugendliche inspirieren, sie selbst zu sein und sich selbst zu lieben.

Marcio Pereira Conrado wurde in Brasilien geboren. Als er vier Jahre alt war, zog seine Mutter mit ihm in die Schweiz. Er wohnt derzeit bei ihr im Kanton Glarus. "Ich bin meiner Mutter aber auch nicht böse, dass sie mich zu der Glaubensgemeinschaft geschickt hat – sie ist heute meine beste Freundin", erklärte er gegenüber "Bild". "Sie wollte mich damals nur schützen. Sie hat jetzt auch erkannt, dass mir nichts passieren wird und ich homosexuell sein kann."

Er sei schwul, verstehe sich aber auch als queer, betonte Conrado: "Ich möchte keine Frau sein, auch kein Mann. Ich bin ein Mensch. Ich finde auch, dass alle gerne Make-up tragen dürfen oder Fußball spielen. Das Konzept Geschlecht ist für mich falsch. Es ist heutzutage egal, ob jemand Kleider oder Hosen trägt." (cw)



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#1 Homonklin_NZAnonym
  • 01.02.2020, 21:38h
  • Den Suppenstern haben die scheints immer noch nicht gefunden.

    Das ihm das zugemutet wurde, liegt aber nun mal schon an der religioten Verdummbibelung der Herkunft. Da hat er noch halbwegs Glück gehabt, wenn es nicht zu rabiater Behandlung kam,. Bei den Charismatikern etwa liefe das nicht so glimpflich ab, eine Bekannte, MtF, haben die dazu gebracht, ihre eigene Kunst zu verbrennen. Depressionen waren da nicht die einzige Folge. Wie man einen Menschen so völlig zerstören kann, ist heute noch erkennbar.

    Verstehe ich nicht ganz, warum er das Kloster nicht nennt. Musste wahrscheinlich so einen Schweige-Vertrag unterzeichnen ? Möglich wäre es.
    Den Frauen, die Kinder von Geistlichen bekommen, zahlen sie auch oft Schweigegeld oder lassen sie entsprechend was unterzeichnen, auch Opfern von Missbrauch ging das schon so.

    Ich wünsch ihm Glück mit seiner Künstlerkarriere, aber hoffe, dass er den Weg aus dem religiösen Leben heraus gefunden hat. Es gibt eine Freiheit danach.

    www.kirchenaustritt.de kann ein Anfang sein.
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#2 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 02.02.2020, 03:35h
  • Antwort auf #1 von Homonklin_NZ
  • Was die Freiheit danach betrifft, bin ich skeptisch.

    "Er wohnt derzeit bei ihr [...] sie ist heute meine beste Freundin"

    Erfahrungsgemäß ist eine solche Konstellation eher ungeeignet dazu, sich wirklich abzunabeln und zu emanzipieren. Im Song "Smalltown Boy" von Bronski Beat hieß es schon 1984 "The love that you need will never be found at home".
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#3 Carol voitylaAnonym
#4 IckeAnonym
  • 04.02.2020, 10:54h
  • Dsds ist durch, 1000 Castingfolgen, die geschaut werden um über Leute zu lachen, dann ein paar Motoshows und der Sieger ist da. Da dass inzwischen Fließbandarbeit ist, ist der Gewinner schneller wieder weg als man gucken kann. Die Castings dauern länger als die Karriere. Na ja Brutstätte für den RTL Dschungel.
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