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Kommentare zu:
CSD Wiesbaden: "Eine Familie ist eine Familie ist eine Familie"


#16 TheDadProfil
  • 05.02.2020, 20:29hHannover
  • Antwort auf #14 von Ex-Katholik
  • ""Da müssten sich die Mütter an die eigene Nase packen, dass sie nur ein Kind in die Welt gesetzt haben.""..

    Nöö..
    Denn den Satz gibt es in diversen Varinaten, von
    "dann werde ich nie"
    bin hin zu
    "dann werde ich nie von dir oma"..

    Blöd dann auch wenn man als Schwuler der "Lieblingssohn" der Mutti ist, denn die Kinder des anderen Sohnes können dann ja nie "soviel wert" sein wie es die deinen wären..

    Mütter können so grausam sein, wie sie manchmal blöd sind, und Eltern die sich an ihren Enkeln als "ersatz-erziehende" versuchen wollen, weil sie denken sie könnten dort gut machen, was sie bei den eigenen Kindern verpatzt haben, richten meist nur noch mehr Schaden an..

    Doch zuerst einmal bin ich als Sohn nicht der "Erfüllungsgehilfe der Wünsche der Mutter"..

    Und ob nun Schwul, Zeugungsunfähig oder gar Zeugungs-Unwillig..
    Es gibt Männer die sich nicht fortpflanzen WOLLEN, doch das preist die verdummbibelte Heteronormativität einfach nicht mit ein..

    Mit der aufgekommenen "Ein-Kind-Familie" der Ende der Achtziger Jahre hat sich das Problem verschärft, und trotz aller inzwischen erreichter Aufklärung bei den Eltern geistern durch die Köpfe immer noch die Träume vom "Fortbestand der Blutlinie", als gäbe es auf der Erde keine anderen Probleme zu lösen..

    ""Deren Mütter könnten ja auch sagen "dann werde ich von dir nur ein Enkelkind haben"?""..

    Keine Sorge..
    Das tun sie sogar..
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#15 TheDadProfil
  • 05.02.2020, 20:14hHannover
  • Antwort auf #6 von Homonklin_NZ
  • ""Aber nicht Jeder ist geeignet für völliges Alleinsein, die oft andere Alternative.""..

    Äh ?

    Um einen herum leben immer andere Menschen..
    Niemand ist Allein, oder schlimmer noch einsam, wenn er sich nicht selbst dazu entschlossen hat Allein und Einsam zu sein..

    Es hindert einen NIEMAND daran andere Menschen kennenzulernen und sich seine "Familie" selber auszusuchen, und mit ihr zusammen zu leben, es muß eben nicht die "Familie" sein, aus der man "genetisch abstammt"..

    Was die oft komplizierten Beziehungen zwischen Verwandten angeht die einen als LGBTTIQ*-Mensch nicht akzeptieren wollen..

    Der Begriff "Regenbogenfamilie" muß eine Erweiterung erfahren, denn bislang beschreiben wir damit eigentlich nur die Familien in denen die Erwachsenen als LGBTTIQ*-Mensch zusammen mit eigenen oder adoptierten Kindern leben als solche Regenbogenfamilien..

    Doch es gibt LGBTTIQ*-Kinder und Jugendliche, und die stammen alle aus einer Familie die sich bislang nicht "Regenbogenfamilie" nennt..

    WIESO EIGENTLICH ?

    Wo es doch auch in der Argumentation der Community so schön heißt :

    Familie ist dort wo Kinder (und Jugendliche ! ) leben..

    Dann sind auch die Familien in denen LGBTTIQ*-Kinder und Jugendliche leben
    REGENBOGENFAMILIEN !

    Auch dann wenn es ihre "Herkunfts-Familien" sind..
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#14 Ex-KatholikAnonym
  • 05.02.2020, 15:53h
  • Antwort auf #13 von Taemin
  • "Das Ganze fußt auf einer Frage, die so vielen Schwulen beim Coming-out von ihren Müttern gestellt wurde: "Dann werde ich nie Enkelkinder haben?""
    Da müssten sich die Mütter an die eigene Nase packen, dass sie nur ein Kind in die Welt gesetzt haben. Deren Mütter könnten ja auch sagen "dann werde ich von dir nur ein Enkelkind haben"?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#13 Taemin
  • 05.02.2020, 15:45h
  • Antwort auf #12 von AndreasKA
  • Das Ganze fußt auf einer Frage, die so vielen Schwulen beim Coming-out von ihren Müttern gestellt wurde: "Dann werde ich nie Enkelkinder haben?" Künftig sollen Schwule ihren Müttern diese Frage ersparen, denn die sollen fortan denken, dass ihr Sohn mal einen netten Schiegersohn anbringt und die beiden Jungs sich gleich nach der Heirat ans Kinderadoptieren oder Kinderfremdzeugen machen. So und nicht anders soll das bravbürgerliche Leben schwuler Männer in Zukunft aussehen. Das von Lesben entsprechend, wobei die es mit dem Kinderkriegen ja etwas leichter haben.
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#12 AndreasKAProfil
  • 05.02.2020, 13:31hKarlsruhe
  • "Der CSD 2020 ist eine Hommage und Feier der Familie als Ort der Liebe, Geborgenheit, des Zusammenhalts, der Fürsorge und Verantwortung

    ... so jetzt setzen wir uns alle mal regenbogenmäßig an den Tisch und verkaufen Nutella, fleischfreie Wiesenhofwurst, Ikea-Möbel, Haribo ... oder sonstwas ...

    Ist das echt die Begründung des Mottos?
    Gibt es seitens der Veranstalter wirklich keine Hinweise auf das, was in Sachen Familie für queere Menschen - und weit über unsere Community hinaus - noch im Argen liegt und verbessert werden muss? Baustellen gibt es so viele, die kann man gar nicht aufzählen ...

    Falls die Veranstalter wirklich zur Feierstunde eines Werbefamilie-Ideals aufrufen ... dann wirklich lieber ehrlicherweise kein Motto und Feier pur ... ohne Anspruch auf eine politische Demo, die der CSD m.E. sein soll, ein Aufmerksammachen auf Missstände, auf Anderssein, auf gleiche Rechte und Akzeptanz ist da nu wahrlich nicht mehr erkennbar und offenbar auch nicht gewollt.

    Statt dessen "Hommage auf die Wunschfamilie aus dem Märchenbuch" ... ich mag es echt nicht glauben.
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#11 Taemin
  • 05.02.2020, 10:33h
  • Und wieder ein hochproblematisches CSD-Motto. Ich frag mich langsam, warum ein CSD immer unbedingt ein Motto braucht. Dieses hier klingt eher nach dem Ruf aus der konservativsten Ecke der Gesellschaft: Eine Familie ist eine Familie und besteht aus Vater-Mutter-Kindern. Die Vielfalt des Familienbegriffs ist sicher gemeint, wird aber nicht ausgesprochen. Zudem -wie Vorredner bereits sehr zutreffend angemerkt haben- grenzt das Motto all jene Lebensentwürfe aus, die -weshalb auch immer- Familie nicht beinhalten. Zudem frag ich mich, was das überhaupt soll, diese penetrante Konzentration auf Familie. Mir fehlen zwar konkrete Zahlen, aber ich wage mal die Behauptung, dass die weit überwiegende Mehrheit der schwulen und lesbischen Paare keine Kinder hat, also sowieso unter keinem aller möglichen Blickwinkel eine Familie bilden. Von Singles ganz abgesehen. Langsam beschleicht mich das Gefühl, dass an der von mir lange nicht ernst genommenen Warnung vor der totalen Anpassung an konservativ-christliche Werte doch was dran ist. Leute, beschafft euch Kinder, dann werden euch die Groß- und Schwiegermütter Pullover und Socken stricken! Das ist ein Irrweg.
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#10 stromboliProfil
  • 05.02.2020, 10:01hberlin
  • Antwort auf #6 von Homonklin_NZ
  • "Aber nicht Jeder ist geeignet für völliges Alleinsein, die oft andere Alternative. Eine auffangende "Community" in dem Sinne gibt es auch nicht, das ist ein Trugbild"
    Warum dieses kleben an vorstellungen, die sich nicht vom "familienideal" lösen können?

    "Community" eben auch nur ein synonym für "familie" ist, dass darüber hinweg täuscht, befürchtetes "alleinsein" als eine angstprojektion zu begreifen ist, die uns unserer unfähigkeit FREUNDSCHAFTEN zu bilden vor augen führt.

    Fordert euch/uns selbst mehr freundschaftsfähigkeiten ab, statt ständig dem familiären überbau hinterher rennen zu wollen.
    Wer freundschaften aufbaut, baut auch seine eigene community auf.
    Und wer gelernt hat freundschaften aufbauend zu bewahren, wird von einer ansonsten IMMER fernen community nie enttäuscht werden.
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#9 SchwarzesSchafAnonym
  • 04.02.2020, 23:57h
  • Antwort auf #8 von Sündenbock
  • Danke für Deine freundlichen und einfühlsamen Worte. Ich bitte jedoch um Verständnis dafür, dass ich über dieses Forum keine Psychotherapie-Sitzungen nachbauen will. Ich habe einen wichtigen Aspekt aus meinem Leben offenbart, aber gerade mal 1 Prozent davon. 99 Prozent habe ich hier nicht kundgetan und möchte das auch nicht. Deshalb sind detaillierte Ratschläge dahingehend, was ich nun tun soll, zwar sicherlich lieb gemeint, lassen sich aber in meiner Lebensrealität nicht so einfach 1:1 umsetzen. Ich möchte hier nicht erklären, worin diese Schwierigkeiten bestehen, denn das würde viel zu persönlich. Wahrscheinlich bin ich ohnehin schon viel zu persönlich geworden, obwohl ich ja nur ein paar wenige, besonders gravierende Punkte herausgegriffen habe.

    Das heißt, nochmals vielen Dank, aber ich bitte darum, die weitere Diskussion wieder mehr auf das allgemeine gesellschaftliche Problem zu lenken, statt sich darauf zu fokussieren, was ich nun als Nächstes tun sollte.

    Herzlichen Dank.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#8 SündenbockAnonym
  • 04.02.2020, 23:02h
  • Antwort auf #5 von SchwarzesSchaf
  • "Den Kommentaren #2 und #3 möchte ich zu 100% zustimmen. Es ist ein Elend. Danke für Euere Ausführungen."

    Ja, es ist ein Elend. In der community zählen seit Jahren nur noch zwei Dinge, wenn es um "gesellschaftliche Akzeptanz" geht: Deutsche "Familienwerte" und Akzeptanz durch die "Kirchen". Letztendlich besteht das Elend in der vollständigen Selbstverleugnung und Selbstauflösung. Sie sind losgelaufen und in 50 Jahren einmal im Kreis gelaufen, nur um wieder da anzukommen, wo sie gestartet waren. Das nennt sich dann Ablösung von patriarchalen Strukturen, Machtverhältnissen und "Emanzipation". Was für eine erbärmliche Farce!

    Homonklin_NZ hat zwei sehr gute und richtige Sätze geschrieben:
    "So traurig das ist, aber die meisten, die in diesem Gott-Gebets-Wahn versumpft sind, werden Dich nie als der sehen, wer Du wirklich bist."
    und
    "Ich weiß das ist schwierig, aber eigentlich muss man sich loseisen, oder man macht sich zum ewigen Boxsack, zum Abhängigen, dessen Lebensfreude nur unter beständiger Drosselung dahin vegetieren soll."

    Es ist noch viel schlimmer: Es hat Dich fast getötet. Und sicherlich viele Dinge in Deinem Leben verunmöglicht und verhindert, weil Du nur mit den Folgen der erfahrenen Ablehnung "beschäftigt" warst. Ich habe zwar nie eine Suchtproblematik gehabt, aber ich weiss sehr genau, welche Kräfte die Ablehnung durch meine Familie bei mir gebündelt hat, die ich besser für wichtige Dinge in meinem Leben gebraucht hätte. Und die dann dafür fehlten.
    Ich war jahrzehntelang der "Sündenbock" für ihre erfahrenen Abwertungen. Ich war ja selber schuld und rechtfertigte ihr Handeln durch meine pure Existenz. Ich war ja selber schuld, weil ich so war, wie ich bin. Es ist schwer, auch ich habe dafür sehr lange gebraucht, aber jage sie zum Teufel. Werfe sie alle hochkant aus Deinem Leben. Was willst Du mit Menschen in Deinem Leben, die Dir so massiven und kontinuierlichen Schaden zufügen? Menschen, die NICHTS Gutes beitragen, sondern Dir nur ihre Abwertung vermitteln. Alles, was sie wollen, ist Dir jede Lebensenergie rauben.

    Den Anfang hast Du gemacht. Du hast mit dem Trinken aufgehört. Wow, das ist eine Leistung! Dazu gehört was! Deine Kraft und Deine Lebensenergie hat also doch offensichtlich all deren Bemühungen, Dich zu brechen, überlebt. Jetzt musst Du nur noch dafür Sorge tragen, dass es auch so bleibt. Dazu gehört es auch, bestimmte Menschen hinter sich zu lassen und sie aus seinem Leben zu verbannen. Erst dann geht es vorwärts und dann kann man die eigene Kraft und Energie endlich für sein eigenes Leben verwenden, anstatt sie sich von diesen Energieparasiten absaugen zu lassen.

    "Familie" braucht ihr dafür nicht, weder die Herkunftfamilie noch eine Kopie dessen. "Familie" überlassen wir den Langeweilern, denen nichts besseres einfällt, als die Lebensentwürfe ihrer Eltern und Grosseltern zu kopieren, weil es für mehr nicht reicht. Auf euch beide wartet ein Leben. Das ist ein unbeschriebenes Blatt. Lebt es! Schreibt eure Geschichte. Alles Gute für euch!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#7 SchwarzesSchafAnonym
#6 Homonklin_NZAnonym
  • 04.02.2020, 21:57h
  • Antwort auf #5 von SchwarzesSchaf
  • Ich denke, ich kann Dich da schon etwas nachvollziehen, bei mir war zwar der Vater schlimmer verdummbibelt als die Mutter, aber das kam von der ganzen Sippschaft und Umgebung nochmal geballt oben drauf. Irgendwo Rückhalt oder so, das gabs nicht.
    Ich weiß das ist schwierig, aber eigentlich muss man sich loseisen, oder man macht sich zum ewigen Boxsack, zum Abhängigen, dessen Lebensfreude nur unter beständiger Drosselung dahin vegetieren soll.
    So traurig das ist, aber die meisten, die in diesem Gott-Gebets-Wahn versumpft sind, werden Dich nie als der sehen, wer Du wirklich bist. Das bleibt praktisch immer ein schmerzvoller Bezug mit offenen Wunden.

    User TheDad hat das hier schon oft erklärt, der sieht das noch radikaler als ich, eigentlich müsste man die Mutter, die Familie, all diese Leute, die einen hemmen und zurück im Sumpf behalten wollen, verlassen. Ansonsten hängt man immer zwischen den Stühlen, ist nie 100%ig frei.
    Aber nicht Jeder ist geeignet für völliges Alleinsein, die oft andere Alternative. Eine auffangende "Community" in dem Sinne gibt es auch nicht, das ist ein Trugbild. Wenn man da nicht konform ist, als Schaf nicht schwarz genug dafür, fliegt man auch, und es wird ebenso alles toll und wunderbar verklärt.

    Vielleicht sind CSD nur für die, bei denen alls toll und wunderbar läuft.

    Alle Achtung vor der Suchtüberwindung übrigens! Das beweist, dass Du ein Gewinnertyp bist! Alles Liebe für Dich und Deinen Freund.
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#5 SchwarzesSchafAnonym
  • 04.02.2020, 21:08h
  • Antwort auf #4 von Homonklin_Nz
  • "Dem CSD geht es hier aber wohl erst mal darum, dass andere Familienkonstellationen auch sein dürfem" (sic!)

    Dann müssen sie das aber ganz anders formulieren. Hier ist nur davon die Rede, dass die Familie unreflektiert als Hort der Geborgenheit gefeiert wird. Ein Schlag in die Magengrube all derer, die das ganz anders erlebt haben bzw. erleben.

    ***

    Den Kommentaren #2 und #3 möchte ich zu 100% zustimmen. Es ist ein Elend. Danke für Euere Ausführungen.

    #4 auch, soweit es den Mittelteil betrifft.
    Auch "schön" ist übrigens die Variante, nicht rausgeschmissen zu werden, aber zeitlebens verdeutlicht zu bekommen, dass man, wenn überhaupt, ein Mensch zweiter Klasse ist. Einer, für den die Mutter täglich betet, wie sie sagt, aber nur dafür, dass "Gott" dieser verirrten Seele gnädig sein möge. Eigenes Verständnis null. Mein bester Freund sagte mir letztens, zu Recht, "Deine Mutter kennt dich nicht." Wie auch? Hinsehen war nie angesagt - lieber wegsehen, die Missgeburt verschämt verstecken. Und ihr, obwohl täglich für sie betend, ins Gesicht sagen, dass es wohl besser gewesen wäre, das schwarze Schaf nie geboren zu haben. Rate, wie oft ICH schon Suizidgedanken hatte... Habe auch sechs Jahre lang gesoffen wie ein Loch (also quasi schleichender Suizid), bis ich vor kurzem g***seidank gerade noch die Kurve gekriegt habe und seitdem komplett trocken bin. Sonst hätte ich 2020 wohl nicht überlebt. (Ich bin übrigens 55 Jahre alt.)

    Vor diesem Hintergrund kann ich Familie leider NICHT als Hort der Geborgenheit feiern und finde das ganze Friede-Freude-Eierkuchen-Family-Value-Gedöns, das sich seit einigen Jahren in der Community nahezu alternativlos ausbreitet, zunehmend unerträglich.
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#4 Homonklin_NzAnonym
  • 04.02.2020, 20:28h
  • Antwort auf #2 von Hymnenverächter
  • ""Familie ist für queere Menschen viel zu oft ein Ort von Unverständnis, Einsamkeit, Diskriminierung, Entwürdigung, der Erpressung mithilfe familiärer Abhängigkeitsverhältnisse oder sogar der psychischen und/oder physischen Gewalt. ""

    Bin auch in derart Hintergrund aufgewachsen und letztlich auch rausgeschmissen worden, nachhaltig, durch Messerattacke.
    Ein ganz großer Faktor, der da mit rein spielt, ist Religion. Damit hat man bedeutend schlechtere Karten, die Ausgangsbasis ist suboptimal, wenn Religion wichtiger ist, als Liebe. Sich gegen eine Wahn erkrankte Umgebung durchkämpfen zu müssen, um Selbst werden und sein zu können, führt nah am Zerbrechen vorbei und verleitet zu Suizidgedanken. Und dazu noch die verdammten Knilche...out of the frying pan and into the fire.

    Dem CSD geht es hier aber wohl erst mal darum, dass andere Familienkonstellationen auch sein dürfem, und das gleichberechtigt neben der Mann+Frau+Kind_er-Form, die von den latenten Menschenfeindlern so gern als einzig Berechtigte verkauft wird.
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#3 SündenbockAnonym
  • 04.02.2020, 20:10h
  • Antwort auf #2 von Hymnenverächter
  • "Aber offenbar ist es gerade ein Bewegungstrend, Hymnen auf die großen patriarchalen Strukturen zu singen..."

    Wenn einer:n nie etwas anderes eingefallen ist, nie etwas anderes in den Sinn gekommen ist. Ausser patriarchalen Strukturen und "Familienwerten". Wenn man nie abseits dieser Strukturen denken konnte, eine Kopie des patriarchalen Lebensmodells seiner Eltern und Grosseltern einfach nur immer als "alternativlose" (sic) Zwangsläufigkeit fabulieren konnte. Sich nie davon emanzipiert hat und schliesslich einfach nur "dazugehören" will. Was erwartest Du denn dann? Sich dem allen nach Kräften anzubiedern und in der Menge aufgehen, nennt man hierzulande schliesslich irrenderweise "Emanzipation".

    Was sind denn noch anhaltende, täglich praktizierte Verbrechen an Inter und Trans schon gegen "Familienwerte"? Es reicht doch, dass man diese Verbrechen in einem Nebensatz einer Erklärung erwähnt, die niemand liest. Am Ende wird man noch als widerständig anstatt assimilierungsbereit angesehen. Wo kämen wir denn da hin?

    Also: Alle Träger von "Familienwerten" laufen voran. Wie heisst es doch immer so schön: Das wollen wir doch schliesslich alle.-
    Alle Schmuddelkinder, die diesen bigotten Mist ablehnen und nicht vorzeigefähig sind, bitte hinten einordnen.
    Mir ist keine marginalisierte Menschengruppe bekannt, die so sehr bemüht ist, sich in den Strukturen, die sie unterdrücken, aufzulösen und sich davon das Ende ihrer Diskriminierung zu versprechen. Man hat halt nie was anderes gelernt.
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#2 HymnenverächterAnonym
  • 04.02.2020, 18:34h
  • Ich freue mich, dass die Forderungen bzgl. der Rechte von trans und inter Menschen zumindest im Begleittext formuliert werden, auch wenn die "Regenbogen-Eltern" wieder mal vorneweg marschieren dürfen.

    Leider erleben sehr viele queere Menschen ihre Herkunftsfamilie oft keineswegs als Hort der Geborgenheit und der Unterstützung. Nicht selten bedeutet "Familie" für sie das genaue Gegenteil.

    "Der Kern einer jeden Familie ist die Liebe, die sie zusammenhält, egal, welche persönliche
    Identität, welche Religion, Nationalität oder sexuelle Orientierung ihre einzelnen Mitglieder haben. [...] Der CSD 2020 ist eine Hommage und Feier der Familie als Ort der Liebe, Geborgenheit, des Zusammenhalts, der Fürsorge und Verantwortung."

    Für viele ist das hoffentlich stimmig. In meinem Bekanntenkreis gibt es aber einige Menschen, denen diese Sätze total realitätsfremd vorkommen müssen. Familie ist für queere Menschen viel zu oft ein Ort von Unverständnis, Einsamkeit, Diskriminierung, Entwürdigung, der Erpressung mithilfe familiärer Abhängigkeitsverhältnisse oder sogar der psychischen und/oder physischen Gewalt.

    Und wir reden hier nicht von Einzelfällen. Queerfeindliche Diskriminierung und Gewalt innerhalb von Familien sind ein Riesenthema.

    Leider wird auf solche durchaus queer-typischen Erfahrungen in der Erklärung aber mit keinem Wort hingewiesen. Warum nicht? Ist eine Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Themen nicht erwünscht? Ist einfach niemand auf die Idee gekommen, dass es solche Erfahrungen gibt? Soll das einfach verdrängt werden?

    Ich hätte mir hier eine deutlich kritischere und differenziertere Perspektive gewünscht.

    Dem angestrebten Idealbild der liebevollen Familien muss eine solche Kritik gar nicht entgegenstehen. Ganz im Gegenteil, dieses Ideal können wir nur dann effektiv fördern, wenn wir auch benennen, wo die Baustellen liegen.

    Aber offenbar ist es gerade ein Bewegungstrend, Hymnen auf die großen patriarchalen Strukturen zu singen, in denen wir traditionell seltener Liebe und Schutz und häufiger Verachtung und Gewalt vorgefunden haben ... und aktuell immer noch vorfinden.

    Ich beobachte diesen Trend mit einiger Verständnislosigkeit.
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#1 SchwarzesSchafAnonym
  • 04.02.2020, 17:22h
  • "Familie als Ort der Liebe, Geborgenheit, des Zusammenhalts, der Fürsorge und Verantwortung"?
    Ich muss in einem anderen Universum aufgewachsen sein. Und dort wohl immer noch leben.

    Übrigens gibt es queere Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - keine Familie im gemeinten Sinne haben oder sogar keine wollen. Könnte ja sein, dass sie sich mit all der herbeizitierten Regenbogenfamilien-Glückseligkeit nicht ganz so identifizieren können.
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